GfK: Bier im Außer-Haus-Markt 2010

April 21, 2011

(Nürnberg, 21. April 2011) 2010 war für Bier und Biermischgetränke ein schwieriges Jahr im Außer-Haus Markt. Während sich der Gesamtmarkt der Getränke bei den 16 bis 49-Jährigen im Umsatz um -5,9% rückläufig entwickelte, konnten sich auch Bier und Biermischgetränke dieser Tendenz nicht entziehen.

Die Biermischgetränke hatten dabei mit einem Umsatzminus von fast 4% zu kämpfen, was im Wesentlichen aus dem zu kurzem Sommer (nur Juni und Juli) und der generellen Konsumzurückhaltung junger Zielgruppen im Außer-Haus Markt resultiert.

Der Bierumsatz war mit einem Minus von 7,8% stärker rückläufig als der gesamte Getränkemarkt. Im Monat Juni und Juli hat zwar die Fußball-WM vor allem. der Gastronomie mit der Möglichkeit zum „Public Viewing“ Umsatzzuwächse gebracht. So konnten beispielsweise die Biergärten in diesem Zeitraum deutlich zulegen. Allerdings reichte dieser Sondereffekt nicht aus um das Jahr zu retten.

Insgesamt haben sich die langfristigen Trends fortgesetzt. Die Ursachen für den Rückgang im Außer-Haus-Bereich sind vielfältig, wobei insbesondere der Faktor „Homing“ eine wichtige Rolle spielt. Die momentane aggressive Preis- und Promotionspolitik im Handel unterstützt diesen Trend zusätzlich. So muss der Konsument aktuell für die „Halbe“ Pils in der Gastronomie im Durchschnitt fast 3 Euro zahlen und im LEH dagegen nur etwa 60 Cent. Nicht nur, dass dieser Preisunterschied den „Homing-Trend“ unterstützt, so wird es für die Brauer auch zunehmend schwieriger, den Preisunterschied zu rechtfertigen.

Die klassische Kneipe hat dadurch weitere Rückläufe und entsprechende Marktanteilsverluste zu verzeichnen. Jedoch ist sie mit 22,4% der Bierumsätze in der Zielgruppe bis 49 Jahre immer noch der zweitstärkste Absatzkanal für Bier.

Die Restaurants waren hingegen vom rückläufigen Biermarkt weniger stark betroffen, sodass diese anteilig im Biermarkt zulegen konnten.

Autor: Horst Zocher
Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Quelle:
Basis: 32,6 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).

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Umfrage zeigt eingeschränktes Spektrum an Genuss-Erfahrungen der Deutschen

April 21, 2011

(Bonn, 21. April 2011) Was ist für die Bundesbürger ein Genuss? Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Arbeitskreises Ernährung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) hat dies herausgefunden: Für Männer und Frauen stehen Genüsse, die mit Essen und Trinken verbunden sind, ganz weit oben. Weitere Nennungen folgen erst mit großem Abstand. Es zeigt sich, dass das Genuss-Spektrum der Deutschen sehr eingeschränkt ist. Genussfähigkeit sollte sich aber nach Ansicht von Psychologen auf alle Lebensbereiche beziehen. Denn: Genießen steigert das Wohlbefinden und ist gut für die Gesundheit.

Genussversprechen begegnen uns tagtäglich und überall. Interessant ist, was denn eigentlich die Adressaten sagen, was für sie Genuss ist. Diese Frage stellte TNS Emnid im Auftrag des BDSI telefonisch 1.003 Männern und Frauen über 14 Jahren in Deutschland. Das Ergebnis: 68 Prozent der Antworten haben mit Essen und Trinken zu tun, sowohl im Allgemeinen als auch bezogen auf spezielle Lebensmittel wie Süßigkeiten, Kaffee oder Wein.

An zweiter Stelle – mit beträchtlichem Abstand – folgt die Freizeit mit 14 Prozent der Antworten. Alle weiteren Angaben wie beispielsweise Urlaub, Freunde treffen, Ruhe, Entspannen, Partnerschaft, Familie, Natur und Gesundheit erreichten nur neun Prozent und weniger.

Dr. Rainer Lutz, Psychologe und Genussforscher an der Philipps-Universität Marburg, hat eine mögliche Erklärung für die Dominanz des „leiblichen Wohls“ als Genussfaktor: „Jeder von uns beschäftigt sich tagtäglich mit Essen und Trinken – mindestens drei Mal täglich. Und durch die Auswahl von schönen Lebensmitteln oder eine ansprechende Dekoration des Esstisches können einfach und schnell kleine Genussmomente geschaffen werden. Genießen wird jedoch fälschlicherweise oft mit Konsumieren verwechselt.“

Genießen ist laut Lutz ein Lebensprinzip: Wer sich das Genießen erlaubt, nimmt sich Zeit für sich, lässt das Schöne in seinem Leben zu, lebt bewusster und sorgt sich um sich selbst und seine Bedürfnisse. Und das in allen Lebensbereichen: im Kulturellen und Sozialen, bei Bewegung und Entspannung, bei Essen und Trinken. Der Genießer gestaltet seine Umgebung so, wie sie gut für ihn ist. Er wählt gezielt Genussobjekte aus, geht sowohl sinnlich als auch sinnvoll mit ihnen um – er weiß, wann es genug ist. Dabei ist es wichtig, aus einem großen Genuss-Erfahrungsspektrum schöpfen zu können. „Wer sich Genuss erlaubt und seine Genussfähigkeit trainiert, tut etwas für seine Gesundheit“, so das Fazit von Lutz.


