Hotel-Wolkenkratzer in Warschau geplant

März 27, 2008

Quelle: bfai, 26. März 2008

Orbis will eines der höchsten Gebäude Europas erreichten 

Die größte polnische Hotelkette, Orbis, will in der Hauptstadt ein 350 m hohes Hotel mit integrierten Büroflächen errichten. Diesem spektakulären Projekt muss noch die Stadtverwaltung zustimmen. Der Orbis-Tower soll wie 500 weitere Hotels bis zur Fußball-EM 2012 fertiggestellt werden. Während der Vorbereitungen zur EM erwarten Experten Investitionen von knapp 5 Mrd. Zl (rund 1,4 Mrd. Euro, 1 Euro = 3,54 Zl) in Hotelprojekte (ohne Orbis-Tower).

Partner von Orbis soll die Firma Orco sein, die auch das von Daniel Libeskind entworfene Gebäude in der Nähe baut. In dem Orbis-Tower sind laut der Tageszeitung “Polska” 250 luxuriöse Hotelzimmer in den oberen Etagen geplant. Das Gebäude soll auf einem Grundstück der Orbis-Gruppe entstehen, auf dem sich derzeit noch das Holiday Inn befindet. Die Lizenz für dessen Betreibung läuft Ende 2009 aus.

In Warschau bestehen bereits Vorhaben zur Errichtung von 37 sehr hohen Gebäuden; noch fehlen allerdings Baugenehmigungen. Hotelzimmer sind auch in dem sehr hohen Wohnhaus Big Boy Building der Firma Hossa an der Danziger Küste geplant.

Bis zur Fußball-EM 2012 sind weitere rund 500 weniger spektakuläre Hotels mit 32.000 Zimmern geplant. In- und ausländischen Investoren werden dabei einfache und auch Luxushäuser im Gesamtwert von 4,7 Mrd. Zl errichten. Nachdem 2007 das erste Hilton mit fünf Sternen in Warschau eröffnet wurde, folgen solche in Lodz und Wroclaw. Auch weitere Mariott- sowie Sheraton-Häuser sind geplant, und Louvre Hotels will unter anderem seine Marke Campanile noch stärker etablieren.

Die neue polnische Kette Hotel De Silva eröffnet zur Zeit ihr erstes Dreisternehaus in Piaseczno bei Warschau; ein weiteres soll Mitte 2008 beim Flughafen von Katowice folgen, und ab 2018 will De Silva rund 100 solche Objekte betreiben. Das Unternehmen für Hotel- und touristische Dienste PUHiT vergrößert die Kette seiner einfacheren Start-Häuser und will Ende 2010 bereits 150 solche Objekte betreiben. Die Franchising-Kette Chaber der Polnischen Hotelkammer PIH soll 2017 etwa 500 Häuser umfassen. Die börsennotierte Warimpex S.A. errichtet ebenfalls Familienhotels.

Auch ausländische Investoren expandieren. Die an Orbis beteiligte französische Accor-Gruppe konzentriert sich auf einfachere Marken wie Ibis mit zwei Sternen und Etap mit einem Stern. Diese Kategorie soll mittelfristig die Hälfte aller Orbis-Häuser ausmachen. Orbis führt auf dem polnischen Markt mit rund 12.000 Betten deutlich vor Gromada mit 5.000, Golebiewski mit 2.500, Qubus Hotel mit 2.100, Starwood Hotel&Resorts (Sheraton, Westin, Bristol) mit 2.000, Inter Continental Hotel Group mit 1.600 Betten und anderen.

Zahl und Einnahmen der Hotels (in Mrd. Zl)

2002 2003 2004 2005 2006 2007*
Einnahmen 2,6 3,2 3,9 4,3 4,6 5,2
Zahl 1.071 1.155 1.202 1.231 1.295 1.390
*Schätzung
Quelle: Instytut Turystyki

Die steigenden Einnahmen erzielte die Hotelbranche trotz letztens sinkender Touristenzahlen. Dieser Trend soll mit weiteren Werbemaßnahmen wieder umgekehrt werden. In Mode kommen Wellness-Hotels, die unter anderem die Firma Hotele Spa Dr Irena Eris errichtet. Noch 2008 will die Salwator-Gruppe zwei solche Fünfsterne-Einrichtungen am Meer in Dzwirzyn und in den Bergen in Zakopane eröffnen. Salwador betreibt bereits vier einfachere Hotels der Marke “System”; 2008 soll noch eines in Katowice hinzu kommen, anschließend weitere in anderen Großstädten.

