Dehoga-Bundesverband – Branchenbericht: Gastgewerbe auf dem Weg aus der Krise

November 22, 2010

(Berlin, 22. November 2010) Nach den massiven Umsatzeinbrüchen im Krisenjahr 2009 herrscht im Gastgewerbe neue Zuversicht, so der aktuelle Dehoga-Branchenbericht. „Vor allem in der Hotellerie, die von der Krise besonders hart getroffen war, geht es Dank der Konjunkturbelebung und der Senkung der Mehrwertsteuer wieder bergauf. Die Gastronomie indes konnte vom Wirtschaftsaufschwung noch nicht profitieren“, sagte Verbandspräsident  Ernst Fischer während der Delegiertenversammlung in Berlin. Sinkende Arbeitslosenzahlen und der Rückgang der Kurzarbeit sowie die damit einhergehende verbesserte Verbraucherstimmung sorgen aber auch in den Restaurants für verhaltenen Optimismus.

Laut der Dehoga-Konjunkturumfrage, die auf den Antworten von 4.000 gastgewerblichen Unternehmern basiert, beurteilen 42,9 Prozent der Hoteliers ihre Geschäftslage im Sommer 2010 als gut. Damit stellt sich die Lage in der Hotellerie so positiv dar wie seit dem Sommer 2008 nicht mehr. 45,1 Prozent der Befragten schätzen ihre derzeitige Lage als befriedigend ein und 12,0 Prozent als schlecht.

Als Gründe für die positive Entwicklung nannte Fischer den anziehenden Geschäftsreisetourismus und die deutliche Zunahme der Übernachtungen – insbesondere der ausländischen Gäste. „Auch die Ferienhotellerie konnte trotz des relativ schlechten Wetters vom Trend zum Deutschlandurlaub profitieren“, so Fischer.

Damit einhergehend verbuchten 52,4 Prozent der Hotels von April bis September 2010 höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. 14,2 Prozent der Betriebe mussten allerdings weitere Umsatzeinbußen verkraften. „Die besseren Ergebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in vielen Betrieben die Krise noch nicht komplett überwunden ist“, macht Fischer deutlich. „Denn auch, wenn sich Lage und Stimmung im Sommer 2010 positiver darstellen als im letzten Jahr, wird es noch eine Weile dauern, bis Umsatz und Preise wieder auf Vorkrisenniveau sind.“

Als sehr erfreulich bewertete Fischer den Investitionsboom, den die Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen ausgelöst hat. „Die Hotellerie hält Wort“, so der Branchenvertreter und verweist auf die aktuellen Umfrageergebnisse. Danach gaben 52,5 Prozent der befragten Unternehmer an, ihre Investitionstätigkeit im Sommer 2010 weiter gesteigert zu haben. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Konjunkturumfrage. Zudem fließen mehr Mittel in Qualifizierungs- und Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter. In Folge des Wirtschaftsaufschwunges haben 24,9 der Betriebe Mitarbeiter eingestellt – ebenfalls das beste Ergebnis aller Konjunkturumfragen.

Die Mehrheit der Hoteliers rechnet für die Zukunft mit einer weiteren Erholung bzw. Stabilisierung des Marktes. 74,7 Prozent erwarten im Winterhalbjahr 2010/2011 bessere bzw. gleichbleibende Geschäfte. Für große Unsicherheit bei den Hoteliers sorgt indes die in vielen Städten und Gemeinden diskutierte Bettensteuer. „Allein die unsägliche Debatte um neue Belastungen dämpft die Geschäftserwartungen vieler Hoteliers“, kritisierte Fischer. Die Gastronomie kann an die Erfolgsmeldungen aus der Hotellerie noch nicht anknüpfen. Die Wirte litten vor allem unter dem langen und schneereichen Winter sowie dem kalten und nassen Frühjahr. „Vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturbelebung zeichnet sich seit Mitte des Jahres jedoch eine langsame Stabilisierung der Geschäftslage ab“, erklärte Fischer.

