Studie von CHD-Expert über Gastro-Rauchverbot: Jeder vierte Betrieb erleidet deutlichen Gästeschwund

November 27, 2007

Quelle: Pressemitteilung, 26. November 2007

Über 70% können keinen Raucherraum einrichten – Repräsentative Befragung von 550 Gastronomen in Niedersachsen und Baden-Württemberg

Hamburg, 26. November 2007
Jeder vierte gastronomische Betrieb in Niedersachsen und Baden-Württemberg hat seit Einführung des Rauchverbotes Anfang August einen Einbruch bei den Gästen von über zehn Prozent zu verkraften. Besonders betroffen sind Einraum-Kneipen (85% der befragten Betriebe). Interessant: Nur sechs Prozent der Gastronomen haben seit der Einführung neue Gäste hinzu gewonnen ohne gleichzeitig Stammgäste zu verlieren. Dies geht aus einer aktuellen Studie* des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert / Marktplatz Hotel hervor. In der zweiten Oktoberhälfte wurden 550 Entscheider der speisen- und getränkeorientierten Gastronomie in Niedersachsen und Baden-Württemberg telefonisch befragt. Die Quotierung nach Marktsegmenten erfolgte entsprechend den Gesamtmarktanteilen: Befragt wurden 286 Restaurant- und Gasthofbetreiber und 226 Kneipenwirte sowie 38 Bar- und Lounge-Betreiber.

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„43 Prozent der Gastronomen sind als Verlierer zu bezeichnen, da sie mindestens Gästeeinbußen im einstelligen Bereichen verzeichnen“, sagt Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert. „Gut die Hälfte von ihnen meldet sogar einen Gästeschwund von mehr als zehn Prozent. Erfahrungsgemäß sind unter diesen Betrieben wiederum viele, deren Verluste so groß sind, dass sie existenzbedrohend wirken können.“ Allerdings habe auch die Hälfte der Unternehmer keine Auswirkungen des Gastro-Rauchverbotes auf den Anteil der Stammgäste festgestellt.
Zu den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie nimmt Prof. Dr. Gertrud Höhler Stellung: „Niemand bestreitet die tödliche Gefahr durch Nikotin. Niemand empfiehlt Raucherförderung als Staatsziel. Aber die Folgen des gesetzgeberischen Engagements für Nichtraucher müssen sorgsam abgewogen werden und verlangen auf der Zeitachse lange Vorlaufzeiten. Für Gastronomen ist der überfallartige Anspruch des Staates, unter großen materiellen Opfern an seinen neuen Konzepten zur Bürgerbevormund mitzuwirken, bisher in ihrem Berufsbild nicht angelegt.“
(Das gesamt Statement von Prof. Gertrud Höhler lesen Sie unten stehend.)

* Die Studie „Auswirkungen des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie in Baden-Württemberg und Niedersachsen“ wurde unabhängig erstellt und ist für 3.150 Euro zzgl. MwSt. erhältlich bei: CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH, Tel. (04263) 301 300, info@chd-expert.de.

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Die Untersuchungsergebnisse im Einzelnen:

Räumliche Voraussetzungen für separate Raucherräume
Nur jeder zweite gastronomische Betrieb der hauptsächlich betroffenen Segmente Restaurants, Bars und Kneipen verfügt über mehr als einen Gastraum. Bei den Bars (Spannbreite von American Bar bis Nachtbar) sind es sogar zwei Drittel, die ohne bauliche Maßnahmen keinen separaten Raucherraum einrichten können. Entgegen vieler Erwartungen verfügen schon knapp 30 Prozent der Betriebe während der Saison über eine bewirtschaftete Außenfläche mit Sitzgelegenheiten. Zu beachten ist, dass in vielen Fällen unabhängig von der meteorologischen Situation auch Lärmschutzverordnungen eine Bewirtschaftung am Abend unattraktiv machen können. Bei nur 20 Prozent der Einraum-Betriebe besteht die grundsätzliche bauliche Möglichkeit zur Abtrennung eines weiteren Gastraums. Damit sind Tausende von Kneipen und Bars von den Ausnahmemöglichkeiten des Gesetzes von Beginn an ausgeschlossen!

Auswirkungen des Gesetzes auf die Anzahl der Gäste
43 Prozent der Betriebe sind als Verlierer der Nichtraucherschutzgesetzgebung zu bezeichnen, da sie einen Gästeschwund im mindestens einstelligen Bereich aufweisen. Gut die Hälfte von ihnen meldet sogar einen Gästeschwund von mehr als zehn Prozent. Erfahrungsgemäß sind unter diesen Betrieben wiederum viele, deren Verluste existenzbedrohend wirken können. Allerdings gibt es je nach Betriebstyp Unterschiede. Am geringsten betroffen sind grundsätzlich Betriebe mit mehr als einem Gastraum. Interessanterweise hat die Übergangsfrist in Niedersachsen offensichtlich den Effekt gehabt, dass sich weniger Gastronomen an die Vorschriften gehalten haben und sie den Gästen noch keine Änderungen zugemutet haben. In Baden-Württemberg hat sich nämlich das Verhältnis von Gewinnern und Verlierern schon stärker polarisiert.

