Kaffeekonsum in Deutschland steigt

Quelle: dapd, 25. Dezember 2010

Der Kaffeekonsum in Deutschland ist auch 2010 wieder gestiegen. Jeder Bundesbürger trinkt pro Jahr 150 Liter des schwarzen Muntermachers. Das hat aber auch die Preise explodieren lassen.

Der Kaffeekonsum in Deutschland steigt weiter. Der Verbrauch 2010 werde gegenüber dem Vorjahr erneut voraussichtlich um etwa ein bis zwei Prozent auf über 150 Liter pro Bundesbürger zulegen, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes, der Nachrichtenagentur dapd. Damit sei der Konsum bereits das fünfte Jahr in Folge gestiegen, und Kaffee bleibe das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland.

Rohkaffee 40 Prozent teurer
Probleme bereitet Röstern und Importeuren die Preisexplosion bei Rohkaffee. Seit Jahresbeginn sind die weltweiten Preise laut dem Kaffeepreisindex der International Coffee Organization um rund 40 Prozent gestiegen. Als Gründe dafür nennt die Kaffeebranche neben der Spekulationslust auf Rohstoffe Überschwemmungen und Dauerregen in den Anbauregionen sowie rückläufige Exporte einzelner Länder. “Die Marktrisiken waren nicht vorauszusehen“, so Preibisch.

Bei den Verbrauchern ist die Teuerung von Rohkaffee zumindest bislang nicht angekommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug die Preissteigerung bei Kaffee in den vergangenen zwölf Monaten 3,0 Prozent. Ob Kaffee 2011 teurer wird, ist ungewiss. “Wir wissen derzeit nicht, wie es weitergeht“, sagt Preibisch. Für die Röster und Importeure verschärfe sich die Lage aber weiterhin. So würden die Rohkaffee-Lieferanten einiger Länder längst geschlossene Lieferverträge nicht erfüllen und verlangten jetzt höhere Preise als ursprünglich vereinbart, erläutert der Experte.

Einzelportionen im Trend
Mit einem jährlichen Rohkaffee-Verbrauch von über 500.000 Tonnen ist Deutschland der drittgrößte Kaffeemarkt weltweit. Im Trend liegen bei den Verbrauchern insbesondere sogenannte Convenience-Produkte. Bei Einzelportionen Kaffeepads und Kapseln erwartet der Verband ebenso wie bei Espresso für das Jahr 2010 ein Plus von mehr als zehn Prozent. “Diese Produkte dürften künftig noch stärker nachgefragt werden“, sagt Preibisch. Potenzial gebe es auch bei Bio-Produkten und zertifizierten Kaffees, deren Anteil derzeit nur bei drei Prozent liegt.

Ihren Kaffee trinken die Bundesbürger weiterhin am liebsten daheim. Der Außer-Haus-Markt (Gaststätten, Hotels) leidet weiter unter den Folgen des Krisenjahres 2009. Die Rückgänge hätten nicht kompensiert werden können, sagt Preibisch.

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