Nestlé: Außer-Haus-Markt weltweit eine der drei strategischen Prioritäten

Gelesen in cafe-future.net, 17. November 2008

Neben dem Thema Nutrition und den Schwellenländern dieser Welt zählt der Außer-Haus-Markt für den Nestlé-Konzern zu den zentralen strategischen Wachstumsfeldern der kommenden Jahre. Und zwar auch in Deutschland, betonte der hiesige Nestlé Professional-Chef Uwe Schneider kürzlich bei der Jahrespressekonferenz von Nestlé Deutschland in Frankfurt.

logo-nestle-prossionalDas Volumen des globalen Außer-Haus-Marktes definiert Nestlé nach Wareneinsatz mit rd. 270 Mrd. EUR. In Deutschland allein sind es ca. 18 Mrd. EUR – ohne alkoholische Getränke. Der Löwenanteil davon entfällt mit rd. 10 Mrd. EUR auf die Gastronomie. 4,4 Mrd. EUR werden in der Betriebsverpflegung erlöst, 3,7 Mrd. im Bereich Care & Education. Im hiesigen Außer-Haus-Markt will man überproportional vorwärtskommen, so Uwe Schneider, Vorsitzender der Geschäftsführung Nestlé Professional in Deutschland.

International setzt Nestlé mit der Belieferung von Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung heute 7 Mrd. EUR um. Um die Potenziale des weltweit wachsenden Marktes nachdrücklicher erschließen zu können, hat der Nestlé-Konzern die bislang den einzelnen Ländern zugeordneten Außer-Haus-Aktivitäten in der neu geschaffenen, global gesteuerten Business Unit Nestlé Professional mit Sitz in Vevey zusammengefasst. Auch die deutsche Außer-Haus-Sparte (Umsatz: 300 Mio. EUR) wird ab Anfang 2009 nicht mehr an die deutsche Nestlé AG berichten, sondern direkt an Nestlé Professional in der Schweiz.

Schneider zufolge sind die Voraussetzungen für beschleunigtes Wachstum hierzulande gut. So steige der Anteil älterer Menschen, die nicht mehr selbst kochen können. Dass mehr Kinder in Vorschul- und Schuleinrichtungen ein warmes Essen erhalten, sei erklärtes Ziel der Politik. Und schließlich steige die Zahl der Ein-Personen-Haushalte, die immer seltener selbst kochen. In New York würden bereits ganze Wohnhäuser ohne Küchen gebaut, so der deutsche Nestlé Professional-Chef. Auch in Europa werde die küchenlose Wohnung über kurz oder lang Einzug halten.

Nestlé geht davon aus, dass der Gesamtmarkt um 2-3 % jährlich zulegt und sich wie der Konsumgütermarkt in ein Standard- und ein Premiumsegment aufspalten wird. Generell will der Konzern sich verstärkt im ertragreicheren Luxussektor engagieren. Mit dem Schwerpunkt Außer-Haus-Verpflegung sollen künftig vermehrt Gelder in den Bereich Forschung und Entwicklung fließen. Ziel ist, die Innovationsrate (= Umsatzanteil von Produkten, die nicht älter als 3 Jahre sind) von heute 12 auf 25 % zu steigern. Konzernweit entfallen heute bereits 25 % des Umsatzes auf Produkte, die es in dieser Form vor drei Jahren noch nicht gab – für Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge mit ein Grund dafür, dass sich Nestlé besser als der Gesamtmarkt entwickelt.

So konnte das Unternehmen in Deutschland von Januar bis September seinen Umsatz um 4,4 % auf 2,02 Mrd. EUR erhöhen – ein Zuwachs, der allerdings fast ausschließlich auf Preiserhöhungen zurückzuführen ist. Damit habe man Preissteigerungen bei Rohstoffen wie Kaffee, Kakao und Öl sowie Verpackungen weitergegeben. Doch angesichts eines real um gut 2 % schrumpfenden Marktes sei eine stabile Mengenentwicklung positiv zu bewerten, ergänzt Finanzvorstand Herbert Stücke. Mit einem Plus von 12 % trug der Export überproportional zum Gesamterlös von 2,56 Mrd. EUR in den ersten drei Monaten 2008 bei. Damit lag das Wachstum von Nestlé Deutschland im laufenden Jahr bisher bei insgesamt 6 %. Berssenbrügge erwartet für das Gesamtjahr ein Plus von 5,5 %.

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