Auswirkungen des Gesetzes auf die Zusammensetzung der Gäste
Wiederum insgesamt die Hälfte der Betriebe bemerkt auch keine Änderungen in der Zusammensetzung ihrer Gäste (Männer, Frauen, Junge und Alte, Stammgäste und Gelegenheitsgäste). Trotzdem sind 35 Prozent der Betriebe „Verlierer“, denn sie haben keinerlei Ausgleich der verlorenen Stammgäste durch neue Gästegruppen registrieren können. Als „Gewinner“ können sich nur sechs Prozent bezeichnen, denn sie haben keine Stammgäste verloren und trotzdem neue Zielgruppen (Frauen, Familien, junge Gäste) erobert. Gasthöfe und Restaurants sind die Betriebstypen, denen es am besten gelingt neue Gästegruppen zu aktivieren. Die Einraum-Betriebe (hauptsächlich Kneipen und Bars) haben den häufigsten Verlust an Stammgästen. Frühere Untersuchungen von CHD Expert haben festgestellt, dass der Anteil der Raucher in der Majorität der Kneipen mindestens fünfzig Prozent beträgt und in vielen Fällen mehr als drei Viertel der Gäste umfasst.

Auswirkungen des Gesetzes auf die Verweildauer der Gäste
Die Verweildauer der Gäste nach Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes ist abhängig vom Betriebstyp und damit der Funktion des Aufenthalts. Aber selbst bei ihren Stammgästen in den Restaurants haben 22% der Betreiber die Erfahrung gemacht, dass diese ihren Aufenthalt verkürzen. Gelegentliche Gäste reagieren weniger eindeutig (18%) und bei den Gästegruppen mit Kindern sind es nur noch neun Prozent, die eine deutlich kürzere Verweildauer zeigen. Es sind auch Frauen und Familien, die am ehesten ihren Aufenthalt verlängern. Insgesamt wird jedoch übereinstimmend berichtet, dass die Gäste weniger lange bleiben, womit Umsatzausfälle praktisch vorprogrammiert sind!

Auswirkungen des Gesetzes auf den Getränkekonsum der Gäste
Weniger Gäste und geringere Verweildauer müssen konsequenterweise Auswirkungen auf den Getränkekonsum haben. Aus den Kneipen wird der stärkste Rückgang beim Konsum von Fass- oder Flaschenbier berichtet. Allein 40% Prozent aller Betriebe stellen eine Verringerung fest und 14 Prozent sogar einen deutlich niedrigeren Absatz von Fassbier, der „Brotmarke“ der meisten Kneipen. Aber auch bei allen anderen Getränkekategorien gibt es erhebliche Einbußen. Da Kneipen naturgemäß praktisch ausschließlich vom Getränkeverkauf leben, sind mit diesen Einbußen auch erhebliche und im Einzelfall Existenz bedrohende Umsatzveränderungen verbunden.
Es treten jedoch Unterschiede bei den Betriebstypen und Getränkekategorien auf. Auch in den Restaurants berichten die Betreiber von deutlich wahrnehmbaren Verringerungen des Bierabsatzes und anderer alkoholischer Getränke, die zum Essen oder danach konsumiert werden. Bei einem Teil der Betriebe hat sich jedoch gleichzeitig der Absatz von alkoholfreien Getränken und Kaffee erhöht. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach dem häufigeren Besuch von Frauen und Familien geschuldet. Eine Minderheit der Betreiber von Bars berichtet von wahrnehmbar besseren Getränkeabsätzen, jedoch kann dies in der Branche insgesamt den Absatz- und Umsatzverlust in allen Getränkekategorien nicht aufwiegen. Dazu sind die verfügbaren Öffnungszeiten auch weniger attraktiv für die größten Nutznießer rauchfreier Gasträume, nämlich der Familien und Eltern mit Kindern.

Statement von Prof. Dr. Gertrud Höhler zur CHD-Expert-Studie „Folgen des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie in Baden-Württemberg und Niedersachsen“:

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„Der fürsorgliche Staat macht Deutschland Schritt für Schritt zu einer Verbotsgesellschaft. Mit respektablen Argumenten schützt er die einen vor den anderen, hier die Nichtraucher vor den Rauchern und die Raucher vor sich selbst. Wer beiden Gastlichkeit anbietet, muss vom höchsten Wohltäter Staat natürlich Nachteile einstecken. Der Mittelständler zum Beispiel, dessen Einkommen aus dem Gastronomiebetrieb nicht reicht, um beiden getrennt glücklich zu machen – die einen im blauen Dunst, die anderen in klarer Kneipenlust.
Niemand bestreitet die tödliche Gefahr durch Nikotin. Niemand empfiehlt Raucherförderung als Staatsziel. Aber die Folgen des gesetzgeberischen Engagements für Nichtraucher müssen sorgsam abgewogen werden und verlangen auf der Zeitachse lange Vorlaufzeiten.
Für Gastronomen ist der überfallartige Anspruch des Staates, unter großen materiellen Opfern an seinen neuen Konzepten zur Bürgerbevormundung mitzuwirken, bisher in ihrem Berufsbild nicht angelegt. Ebenso wenig waren sie bisher angehalten, den Alkoholkonsum ihrer Gäste kritisch zu begleiten.
Die Regel, an die der Gesetzgeber sich halten könnte, lautet im Alltagsverständnis der Bürger so: Wenn der Schutz des einen vor den schädlichen Gewohnheiten des andern einen Dritten im Markt die Existenz kosten kann, dann stehen Bürgerrechte zur Disposition, die der Staat zu schützen hätte.
Der Nichtraucherschutz ist nur ein Schauplatz der neuen Hypermoral. Gleichzeitig dauert die Bagatellisierung von Rauchdrogen an, die viele junge Menschen auf einen Weg ohne Umkehrchance schicken, weil sie Gehirnprogramme verändern. Auch die Nikotinsucht kann am wirksamsten bei Heranwachsenden, in den Schulen und Jugendclubs bekämpft werden. Das moralische Strebertum der Gutmenschen weicht aber vor diesen anspruchsvollen Aufgaben zurück, um die imagewirksame öffentliche Aktion am Tatort Gastronomie als Pluspunkt zu buchen: der Staat schützt die Guten vor den Bösen.
Im Ansatz nur vorläufig steckengeblieben sind noch viel dramatischere Zugriffe auf Bürgerfreiheit und Persönlichkeitsrechte von Seiten der Gesundheitspolitik. Es ist eine Frage der Zeit, bis das Projekt erneut auf den Tisch kommt: Der informationell ausgespähte Bürger soll nun auch seine künftige Krankheitsgeschichte und sein genetisch vorbestimmtes Leidenspensum frühzeitig kennenlernen und dem Versicherer überlassen – zu entsprechend himmelstürmenden Tarifen, je nach Prognose. Millionenfach steht damit das Recht auf Nichtwissen und das Lebensglück der Bürger auf dem Spiel.
Aggressiver Nichtraucherschutz von Seiten der Politik als Auflage an Gastronomen soll davon ablenken, dass die wirksamere Maßnahme gar nicht erst geplant wird: den Menschen in einer wohlhabenden Gesellschaft soviel Lust auf ein gesundes, drogenfreies Leben zu machen, dass die Droge Nikotin zum Prestigekonsum völlig ungeeignet würde. Solange ergraute Herren aber Prestige holen mit Hasch- und Koksgeschichten aus ihrer Jugend, solange ganze Berufsgruppen ihr Partypensum nur mit Partydrogen durchstehen können, wirkt der Aktionismus in Sachen Nichtraucherschutz in Kneipen eher wie ein Ablenkungsmanöver.“