Rekord bei Tiefkühlkost: Der Bundesbürger verzehrt mehr als 40 kg pro Jahr – Die Lust auf tiefgekühlte Produkte setzt sich damit weiter fort

April 21, 2011

(Hamburg, 21. April 2011) Die aktuellen Zahlen der Tiefkühlbranche belegen: Die Deutschen sind wahre Tiefkühlkost-Fans. Erstmalig wurde im Jahr 2010 die magische 40-Kilogramm-Schallmauer im Pro-Kopf-Verbrauch von tiefgekühlten Produkten durchbrochen: Der durchschnittliche Verbrauch eines jeden Bundesbürgers stieg von 39,3 Kilogramm (2009) auf 40,2 Kilogramm (2010) und damit um 0,9 Kilogramm pro Kopf (plus 2,3 Prozent).

Der Gesamtmarkt für Tiefkühlkost (Lebensmitteleinzelhandel und Großverbraucherbereich, inklusive Heimdiensten und Discountern) stieg in 2010 um 1,9 Prozent auf ein Absatz-gesamtvolumen von 3,28 Millionen Tonnen (3,22 Mio. t in 2009). Auch der Gesamtumsatz legte um 1,3 Prozent zu und wuchs von 11,275 Milliarden Euro (2009) auf 11,421 Milliarden Euro in 2010. Die Tiefkühlwirtschaft stellt damit ihre hohe Bedeutung in der deutschen Lebensmittelwirtschaft einmal mehr unter Beweis. Schon im Krisenjahr 2009 hatte sich die Branche über einen sehr stabilen Markt freuen können. Und ebenso beachtlich ist die Entwicklung des Tiefkühlmarktes im Jahr 2010, denn der Lebensmittelgesamtmarkt wächst nur leicht. Die Zuwächse im vergangenen Jahr unterstreichen einmal mehr die hohe Akzeptanz der Produkte aus der Kälte beim Verbraucher. Dies spiegelt auch der Verbrauch pro Haushalt wieder, der in 2010 von 81,2 Kilogramm (2009) auf 82 Kilogramm anstieg (plus 1 Prozent).

Convenience für den Hausgebrauch sehr gefragt
Die Entwicklung von Tiefkühlkost im Lebensmittelhandel (LEH) zeigt: die Branche kann sich über einen konstanten und mengenmäßig sogar leicht wachsenden Markt freuen. Mit 1,75 Millionen Tonnen Absatzmenge konnte dieser Bereich um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1,74 Mio. t) zulegen. Auf Umsatzseite musste der Lebensmittelhandel allerdings leichte Einbußen hinnehmen: Der Umsatz ging um 0,3 Prozent von 6,74 Milliarden Euro (2009) auf 6,72 Milliarden Euro zurück. Ursachen dafür waren u.a. erhöhte Aktionsaktivitäten im LEH sowie eine angespannte Preissituation in einigen Segmenten.

Die Sieger unter den Produktgruppen im LEH sind ganz klar auszumachen: Pizza mit einem mengenmäßigen Wachstum von 5,1 Prozent und Backwaren mit 3,3 Prozent. Während die Tiefkühlpizza im Großverbraucherbereich nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist sie im LEH ein echter Top-Seller. Die Backwaren wachsen hier maßgeblich in den Bereichen Premiumtorten und portionierbare Produkte (z.B. geschnittene Sahne- und Backkuchen) – man erkennt den Trend zu noch mehr Genuss und zur Individualisierung in Kleinhaushalten.

Im Segment Kartoffeln sind die Pommes frites nach wie vor der meistgefragte und -gekaufte Artikel. Die Spezialitäten erfreuten sich aber insgesamt eines stärkeren Wachstums. Innovative Neuheiten kommen beim Verbraucher sehr gut an, er freut sich über neue Geschmackserlebnisse und mehr Abwechslung im Kartoffelbereich.

Im Bereich der Fleischprodukte erfuhren Wild- und Wildgeflügel einen enormen Anstieg von über 10 Prozent. Der Verbraucher zeigt eine deutlich höhere Akzeptanz dieses speziellen Segmentes und unterstreicht damit den generellen Trend hin zu innovativen ausgefallenen Produktangeboten. Rohe Fleischprodukte entwickelten sich hingegen eher rückläufig, viele Menschen bevorzugen inzwischen eher vorgegarte und fertige Fleischgerichte.

Auch das Fisch-Segment erfuhr in 2010 erneut Wachstum, beeinflusst sicherlich durch den nach wie vor anhaltenden Trend zu gesunden Lebensmitteln, auch wenn komplettere Produkte wie Fischgerichte und panierter Fisch stärker gefragt sind als beispielsweise Naturfilets. Und den größten Zuwachs verzeichneten die guten, bewährten Fischstäbchen.