Nach der Dehoga-Branchenumfrage beurteilen 27,3 Prozent der befragten Gastronomen ihre Geschäftslage im Sommer als gut. 27,8 Prozent verzeichneten schlechte Geschäfte. 27,5 der Betriebe melden gestiegene Umsätze. Diesem Wert stehen immer noch 43,5 Prozent Umsatzverlierer gegenüber. Das ist eine leichte Verschlechterung gegenüber der Vorjahressaison. Gewinner sind vor allem Betriebe aus dem Quick-Service-Bereich sowie die Kantinen und Caterer. Die steigenden Beschäftigtenzahlen und die Reduzierung der Kurzarbeit haben wieder zu einer verstärkten Nachfrage in der Arbeitsplatz- und Ausbildungsverpflegung geführt. Auch das durch die Finanz- und Wirtschaftskrise stark gebeutelte Veranstaltungsgeschäft hat neuen Schwung bekommen.

„Mit Blick auf die verbesserte Konsumstimmung und die Hoffnung auf ein im Vergleich zu 2009 stärkeres Jahresendgeschäft rechnen viele Gastronomen mit einer Verbesserung oder zumindest Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation ihrer Betriebe“, so Fischer weiter. Die Anzahl der Betriebe, die von Oktober 2010 bis März 2011 Umsatzzuwächse erwarten, ist um 8,8 Prozentpunkte auf 34,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 27,1 Prozent der Unternehmen erwarten im Winter 2010/11 geringere Umsätze.

Die Ergebnisse der Dehoga-Konjunkturumfrage werden durch die Auswertungen des Statistischen Bundesamts bestätigt. Danach setzten Hotels und Restaurants in den ersten neun Monaten des Jahres nominal 1,7 Prozent mehr um als von Januar bis September 2009 (real -1,0 Prozent). Der Umsatz der Hotels lag nominal 6,3 Prozent (real 0,7 Prozent) über dem Vorjahresergebnis, während die Gastronomie ein Umsatzminus von 1,8 Prozent (real -0,6 Prozent) verkraften muss.

Der komplette Dehoga-Branchenbericht „Gastgewerbe Sommer 2010 – Ausblick Winter 2010/11“ steht unter www.dehoga.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.


III. Quartal 2010: Ausser-Haus-Konsum +1,1%

November 18, 2010

Quelle: cafe-future.net, 18. November 2010

Die Zahlen sind so gut wie schon lange nicht mehr. Der private Außer-Haus-Konsum in Deutschland stieg im 3. Quartal 2010 (Vergleich 3. Quartal ’09) um 1,1 % auf 16,7 Mrd. € brutto. 2,0 % plus für QSR/Retail, ebenfalls 2,0 % plus für Essen am Arbeitsplatz und bei Ausbildung, 1,6 % Mehrerlöse in der Kategorie Fullservice/Hotel – allein die Freizeitgastronomie kämpft noch mit 2,0 % minus.

Dieses Quartalsplus ist das erste seit dem dritten Quartal 2008. Insgesamt setzt es sich zusammen aus 1,1 % geringerer Frequenz, aber 2,3 % höherer Durchschnittsbons. Die polarisierte Situation, Minus bei den Frequenzen und Plus bei den Eaterchecks, gilt für alle vier Teilmärkte. Am eklatantesten der Besucherrückgang in der Freizeitgastronomie (-4,2 %), am besten die Entwicklung beim Durchschnittsbon in der Gemeinschaftsverpflegung (+3,1 %).

Betrachtet man die ersten drei Quartale 2010, so ist die Entwicklung stetig besser geworden. Und auch das gilt für alle drei betrachteten Kennziffern, nämlich Ausgaben, Besuche und Durchschnittsbon.

Die Zahlen der npdgroup/Crest Online Panel implizieren alles, von Sandwiches zum Sofortverzehr bei Aldi bis Fine Dining, wenn es privat bezahlt wird. Nicht enthalten sind jene Umsätze, die Unternehmen und Institutionen im Außer-Haus-Markt tätigen. Diese Regeln gelten für das Crest-Panel weltweit. So lässt sich das Geschehen in allen großen Volkswirtschaften vergleichen. Von USA über Japan, Großbritannien, Frankreich und Deutschland bis Russland.