Prof. Dr. phil. Gertrud Höhler war Professorin für Literatur an der Universität Paderborn und ist eine international gefragte Publizistin und zählt zu den renommiertesten Beraterpersönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Nach langjähriger Tätigkeit als Universitätsprofessorin für Literaturwissenschaft entschloss sie sich, ihre Begabung für scharfe Analysen und problemorientiertes Denken in andere Bahnen zu lenken und als freie Beraterin von Wirtschaft und Politik zu arbeiten. Die Autorin zahlreicher Managementbücher ist Mitglied in Verwaltungsräten internationaler Konzerne und eine vielgefragte Rednerin. In ihren Vorträgen behandelt sie das Thema Führung unter den veränderten Bedingungen der heutigen Unternehmenswelt. Sogenannte „weiche Faktoren“ wie die Emotionale Intelligenz wurden in den Manageretagen viel zu lange vernachlässigt – die Zukunft liege in Mixed Leadership: Männer und Frauen als unschlagbares Team, nicht als Konkurrenten, sondern als konstruktive Ergänzung, so Höhler. Untermauert durch viele praktische Beispiele und die Visualisierung der Kernaussagen werden diese Vorträge zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ihre jüngste Veröffentlichung „Aufstieg für alle. Was die Gewinner den Verlierern schulden.“ (erschienen September 2007 im Econ Verlag, 267 Seiten, ISBN-10: 3430200288 / ISBN-13: 978-3430200288) prangert sie den neuen Protektionismus an: Die Politik betreibt Abstiegsmanagement. Der „vorsorgende“ Staat macht Verlierer. Ohne Aufstiegsvision haben wir keine andere Wahl als den Abstieg. Darum ist der Kampfruf „Aufstieg für alle“ ohne Alternative. Aufsteiger sind auch Stellvertreter. Sie schulden uns Aufstiegsziele. Sie müssen Garanten für den Wertbesitz der Gesellschaft sein. Wo die klugen Köpfe nicht das Herz auf ihrer Rechnung haben, scheitern alle Projekte. Die Erfolgreichen müssen ihr Bestes geben, damit die Verlierer von heute morgen an ihrer Seite sind. Wo die Gewinner diskriminiert werden, haben auch die Verlierer keine Chance. Wo die Starken sich abkoppeln, sind die Schwachen bald isoliert. Sie werden auch die Starken stürzen. Wir brauchen ein neues Ethos für Aufsteiger. Sein Kerngebot: Aufstieg verpflichtet!

Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

Mehr unter:
http://www.chd-expert.de
http://www.tophotelprojects.com


DEHOGA stellt Branchenbericht vor: Durchwachsene Bilanz im Gastgewerbe

November 20, 2007

Quelle: Pressemitteilung, 20. November 2007 

Der leichte konjunkturelle Aufschwung in Deutschland hat das Gastgewerbe noch nicht erreicht, so das Ergebnis des Branchenberichtes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), der am Dienstag auf der Delegiertenversammlung des Verbandes in Leverkusen vorgestellt wurde. Viele Hoteliers und Gastronomen kämpfen mit sinkenden Umsätzen. Das Statistische Bundesamt bestätigt diese Entwicklung. Von Januar bis September 2007 setzte das Gastgewerbe 0,3 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum, preisbereinigt schlägt ein Minus von 2,8 Prozent zu Buche. „Das Konsumklima hat sich wieder eingetrübt“, sagte DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. Gründe dafür seien die Mehrwertsteuererhöhung sowie steigende Lebensmittel- und Energiepreise. „Das Geld, das die Gäste an der Tankstelle ausgeben, können sie nicht in unseren Betrieben lassen“, machte Fischer deutlich.

Besser als im Branchendurchschnitt sieht es in der Hotellerie aus. Die weltweite Deutschlandbegeisterung hält an. Die Zahl der Übernachtungen im Beherbergungsgewerbe stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um drei Prozent auf 285 Millionen. Besonders erfreulich ist, dass sich auch die Zahl der ausländischen Übernachtungen noch einmal um drei Prozent erhöhte. Auf Erfolgskurs liegt die Marken- und Stadthotellerie.