Der Gemüsebereich erlebte sein stärkstes Wachstum im LEH bei Einzel- und Mischgemüse sowie Kräutern – auch dies ein Indiz für den anhaltenden Gesundheitstrend. Die Gerichte erfuhren insgesamt einen leichten Rückgang im LEH und konnten damit nicht vom allgemein anhaltenden Convenience-Trend profitieren, wie es bei Pizza und Snacks der Fall war. Suppen und Eintöpfe aus der Tiefkühlung gelang allerdings ein ordentliches Wachstum.

Hervorragende Stimmung im Außer-Haus-Markt hält an
Die allgemeine Stimmung im Außer-Haus-Markt ist nach dem krisengebeutelten Jahr 2009 wieder hervorragend. Erhöhte Investitionsbereitschaft und der Trend zu innovativen Produkten schlagen sich bereits in den Zahlen 2010 nieder: Der Großverbraucherbereich (GV) konnte insgesamt um 3,2 Prozent zulegen und wuchs auf 1,53 Millionen Tonnen an (1,49 Mio. t in 2009). Wertmäßig erfuhr dieser Bereich ein Wachstum um 3,7 Prozent von 4, 54 Milliarden Euro in 2009 auf 4,71 Milliarden Euro in 2010. Vor allem im zweiten Halbjahr 2010 zog das Wachstum merklich an.

Die größten Zuwächse generierten die Backwaren mit insgesamt plus 7 Prozent, getrieben von der erhöhten Nachfrage nach Brot und Brötchen. Und auch hier verhalten sich die Verbraucher zunehmend gesundheitsbewusst: Kernige und kräftige Brötchen werden immer stärker nachgefragt. Ein ebenfalls erfreuliches Wachstum im GV-Bereich konnten die Produktgruppen Fisch, Kartoffeln und Gemüse verzeichnen.

Im Fisch-Segment rechnet die Branche für das GV-Segment auch mit nach wie vor steigendem Zuwachs.

Die Kartoffeln wachsen im GV-Bereich noch stärker als im LEH. Gründe u.a.: die Absätze in Quick-Service-Restaurants und Kantinen ziehen wieder an – hier spielen insbesondere die Pommes frites eine wichtige Rolle.

Bei Gemüse wuchs vor allem der Bereich Gemüsezubereitungen: Die Köche in Gastronomie und vor allem Kantinen und Anstalten haben erkannt, wie einfach und unkompliziert der Umgang mit tiefgekühltem Gemüse ist – Convenience heißt das Zauberwort.

Auch Fleischprodukte aus der Kälte erfreuen sich im GV-Bereich wachsender Beliebtheit: Sie legten um 1,4 Prozent zu, ebenso wie die Gerichte im Außer-Haus-Bereich. Besonders erfolgreich: die Teilgerichte mit plus 3,8%. Offensichtlich werden damit verbundene Vorteile wie Flexibilität und Veredelungsmöglichkeiten zunehmend von den Köchen geschätzt.

Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft
Der bisher äußerst stabile Tiefkühlkostmarkt lässt erfreulicherweise immer noch ein Wachstum zu. Die Branche blickt also entspannt und positiv in die Zukunft. Dabei ist sie aber alles andere als tatenlos: Die Innovationskraft der Tiefkühlbranche ist unbestritten und gilt übergreifend für alle Produktkategorien. Kreativität und Ideenreichtum und zudem ein „guter Geschmack“ zeichnen die Produktentwickler der Branche aus – die Zahlen bestätigen dies immer wieder. Und die Verbraucher lernen zunehmend, dass Tiefkühlkost „frischer als frisch“ ist, was mit der gleichnamigen Branchenkampagne glaubwürdig unterstützt wird.

Die Tiefkühlbranche ist zudem sehr aktiv in einem weiteren Thema: so läuft derzeit unter Federführung des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) eine groß angelegte Studie rund um die Klimabilanz von Tiefkühlkost, deren Ergebnisse noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Eine erste wichtige Erkenntnis aus der Vorstudie: Eine pauschale Verurteilung der Tiefkühlkost als Klimakiller ist unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht haltbar. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Tiefkühlinstituts, Udo Perenz, ist deshalb überzeugt: „Die Hauptstudie wird die Erkenntnisse aus der Vorstudie noch untermauern und damit zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion beitragen.“


Herr und Frau Schweizer verpflegen sich gerne ausser Haus

April 20, 2011

(Zürich, 20. April 2011) Herr und Frau Schweizer haben im vergangenen Jahr für Essen und Trinken ausser Haus über 26 Mia. Schweizer Franken ausgegeben, rund 3,3 Mia. mehr als im Vorjahr. Der Stellenwert der schnellen, preisgünstigen Verpflegung hat insbesondere bei den jüngsten Gästen weiter zugenommen, während die herkömmliche Gastronomie insgesamt leichte Umsatzeinbussen verzeichnete. Des Schweizers liebstes Gericht bestand 2010 aus Rindfleisch mit Pommes Frites und Salat, wobei die Romands mehr Fisch konsumierten als die Deutschschweizer. Diese und andere Konsumtrends hat der Branchenverband GastroSuisse anlässlich seiner Jahresmedienkonferenz am 19. April 2011 im Restaurant „Giesserei“ in Zürich-Oerlikon präsentiert.

