Frankreich: Fast jedes vierte Hotel renovierungsbedürftig

Dezember 5, 2007

Gelesen in “Süddeutsche Zeitung“, 05. Dezember 2007

Unhöfliches Personal, unangenehme Gerüche, Lärm: Für viele französische Hotels braucht der Gast Nervern. Jetzt schlägt sogar ein Branchenverband Alarm.

Der Zustand vieler Hotels in Frankreich lässt laut einem Branchenverband schwer zu wünschen übrig. Rund ein Viertel der 18.000 registrierten Hotels müsse dringend renoviert werden, erklärte der Ausschuss für die Modernisierung der französischen Hotellerie in Paris.

Am schlimmsten sei die Lage in wenig touristischen Gebieten, aber selbst in Großstädten wie Paris gebe es heruntergekommene Häuser. “Im Großteil der Hotels, die älter als drei Jahre als sind, ist die fehlende Instandhaltung bei Farbe, Möbeln und Armaturen deutlich sichtbar“, heißt es in einer Studie des Gremiums. “Abdrücke von Schuhen und Koffern an Wänden bleiben manchmal über Jahre.“

24 Prozent der Gäste beschwerten sich zudem über unhöfliches oder unfähiges Personal in den Hotels, hieß in der Untersuchung der Vereinigung weiter, in der Hotelbesitzer, Angestellte und Handelskammern vertreten sind.

Bei Mängeln an den Häusern werde am häufigsten über Lärm geklagt, gefolgt von unangenehmen Gerüchen und schlechter Hygiene.

Im Management habe die französische Hotelbranche es an der Einführung moderner Methoden fehlen lassen, hieß es. “Die Branche hat über Generationen immer wieder dieselben Verhaltensmuster und dieselben Fehler produziert.“

Laut dem Bericht hat Frankreich, das Land mit der höchsten Zahl von Touristen weltweit, in den vergangenen zehn Jahren 1500 Hotels verloren - teils auch, weil die Häuser nicht mehr heutigen Feuerschutzbestimmungen entsprachen oder nicht über behindertengerechte Ausstattung verfügten.

In den kommenden fünf Jahren erwarten die Autoren, dass nochmals die gleiche Zahl von Häusern schließen wird.


CHD-Expert-Studie über Firmen-Weihnachtsfeiern: Vorsichtiger Optimismus in der Gastronomie

November 7, 2007

Quelle: Pressemitteilung, 07. November 2007

Rund ein Drittel der Restaurants in Deutschland erwartet steigende Umsätze mit Firmen-Weihnachtsfeiern im Advent 2007. Die Erwartungshaltung ist bei den Restaurateuren, die einen Durchschnittsbon zwischen 30 bis 40 Euro je Firmengast erwirtschaften, besonders hoch. Dies geht aus einer aktuellen Studie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert hervor. Rund 40 Prozent der Profi-Gastgeber gehen von gleich bleibenden Umsätzen mit Firmenfeiern im Advent aus. Bei rund 24 Prozent der Restaurants wird mit Umsatzrückgängen gerechnet.

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“Unter den Gastronomen macht sich vorsichtiger Optimismus breit“, sagt Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert. Zwei Drittel der Betriebe, die eine steigende Anzahl von Firmen-Weihnachtsfeiern für den Advent 2007 verzeichnen, rechnen auch mit leicht steigenden Umsätzen. Lediglich ein Drittel erwartet keine weiteren Umsatzsteigerungen: „Zahlreiche Firmen laden zwar zu Weihnachtsfeiern ein, aber gestalten diese durchaus bescheidener“, so Lambracht.
Der Durchschnittsbon bei Firmen-Weihnachtsfeiern im vergangenen Jahr betrug bei rund 45 Prozent der befragten Restaurantbetreiber bis zu 30 Euro. Immerhin fast 20 Prozent der Gastronomen kassierten einen Durchschnittsbon zwischen 30 und 40 Euro. Über 40 Euro je Firmengast konnten nur rund drei Prozent der Befragten in Rechnung stellen.

Umsatzwachstum bei Firmen-Weihnachtsfeiern flacht ab
Führende Restaurants, die bereits im Hochpreissegment (Durchschnittsbon über 40 Euro) Firmen-Weihnachtsfeiern ausrichten, erwarten nur zu 25 Prozent eine Umsatzsteigerung für diesen Advent. Bei Anbietern im mittleren Preissegment (Durchschnittsbon zwischen 30 und 40 Euro) erwarten rund ein Drittel Umsatzsteigerungen und lediglich 14 Prozent der Befragten Umsatzeinbrüche.
Über die Studie: Im November 2007 wurden in einer Blitzumfrage 140 repräsentativ ausgewählte Restaurants zu ihren Erwartungen im Geschäft mit Firmen-Weihnachtsfeiern/-essen im Vergleich zu 2006 befragt.
Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

Weitere Informationen über CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH


Hotels werfen weniger ab

November 1, 2007

Quelle: Financial Times Deutschland, 01. November 2007

In deutschen Großstädten sinken die Renditen bei der Zimmervermietung. Der Markt kann bei weitem nicht an das WM-Jahr 2006 anknüpfen. Die Ausnahme ist München.