Die Gastronomiebetriebe haben weiter große Mühe, die wirtschaftliche Talsohle zu durchschreiten. Vor dem Hintergrund des Inkrafttretens der gesetzlichen Rauchverbote in den jeweiligen Bundesländern befürchten insbesondere die Bars, Kneipen und Discotheken weitere Umsatzverluste. Während die klassische Individualgastronomie Umsatzeinbußen verzeichnet, boomt die Systemgastronomie.

Die Hoffnungen der Branche liegen jetzt auf einem starken Weihnachts-geschäft. „Viele Betriebe sind schon gut gebucht“, berichtete Fischer und riet Firmen wie auch Privatgästen, ihre Feiern so schnell wie möglich zu organisieren. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass ein Tisch in dem begehrten Restaurant zum gewünschten Zeitpunkt nicht mehr zu haben ist.

Ergebnisse der DEHOGA-Konjunkturumfrage im Detail

Der aktuelle DEHOGA-Branchenbericht beruht auf der Befragung von 3.000 Unternehmen. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Lage im Zeitraum April bis September 2007 sowie die Erwartungen für die Monate Oktober 2007 bis März 2008. Die Daten werden entweder schriftlich oder per Online-Fragebogen erhoben.

Hotellerie

Die meisten Hoteliers (45,9 Prozent) machten im Sommerhalbjahr gute Geschäfte. 43,1 Prozent empfanden ihre Geschäftslage als „befriedigend.“

Mit 43,7 Prozent ist die Zahl der Umsatzgewinner im Vergleich zum WM-Jahr 2006 (46,9 Prozent) etwas gesunken. 27,3 Prozent der Hoteliers zählten zu den Umsatzverlierern (Vj. 26,9 Prozent). Trotz einer gestiegenen Zimmerauslastungsquote konnte nur jeder dritte Hotelier (34,3 Prozent) höhere Zimmerpreise am Markt durchsetzen. Gestiegene Kosten schlagen sich unmittelbar in den Bilanzen der Hoteliers nieder. Nur 26,6 Prozent erwirtschafteten höhere Erträge (Vj. 30,9 Prozent). 39,9 Prozent mussten Ertragsrückgänge hinnehmen (Vj. 37,8 Prozent).

Mit gedämpft optimistischen Erwartungen sind die deutschen Hoteliers in die Wintersaison 2007/08 gestartet. 78,7 Prozent der Unternehmer hoffen gleich gute bzw. bessere Geschäfte im Vergleich zur Vorjahressaison machen zu können. 21,4 Prozent rechnen mit einer schlechteren Geschäftslage. Der Anteil der Ertragspessimisten ist mit 38,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (35,9 Prozent) weiter gestiegen – ein Indiz dafür, dass die Hotellerie in Deutschland mit weiteren Kostensteigerungen und höheren Steuern und Abgaben rechnet. Eine bessere Ertragssituation im Winter 2007/08 erhofft sich wie im Vorjahr jeder fünfte Betrieb (19,5 Prozent).

Gastronomie

In der Gastronomie koppelt sich die Umsatzspitze immer mehr von der Breite der Branche ab. Dies spiegelt auch die Konjunkturumfrage wider: Lediglich 28,0 Prozent der Befragten beurteilten ihre wirtschaftliche Lage mit gut, 46,2 Prozent mit befriedigend. Jeder vierte Betrieb (25,8 Prozent) war mit den Geschäften in der Sommersaison unzufrieden. Ein Grund dafür ist die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres, die sich für 55,4 Prozent der Gastwirte negativ ausgewirkt hat.

40,5 Prozent der Gastronomen verzeichneten im Sommerhalbjahr rückläufige Umsätze (Vj, 41,8 Prozent). Verantwortlich dafür waren weiter sinkende Gästezahlen in 39,2 Prozent der Betriebe. Knapp jeder dritte Gastronom (29,3 Prozent) setzte mehr um (Vj. 30,1 Prozent). Die höhere Mehrwertsteuer, steigende Betriebskosten und Abgaben lassen die Erträge bei 54,9 Prozent der Restaurant-, Café- und Discothekenbetreiber weiter schrumpfen (Vj. 53,4 Prozent).

Nur wenige Gastronomen gehen zuversichtlich in die Wintersaison 2007/08. Lediglich jeder fünfte Unternehmer (19,1 Prozent) prognostiziert eine bessere Geschäftslage als im Vorjahr. Dagegen stellen sich mit 35,0 Prozent fast doppelt so viel auf schlechtere Geschäfte ein. Dieser Pessimismus zeigt sich auch in den konkreten Umsatz- und Ertragserwartungen: 36,7 Prozent der Befragten befürchten Umsatzverluste (Vj. 34,7 Prozent) und 46,4 Prozent kalkulieren mit geringeren Erträgen (Vj. 43,7 Prozent). Der Anteil der Umsatz- und Ertragsoptimisten ist mit 24,4 Prozent bzw. 16,8 Prozent ähnlich hoch wie im Vorjahr (24,0 Prozent bzw. 16,5 Prozent).

Der komplette DEHOGA-Branchenbericht Sommer 2007 steht unter www.dehoga.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.


Quo vadis Bio in der Außer-Haus-Verpflegung?

November 16, 2007

Quelle: Pressemitteilung, 16. November 2007

CMA-Expertenforum: Chancen und Lösungen für die Außer-Haus-Branche Bonn/Berlin, 16. November 2007. Wie sieht die Zukunft von Bio in der Außer-Haus-Verpflegung aus? Mögliche Lösungen für diese Frage erarbeiteten rund 65 Entscheider, Betriebsleiter und Köche auf dem Expertenforum „Quo vadis Bio in der Außer-Haus-Verpflegung“, das die CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH am 12. und 13. November 2007 in Frankfurt am Main veranstaltete.

