Fast-Food-Ketten überrumpeln Gastronomen: Konkurrenzdruck verschärft sich – Krise als zweischneidiges Schwert

Februar 16, 2009

Der Konkurrenzdruck auf die traditionelle Gastronomie durch Fast-Food-Ketten wie McDonald’s oder Burger King ist in den vergangenen Jahren beständig gewachsen. Die Auswirkungen der konjunkturellen Krise setzen Einzelrestaurants und herkömmlichen Gastronomiebetrieben nun jedoch in verschärftem Tempo zu. „Das Gastgewerbe spürt die Rezession sehr deutlich“, meint Andreas Jörg Scheuerle, Leiter Sachgebiet Europäische Konjunktur und Branchenanalysen bei der DekaBank, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Pressetext. Zwar geht die Krise an standardisierten Versorgern nicht spurlos vorüber, wie etwa die Turbulenzen der Kaffeehauskette Starbucks verdeutlichen (Pressetext berichtete). Im Gegensatz zu Einzelunternehmen profitiert die Systemgastronomie angesichts ihres vermeintlich günstigen Angebots hingegen vom wachsenden Sparwillen der Verbraucher. Branchenkenner orten daher einen beschleunigten Verdrängungsprozess der traditionellen Gastwirte.

Dem Wirtschaftsexperten zufolge wägen Konsumenten ihre Ausgaben in finanziell schwierigen Situationen „sehr genau“ ab. Im Gastronomiesektor sei daher ein generell rückläufiges Geschäft zu verzeichnen. Dabei äußert sich die Konjunkturkrise als zweischneidiges Schwert. Während die Einzelgastronomie deutlich schrumpft, Marktanteile verliert und Arbeitsplätze abbauen muss, weist das Segment Systemgastronomie auch in Zeiten der Wirtschaftskrise Wachstumstendenzen vor. Mit bundesweit bereits über 100.000 Beschäftigten zeigt sich der Sektor als starker Arbeitgeber und verzeichnet einen jährlichen Umsatz von über zehn Mrd. Euro. Wie die Welt berichtet, entfällt auf den Marktführer McDonald’s davon ein gutes Viertel. Angesichts des Wachstums der standardisierten Ketten etabliert sich zudem eine rasant steigende Zahl neuer Anbieter mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Restaurant-Konzepten.

Branchenexperten zufolge liegt der Marktanteil der Gastronomieketten in Ländern wie den USA, Großbritannien oder auch Russland bereits bei bis zu 80 Prozent. Ihnen kommt besonders die zunehmende Schnelllebigkeit im Alltag zugute, der einen möglichst geringen Zeitaufwand der Konsumenten voraussetzt. Nach Zahlen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) liegt der Anteil der Systemgastronomen hierzulande mit kontinuierlich steigender Tendenz bereits bei 25 Prozent. Mittelfristig werde dieser auch abseits des urbanen Bereichs auf über 50 Prozent klettern. Die wachsenden Umsätze und die Ausbreitung der Ketten gehen jedoch zu Lasten der Einzelgastronomen, deren Geschäft angesichts des starken Konkurrenzdrucks massiv leidet. Besonders kleinere Restaurants und Individualgastronomen seien in ihrer Existenz daher akut gefährdet. (Quelle: Manuel Haglmüller/Pressetext)


CHD Expert: Die Currywurst in der Welt der Imbisse an der Spitze

Oktober 31, 2008

Quelle: CHD Expert Deutschland, 31. Oktober 2008

Traditionelle Fast-Food-Angebote überwiegen – 56 Prozent der rund 21.000 Imbisse sind von deutscher Küchenrichtung geprägt

Die gute alte Currywurst lebt weiter: Was Gourmets spöttisch-liebevoll als „Boudin vom Landschwein an Curry-Tomaten-Coulis“ beschreiben, prägt die deutsche Imbisslandschaft. Denn 56 Prozent der insgesamt rund 21.000 Imbisse bieten traditionelle deutsche Fast-Food-Gerichte an. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert, Scheeßel bei Hamburg, hervor.

„Currywurst und Pommes rot-weiß finden sich eben nach wie vor am häufigsten auf den Speisekarten der Schnellgastronomie“, so Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH. „Die Speisenauswahl der über 11.000 Imbisse mit deutschem Küchenschwerpunkt ist überwiegend auf Fleischspeisen wie Currywurst, Bratwurst, Frikadelle oder auch noch Hähnchenschenkel fokussiert.“ Die Imbisse stehen im Ranking der Ausgabestellen verzehrfertiger Speisen auf Platz zwei hinter Bäckereien (ca. 51.000) und vor Kiosken (ca. 19.000), Metzgereien (ca.. 18.000) und Tankstellen (ca. 14.500).

Zweitstärkste Gruppe bei den Imbissen sind Döner-Anbieter. 21 Prozent der Imbisse sind türkisch geprägt und ihr Anteil wächst weiterhin. „Durch Innovationen wie die Dönertüte und dem Angebot von verschiedenen Fleischsorten haben die türkischen Imbisse nach den Fleischskandalen wieder an Boden gut gemacht“, beobachtet Lambracht.

