Deutsche Verbraucher wollen wieder mehr Geflügelfleisch

Mai 14, 2008

Quelle: AFP, 14. Mai 2008

Deutsche Verbraucher wollen wieder mehr Geflügel. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden 7,5 Prozent mehr Geflügelfleisch produziert als noch im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Besonders gefragt war demnach das Fleisch von Enten (+ 14 Prozent) und Jungmasthühnern (+ 8,7 Prozent). Grund für die gestiegene Geflügel-Nachfrage ist Marktforschern zufolge das Abebben der akuten Furcht vor der Vogelgrippe. “Die Nachfrage nach Geflügel hat sich mittlerweile weitgehend erholt, allerdings sind die Kosten für das Fleisch deutlich gestiegen”, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg.

Insgesamt wurden im ersten Quartal 2008 1,9 Millionen Tonnen Fleisch produziert und damit 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Einen Zuwachs um 2,6 Prozent gab es beim Schweinefleisch, hier wurden 1,3 Millionen Tonnen erzeugt. Dies führte der GfK-Sprecher vor allem auf Exporte ins Ausland zurück, denn die Nachfrage in Deutschland sei weitgehend gleichbleibend. Die Produktion von Rindfleisch blieb mit insgesamt 286.300 Tonnen fast unverändert.


Der türkische Markt für Bioprodukte wächst

Februar 28, 2008

Quelle: bfai, Februar 2008

Regionale Förderung für ökologischen Anbau / Von Marcus Knupp

Mit den Methoden ökologischer Landwirtschaft hergestellte Produkte gewinnen auch in der Türkei langsam an Boden. Zwar behindern bürokratische Genehmigungsverfahren und eine bislang fehlende einheitliche Kennzeichnung noch den Marktzugang und die Markttransparenz. Wachsendes Bewusstsein zumindest bei den großstädtischen Kunden führt aber dennoch zu einer schrittweisen Ausweitung des Angebots von Bioprodukten. Weiter entwickelt ist die exportorientierte organische Landwirtschaft. (Kontaktanschriften)

Auf einer Konferenz zum Thema Bioprodukte, die im Januar 2008 in Izmir stattfand, definierten Vertreter der Branche Zielwerte für das Jahr 2012. Demnach soll der Anteil der nach den Regeln des organischen Landbaus bewirtschafteten Flächen in der Türkei von derzeit 0,8% auf 3% steigen. Für die Inlandsnachfrage erhoffen sich die Konferenzteilnehmer ein Anwachsen von aktuell lediglich 5 Mio. US$ auf mindestens das Zehnfache.

Viel wichtiger ist für die Branche jedoch der Export. Ausgehend von etwa 150 Mio. US$ sollen die Ausfuhren von Bioprodukten bis 2012 ein Volumen von 1 Mrd. US$ erreichen. In den zehn Jahren zwischen 1996 und 2006 ist die Zahl der Biobauern in der Türkei von 1.947 auf 14.256 gestiegen. Die von ihnen bebaute landwirtschaftliche Nutzfläche hat im selben Zeitraum um das 28-fache auf 192.789 ha zugenommen, die Erntemenge von etwa 10.000 t auf 458.000 t.

Mit Unterstützung der Stadtverwaltung Izmir beginnt 2008 eine auf zwei Jahre angelegte Pilotphase zur Förderung ökologischer Landwirtschaft im Umland der Ägäisstadt. An dem gemeinsam mit der Provinzdirektion für Landwirtschaft, der Ägäisuniversität und Verband für ökologische Landwirtschaft (Ekolojik Tarim Organizasyonu Dernegi, ETO) entwickelten Programm nehmen in 32 Gemeinden insgesamt rund 500 Produzenten teil. Auf etwa 10.000 Dönüm (9.200 ha) bauen sie Weintrauben, Oliven, sowie verschiedene Obst- und Gemüsesorten an.

Nach erfolgreicher Umstellung der Anbaumethoden sollen nach zwei Jahren die ersten Zertifikate für ökologischen Landbau vergeben werden. Die wichtigsten Absatzmärkte liegen in den Großstädten wie Izmir, Istanbul, Bursa oder Ankara, wo mittlerweile etliche besser sortierte Supermärkte über Regale mit Bioprodukten verfügen. Zwar müsse man die Produkte etwas teurer anbieten als konventionell angebaute Ware, da sie aber besser schmeckten als jene, erwarten die am Programm teilnehmenden Landwirte keine Absatzprobleme.