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Bio aus regionaler Erzeugung ist die beste Lösung für die Außer-Haus-Branche. Dafür sprach sich Thomas Dosch, Bioland, auf dem CMA-Expertenforum „Quo vadis Bio?“ aus.

„Herkunft, Beschaffung und Qualität der Bio-Produkte sind die entscheidenden Punkte, mit denen sich die Branche zukünftig auseinandersetzen muss“, fasste Sabine Jörg, verantwortlich für das Marketing Ökologischer Landbau bei der CMA, die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen.

Bio bietet auch in Zukunft ein wichtiges Potenzial, darin waren sich die Teilnehmer einig. Welche möglichen Herausforderungen auf die Branche in den nächsten Jahren zukommen, prognostizierte Gastredner Thomas Dosch, Präsident des Anbauverbandes Bioland e.V.: Globalisierung, Ressourcenknappheit sowie die befürchtete Aufweichung der Qualitätsstandards durch die Revision der EG-Öko-Verordnung, all dies sehe die Bio-Branche zunehmend mit Sorge. „Die Lösung“, so Dosch, „liegt in kurzen Transportwegen, Transparenz, Frische, Qualität sowie einer engen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Landwirt und Verwender.“

Sprachrohr ihrer Gäste
Die CMA hatte Vertreter der Außer-Haus-Branche exklusiv zum Expertenforum eingeladen. Jeder der 65 Teilnehmer hat im eigenen Unternehmen bereits Bio-Erfahrungen gesammelt. Das Erfahrungs-Spektrum reichte von Einsteigern bis hin zu Bio-Pionieren, die seit über 20 Jahren Lebensmittel aus ökologischem Anbau einsetzen; von Betrieben, die bislang nur einzelne Komponenten in Bio-Qualität anbieten bis hin zu Einrichtungen, die mit 100 Prozent Bio arbeiten. Sie alle vertraten im Forum aber nicht nur ihr eigenes Unternehmen, sondern insgesamt mehr als 400.000 Gäste, die täglich von ihnen bewirtet werden.

Von der KiTa bis zum Altenheim
Bio ist in der Außer-Haus-Branche angekommen. „Mittlerweile kann man über den gesamten Lebenszyklus Bio konsumieren“, stellt Rainer Roehl vom ÖGS, der das Expertenforum organisierte, fest. „Von der Kindertagesstätte bis hin zum Altenheim. Für immer mehr Verbraucher ist das Bio-Angebot ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Einrichtung.“

In vier branchenspezifischen Foren tauschten die Teilnehmer Erfahrungen aus und erarbeiteten Lösungsansätze für Schulen und Kindertagesstätten, Betriebsgastronomie und Studentenwerke, Kliniken und Heime sowie für Gastronomie und Hotellerie. Neben einer kritischen Bestandsanalyse standen vor allem Visionen und Einschätzungen der weiteren Entwicklung im Fokus.

Die „Top 5“ der Bio-Zukunft
In einem gemeinsamen Ranking stimmten die Teilnehmer über die fünf wichtigsten Herausforderungen in der Zukunft ab. Platz 1 bis 3 nahmen dabei die Kriterien Beschaffung, Qualität und Herkunft ein. Die Kommunikation gegenüber den Gästen erachteten alle Teilnehmer als weniger problematisch und wählten sie auf Platz 4. Den fünften Platz erhielt die Bio-Zertifizierung. In ihr sahen die meisten Teilnehmer weniger Pflicht als vielmehr Chance zur Sicherung der Qualität ihres Bio-Angebotes. Die Gewichtung der Faktoren sowie die Kernprobleme erwiesen sich als branchenspezifisch sehr verschieden. So sehen Kliniken und Heime Bio zunehmend als ein Muss an, um sich langfristig im Wettbewerb zu positionieren. In der Schulverpflegung dagegen ist der enorme Kostendruck weiterhin begrenzender Faktor. Betriebsgastronomie und Studentenwerke haben weniger mit den Kosten als mit der mangelnden Verfügbarkeit von Bio-Produkten in der Region zu kämpfen. Die Gastronomie dagegen wünscht eine stärkere Vernetzung des lokalen Bio-Angebotes, da es oft erhebliche logistische und organisatorische Hürden gibt.

In einem aber waren sich alle Teilnehmer einig: Eines der wichtigsten Kriterien für eine sichere und erfolgreiche Bio-Vermarktung ist die regionale Herkunft der Produkte.

Wunsch und Wirklichkeit
Regional erzeugt, frisch geliefert und am besten vom Bauern nebenan – so sieht für die meisten Außer-Haus-Unternehmen die ideale Lösung aus. In der täglichen Praxis ist dieses Ideal jedoch nicht immer erreichbar. Produkte mit einem hohen Conveniencegrad beispielsweise kann der Landwirt nicht anbieten. Oft sind die Produkte auch nicht in ausreichenden Mengen verfügbar, so dass nur der Griff zu überregionaler oder auch konventioneller Ware bleibt. Die Angebotsstruktur könnte besser an die Bedürfnisse der Großküchen angepasst werden. Die Verbesserung der Rohstoffsituation und eine bessere Vernetzung des regionalen Bio-Angebotes waren daher ausdrücklicher Wunsch vieler Teilnehmer.

Bio ist Teil von mehr
Immer mehr Menschen nehmen ihre Mahlzeiten nicht mehr zu Hause ein, sondern am Arbeitsplatz, in der Schule oder in Restaurants. Frequenz und Wertschätzung der Außer-Haus-Verpflegung nehmen zu – und damit der Einfluss, den die Branche auf das Ernährungsverhalten, auf die Einstellung der Verbraucher zu Bio-Lebensmitteln nehmen kann. Bio ist ein wichtiger Baustein für ein qualitativ hochwertiges Angebot, kann jedoch nur Erfolg haben als „Teil von mehr“, im Rahmen eines gastorientierten, ganzheitlichen Gesamtkonzeptes, in dem Qualität und Nachhaltigkeit ihren festen Platz haben.