Die Ausgaben von Herrn und Frau Schweizer für Essen und Trinken ausser Haus sind im Jahr 2010 weiter gestiegen. Diese Zunahme beruht auf verschiedenen Faktoren: der Zunahme der Beschäftigung (+0,8% im Vorjahresvergleich), einer leichten Teuerung (+0,9%) und der Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung (+1%) auf 7,8 Millionen. Sie widerspiegelt aber auch die gute Konsumentenstimmung, die sich nach den überwiegend pessimistischen Einschätzungen in den vergangenen zwei Jahren wieder erholt hat und sich im Jahre 2010 erfreulich entwickelte.

Wie GastroSuisse-Direktor Dr. Bernhard Kuster ausführte, hat das Alter einen grossen Einfluss auf die Verpflegungsgewohnheiten. Bei den jüngsten Gästen stehen jedoch nicht etwa die Fast-food-Restaurants an erster Stelle, sondern die Betriebs- und die Gemeinschaftsverpflegung. Das ändert sich mit zunehmendem Alter. Bereits ab 25 Jahren sind die meisten erwerbstätig, verfügen also über mehr Geld und kehren am häufigsten in der herkömmlichen Gastronomie ein. Über die Hälfte des Umsatzes in der Gastronomie wird in der Mittagszeit, zwischen 11 und 15 Uhr, getätigt, verpflegt sich doch der Grossteil der berufstätigen Bevölkerung tagsüber ausser Haus. Umso stossender ist die steuerliche Benachteiligung des Gastgewerbes gegen-über dem Detailhandel.

Im Vergleich mit dem letzten Jahr zeigt sich, dass die Infrastruktur im Gastgewerbe namhaft ausgebaut wurde. Die überwiegende Mehrheit der Beherbergungsbetriebe verfügt heute über Nichtraucherzimmer und Fernseher im Zimmer. Auch in Internetzugänge wurde investiert. In das Wohlbefinden der Gäste haben auch die Restaurationsbetriebe investiert: So verfügen immer mehr Betriebe über Kinderangebote, eine Terrasse, einen separaten Saal und sind behindertengerecht ausgebaut. Besonders interessant zu sehen ist, wie sich die Betriebe auf die neue Rauchergesetzgebung eingestellt haben. Gesamtschweizerisch sind 4,6 Prozent der Betriebe Raucherlokale. 10,9 Prozent verfügen über ein bedientes und 5,7 Prozent über ein unbedientes Fumoir.

Das Thema Passivrauchschutz hat das Jahr 2010 geprägt und stellte vor allem kleine und getränkegeprägte Betriebe vor grosse Probleme. „Die drohende Veränderung weiterer Rahmenbedingungen für das Gastgewerbe bereitet uns Sorgen“, stellte GastroSuisse-Zentralpräsident Klaus Künzli fest. Die Revision des Alkoholgesetzes und jene des Lebens-mittelgesetzes haben beide gemeinsam, dass sie dem Bürger die Selbstverantwortung immer mehr absprechen. „Diesem verstärkten Drang zur Bevormundung und damit zur Regulierung und Normierung dürfen wir nicht Raum geben“, so Klaus Künzli.

Im Zentrum des Kampfs um bessere Rahmenbedingungen für die Branche und für gleiche Spiesse gegenüber Mitbewerbern steht die erste eidgenössische Volksinitiative von Gastro-Suisse „Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes!“. „Bei diesem wichtigen politischen Geschäft sind die Weichen momentan richtig gestellt“, verkündete GastroSuisse-Vizepräsident Ernst Bachmann. Die nötigen Unterschriften für die Volksinitiative wurden in Rekordzeit gesammelt. Es liegen derzeit knapp 115’000 bescheinigte Unterschriften vor. Die Chancen stehen gut, dass die steuerliche Benachteiligung des Gastgewerbes aufgehoben wird. Sowohl das vom Nationalrat anvisierte Zweisatzmodell als auch der vom Ständerat favorisierte Einheitssatz würden das Problem lösen.

Ebenfalls gut unterwegs ist GastroSuisse mit ihrer Hotelklassifikation. Seit Bekanntgabe des richtungweisenden Bundesgerichtsurteil im Januar 2011 steht fest: GastroSuisse darf ebenfalls Sterne verwenden. Das Sterne-Monopol der hotelleriesuisse ist gefallen. Der Gast profitiert in der Folge von mehr Wettbewerb und einer deutlich grösseren Angebotstransparenz und Vielfalt. „Nach dem Wegfall der mehrjährigen juristischen Blockade haben unsere über 3000 Hotel-Mitglieder nun endlich auch die Möglichkeit, sich entsprechend im Markt zu präsentieren“, stellte Daniel C. Jung, Leiter Berufsbildung und Dienstleistungen, fest. „Unser Sterne-Logo, das ganz auf Swissness, Zuverlässigkeit und Qualität setzt, kommt sehr gut an. Es gibt dem Gast eine wichtige Orientierung; dieser weiss, was ihn erwartet.“ Stern ist Stern. Auch wenn es zwei Anbieter gibt, die Unterschiede sind nicht relevant. Beide Systeme basieren auf den gleichen europäischen Standards, den Normen des europäischen Hotel- und Restaurantverbandes HOTREC.