Auch immer mehr große Hersteller nehmen entsprechende Produkte in ihr Programm auf. Die Yasar Holding beispielsweise bietet seit Jahresbeginn 2008 unter der Markte Pinar eine “organik” Milch an. Der Konkurrent Dogan Organik will noch in diesem Jahr mit einem entsprechenden Produkt folgen. Eine erste Bio-Baby-Nahrung hat die Ülker-Gruppe unter der Marke Hero Baby auf den Markt gebracht. Der Käsehersteller Akgünes Gida startet mit einem ersten in der Türkei produzierten Biokäse unter dem Markennamen Özay Organik.

Auch das im thrakischen Lüleburgaz ansässige Molkereiunternehmen Eray Gida plant, ab 2009 Bio-Ziegenkäse herzustellen. Aus der den EU-Normen (92/46/EEC) entsprechenden Milcherzeugung des 2003 gegründeten Betriebs sollen dazu rund 5 t täglich verwendet werden. Die Umsetzung des Projekts will Eray Gida mit Gründung einer Fachschule für Milchwirtschaft begleiten. Wichtigster Absatzkanal ist die Zusammenarbeit mit der Metro-Gruppe in der Türkei und das Angebot des Bio-Käses in deren Real-Verbrauchermärkten am Bosporus, daneben denkt Eray Gida auch an den Export.

Die Großbäckerei Istanbul Halk Ekmek (IHE), die in ihren drei Fabriken circa 10% des in der türkischen Metropole konsumierten Brotes herstellt, hat in einem 2005 begonnenen Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit 1.500 Ökobauern biologisch hergestelltes Brot in ihr Programm aufgenommen. Sie ist Zeitungsberichten zufolge mit Kunden in Deutschland im Gespräch, Erzeugnisse der am Projekt beteiligten Landwirte dorthin zu exportieren. Das Unternehmen will außerdem die Vermarktung von Bioprodukten in vier “Biobazaren” in wohlhabenderen Istanbuler Stadtteilen fördern.

Der erste Straßenmarkt, auf dem ausschließlich Bioprodukte angeboten werden, entstand Mitte 2006 im Istanbuler Stadtteil Sisli. Initiatoren waren die Bezirksverwaltung Sisli und der Verband zur Förderung eines ökologischen Lebens Bugday. Auch in anderen Großstädten der Türkei wie Ankara, Bursa, Eskisehir, Samsun und Izmir hat die Nachfrage nach Bio-Produkten deutlich zugenommen, sagt der Projektkoordinator von Bugday, Batur Sehirlioglu. Noch 2008 will der Verband zwei weitere Bio-Märkte in Samsun und in Antalya ins Leben rufen.

Ein Problem ist die noch unzureichende Normung für Bio-Produkte in der Türkei. Mit dem zunehmenden Interesse der Konsumenten an entsprechenden Erzeugnissen hat auch die Zahl der Aufdrucke auf Produkten wie zum Beispiel Yoghurt zugenommen, die die Ware als “natürlich”, “100% natural” oder ähnlich anpreisen. Ohne verbindlichen Standard zur Kennzeichnung ist für die Kunden schwer zu erkennen, wann es sich tatsächlich um ein ökologisch hergestelltes Produkt handelt. Sehirlioglu hebt daher die Notwendigkeit hervor, das das Landwirtschaftsministerium einschlägige Gesetze und Verordnungen schafft oder erneuert sowie die Verwaltungspraxis entsprechend anpasst.

Der Verwaltungsaufwand und die mit den notwendigen Verfahren verbundene Papierflut schreckt nach Ansicht des Vorsitzenden des Verbandes der ökologischen Produzenten und Industrie (ORGÜDER), Ahmet Tiryakioglu, noch viele Produzenten ab, sich auf dem türkischen Markt zu engagieren. Auch er fordert deutliche Vereinfachungen und weist auf Fördermaßnahmen in anderen Ländern hin.

Die Türkei ist unterdessen zum größten Produzenten organisch angebauter Baumwolle weltweit geworden. In der Ernteperiode 2006/07 konnten nach Angaben der Organisation Organic Exchange mit 23.152 t über 61% mehr geerntet werden als in der voran gegangenen Saison. Der Marktanteil der türkischen Baumwollbauern beträgt in diesem Bereich 40%, gefolgt von Indien mit 32,4% und der VR China mit 7%. Etwa 85% der ökologisch angebauten Fasern werden für die Herstellung von Konfektionskleidung verwendet. Neben speziellen Marken wollen auch große Textilhersteller Kleidung aus Biofasern in ihr Programm aufnehmen. So sollen bis 2010 beziehungsweise 2012 rund 5% der von Firmen wie Nike, Timberland oder Marks&Spencer genutzten Fasern aus Betrieben der organischen Landwirtschaft stammen.