Brause und Gerstensaft verbünden sich

November 14, 2007

Quelle: bestmalz.de, 12. November 2007

Coca-Cola und die Freiburger Brauerei Ganter haben eine Zusammenarbeit im Gastronomiegeschäft beschlossen. Beide Unternehmen werden ab Beginn des Jahres 2008 in der Belieferung von Gastronomiebetrieben mit alkoholfreien Getränken kooperieren. Dazu haben die Coca-Cola Erfrischungsgetränke (CCE) AG und die Brauerei Ganter GmbH & Co. KG jetzt einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.
Die Brauerei Ganter wird ihren Gastronomie-Kunden verstärkt Produkte aus dem Hause Coca-Cola anbieten und gleichzeitig mit Coca-Cola gemeinsame Marketing- und Verkaufsförderungsaktionen im Gastronomiegeschäft durchführen. „Ganter gehört zu den erfolgreichsten Privatbrauereien in Baden-Württemberg mit einer starken Vernetzung zur heimischen Gastronomie. Wir freuen uns, dass wir künftig unser Know-how und unsere Ressourcen bündeln, um gemeinsam Absatzmöglichkeiten im wichtigen Außer-Haus-Markt-Geschäft noch besser nutzen zu können“, sagte Torsten Biermann, Coca-Cola Geschäftsleiter Baden-Württemberg.

„Wir freuen uns, dass wir unsere Geschäftsbeziehungen mit der Gastronomie unserer Region künftig mit Unterstützung von Coca-Cola weiter ausbauen können. Vor allem das starke Leistungsprogramm von Coca-Cola im alkoholfreien Getränkesegment für Hotels und Gaststätten hat uns überzeugt“, sagte Maximilian Erlmeier, Geschäftsführer der Brauerei Ganter.


Premiere meldet 4,6 Millionen Bundesliga-Zuschauer

November 14, 2007

Quelle: digitalfernsehen.de, 13. November 2007

Über den gesamten 9. Spieltag verteilt erreichte die Bundesliga-Live-Übertragung von Premiere 4,6 Millionen Zuschauer. Die Samstagspiele sahen etwas mehr als zwei Millionen Fußballfans, Sonntag schalteten noch 1,6 Millionen ein.

Der traditionell etwas schwächere Freitag lockte immer noch knapp 950 000 Zuschauer an. Dies geht aus einer Studie vom 9. Spieltag hervor, die Premiere beim Marktforschungsinstitut „Sport+Markt“ in Auftrag gegeben hat. Dieser Spieltag fand vom 5. bis 7. Oktober statt.

Zwar gab es keine herausragenden Begegnungen, allerdings dürfte die Zuschauerzahl für einen Freitag und Sonntag etwas höher als normal gelegen haben, da am Freitag das Derby zwischen Borussia Dortmund und dem VFL Bochum angesetzt war und am Sonntag die Partie zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg lief.

Die Untersuchung zeigt weiterhin, dass rund 30 Prozent der Zuschauer am Samstag die Begegnungen außer Haus in Sportsbars oder bei Freunden verfolgen.

Mit dieser Umfrage versucht Premiere vor allem die Bundesliga-Sponsoren zu beeindrucken, die sich aufgrund der hohen Einschaltquoten gegen eine Verschiebung der Sportschau einsetzen. Denn aufgrund der im internationalen Vergleich in Deutschland sehr ausführlichen und zeitnahen Ausstrahlung der Bundesliga im Free-TV erzielen die Bundesliga-Vereine Spitzenwerte beim Sponsoring.

So versucht Premiere neben der Massenwirkung der Premiere-Bundesligaübertragungen auch die qualitative Komponente des eigenen Angebots herauszustellen. So erinnern sich die Zuschauer der Premiere Live-Spiele laut der Sport+Markt-Studie wesentlich besser an die Trikotsponsoren als Zuschauer der ARD Sportschau. So konnten sich Premiere Seher an durchschnittlich 2,5 Trikotsponsoren erinnern, bei der Sportschau lag dieser Wert bei 1,4. 41 Prozent des Sportschau-Publikums konnten überhaupt keinen Trikotwerber wiedergeben.


Griechische Verbraucher greifen häufiger zu Fertiggerichten

November 8, 2007

Quelle: bfai, November 2007

Steigender Nachfrage bei Lebensmittel- und Verpackungstechnik / Deutschland wichtigstes Lieferland 

Athen (bfai) – Der griechische Markt für Fertiggerichte soll nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft Foundation for Economic and Industrial Research (IOBE) auch 2007 und 2008 um rund 6% jährlich wachsen. Vom Aufwärtstrend profitieren nicht nur die Produzenten von Lebensmitteln, sondern auch verwandte und abhängige Branchen wie die Verpackungsindustrie und der Maschinenbau. Die meisten Maschinen stammten 2005 aus Deutschland und Italien. Bei Fertigmahlzeiten war Deutschland mit einem Anteil von 20% (2005) wichtigstes Lieferland.

Bereits seit 1998 wächst der Fertiggerichtesektor in Griechenland um rund 6,5% jährlich und die Ausgaben der Haushalte für diese Produkte betrugen rund 1,7% der Gesamtaufwendungen für Nahrungsmittel. Wenn die Bedenken der Verbraucher bezüglich Gesundheitsverträglichkeit und Qualität ausgeräumt würden, wären weitere Steigerungen denkbar. Zudem finden viele Kunden das Preis-Leistungsverhältnis nicht überzeugend. Der Absatz von Fertiggerichten profitiert von dem veränderten Lebensstil der Stadtbevölkerung, dem Anstieg der Einpersonenhaushalte und der zunehmenden Erwerbstätigkeit der Frauen.