Die Referate und weitere Dokumente stehen auf der Internetseite www.gastrosuisse.ch zum Download zur Verfügung (Rubrik Politik und Medien).


Ernährungskultur beeinflusst Essverhalten: Gegessen und dennoch hungrig

April 20, 2011

Zwei neue Studien zeigen: Geringe Aufmerksamkeit auf das Essen sättigt weniger und macht schneller wieder hungrig / Gesellschaftlicher Wandel verändert Esskultur und bewirkt unregelmäßige Mahlzeiten

Coffee to Go oder Burger-Schnellimbisse sind begehrt wie nie zuvor und Fastfood-Ketten bauen ihr Filialnetz weiter aus, um Hungrigen noch besser einen Snack für unterwegs zu bieten. Oft greifen gestresste Berufstätige zu diesen schnellen Lösungen und verschlingen die Snacks auf dem Weg zum nächsten Termin oder zwischen zwei Telefonaten am Arbeitsplatz. Doch wer während des Essens am Computer oder vor dem Fernseher sitzt, ist abgelenkt und nicht auf die Mahlzeit konzentriert. Britische Forscher der Universität Bristol zeigen mit einer in der Februar-Ausgabe des American Journals of Clinical Nutrition erschienenen Studie, dass sich abgelenkte Esser unmittelbar nach der Mahlzeit weniger satt fühlen. (1) Zudem aßen sie innerhalb einer halben Stunde nach dem Essen doppelt so häufig Snacks als die Teilnehmer der Kontrollgruppe, die bei der Mahlzeit nicht abgelenkt waren. Die Forscher teilten für diesen Versuch die Probanden in zwei Gruppen: Die eine spielte während des Essens am Computer ein Kartenspiel und die andere konzentrierte sich ausschließlich auf ihre Mahlzeit. Beide Versuchsgruppen erhielten das gleiche Mittagessen, konnten nach der Mahlzeit zusätzlich Snacks essen und wurden nach ihrem Sättigungsgefühl befragt.

Mehr Mobile-Eater in Deutschland
Um nach dem Essen satt zu sein, sind nicht nur die aufgenommenen Kalorien und die Nahrungsmenge entscheidend, sondern auch psychische Faktoren: „Wer Mahlzeiten als sinnliche Höhepunkte des Tages erlebt, hat mehr Freude daran. Genießer essen automatisch langsamer und nehmen mehr optische und geschmackliche Feinheiten wahr. Sie essen dadurch weniger und werden trotzdem satt“, erklärt Dr. Elke Arms. Die promovierte Ernährungswissenschaftlerin ist für die Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio verantwortlich.

Doch oft lässt der hektische Alltag keine Zeit, Mahlzeiten zu genießen. Schließlich wünschen sich 67 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mehr Zeit und Ruhe für eine genussvolle Mahlzeit. Das zeigt die Nestlé Studie 2011 „So i(s)st Deutschland“, für die das Institut für Demoskopie Allensbach 4.000 Bundesbürger befragte. (2) „Unsere Gesellschaft verändert das Essverhalten jedes einzelnen und die Esskultur insgesamt. Früher bestimmten die Mahlzeiten unseren Tagesrhythmus. Heute dagegen dominiert der Alltag unsere Ernährung“, erklärt Dr. Elke Arms. Vor allem die Unter-30-Jährigen ersetzen öfters eine Hauptmahlzeit durch einen Snack zwischendurch. Folglich essen sie nicht ausgewogen, zu unregelmäßig sowie mit Heißhunger und haben dadurch Ernährungsdefizite.

Essstil wird in der Kindheit geprägt
Der stressige Alltag betrifft auch Familien. Laut Nestlé Studie fehlt berufstätigen Eltern oft die Zeit für gemeinsame Mahlzeiten: Ein gemeinsames Frühstück schaffen nur 39 Prozent der Vollzeit berufstätigen Mütter und ein Fünftel der Väter. Das Mittagessen verbringen sogar lediglich 14 Prozent der Mütter und 13 Prozent der Väter mit ihren Kindern. Während die berufstätigen Eltern zwischendurch oft zu kleinen Snacks greifen, essen die Kinder im Kindergarten oder in der Schule. Doch nur wenige Schulmensen hierzulande setzen auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Die Hälfte aller Schüler fühlt sich nach dem Mensaessen müde, voll und lustlos. (3)