Deutsche Hotels sind zu begehrten Investmentobjekten geworden. Ausländische Private-Equity-Gesellschaften und Initiatoren geschlossener Fonds erhoffen sich ansehnliche Renditen von den Hotels - vor allem, nachdem 2006 das Übernachtungsgeschäft um teilweise bis zu zehn Prozent zugelegt hatte. Für 900 Mio. Euro wechselten allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutsche Objekte den Besitzer, hat Christoph Härle, Experte für die Hotelmärkte in West- und Zentraleuropa bei der Beratungsgesellschaft Jones Lang LaSalle (JLL), errechnet. “Rund 14 Prozent aller Hotelinvestments in Europa entfielen auf den hiesigen Markt.”

Doch das Geschäft mit der Zimmervermietung läuft bei Weitem nicht so gut, wie die Investmentzahlen vermuten lassen. Nach der neuen Halbjahresstudie des Treugast Institute of Applied Hospitality Sciences fuhr die Hotellerie zwischen Rhein und Oder im ersten Halbjahr 2007 effektiv einen Umsatzverlust von 0,8 Prozent ein.
Das ist keine gute Nachricht für Investoren, weil Hotelimmobilien meist nicht zu Festpreisen vermietet werden. In der Regel zahlen die Betreibergesellschaften den Inhabern der Objekte Mieten, die auf dem tatsächlichen Erlös aus der Zimmervermietung basieren.

Sinkende Übernachtungspreise
Zwar stieg die Zahl der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent von 155 Millionen auf 160 Millionen. “Erkauft wurde dieses Ergebnis jedoch mit reduzierten Zimmerraten”, berichten die Treugast-Experten. Zum einen ist seit Sommer 2006 eine ganze Reihe neuer Hotels auf den Markt gekommen. Zum anderen konnte die Branche die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn dieses Jahres nicht in voller Höhe an ihre Gäste weitergeben.

In etlichen Städten sanken sogar die Übernachtungspreise. Am kräftigsten reduzierten der Treugast-Untersuchung zufolge mit 11,9 Prozent die Bettenanbieter in Leipzig ihre Preisforderungen. Auch in Essen gingen die Übernachtungspreise mit 10,9 Prozent deutlich zurück. Kräftige Aufschläge konnten hingegen die Hoteliers in der Messestadt München durchsetzen. Um 12,3 Prozent verteuerten sich im Schnitt die Zimmerraten in der bayerischen Landeshauptstadt.

Dass der deutsche Hotelmarkt dieses Jahr nicht an die Top-Performance von 2006 anknüpfen konnte, hat auch einen simplen Grund: Vergangenes Jahr sorgte die Fußballweltmeisterschaft für eine Rekordnachfrage. “Die rückläufigen Zahlen im ersten Halbjahr dieses Jahres zeigen, welchen Stellenwert ein Globalevent wie die WM für den Hotelmarkt hat”, sagt Ursula Kriegl, Leiterin JLL Hotels in Deutschland. Sie hat in einer Studie die Entwicklung der Zimmerrendite näher untersucht.

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München mit Sondereffekt
Diese sogenannte Room-Yield setzt sich aus dem Zimmerpreis und der Belegung zusammen und gilt als effektiver Gradmesser für die Performance eines Hotels. Nach ihren Berechnungen verzeichneten vier der sechs großen deutschen Hotelmärkte im Vier- und Fünf-Sterne-Segment in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen deutlichen Rückgang der Room-Yield gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006. Einzig Hotels in München konnten ihre Renditen steigern - in den anderen deutschen Großstädten ging es zum Teil deutlich abwärts (siehe Grafik).

Dass der Himmel über dem Hotelmarkt der Isarmetropole in den blau-weißen Landesfarben strahlt, führt Kriegl auf einen Sondereffekt zurück: “Die Münchner Hotellerie profitierte vom Zusammentreffen zweier großer Leitmessen, die diesmal innerhalb eines Jahres stattfanden.” Der Baustoffmesse BAU im Januar folgte im April die Baumaschinenmesse BAUMA. Dass zwei große Messen innerhalb von nur wenigen Monaten stattfanden, so Kriegl, habe es in München zuletzt 2001 gegeben. Als Folge lag der durchschnittliche Zimmerpreis in den Vier- und Fünf-Sterne-Hotels im April bei 177 Euro - ein Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.