Nach IOBE nehmen die Importe von Fertiggerichten in den kommenden Jahren weiter zu. Im Zeitraum 1999 bis 2005 erhöhten sich die Einfuhren um rund 6% jährlich auf 39.881 t im Jahr 2005; wertmäßig sogar um 7,3% auf rund 90 Mio. Euro. Wichtigstes Lieferland war Deutschland, das 2005 rund 20% der Einfuhren bestritt, gefolgt von Italien mit rund 18%. Die Exporte erhöhten sich um 2,2% jährlich (2005: 24.131 t), wichtigstes Abnehmerland mit rund 26% der Ausfuhren war Deutschland, gefolgt von Frankreich (23%) und Zypern (8%).

Auch für den Import von Lebensmittelverarbeitungsmaschinen, Lebensmittel-Kühltechnik und für die Verpackungsindustrie bestehen gute Aussichten. Seit 2000 investierte die Branche verstärkt in neue Technologien zur Erhöhung der Produktionskapazitäten sowie in die Entwicklung neuer Produkte und die Anschaffung von Qualitätssicherungssystemen für alle Produktionsphasen. Anreize gaben das Investitionsförderungsgesetz und europäische Förderprogramme.

Die Einfuhren von Kühl- und Gefrierschränken und entsprechenden Truhen (Position 8418) beliefen sich 2006 auf 239,4 Mio. Euro (+13%). Wichtigstes Lieferland war Italien mit 66,2 Mio. Euro (+16%), gefolgt von Deutschland mit 28,3 Mio. Euro (+8%). Für das erste Halbjahr 2007 (142 Mio. Euro) lässt sich ein weiterer Anstieg der Importe von rund 15% abschätzen. Die deutschen Einfuhren lagen in diesem Zeitraum bei 17 Mio. Euro.

Der Fachverband der Verpackungsindustrie (Association of Greek Manufacturers of Packaging Materials, www.pac.gr) schätzt den Absatzwert von Verpackungsmaterial im Jahr 2006 auf rund 1.145 Mio. Euro. Die Wachstumsrate der vergangenen Jahre von rund 5% soll auch 2008 realisiert werden. Rund 75% der Verpackungsmaterialien gehen an Einzelhandelsketten, und mehr als zwei Drittel dieser Produkte werden von der Lebensmittel- und Getränkeindustrie benötigt. Die Einfuhren von Kunststoffverpackungen stiegen 2006 um 3,5 % auf 113,4 Mio. Euro (Deutschland: +3,3% auf 17 Mio. Euro). Die Importe von Verpackungsmaschinen (Position 8422.00.00) erhöhten sich 2006 um rund 5% auf 34,9 Mio. Euro (Deutschland: 670.000 Mio. Euro).

Die wichtigste Messe im Lebensmittelbereich ist die Detrop (Thessaloniki, nächste: März 2009). Die Infacoma präsentiert unter anderem Kühltechnik für die Lebensmittelbranche (Thessaloniki, 21. bis 24.2.08). Für die Verpackungsbranche besteht die Syskeasia (nur für gewerbliche Kunden). Hier werden alle Verpackungsmaterialien sowie die von der Branche eingesetzten Maschinen präsentiert (Athen, 14. bis 18.3.08). (A. C.)


Steigender Bierkonsum in Griechenland

November 8, 2007

Quelle: bfai, 2005

Deutlich mehr Importe aus Deutschland / Maschinenbedarf der Getränkeindustrie wächst 

Athen (bfai) – Um mehr als 20% hat sich der Pro-Kopf-Bierverbrauch in Griechenland im Zeitraum zwischen 1996 und 2004 erhöht. Beobachter rechnen damit, dass sich dieses Wachstum weiterhin fortsetzt, vor allem da die Griechen – verglichen mit anderen Europäern – noch immer recht selten zum Gerstensaft greifen. Ausländische Anbieter, die einen Markteintritt planen, müssen jedoch mit einem hohen Wettbewerb aufgrund der starken Konzentration rechnen und die lokalen Verbrauchsgewohnheiten beachten.

In dem Zeitraum 1996 bis 2004 hat sich der Bierkonsum in Griechenland kontinuierlich von 384 Mio. l auf 470 Mio. l erhöht. Dies entspricht einer Wachstumsrate von rd. 3% im Jahresdurchschnitt. Mit +6,5% p.a. wuchs im genannten Zeitraum das wertmäßige Marktvolumen weitaus schneller auf rd. 500 Mio. Euro im Jahr 2004. Verglichen mit dem europäischen Durchschnitt von 80 l Bier im Jahr 2003, ist der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande mit 40 l bedeutend geringer.

Die Nachfrage für Bier ist in Griechenland deutlich saisonabhängig: Bis zu 78% des Konsums wird im Sommerhalbjahr von April bis September realisiert. Darüber hinaus spielen für den Absatz die Preisgestaltung, das touristische Aufkommen, das Ausmaß der Werbekampagnen und schließlich die Trends auf dem allgemeinen Getränkemarkt eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2004 ließ sich feststellen, dass sich die Konsumenten mehr den bekannten Lagerbiermarken zuwandten und mehr Bier zu Hause konsumierten. Eine direkte Konkurrenz für Bier stellen Getränke mit geringem Alkoholgehalt – hier vor allem die Ready-to-drink-Produkte – sowie alkoholfreie Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke dar.