„Lobenswert ist, dass immerhin 82 Prozent der Vollzeit berufstätigen Mütter und 62 Prozent der Väter fast jeden Abend zusammen mit ihrem Kind essen. Regelmäßig gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig, da der Ernährungsstil in der Kindheit geprägt wird“, betont Dr. Elke Arms. „Diese Zeit kann genutzt werden, um Heranwachsenden eine bewusste, gesunde und ausgewogene Ernährung vorzuleben.“ Wird Kindern rechtzeitig eine bewusste Ernährung vermittelt, entscheiden sie sich später auch selbstständig für gesunde Lebensmittel. Gut ist es, wenn Eltern ihre Kinder motivieren, neue Gerichte auszuprobieren. Selbst wenn Kinder bestimmte Speisen bislang nicht mochten, können Eltern diese immer wieder anbieten. Schließlich verändern sich die Geschmackssinne während der Entwicklung, sodass anfangs abgelehnte Gerichte eines Tages doch schmecken.

Tipps für Essen in Ruhe und ohne Stress
Nicht nur die gesunde und ausgewogene Ernährung steht im Nestlé Ernährungsstudio im Fokus, sondern auch die Themen „Essen lernen am Familientisch“, „Ernährung unter Stress“ und „Unterwegs gesund und lecker Essen“. Um sich besser auf das Essen zu konzentrieren, empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Elke Arms:

o Mahlzeiten nicht verschlingen, sondern genießen. Dabei hilft es, jeden Bissen gut (circa 20-mal) und bewusst zu kauen.
o Störquellen wie Handy und Computer bleiben bei Mahlzeiten aus.
o Eine angenehme Essatmosphäre schafft eine schöne Tischdekoration mit bunten Servietten, Kerzen und Blumen.
o Gerichte appetitlich und bunt anrichten.

Tipps für Familien mit Kindern
o Gemeinsames Kochen fördert die Vorfreude auf das Essen und führt auch Kinder an das Zubereiten der Mahlzeiten heran. Sie kochen gerne mit ihren Eltern, weil sie so gemeinsam mehr Zeit miteinander verbringen und die Nähe zu ihren Eltern schätzen. Außerdem probieren die Kinder beim Kochen die Lebensmittel gerne aus und haben Spaß am Hantieren in der Küche.
o Kinder mögen es, wenn es während der Mahlzeiten fröhlich zugeht. Dürfen Sie mitentscheiden, was auf den Esstisch kommt, ist die Freude umso größer.
o Beim gemeinsamen Abendessen bleibt der Fernseher aus und die Aufmerksamkeit gilt der Familie und der Mahlzeit.
o Die gemeinsame Mahlzeit beginnt, wenn alle am Tisch sitzen und endet, wenn alle fertig sind.

Das Nestlé Ernährungsstudio
Das Nestlé Ernährungsstudio (http://ernaehrungsstudio.nestle.de) ist mit bis zu 750.000 Besuchern pro Monat eine der führenden Anlaufstellen für Ernährungsthemen im Internet. Mit verständlichen Informationen sowie vielen Tools berät und informiert der interaktive Ratgeber umfassend über Ernährung, Wohlbefinden und Gesundheit. Rechner, Checks und Tests unterstützen die Nutzer dabei. Verschiedene Communities ermöglichen den Austausch mit Gleichgesinnten. Für eine persönliche Ernährungsberatung steht ein Team von erfahrenen Ernährungswissenschaftlern zur Verfügung.

Quellen:
(1) Oldham-Cooper RE et al. (2011). Playing a computer game during lunch affects fullness, memory for lunch, and later snack intake. The American Journal of Clinical Nutrition, Februar 2011: 308-13.

(2) Nestlé Deutschland AG (Hrsg). Nestlé Studie 2011: So is(s)t Deutschland. Ein Spiegel der Gesellschaft. Frankfurt am Main, Stuttgart: Matthaes Verlag 2011. ISBN: 978-3-87515-098-8; voraussichtlich ab Mai 2011 (140 Seiten, 29,90 Euro)
(3) Nestlé Deutschland AG. Nestlé Studie 2010: So is(s)t Schule. Chancen für das lernende Esszimmer. Frankfurt am Main, 2010.


Schallmauer durchbrochen: Der Bundesbürger verzehrt mehr als 40 kg Tiefkühlkost pro Jahr/ Die Lust auf tiefgekühlte Produkte setzt sich damit weiter fort