Jochen Pinsker, Senior Vice President Europe der npdgroup mit Sitz in Nürnberg: „Nicht nur bei den gesamtwirtschaftlichen Daten, auch in den Gastronomieausgaben liegt Deutschland derzeit vor den anderen europäischen Ländern. Während Frankreich und Großbritannien im dritten Quartal noch stabil blieben, gingen in Italien und Spanien die Gastronomieausgaben weiter zurück.“


Langfristige Entwicklungen des Getränkekonsums im Außer-Haus-Markt

November 13, 2010

Quelle: cafe-future.net, 12. November 2010

Betrachtet man die Anteile der einzelnen Locations, so haben im längerfristigen Vergleich die Bar- und Lounge-Konzepte ihren Anteil am Getränkemarkt ausbauen können. Daneben hat das Restaurant weiter an Bedeutung gewonnen sowie Quick-Service-Restaurants und Café/Coffeeshops, die einen wesentlich höheren Anteil aufweisen als in den letzten Jahren. Auf der anderen Seite haben Diskotheken und „Kneipen um die Ecke“  Anteile einbüßen müssen.

Der Trend der Restaurants hält auch im aktuellen Zeitraum an. In der Sport- und Vereinsgastronomie, dem Biergarten und auch den Kneipen hat die WM in 2010 für Sonderumsätze gesorgt (Altersklasse 16 – 49 Jahre).

Bei den Getränkesegmenten haben in den letzten Jahren die frischen Mixgetränke, die Spirituosen, sowie die Heißgetränke ihre Anteile sukzessive erhöht. Dieser Ausbau ging zu Lasten von Bier, das im Vergleich zum Jahr 2005 eine geringere Bedeutung im Außer-Markt Markt einnimmt.

Alkoholfreie Getränke haben einen relativ stabilen Anteil im Markt. Allerdings gibt es innerhalb dieses Segmentes zu beobachtende langfristige Trends. Energydrinks und Eistee sind im Vergleich der letzten Jahre die Gewinner im Portfolio der alkoholfreien Getränke.

Trotz verhaltener Gesamtmarktumsätze sind längerfristig bestehende Trends und Entwicklungen im Außer-Haus Markt sehr gut zu beobachten, sei es in der Location-Landschaft oder bei den Getränke-Segmenten. Veränderungen gilt es in strategische Überlegungen einzubeziehen, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt agieren zu können.

Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg. Quelle – Basis: 32,9 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus-Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule). Autor: Silke Leibmann.


Gastronomie erfreut über mehr Weihnachtsfeiern: Knapp ein Viertel der Gastbetriebe verzeichnen steigende Zahl an Jahresend-Events

November 4, 2010

(Hamburg, 05. November 2010) Aufatmen zum Jahresende: In der Gastronomie zieht das Geschäft mit den Firmenfeiern zu Weihnachten wieder merklich an. Knapp ein Viertel der Hotels und gehobenen Restaurants verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Weihnachtsfeiern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatten lediglich neun Prozent der Gastbetriebe einen Zuwachs in Sachen Jahresendevents berichtet. Dies geht aus einer alljährlichen Untersuchung des auf den Außer-Haus-Markt spezialisierten Marktforschungsinstitutes The Business Target Group, Scheeßel bei Hamburg, hervor.

In 25% der gehobenen Restaurants und Hotels steigt die Zahl der Firmen-Weihnachtsfeiern
In 25% der gehobenen Restaurants und Hotels steigt die Zahl der Firmen-Weihnachtsfeiern

„Während Ende 2009 noch 50 Prozent der Gastronomiebetriebe Rückgänge bei den Firmen-Weihnachtsfeiern zu verkraften hatten, sind dies nun nicht unübliche 23 Prozent“, berichtet Thilo Lambracht, Geschäftsführer der The Business Target Group GmbH (BTG). 53 Prozent der Restaurants und Hotels melden bei den Firmenevents zum Jahresende keine Veränderungen zu 2009. Gerade in der von Finanzkrise und Konsumzurückhaltung besonders gebeutelten Speisegastronomie registrieren mehr als 35 Prozent eine Steige-rung bei der Zahl der Reservierungen für Firmenfeiern.

„Dennoch bleiben zahlreiche Firmen auf der Kostenbremse stehen“, so Lambracht. Ein Drittel der Gastbetriebe merkt, dass die Feiern kleiner werden und weniger Teilnehmer angemeldet werden als im Vorjahr. Und auch hier ist die klassische Speisegastronomie im Vorteil und berichtet in 25 Prozent aller Fälle von steigenden Teilnehmerzahlen. „Erfreulich ist, dass bei über der Hälfte der Gastbetriebe der Durchschnittsbon je Teilnehmer konstant bleibt und weitere 15 Prozent sogar ein aufwendigeres Menü verkaufen können“, so Lambracht. Der Hotelbereich hat zwar bessere Auslastungen seiner Betten aber das Geschäft mit den Weihnachtsfeiern ist im Vergleich mit der Speisegastronomie noch eher verhalten.