Besonders in Stadtlagen sind asiatisch geprägte Imbisse (6%) zu finden. „Gerade bei jungen Leuten und in Szenevierteln sind die Fast-Food-Etablissements mit den gebratenen Nudeln und frittierten Fleisch- und Fischangeboten präsent“, so Lambracht.


Boudin vom Landschwein an Curry-Tomaten-Coulis – die gute alte Currywurst ist nachwievor sehr beliebt

Eher unbedeutend ist die Zahl der italienischen Steh-Pizzerien. Mit nur vier Prozent Anteil am Universum der Imbisse sind sie die kleinste Gruppe. „Pizza allgemein ist zwar weiterhin sehr beliebt, aber als Mini-Pizza auf die Hand nicht der vermutete Spitzenreiter“, sagt Lambracht.

Über CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien. Mehr unter: www.chd-expert.de.


Neues Fast-Food: McFischstäbchen mit Pflaume

November 1, 2007

Quelle: „Die Welt„, 31. Oktober 2007

Die Restaurantkette McDonald’s holt Käpt’n Iglo ins Boot. Der Hersteller von Tiefkühlkost liefert den in Quader gepressten Fisch zum passenden Softbrötchen. Als Gesicht einer neuen Werbekampagne soll TV-Moderator Kai Pflaume herhalten.

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McDonald’s in Deutschland setzt seit kurzem auf Regionalisierung. In einigen der Schnellrestaurants ließ das Unternehmen neue Gerichte auftischen. Unter anderem gab es Soljanka, eine Suppe nach russischem Rezept, die sich früher vor allem in Ostdeutschland großer Beliebheit erfreut. Der Westen Deutschlands wächst seit Jahrzehnten mit einem bärtigen Fernsehonkel auf, der sich Käpt’n Iglo nennt und angeblich von weit her über das Meer reist, um den Kindern Tiefkühlfisch zu bringen.

Für eine neue Speise-Kampagne haben sich Fischstäbchen-Produzent Iglo und McDonald’s zusammengetan. Ergebnis: Eine Art Fischstäbchenbrötchen. Der Brotanteil ist in Form eines Fisches gebacken. Die Stäbchen – je zwei pro McFischstäbchen – liegen zwischen den Hälften. Mit einer Soße wird das Mahl verfeinert.

Zielgruppe sind eindeutig Eltern in Deutschland, die ihren jüngsten nebst McFischstäbchen am liebsten ein ganzes Happy Meal kaufen sollen: Das sind außer Fisch die obligatorischen Pommes und eine Apfelschorle. Sogar Bio-Milch bietet die Fast-Food-Kette inzwischen zum Auschank an: Die neuen Produkte gibt es ab 1. November.

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In einer Werbekampagne gibt Herzschmerz-Moderator Kai Pflaume („Nur die Liebe zählt“) sein Fernsehgesicht her. Er soll das McFischstäbchen auf den reichweitenstärksten TV-Sendern präsentieren. Pflaume arbeitet bisher schon für die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung. Die Restaurantkette jedenfalls rechnet mit einem Erfolg des gemeinsamen Produkts mit Iglo: „Unsere Marken passen wunderbar zusammen“, sagt Gerhard R. Schöps, Marketingvorstand des Fast-Food-Giganten in Deutschland.


Esskultur: Wie viel Fast Food verträgt der Mensch?

Oktober 17, 2007

Quelle: Westdeutsche Zeitung, 21. September 2007

Kochkurse und Bioprodukte boomen. Aber der Markt für Fertiggerichte wächst trotzdem. Widersprüchen auf der Spur.

Kochbücher gibt es mehr denn je, geordnet nach Themen, Ländern oder Schwierigkeitsgrad. Koch-Shows, Kochkurse, Erlebnisrestaurants und Gourmetreisen boomen wie nie.

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Doch gleichzeitig wird der Niedergang der Esskultur beklagt: Kaum jemand kocht noch frisch, viele reißen nur die Tüte mit der fertigen Reispfanne auf, schieben die Tiefkühlpizza in den Ofen – und fertig ist das Abendessen.

„Wir erleben eine Aufspaltung in Versorgungsküche und Erlebnisküche“, sagt Gunther Hirschfelder, Privatdozent für Volkskunde an der Uni Bonn: „Die Versorgungsküche wird immer einfacher und anspruchsloser, die Erlebnisküche wird als etwas Besonderes zelebriert.“
Immer häufiger greifen wir zu fertig verpacktem Essen
In der Tat bestätigen die Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dass immer mehr Fast Food und Convenience Food gekauft wird, also schnelles und bequemes, fertig verpacktes Essen.

Der Markt wuchs von 2002 bis 2006 um fast 40 Prozent, und seit Ende der neunziger Jahre bilden laut GfK „unkritische Fast-Food-Konsumenten“ die größte Gruppe, nämlich mittlerweile schon 30 Prozent der Bevölkerung. Nur noch zehn Prozent kochen traditionell – 1992 war das mit 28 Prozent noch die größte Gruppe.