April 15, 2011

Berlin, 15. April 2011 – Die aktuellen Zahlen der Tiefkühlbranche belegen: Die Deutschen sind wahre Tiefkühlkost-Fans. Erstmalig wurde im Jahr 2010 die magische 40-Kilogramm-Schallmauer im Pro-Kopf-Verbrauch von tiefgekühlten Produkten durchbrochen: Der durchschnittliche Verbrauch eines jeden Bundesbürgers stieg von 39,3 Kilogramm (2009) auf 40,2 Kilogramm (2010) und damit um 0,9 Kilogramm pro Kopf (plus 2,3 Prozent). Der Gesamtmarkt für Tiefkühlkost (Lebensmitteleinzelhandel und Großverbraucherbereich, inklusive Heimdiensten und Discountern) stieg in 2010 um 1,9 Prozent auf ein Absatzgesamtvolumen von 3,28 Millionen Tonnen (3,22 Mio. t in 2009). Auch der Gesamtumsatz legte um 1,3 Prozent zu und wuchs von 11,275 Milliarden Euro (2009) auf 11,421 Milliarden Euro in 2010. Die Tiefkühlwirtschaft stellt damit ihre hohe Bedeutung in der deutschen Lebensmittelwirtschaft einmal mehr unter Beweis. Schon im Krisenjahr 2009 hatte sich die Branche über einen sehr stabilen Markt freuen können. Und ebenso beachtlich ist die Entwicklung des Tiefkühlmarktes im Jahr 2010, denn der Lebensmittelgesamtmarkt wächst nur leicht. Die Zuwächse im vergangenen Jahr unterstreichen einmal mehr die hohe Akzeptanz der Produkte aus der Kälte beim Verbraucher. Dies spiegelt auch der Verbrauch pro Haushalt wieder, der in 2010 von 81,2 Kilogramm (2009) auf 82 Kilogramm anstieg (plus 1 Prozent).

Convenience für den Hausgebrauch sehr gefragt
Die Entwicklung von Tiefkühlkost im Lebensmittelhandel (LEH) zeigt: die Branche kann sich über einen konstanten und mengenmäßig sogar leicht wachsenden Markt freuen. Mit 1,75 Millionen Tonnen Absatzmenge konnte dieser Bereich um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1,74 Mio. t) zulegen. Auf Umsatzseite musste der Lebensmittelhandel allerdings leichte Einbußen hinnehmen: Der Umsatz ging um 0,3 Prozent von 6,74 Milliarden Euro (2009) auf 6,72 Milliarden Euro zurück. Ursachen dafür waren u.a. erhöhte Aktionsaktivitäten im LEH sowie eine angespannte Preissituation in einigen Segmenten.

Die Sieger unter den Produktgruppen im LEH sind ganz klar auszumachen: Pizza mit einem mengenmäßigen Wachstum von 5,1 Prozent und Backwaren mit 3,3 Prozent. Während die Tiefkühlpizza im Großverbraucherbereich nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist sie im LEH ein echter Top-Seller. Die Backwaren wachsen hier maßgeblich in den Bereichen Premiumtorten und portionierbare Produkte (z.B. geschnittene Sahne- und Backkuchen) – man erkennt den Trend zu noch mehr Genuss und zur Individualisierung in Kleinhaushalten.

Im Segment Kartoffeln sind die Pommes frites nach wie vor der meistgefragte und -gekaufte Artikel. Die Spezialitäten erfreuten sich aber insgesamt eines stärkeren Wachstums. Innovative Neuheiten kommen beim Verbraucher sehr gut an, er freut sich über neue Geschmackserlebnisse und mehr Abwechslung im Kartoffelbereich. Im Bereich der Fleischprodukte erfuhren Wild- und Wildgeflügel einen enormen Anstieg von über 10 Prozent. Der Verbraucher zeigt eine deutlich höhere Akzeptanz dieses speziellen Segmentes und unterstreicht damit den generellen Trend hin zu innovativen ausgefallenen Produktangeboten. Rohe Fleischprodukte entwickelten sich hingegen eher rückläufig, viele Menschen bevorzugen inzwischen eher vorgegarte und fertige Fleischgerichte.

Auch das Fisch-Segment erfuhr in 2010 erneut Wachstum, beeinflusst sicherlich durch den nach wie vor anhaltenden Trend zu gesunden Lebensmitteln, auch wenn komplettere Produkte wie Fischgerichte und panierter Fisch stärker gefragt sind als beispielsweise Naturfilets. Und den größten Zuwachs verzeichneten die guten, bewährten Fischstäbchen.

Der Gemüsebereich erlebte sein stärkstes Wachstum im LEH bei Einzel- und Mischgemüse sowie Kräutern – auch dies ein Indiz für den anhaltenden Gesundheitstrend.

Die Gerichte erfuhren insgesamt einen leichten Rückgang im LEH und konnten damit nicht vom allgemein anhaltenden Convenience-Trend profitieren, wie es bei Pizza und Snacks der Fall war. Suppen und Eintöpfe aus der Tiefkühlung gelang allerdings ein ordentliches Wachstum.

Hervorragende Stimmung im Außer-Haus-Markt hält an
Die allgemeine Stimmung im Außer-Haus-Markt ist nach dem krisengebeutelten Jahr 2009 wieder hervorragend. Erhöhte Investitionsbereitschaft und der Trend zu innovativen Produkten schlagen sich bereits in den Zahlen 2010 nieder: Der Großverbraucherbereich (GV) konnte insgesamt um 3,2 Prozent zulegen und wuchs auf 1,53 Millionen Tonnen an (1,49 Mio. t in 2009). Wertmäßig erfuhr dieser Bereich ein Wachstum um 3,7 Prozent von 4, 54 Milliarden Euro in 2009 auf 4,71 Milliarden Euro in 2010. Vor allem im zweiten Halbjahr 2010 zog das Wachstum merklich an.