2003 2004 2005 2006 2007*
Ausländische 13,7 14,3 15,2 15,7 15
Inländische 19,7 17,6 16,8 16,4 16

*Schätzung
Quelle: Instytut Turystyki

Die Fußball-EM dürfte 2012 mehr als 0,5 Mio. ausländische Fans nach Polen locken. Als Reaktion bietet die Hauptstadt Warschau als erste Steuervergünstigungen für Projekte an, die in Zusammenhang mit der Euro 2012 stehen. So entfällt ab 1.1.08 für maximal fünf Jahre die Grundsteuer für neue Investitionen in Hotels, Pensionen, touristische und sportliche Aktivitäten etc. Bedingung dabei ist, dass die Objekte bis Ende 2011 fertig gestellt werden.


Polnische Kreisstädte erhalten moderne Kinobauten

Februar 28, 2008

Quelle: bfai, Februar 2008

Kinokomplexe steigern Umsatz / Traditionellen Kinos haben das Nachsehen

Da die polnischen Großstädte mit Kinos schon relativ gut ausgestattet sind, drängen die Betreiber verstärkt in mittlere Agglomerationen. Dort entstehen kleinere Bauten, so dass 2008 lediglich sechs große Komplexe eröffnet werden dürften nach noch 13 im Jahr 2007. Multikino baut seine Position aus, indem er seinen Konkurrenten Silver Screen übernimmt. Mit 32,6 Mio. Zuschauern wurde 2007 eine Rekordzahl erreicht, die künftig noch weiter steigen dürfte.

In Polen erscheint es inzwischen lohnend, ein Kino pro 60.000 Einwohner zu errichten. Somit rücken mittlere Städte verstärkt ins Blickfeld der Betreiber, die dort etwas kleinere Kinokomplexe planen. Als besonders attraktiv gelten Standorte, an denen sich bedeutende Verkehrswege kreuzen.

Der zweitgrößte Betreiber, Multikino, konzentriert sich inzwischen laut seinem Vorsitzenden Maciej Baginski auf Städte mit bis zu 100.000 Einwohnern. Multikino eröffnete 2007 sechs Kinokomplexe; 2008 baut er weitere in Sopot (Zoppot) und Lublin, die 2009 eröffnet werden sollen. Standorte für künftige Objekte befinden sich auch in Gliwice (Gleiwitz) und Poznan (Posen).

Anfang September 2007 nahm Multikino den größten Saal der Hauptstadt mit 777 Plätzen und der landesweit größten digitalen Leinwand von 29×12 m in Betrieb. Dieser gehört zu dem eine Gesamtfläche von über 7.000 qm belegenden Kinokomplex mit insgesamt acht Sälen in dem prestige-trächtigen Handels-, Büro- und Freizeitzentrum “Zlote Tarasy” (Goldene Terrassen) beim Warschauer Zentralbahnhof.

Marktanteile der Kinoketten gemäß verkauften Eintrittskarten im 1. Halbjahr 2007 (in %)

Cinema City Multikino Helios* Silver Screen Atlantic Nove Kino
Marktanteil 43,7 22,1 21,5 10,9 1,0 0,8
Kinozahl 23 20 14 5 k.A. k.A.

*einschließlich Kinoplex
Quelle: Boxoffice.pl

Berücksichtigt man auch die traditionellen Kinos, so reduzierte sich der Marktanteil (gemäß verkaufter Eintrittskarten) von Cinema City Mitte 2007 auf 34,3%, gefolgt von Multikino (17,4%), Helios (16,8%; einschließlich Kinoplex, ohne traditionelle Kinos), Silver Screen (8,5%), Atlantic (0,9%), Nove Kino (0,6%) und traditionelle Kinos (21,4%).

Die zu ITI gehörende Gesellschaft Multikino will ihren bisherigen Marktanteil im Bereich der Kinokomplexe von 22,1% noch kräftig erhöhen. Sie unterzeichnete daher Mitte Februar 2008 mit ihrem Konkurrenten Silver Screen einen Übernahmevertrag. Dieser Transaktion, über deren Wert keine Angaben gemacht werden, muss nun noch die Kartellbehörde Urzad Ochrony Konkurencji i Konsumentow zustimmen. Multikino strebt an die Warschauer Börse, um ihre Investitionsprojekte im Wert von 200 Mio. Zl finanzieren zu können. Allein bis Mitte 2009 will Multikino 100 Mio. bis 150 Mio. Zl aufbringen und fünf bis acht Objekte eröffnen.

Nach Beendigung des Zusammenschlusses mit Silver Screen wird Multikino über 19 Kinobauten mit 174 Leinwänden und knapp 40.000 Plätzen verfügen. Bisher hat der Betreiber 14 Kinokomplexe. Silver Screen gehört bislang den US-amerikanischen Fonds Apollo Real Estate Advisors und betreibt fünf Multiplexe. In den kommenden Jahren will er noch vier weitere eröffnen, darunter in Radom und Koszalin (Kößlin). Ein Projekt hat er im ukrainischen L’viv (Lemberg).