Dass Essen und Trinken für die meisten Leute im Alltag zur Nebensache geworden ist, konstatiert auch die Studie „Food-Styles“ des Zukunftsinstituts von Matthias Horx: „Ein Snack zwischen zwei Terminen oder während der Tagesschau, eine Pizza in der Besprechung oder neben dem Check der aktuellen Mails ist oft die Regel“, schreiben die Trendforscherinnen Anja Kirig und Hanni Rützler.

Ein Viertel aller Bundesbürger isst täglich außer Haus, wie aus dem Familienbericht der Bundesregierung von 2006 hervorgeht. Die Zahl hat sich damit im Vergleich zu 1990 mehr als verdoppelt. Und wer zu Hause isst, kocht eben noch lange nicht selbst: Nach Zahlen des Deutschen Tiefkühlinstituts kletterte der Absatz von Tiefkühlpizzas in den vergangenen zehn Jahren von 116 000 auf 245 000 Tonnen.
Das sei bedenklich, kritisiert Hirschfelder. Der Bonner Wissenschaftler beleuchtet Essen und Trinken aus historischer und gegenwärtiger Perspektive. Durch die Auflösung der Familienstrukturen verliere Essen seinen Wert und seinen Faktor als Zeiteinteilung.

„Wenn Essen aber keine Orientierung mehr bietet, sondern wahllos geschieht oder als Frustrationsbekämpfung, kommt man schnell in die Spirale zur Fettleibigkeit.“ Hirschfelder mahnt, Diäten und theoretische Ernährungsaufklärung seien sinnlos. „Wir müssen an die Kinder und Jugendlichen ran. Sie müssen in Schule und Kindergarten mitkochen.“

Denn von den Eltern lernen sie es nur noch selten. Unter der Woche nehmen sich immer weniger Menschen die Zeit, lange zu kochen. Dabei lässt sich eine Familie mit einem Wirsing vom Markt viel preiswerter beköstigen als mit Fertiggerichten. Doch das Wissen über die Grundlagen von Lebensmitteln bricht weg. Gerade viele Jüngere wissen nicht, wann welches Obst Saison hat und wann welches Gemüse.

Ein klarer Kompetenzverlust, kritisiert Isabelle Keller, Ernährungswissenschaftlerin und Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: „Anders als früher auf dem heimischen Feld steht heute im Supermarkt alles das ganze Jahr zur Verfügung. Vor allem bei Kindern muss das Bewusstsein für Nahrungsmittel deshalb wieder neu gefördert werden.“

Das könne aber eine Schule nicht alleine leisten: „Die Vorbildfunktion der Eltern ist ganz wichtig. Wer sich Zeit nimmt und die Kinder mithelfen lässt bei Einkauf und Zubereitung, wird sehen, dass auch ein Salat dann viel eher gegessen wird.“

In diesem Dilemma kann Convenience-Food durchaus eine Lösung sein. Denn der Begriff des „bequemen Essens“ umfasst nicht nur Konserven, Instantsuppen oder Tiefkühlpizzas, sondern auch vorgeschnittenen Salat, gefrorenes Gemüse oder Tiefkühlfleisch.

Gänzlich ungesund sind die Fertiggerichte also nicht. Es gilt nur, auf der „Convenience-Leiter“ herunterzuklettern und zum Beispiel keine fettreiche Salamipizza zu nehmen, sondern nur einen fertigen Teig und den selbst mit Gemüse zu belegen.

„Convenience-Produkte sind im Durchschnitt energie- und fettreicher als frische Lebensmittel“, sagt Ute Alexy vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Auch enthielten Fertiggerichte viele Geschmacksverstärker und Aromastoffe. In 90 Prozent aller Haushalte käme an mindestens einem von drei Tagen ein Convenience-Produkt auf den Tisch.

Bio-Ware und Lebensmittel aus der Region
Es gibt aber auch einen gegenläufigen Trend: Die Gesellschaft für Konsumforschung spricht von der „Wiederentdeckung der Qualität“. Denn trotz der Dominanz des Fast Food sind Bio-Produkte und fair gehandelte Waren stark im Kommen.

„Bio-Produkte haben dynamische Wachstumsraten, allein im ersten Quartal dieses Jahres waren es 23 Prozent Plus, mehr als im gesamten Vorjahr mit 17 Prozent,“ ermittelte die GfK. Faire Ware kam 2006 sogar auf einen Zuwachs von 31 Prozent.

Matthias Horx prognostiziert nicht nur der Bio-Ware, sondern vor allem regionalen Lebensmitteln rosige Aussichten: Das neue Bedürfnis nach der Region ist die Gegenbewegung zur Globalisierung. Genussvolles Essen wird demnach der Luxusmarkt der Zukunft. Zumindest für die, die es sich leisten können.

Ausgewogen essen
Ernährung Es gibt ein einfaches Grundgerüst für eine gesunde Ernährung: Nicht zu viel Fettes und Zuckerhaltiges, häufiger Vollwert und Vitaminreiches. Und lieber auf fünf kleinere Portionen verteilt, als sich jeden Abend so richtig den Bauch zu füllen. Pommes, Kekse, Bratwurst und Süßzeug gibt es selten, Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Milch dagegen jeden Tag.