  

Kontaktanschriften: 

Ekolojik Tarim Organizasyonu Dernegi (ETO, Verband der ökologischen Landwirtschaft)
Akdeniz Cad. Akdeniz Ishani 5, Kat: 4, D. 415/9, Pasaport - Izmir
Tel.:             0090 232/446 08-27       ; -32
E-Mail: Internet: www.eto.org.tr

Organik Ürün Üreticileri ve Sanayicileri Dernegi (ORGÜDER, Verband der ökologischen Produzenten und Industrie)
Büyükdere Cad. 64, Somer Apt., Kat: 5, D: 13, Mecidiyeköy - Istanbul
Tel.:             0090 212/347 25-60       ; Fax: -70
E-Mail: Internet: www.orguder.org.tr

Bugday (Verband zur Förderung eines ökologischen Lebens)
Kemankes Cad., Akce Sok. 14, Karaköy - Istanbul
Tel.:             0090 212/252 52-55       ; Fax: -56
E-Mail: Internet: www.bugday.org


Schweizer Studie: Trend geht hin zur Schnellverpflegung – Doch Take-away-Produkte sollten auch gesund sein

Januar 11, 2008

Quelle: neuenachricht.de 

Die Konsumenten in der Schweiz wissen immer mehr über gesunde Ernährung – halten sich im täglichen Leben aber nicht immer daran. Wegen des gestiegenen Bewusstseins für gesunde Nahrungsmittel hätten insbesondere Take-away- und Fertig-Produkte gelitten, zitiert NZZ-Online http://www.nzz.ch aus einer repräsentativen Umfrage der Universität St. Gallen http://www.unisg.ch unter rund 1.000 Eidgenossen. 65 Prozent der Befragten erklärten, gesundes und genussvolles Essen seien ihnen besonders wichtig. Doch wegen mangelnder Selbstdisziplin und Zeitnot greifen viele dann zu Ungesundem.

Die Zahl derjenigen, die schnell essen wollen, steigt an. Gegenüber der letzten Umfrage des Retail-Lab am Institut für Marketing und Handel der Uni St. Gallen von 2005, stieg die Zustimmung zur Instant-Verpflegung von 17 auf knapp 21 Prozent. Besonders stark gelitten im Vergleich zur früheren Umfrage habe das Image der Take-away-Produkte, so die NZZ. Dies heiße aber nicht, dass sie weniger konsumiert würden. 32,8 Prozent bemängeln die Gerichte zum Mitnehmen. Entsprechend belegen sie auf der Beliebtheitsskala der Lebensmittelangebote nur den 24. und damit den letzten Platz.

„Ich warne allerdings vor voreiligen und falschen Interpretationen dieser Umfrage“, so Ulrich Overdiek vom Kölner Wellfood-Anbieter Vivamangiare http://www.vivamangiare.de. „Der Außer-Haus-Markt ist ein Wachstumsmarkt mit einem großen Potenzial, da er den Lebensgewohnheiten moderner Menschen entgegen kommt. Man trifft sich in der Familie in der Regel nicht mehr drei Mal am Tag am Tisch zu einer Mahlzeit. Doch Take-away-Produkte müssen nicht ungesünder oder schlechter sein als übrige Nahrungsmittel. Auch bei den Fastfood-Anbietern gibt es hier erhebliche Unterschiede. Ein mündiger und bewusster Verbraucher kann sich das Angebot heraussuchen, dass ihm zwar schnellen, aber nicht ungesunden Genuss verspricht. Vivamangiare zum Beispiel hat ernährungswissenschaftlichen Rat zur Optimierung der angebotenen Speisen und Getränke eingeholt und orientiert sich an den anerkannten zehn Ernährungsregeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.“

Studienleiter Thomas Rudolph appellierte denn auch an die gesamte Nahrungsmittelindustrie, die neuen Trends zu erkennen. Die Verbraucher betrachten die Natürlichkeit und die regionale Herkunft der Produkte als Qualitätsmerkmal und erwarten auch von Take-away-Anbietern, dass man bei ihnen ohne Reue essen kann. (Nikolaus Gläsener)


Griechische Verbraucher greifen häufiger zu Fertiggerichten

November 8, 2007

Quelle: bfai, November 2007

Steigender Nachfrage bei Lebensmittel- und Verpackungstechnik / Deutschland wichtigstes Lieferland 

Athen (bfai) - Der griechische Markt für Fertiggerichte soll nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft Foundation for Economic and Industrial Research (IOBE) auch 2007 und 2008 um rund 6% jährlich wachsen. Vom Aufwärtstrend profitieren nicht nur die Produzenten von Lebensmitteln, sondern auch verwandte und abhängige Branchen wie die Verpackungsindustrie und der Maschinenbau. Die meisten Maschinen stammten 2005 aus Deutschland und Italien. Bei Fertigmahlzeiten war Deutschland mit einem Anteil von 20% (2005) wichtigstes Lieferland.