Die größten Zuwächse generierten die Backwaren mit insgesamt plus 7 Prozent, getrieben von der erhöhten Nachfrage nach Brot und Brötchen. Und auch hier verhalten sich die Verbraucher zunehmend gesundheitsbewusst: Kernige und kräftige Brötchen werden immer stärker nachgefragt.

Ein ebenfalls erfreuliches Wachstum im GV-Bereich konnten die Produktgruppen Fisch, Kartoffeln und Gemüse verzeichnen.

Im Fisch-Segment rechnet die Branche für das GV-Segment auch mit nach wie vor steigendem Zuwachs.

Die Kartoffeln wachsen im GV-Bereich noch stärker als im LEH. Gründe u.a.: die Absätze in Quick-Service-Restaurants und Kantinen ziehen wieder an – hier spielen insbesondere die Pommes frites eine wichtige Rolle.

Bei Gemüse wuchs vor allem der Bereich Gemüsezubereitungen: Die Köche in Gastronomie und vor allem Kantinen und Anstalten haben erkannt, wie einfach und unkompliziert der Umgang mit tiefgekühltem Gemüse ist – Convenience heißt das Zauberwort.

Auch Fleischprodukte aus der Kälte erfreuen sich im GV-Bereich wachsender Beliebtheit: Sie legten um 1,4 Prozent zu, ebenso wie die Gerichte im Außer-Haus-Bereich. Besonders erfolgreich: die Teilgerichte mit plus 3,8%. Offensichtlich werden damit verbundene Vorteile wie Flexibilität und Veredelungsmöglichkeiten zunehmend von den Köchen geschätzt.

Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft
Der bisher äußerst stabile Tiefkühlkostmarkt lässt erfreulicherweise immer noch ein Wachstum zu. Die Branche blickt also entspannt und positiv in die Zukunft. Dabei ist sie aber alles andere als tatenlos: Die Innovationskraft der Tiefkühlbranche ist unbestritten und gilt übergreifend für alle Produktkategorien. Kreativität und Ideenreichtum und zudem ein „guter Geschmack“ zeichnen die Produktentwickler der Branche aus – die Zahlen bestätigen dies immer wieder. Und die Verbraucher lernen zunehmend, dass Tiefkühlkost „frischer als frisch“ ist, was mit der gleichnamigen Branchenkampagne glaubwürdig unterstützt wird.

Die Tiefkühlbranche ist zudem sehr aktiv in einem weiteren Thema: so läuft derzeit unter Federführung des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) eine groß angelegte Studie rund um die Klimabilanz von Tiefkühlkost, deren Ergebnisse noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Eine erste wichtige Erkenntnis aus der Vorstudie: Eine pauschale Verurteilung der Tiefkühlkost als Klimakiller ist unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht haltbar. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Tiefkühlinstituts, Udo Perenz, ist deshalb überzeugt: „Die Hauptstudie wird die Erkenntnisse aus der Vorstudie noch untermauern und damit zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion beitragen.“


Koch ohne Herd: Wird „Raw Food“ zum neuen Gastro-Trend?

April 12, 2011

Von Carsten Hennig

(Berlin, 12. April 2011) Vegane Rohkost – das klingt für viele nach Salatbuffet und Karottenfetischisten. Doch das in den USA und in Asien bekannte „Raw Food“ könnten nun zu einem neuen Mikrotrend in der Gastronomie werden. Ein Berliner lädt zu Gourmet-Menüs ab 45 Euro ein und serviert nur Obst, Gemüse, Nüsse, Sprossen und kaltgepresste Öle – ohn dies zu braten, grillen oder zu sieden.

 

Boris Lauser
Boris Lauser

 

Nichts dürfe über 42 Grad Celsius erhitzt werden, berichtet Boris Lauser dem Magazin „Cicero“. Dies zerstöre die Enzyme in der Nahrung, die dem Körper bei der Verdauung helfen sollen. So bleibt nur, die Rohwaren gegebenenfalls zu marinieren, trocknen, entsaften, fermentieren und mixen. Da gibt es im „Raw Food“-Dinner-Club zum Beispiel „Spaghetti al dente“ (dünne Zucchinistreifen) mit einem „Hack“ aus Mandeln und Nüssen. Oder als Amuse bouche wird ein grüner Smoothie aus Gurke, Sellerie, Fenchel, Blutorange und fermentiertem Weizen serviert. Als nächsten Gänge folgen eine cremige Topinambur-Suppe und „Rawvioli“ in einer Granatapfelrosmarinsauce, gefüllt mit Radicchio und einem aus Nüssen hergestellten Käse. Andere Foodideen sind Gnocci aus Pastinaken und Cashew-Nüssen, die im Dehydrator getrocknet werden.

„Raw Food“ soll in den USA bereits ein neuer Restaurant-Trend sein, berichtet „Cicero“. Kinostar Demi Moore oder Modedesignerin Donna Karan seien bekennende „Raw Foodies“, heißt es.

Nach neuen Fleischskandalen sind ja reine Gemüsemenüs in Deutschlands Topküchen durchaus salonfähig geworden. Es gibt bereits mehrere „Roh-Gourmet-Restaurants„.