Restaurant-Ketten eröffnen neue Lokale in Polen

November 4, 2010

Quelle: gtai, 04. November 2010

Außer-Haus-Markt soll 2011 Tief überwinden / Von Beatrice Repetzki (gtai)

Warschau  – Trotz der derzeit schwachen Konjunktur des polnischen Außer-Haus-Marktes wollen sich die führenden Restaurant-Ketten 2011 weiter ausdehnen. Allein AmRest mit den Netzen KFC und Pizza Hut plant über 100 neue Restaurants vor allem in Mittel- und Osteuropa. Die polnische Kette Sfinks will auch Express-Lokale mit Speisen zum Mitnehmen schaffen. Branchenvertreter erwarten 2011 wieder mehr Restaurant-Besuche. Sfinks und die Schokoladen-Cafes von Wedel wollen auch Filialen im Ausland eröffnen. Trinkschokolade kommt in Mode.

Die sich erholende allgemeine Konjunktur wirkt sich 2010 noch nicht positiv auf die Gastronomie-Branche aus. Die wirtschaftliche Abschwächung 2009 hatte dazu geführt, dass die Polen seltener auswärts essen gingen. Im kommenden Jahr 2011 aber rechnen Branchenvertreter wieder mit Zuwächsen. Gleichzeitig vergrößert sich für die Konsumenten die Auswahl an Lokalen, denn allein die größten Restaurant-Ketten wollen 2011 insgesamt an die 200 neue Einrichtungen schaffen, wie die Tageszeitung „Rzeczpospolita“ erfragt hat.

Gastronomie-Markt (in Mrd. Zl)
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010*
Umsatz 16,3 17,0 18,2 19,4 18,5 18,2

Davon abweichende Angaben macht das Statistische Hauptamt GUS, wonach dieser Markt 2009 auf 21,5 Mrd. Zl (rund 5,0 Mrd. Euro, 1 Euro = 4,32 Zl; Durchschnittskurs 2009) wuchs (2008: 20,8 Mrd. Zl; 2007: 20,1 Mrd. Zl). GUS untersucht sämtliche Gastronomiebetriebe (ständige und saisonale), deren Zahl 2009 um 7,1% auf rund 75.000 weiter fiel (2008: -6,7%). Die Einnahmen des Sektors sanken demnach real um 1,4% gegenüber 2008 (nominal +3,6%).

Zwei Drittel dieses Betrages (66,9%) wurde mit gastronomischer Zubereitung erwirtschaftet, deren Gewicht weiter zunahm. Auf den Verkauf von Waren entfiel ein Anteil von 30,5%, darunter allein auf Alkohol und Tabakwaren von 21,0%, und auf die übrige Tätigkeit von 2,6%. Fast alle gastronomischen Einrichtungen (97,9%) befinden sich in privater Hand (73.795). Unter den Kantinen gab es allerdings noch 863 öffentlich betriebene.

Zahl der Gastronomie-Betriebe am Jahresende

Art der Gastronomie-Betriebe 2008 2009
Restaurants 13.731 13.501
Bars 33.151 30.519
Kantinen 5.207 4.373
Gastronomiepunkte 29.042 26.985
Insgesamt 81.131 75.378

Eine bedeutende Gruppe von Restaurant-Besuchern sind ausländische Touristen. Die Zahl derer, die mindestens einmal in Polen übernachteten, stieg im 1. Halbjahr 2010 laut dem Touristikinstitut, Instytut Turystyki (IT), um 4% auf rund 5,5 Mio. Damit trat eine leichte Verbesserung gegenüber dem besonders schwachen Jahr 2009 ein, als insgesamt nur 11,9 Mio. Reisende kamen.

Der Stand von 2008 mit 13,0 Mio. soll erst 2012 wieder überschritten werden, wenn 13,5 Mio. Touristen aus dem Ausland erwartet werden. Die zur 2012 geplanten Fußball-Europameisterschaft erwarteten Fans werden auch dem Gastronomiesektor Auftrieb geben. Unter anderem auf dieses Großereignis setzen die führenden Restaurant-Ketten.