Bereits seit 1998 wächst der Fertiggerichtesektor in Griechenland um rund 6,5% jährlich und die Ausgaben der Haushalte für diese Produkte betrugen rund 1,7% der Gesamtaufwendungen für Nahrungsmittel. Wenn die Bedenken der Verbraucher bezüglich Gesundheitsverträglichkeit und Qualität ausgeräumt würden, wären weitere Steigerungen denkbar. Zudem finden viele Kunden das Preis-Leistungsverhältnis nicht überzeugend. Der Absatz von Fertiggerichten profitiert von dem veränderten Lebensstil der Stadtbevölkerung, dem Anstieg der Einpersonenhaushalte und der zunehmenden Erwerbstätigkeit der Frauen.

Nach IOBE nehmen die Importe von Fertiggerichten in den kommenden Jahren weiter zu. Im Zeitraum 1999 bis 2005 erhöhten sich die Einfuhren um rund 6% jährlich auf 39.881 t im Jahr 2005; wertmäßig sogar um 7,3% auf rund 90 Mio. Euro. Wichtigstes Lieferland war Deutschland, das 2005 rund 20% der Einfuhren bestritt, gefolgt von Italien mit rund 18%. Die Exporte erhöhten sich um 2,2% jährlich (2005: 24.131 t), wichtigstes Abnehmerland mit rund 26% der Ausfuhren war Deutschland, gefolgt von Frankreich (23%) und Zypern (8%).

Auch für den Import von Lebensmittelverarbeitungsmaschinen, Lebensmittel-Kühltechnik und für die Verpackungsindustrie bestehen gute Aussichten. Seit 2000 investierte die Branche verstärkt in neue Technologien zur Erhöhung der Produktionskapazitäten sowie in die Entwicklung neuer Produkte und die Anschaffung von Qualitätssicherungssystemen für alle Produktionsphasen. Anreize gaben das Investitionsförderungsgesetz und europäische Förderprogramme.

Die Einfuhren von Kühl- und Gefrierschränken und entsprechenden Truhen (Position 841 8) beliefen sich 2006 auf 239,4 Mio. Euro (+13%). Wichtigstes Lieferland war Italien mit 66,2 Mio. Euro (+16%), gefolgt von Deutschland mit 28,3 Mio. Euro (+8%). Für das erste Halbjahr 2007 (142 Mio. Euro) lässt sich ein weiterer Anstieg der Importe von rund 15% abschätzen. Die deutschen Einfuhren lagen in diesem Zeitraum bei 17 Mio. Euro.

Der Fachverband der Verpackungsindustrie (Association of Greek Manufacturers of Packaging Materials, www.pac.gr) schätzt den Absatzwert von Verpackungsmaterial im Jahr 2006 auf rund 1.145 Mio. Euro. Die Wachstumsrate der vergangenen Jahre von rund 5% soll auch 2008 realisiert werden. Rund 75% der Verpackungsmaterialien gehen an Einzelhandelsketten, und mehr als zwei Drittel dieser Produkte werden von der Lebensmittel- und Getränkeindustrie benötigt. Die Einfuhren von Kunststoffverpackungen stiegen 2006 um 3,5 % auf 113,4 Mio. Euro (Deutschland: +3,3% auf 17 Mio. Euro). Die Importe von Verpackungsmaschinen (Position 8422.00.00) erhöhten sich 2006 um rund 5% auf 34,9 Mio. Euro (Deutschland: 670.000 Mio. Euro).

Die wichtigste Messe im Lebensmittelbereich ist die Detrop (Thessaloniki, nächste: März 2009). Die Infacoma präsentiert unter anderem Kühltechnik für die Lebensmittelbranche (Thessaloniki, 21. bis 24.2.08). Für die Verpackungsbranche besteht die Syskeasia (nur für gewerbliche Kunden). Hier werden alle Verpackungsmaterialien sowie die von der Branche eingesetzten Maschinen präsentiert (Athen, 14. bis 18.3.08). (A. C.)