In Griechenland waren 2004 sieben Brauereien mit rd. 1.800 Beschäftigten tätig; dies entspricht 0,42% der Brauereien in der EU und 1,7% der Beschäftigten. Die Betriebe sind überwiegend groß bis sehr groß (im Hinblick auf die Beschäftigtenzahlen), während im übrigen Verarbeitungssektor des Landes kleine und mittelständische Unternehmen vorherrschen. Was die Inlandsproduktion von Bier angeht, so wurde nach Angaben des Statistischen Amtes ESYE in Athen 2003 ein Rückgang des wertmäßigen Volumens von 2,1% auf 398,2 Mio. Euro verzeichnet.

Der Struktur nach weist die Branche Merkmale eines Oligopols auf. Marktführer mit einem Anteil von rd. 70% im Jahr 2004 ist das Unternehmen Athenian Brewery S.A.. Die Dominanz von Athenian Brewery war in den Jahren zuvor sogar noch deutlicher: 2001 hatte sich der Marktanteil der Gesellschaft auf rd. 90% belaufen. Hier fand mittlerweile eine Verschiebung zugunsten des zweitwichtigsten Unternehmens der Branche statt, der Mythos Brewery S.A. (eine Tochter des Boutari-Konzerns), die ihren Anteil bis 2004 auf 15% nahezu verdoppeln konnte. Mythos produziert neben den eigenen Biermarken auch zwei deutschen Marken, Henninger Lager und Henninger Kaiser Pilsner der Radeberger Gruppe.

Zu den größeren Brauereien zählen ferner Hellenic Brewery of Atalanti S.A., Brewery Thraki S.A. und Olympic Brewery S.A. Die finanzielle Situation der Branche stellt sich positiv dar. Im Zeitraum 1998 bis 2002 stiegen die Einnahmen aller tätigen Unternehmen, was sich in dem Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten um rd. 16% und dem Anstieg der Forderungen um rd. 43% widerspiegelt. Die meisten griechischen Brauereien betätigen sich zugleich als Importeure: Mythos führt das australische Fosters ein, das dänische Carlsberg und die irischen Biere Guiness und Kilkenny. Die Brauerei Atalanti importiert Franziskaner, Leffe, Hoegaarden und Boddington’s.

Branchenkenner rechnen damit, dass in den nächsten Jahren der Markt mit vielen neuen Marken überschwemmt wird. Der Anteil der neuen Produkte dürfte allerdings mittelfristig nicht mehr als 6% erreichen. Aufgrund der hohen Konzentration in der Branche schätzen die existierenden Brauereien die Gefahr, die von neuen Marken ausgeht, als relativ gering ein.

Um einen gelungenen Markteintritt sicherzustellen, muss beachtet werden, dass die griechischen Verbraucher verhalten auf neue Marken reagieren und eine relativ hohe Loyalität zu bisherigen Anbietern zeigen. Infolgedessen setzt die Platzierung eines neuen Produktes eine entsprechend langfristige Strategie voraus. Rund 90% des Bierabsatzes wird von den drei führenden Namen Heineken, Amstel und Mythos umgesetzt, während die mehr als 160 Importbiere nur etwa 5 bis 6% des Marktes auf sich vereinen.

Angesichts der stabilen Branchenkonjunktur wird sich in den nächsten Jahren ein zusätzlicher Maschinen- und Ausrüstungsbedarf ergeben, der deutschen Anbietern entsprechender Ausrüstungen zugute kommen kann. Die Gesamtimporte von Maschinen beliefen sich 2004 auf 57,7 Mio. Euro nach 54 Mio. Euro im Vorjahr (+6,8%). Höher noch wuchsen die Einfuhren aus der EU, nämlich um rd. 18% auf 48,9 Mio. Euro. Die höchste Nachfrage verzeichnete die Pos. 4822.40 (andere Verpackungsmaschinen) mit 32,7 Mio. Euro (+5,9%). Es folgten die Position 8422.30 (Maschinen zum Füllen, Verschließen oder Etikettieren von Flaschen, Dosen) mit 23,5 Mio. Euro 2004 gegenüber 22,5 Mio. Euro im Jahr 2003 und die Pos. 8422.20 (Maschinen zum Reinigen o. Trocken von Flaschen u.ä.), wo sich die Importe 2004 auf 1,5 Mio. Euro beliefen (+156,5%).

Die Importe entsprechender Abfüll- und Verpackungsmaschinen aus Deutschland wiesen im Jahr 2004 ein Volumen von 7,8 Mio. Euro auf. Auch die Biereinfuhren wuchsen. Der Anstieg bewegte sich zwischen 16 und 21%. Mindestens ein knappes Drittel bis zur Hälfte der Gesamtimporte stammten aus Deutschland.

  2003 2004 2004/03
2203.00.01/ Bier aus Malz in Behältnissen mit einem Inhalt von 10 l oder weniger, in Flaschen      
Insgesamt 7.784 8.586 10,3
EU 7.723 8.372 8,4
Deutschland 2.063 2.450 18,8
Niederlande 2.211 2.124 -3,9
Frankreich 1.090 1.561 43,2
Italien 2.103 820 -61,0
2203.00.09/ Anderes Bier aus Malz      
Insgesamt 15.074 20.021 32,8
EU 13.668 18.359 34,3
Deutschland 9.297 11.234 20,8
Niederlande 2.876 4.935 71,6
Italien 732 851 16,3
Großbritannien 189 115 -39,2
2203.00.10/ Bier aus Malz in Behältnissen mit einem Inhalt von mehr als 10 l      
Insgesamt 2.099 2.164 3,1
EU 1.812 1.963 8,3
Deutschland 998 1.156 15,8
Großbritannien 358 260 -27,4
Niederlande 216 260 20,4
Italien 240 163 -32,1