Der Konsolidierungsprozess auf dem Kinomarkt hatte bereits zuvor eingesetzt. Im Sommer 2007 übernahm der Betreiber Helios aus Lodz (Lodsch) die Kinoplex-Kette mit ihren fünf Objekten. Helios eröffnet 2008 zwei Kinokomplexe in Bialystok und je einen in Plock (Plozk) sowie Dabrowa Gornicza. Anschließend will der Betreiber in Legnica (Liegnitz), Lublin und Slupsk (Stolp) investieren. Bis 2010 plant Helios, zehn Objekte in Betrieb zunehmen. Um das notwendige Kapital dafür zu generieren, bereitet der Betreiber seinen Gang an die Börse vor. Über 80% der Helios-Aktien halten zwei Private-Equity-Fonds. Der Betreiber schätzt seine Einnahmen 2007 auf 117 Mio. Zl.

Die erste Transaktion führte jedoch Cinema City durch, als sie die Kette Kinepolis übernahm. Neue Komplexe von Cinema City entstehen in dem Handelszentrum Galeria Mosty in Plock, in Bydgoszcz (Bromberg), Zielona Gora (Grünberg), Bytom (Beuthen), Bielsko-Biala (Bielitz-Biala), Gdansk (Danzig) und Krakow (Krakau). Vereinbart wurde bereits der Bau von neun Objekten bis 2011.

Einnahmen der Kinos aus Kartenverkäufen (in Mio. Zl)

2003 2004 2005 2006 2007
324 465 334 460 482

Quelle: Boxoffice

Die Zahl der Kinobesucher erreichte 2007 mit rund 32,6 Mio. eine neue Rekordhöhe, die aber nur geringfügig (+1,8%) über der von 2006 mit rund 32 Mio. lag. Branchenkenner schätzen den Zuwachs in den modernen Kinokomplexen, der zu Lasten der traditionellen Kinos ging, dabei allerdings auf 15%. Eine besonders hohe Zunahme um 21,4% verzeichnete Cinema City mit 11,9 Mio. verkauften Karten (2007).

Künftig erwarten die Betreiber weitere Steigerungen, wenn zum Beispiel auch Kleinstädter die Möglichkeit haben werden, in Multiplexen zu Film-Premieren zu gehen. Die Einnahmen der Kinos aus Kartenverkäufen stiegen laut Boxoffice 2007 um 4,6% auf 481,6 Mio. Zl (rund 134,2 Mio. Euro, 1 Euro = 3,59 Zl).

Mit den steigenden Besucherzahlen gewinnt auch die Kinowerbung an Bedeutung. Die Betreiber nahmen damit 2007 rund 70 Mio. Zl ein (einschließlich Tauschgeschäfte und Eigenwerbung), was einem Zuwachs um 20% entspricht. Diese Angaben macht MiMP unter Berufung auf die Gesellschaft New Age Media, die die Ketten Cinema City, Kinoplex und Helios bedient. Für 2008 erwartet New Age Media einen genauso hohen Zuwachs der Kinowerbung.

Multikino und Silver Screen hatten bereits im Oktober 2007 vereinbart, gemeinsam die Ausstrahlung von Werbespots zu verkaufen. Bisher gehen die Polen laut Helios durchschnittlich erst 0,85 Mal jährlich ins Kino und bezahlen dabei durchschnittlich 3,60 Euro pro Eintrittskarte. In Westeuropa liegen diese Angaben bei 2,1 Mal für je 6,20 Euro.

Einige traditionelle Warschauer Kinos der Firma Max-Film werden modernisiert und neu gestaltet wie das “Praha” auf der rechten Weichselseite. Das “Wars” und das “Skarpa” in zentraler Lage werden von zum Fonds BBI Development NFI gehörenden Investorgesellschaften umfunktioniert. Neben kleinen Kinosälen sollen dort moderne Wohnungen und Räumlichkeiten für Büros und Dienstleistungen geschaffen werden. Diese dürften frühestens gegen Ende 2008 übergeben werden. (B.R.)


Ausser Haus Markt - Zahl des Monats Januar 2008: €11,72

Januar 8, 2008

Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen bei den Ausgaben für Restaurantbesuche im Mittelfeld. Mit einem Durchschnittsbon von €11,72 je Restaurantbesuch liegt Deutschland fast 40 Prozent unter dem Durchschnittsbon in Frankreich (€18,54) oder rund 20 Prozent unter dem in Spanien (€15,00). Dagegen wird in Schweden (€10,60) oder gar in Ungarn (€4,91) und Polen (€2,40) weniger je Restaurantbesuch ausgegeben.

Quelle: CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH