McDonald’s greift Starbucks an

Gelesen in „Die Welt„, 08. Januar 2007

Der Schnellrestaurantkonzern McDonald’s wagt in den USA einen Frontalangriff auf die Kaffeehauskette Starbucks. Nach Tests von hochwertigen Kaffeegetränken in etwa 800 Restaurants weitet McDonald’s das Angebot in diesem und dem kommenden Jahr auf sämtliche 14 000 US-Filialen aus, meldet das „Wall Street Journal“. Dadurch solle der Jahresumsatz in Höhe von 21,6 Mrd. Dollar (14,7 Mrd. Euro) 2006 um eine Mrd. Dollar steigen. Einzelne Produkte werden dem Starbucks-Angebot ähneln: Latte, Cappuccino und Kaffee mit zerstoßenem Eis. Die Preise sollen dabei weiterhin unter denen des Wettbewerbers liegen.
Die Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der es Starbucks schwerfällt, das Wachstum der Vorjahre auf dem Heimatmarkt aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen startete unter anderem deswegen die erste Fernsehwerbekampagne seiner mehr als 20-jährigen Geschichte. Starbucks habe in den vergangenen Jahren seine Kundschaft auf „weniger wohlhabende“ Gruppen ausgeweitet, so Joseph Buckley von Bear Stearns. Dadurch sei die Kette anfälliger für die wirtschaftliche Flaute in den USA geworden. Zudem sehe sich Starbucks mit gestiegenen Milchpreisen konfrontiert.
Der Wettbewerb mit McDonald’s dürfte die Lage verschärfen, da sich möglicherweise gerade weniger finanzstarke Kunden von Starbucks abwenden könnten. In der Vergangenheit hat Starbucks sich jedoch stets gelassen gezeigt gegenüber Wettbewerbern, da der US-Markt für Spezialitätenkaffee in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen sei und es somit Platz für weitere Anbieter gebe. Auch einen Preiswettkampf fürchtet die Firma nicht. „Wir glauben, dass die Kunden sich für einen Anbieter vor allem auf Basis von Produktqualität, Service und Verbraucherfreundlichkeit entscheiden und zu geringerem Ausmaß wegen des Preises“, heißt es im kürzlich veröffentlichten Jahresbericht. Allerdings betreibt McDonald’s in den USA doppelt so viele Filialen, sodass sich Kaffeekäufer aus Bequemlichkeit für den Fast-Food-Riesen entscheiden, wenn dessen Restaurants näher liegen als Starbucks-Filialen.
Anders als in Deutschland setzt McDonald’s nicht auf Kaffeebars (McCafé) mit eigens gestalteten Sitzecken. Der Versuch, das 1993 in Australien entwickelte Konzept in die USA zu bringen, war vor wenigen Jahren gescheitert, weil das Unternehmen in den Vereinigten Staaten einen Großteil seiner Umsätze am Autoschalter erzielt. McCafé-Produkte werden dort jedoch nicht angeboten. Anders als Hamburger und Pommes frites will McDonald’s seine neuen Kaffeeprodukte in den USA vor den Augen der Kunden zubereiten.
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