Am stärksten expandieren will die an der Warschauer Börse notierte Gesellschaft AmRest, die in Polen die Restaurant-Ketten KFC (Kentucky Fried Chicken), Pizza Hut und andere betreibt. Nachdem sie 2010 bereits über 50 Lokale eröffnete, sollen 2011 weitere über 100 vor allem in Mittel- und Osteuropa hinzu kommen. Die Kosten für die Schaffung eines Restaurants betragen durchschnittlich etwa 2,3 Mio. Zl (rund 582.300 Euro, 1 Euro=3,95 Zl; Stand: 22.10.2010). Polen steht hier im Mittelpunkt; von den insgesamt 440 AmRest-Lokalen befinden sich 193 dort.

Zahl der Restaurants im Sommer 2010
Fast Food Kette McDonald’s Da Grasso AmRest Sfinks
Anzahl der Filialen 243 203 193 110

Auch die mit AmRest konkurrierende inländische Kette Sfinks will ihr Angebot erweitern. Neben ihren 95 Lokalen mit der Bezeichnung „Sphinx“ betreibt sie neun Bauernstuben „Chlopskie Jadlo“ und sechs Restaurants „Wook“. Im Jahr 2011 soll die Zahl ihrer Lokale 150 übersteigen.

Sfinks will eine neue Marke von Express-Lokalen mit eingeschränkter Bedienung schaffen, die Speisen zum Mitnehmen zubereiten. Die Handelsfirma für Bekleidung Redan vereinbarte mit dem Restaurant-Betreiber Rabatte für die eigenen Kunden in Sphinx-Lokalen. Diese werden bei Vorlage einer Redan-Quittung gewährt.

Auch die größte Pizzeria-Kette Polens, Da Grasso, die Sfinks nun doch nicht übernimmt, breitet sich weiter aus. Sie will in den fünf letzten Monaten 2010 zehn neue Lokale einrichten. Sfinks erwägt nach eigenen Angaben jedoch andere Akquisitionen im In- und Ausland. Marktführer McDonald’s hatte im Vorjahr 17 neue Lokale geschaffen und will 2010 mindestens ebenso viele eröffnen.

Nach acht Jahren kehrt nun auch die Kette Domino’s Pizza nach Polen zurück, nachdem deren Betreiber Pizza King Polska 2002 Bankrott gegangen war. Nun will die Kette zunächst bis 2012 27 Lokale in Warschau einrichten, und sich auch in anderen Großstädten etablieren. Neue Hoffnung für die am Rande des Bankrotts stehende Kette PolRest kommt von einer Beteiligung der Thabino Holding aus Zypern. Die preisgünstigen PolRest-Lokale heißen „Invito“ und „Rooster“.

Schnellbedienungsrestaurants konnten sich auch in der Phase der konjunkturellen Abschwächung gut halten. Laut dem Marktforscher OBOP verzehren etwa 40% der Personen, die außer Haus essen, eine Pizza. So hat die auf die Auslieferung von Pizza spezialisierte Kette Telepizza schon circa 120 Verkaufspunkte in Polen. Dominium hat 60 Pizza-Lokale und Pizza Hut über 50.

Expansionspläne hat auch der Investor bei dem bekannten Schokoladen- und Süßwarenhersteller Wedel, die japanische Gruppe Lotte. Zu Wedel gehört eine Kette von Cafés, in denen unter anderem trinkbare Schokolade serviert wird. Vierzehn solcher Cafés mit angeschlossenem Verkaufsgeschäft betreibt Wedel in Großstädten, weitere sollen nicht nur landesweit sondern auch im Ausland folgen.

Diese Cafés sollen zur Absatzförderung der Wedel-Produkte beitragen. Die Lotte-Gruppe will den Umsatz damit um 30% steigern und das Sortiment um Kekse und anderes Gebäck erweitern. Die Marke soll auch im Ausland stärker bekannt werden. Der größte Konkurrent von Wedel ist die Kette Wawel mit 13 Cafés.

Im Kommen ist aber die Mount Blanc Top Belgian Chocolates, die bereits ein Dutzend Lokale in Polen betreibt und noch 2010 einige weitere eröffnen will. Das Trinken von Schokolade erfreut sich in Polen einer wachsenden Beliebtheit. Daher kündigte auch die niederländische To Chocolate Company an, ein erstes Lokal noch 2010 in Polen einrichten zu wollen.

Weitere polnische Gastronomie-Ketten streben ins Ausland, wo allein 2010 mehrere Dutzend Lokale entstehen. Im Mittelpunkt steht dabei Großbritannien, wo zahlreiche Polen leben. Die Kette Nasz Nalesnik (Unser Crepe) will sich daneben in den USA etablieren. Auch Pizza Dominium mit vier Lokalen in Rumänien, Irland und Litauen will ihre Präsenz im Ausland noch verstärken. Da Grasso sucht außerhalb der Landesgrenzen Franchising-Partner. Die Grupa Kosciuszko, zu der unter anderem Chlopskie Jadlo gehört, strebt in Nachbarländer, deren Märkte sie zunächst mit Fertigprodukten testen will.

Im Jahr 2009 besuchten die Polen seltener gastronomische Einrichtungen auf als 2008. Der Marktforscher GfK Polonia hatte ermittelt, dass nur noch 42% von ihnen angaben, Imbiss-Stuben, Schnell- und andere Restaurants aufzusuchen (2008: 53%). Beliebt sind weiterhin Fast-Food-Lokale.

Fast die Hälfte der Polen, die auswärts essen, (46%) gaben an, bei McDonald’s einzukehren, gefolgt von KFC (22%) und Pizza Hut (19%). Neben Hamburgern und Pizza machen Sushi-Variationen Karriere, die eine rapide wachsende Zahl von Konsumenten überzeugen können. Von dem künftig zu erwartenden Zuwachs will auch der führende Großhändler Eurocash profitieren, der die Gesellschaft PolCater übernimmt, die hauptsächlich Gastronomie-Ketten beliefert. Durch die besten Restaurants Warschaus führt das Portal kulinarnik.pl. (B.R.)


Foodservice weltweit: Beste Entwicklung in Kanada und China

November 1, 2010

Quelle: www.cafe-future.net, 28. Oktober 2010

3. Quartal 2010: Zwei Länder ragen in Sachen Privatnachfrage im Außer-Haus-Markt positiv heraus, nämlich Kanada und China.

Im Vergleich zum 3. Quartal 2009 sah es zwischen Toronto und Vancouver wie folgt aus: +0,5 % Traffic, +2,1 % Durchschnittsbon = +2,4 % Verbraucherausgaben. Im Reich der Mitte (auf kleiner Basis): nahezu 13 % mehr Frequenz sowie +2,4 % höhere Durchschnittsbons = über 15 % mehr Ausgaben.

Für praktisch alle anderen großen Länder gilt: nach wie vor rückläufige Frequenzen, aber abgefedert. Negative Ausreißer sind die Länder Japan, Italien und Spanien.

Deutschland im Detail: -1,0 % Traffic, +1,5 % Durchschnittsbon = +0,4 % Ausgaben.

Foodservice Märkte - Privatnachfrage

Sämtliches Datenmaterial kommt von der npdgroup mit Sitz in Chicago, den global führenden Marktforschern in Sachen Außer-Haus-Konsum.

Neun große Länder werden kontinuierlich in Paneluntersuchungen analysiert: USA, Kanada, Japan, UK, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien – und: China (neu!).

Bob O’Brien, Senior Vice President fürs globale Geschäft bei npd: „Das wirtschaftliche Umfeld und damit auch die Performance der Foodservice-Player ist noch nicht so gut wie wir es uns wünschen, aber auch längst nicht mehr so schlecht wie vor zwölf Monaten.“


Weekly Research Bite: Fullservice Restaurants & Sonderangebote

November 1, 2010

Quelle: www.cafe-future.net, 29. Oktober 2010

In Fullservice Restaurants werden zur Mittagszeit häufiger Sonderangebote genutzt als am Abend (Betrachtungszeitraum: YE Juni 2010).

6 % der Gäste gab an, mittags eine Menükombination, also zum Beispiel Speise und Getränk zum Festpreis, bestellt zu haben. Das Angebot von Promotions, beispielsweise in Form eines Tagesgerichts, nahmen mittags 14 % der Gäste gerne wahr, am Abend waren es nur 9 %.

Die Daten stammen aus dem CREST (Consumer Reports On Eating Share Trends) Verbraucherpanel der npdgroup deutschland GmbH in Nürnberg.