Gaststättengewerbe Ratgeber 2011

Quelle: hotelier.de, 22. Juni 2011

Ratgeber für das Gaststättengewerbe mit den rechtlichen Anforderungen, Kennzahlen wie Beschäftigte, Anzahl der Betriebe und Nettoumsatz für das Gaststättengewerbe 2010, Links in alle  wichtigen Berufe sowie die Definition aller Betriebsarten und Lexikonverlinkung in die TOP Begriffe der Branche. Am Ende des Artikels Hinweise und Tipps in verbindende Nachrichten zu den Topthemen und Artikeln der Branche – ein Muss für alle Experten und die es werden wollen. Die Gastronomie hat einen schlechteren Nimbus als die Hotellerie – und macht nach wie vor doppelt soviel Umsatz.

Die Branche der Gastronomie (griechisch von gastri = Bauch und nomos = Gesetz) ist als Dienstleitung ein Teilbereich des Gastgewerbes und der Gemeinschaftsverpflegung.

Gastronomiebetriebe müssen nach den Vorschriften des Lebensmittelrechts und der Lebensmittelhygieneverordnung geführt werden. Dies gilt insbesondere für die Handhabung von Lebensmitteln und Getränken. Die Überwachung durch Lebensmittelkontrolleure, die vom Betreiber die Beseitigung von Mängeln verlangen können, ist in Deutschland durch verschiedene Skandale in die Diskussion geraten. Es sind seit 2009 verschiedene Systeme wir der Gastro-Smiley oder die Hygieneampel im Gespräch, um bessere Hygiene zu gewährleisten – bis dato ohne rechtliche Konsequenz.

Seit 2001 müssen Bedienstete im Bereich ‚Lebensmittel‘ eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz absolvieren. Dies gilt selbstverständlich auch für Gastgewerbliche Berufe.

Zahlen zum Jahr 2010
Beschäftigte Gaststättengewerbe 673.000

Auszubildende
Koch/Köchin 34.000
Restaurantfachmann/-frau 12.200
Fachmann/-frau für Systemgastronomie 6.600
Fachkraft im Gastgewerbe 6.200

Anzahl der Betriebe
alle Betriebe – siehe Betriebsarten unten – 175.600
Pachtkantinen und Caterer – Definition siehe unten – 11.100

Nettoumsatz per anno (2010)
Gaststättengewerbe 32,5 Mrd. €
Pachtkantinen und Caterer 5,5 Mrd. €

Das Gastronomiegewerbe gliedert sich in folgenden Betriebsarten:
Bars
Der Begriff Bar kommt aus dem englischen Sprachbereich für bar = Stab, ursprünglich  französischen Sprachbereich für barre = Stange, was ein Hindernis, eine Schranke verdeutlicht und mithin einen hohen Schanktisch. Bars verkaufen Getränke wie Bier, Cocktails und Drinks zum Verbrauch an Ort und Stelle. Die Bar ist das Sinnbild für Kommunikation, Spaß und Unterhaltung mit begleitender Musik

Cafés
Der Begriff Café kommt aus dem französischen Sprachbereich und bedeutet Kaffee. Das Café gehört zur Kategorie der Gaststätten. Die Bewirtungsstätten bieten auch Speisen an, insbesondere Konditoreierzeugnisse und sowie natürlich Getränke. Das Kaffeehaus hat seine Tradition in Wien und in dem berühmten Wiener Kaffeehaus. Das älteste noch bestehende Wiener Kaffeehaus ist das Cafe-Restaurant Frauenhuber, Himmelpfortgasse 6 in 1010 Wien. Einen tollen Überblick über Wiener Kaffeehäuser und die Kaffeekultur bietet die Seite http://members.chello.at/walter.kreindl/

Caterer
Das Catering betrifft die Dienstleistung des liefern und servieren vorher gefertigter Speisen und Getränke an bestimmte Einrichtungen wie Fluggesellschaften etc. oder Gesellschaften für bestimmte Anlässe

Diskotheken
Der Begriff Diskothek kommt aus dem griechischen Sprachbereich und steht für  Discos = Scheibe und Theke = Behältnis und bezeichnete ursprünglich eine Sammlung von Tonträgern wie Schallplatten oder Tonbänder.
Heute ist es ein geläufiger Begriff für Lokale mit Getränkeausschank und Tanzmusik sowie eventuell mit einem Eventprogramm. Eine Diskothek ist ein Gastronomiebetrieb, in dem an Wochenenden oder an anderen regelmäßigen Terminen Tanzveranstaltungen stattfinden. Von Disc-Jockeys (Abkürzung ‚DJs’) wird über professionelle Lautsprecheranlagen Tonträger abgespielt. Diskotheken werden auch als Club oder Nachtclub geführt

Eisdielen
Eine Eisdiele ist ein Gastronomiebetrieb, in dem insbesondere Speiseeis sowie ein begrenztes Sortiment an Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle oder zum Mitnehmen angeboten wird.
In Deutschland gibt es etwa 4.000 Eisdielen oder Eiscafés, von denen die Mehrzahl  von Italienern geführt wird. Speiseeis wird seit dem älteren Mittelalter hergestellt. Ab dem 19 Jahrhundert haben Italiener vorwiegend aus dem Raum der Dolomiten wegen der dort vorherrschenden Armut den Broterwerb auf das Eismachen verlegt. Viele gingen nach Deutschland und Österreich und verbreiteten die Kultur der Speiseeisherstellung schließlich in ganz Europa

Imbisshallen
Die Imbisshallen und Imbissstände haben einen großen Anteil am Außer-Haus-Markt hat. In Deutschland gibt es 21.000 Imbisse, sie geben nach den Bäckereien die meisten Essen aus (Stand Ende 2008), wobei ca. 50 % der Imbisse deutsche Fast-Food Gerichte anbieten.
Ordnungsamtsrechtliches Kennzeichen eines Imbissstandes sind Stehtische, bei Sitzgelegenheiten ist dem Ordnungsamt eine Toilette nachzuweisen

Kantine
Der Begriff Kantine kommt aus dem italienischen Sprachbereich von cantina = Flaschenkeller und ist eine Gaststätte einer Firma oder einer öffentlichen Einrichtung, in der die Verköstigung von Mitarbeitern, aber auch anderen Personen statt findet. Besucher müssen meist oft einen höheren Essenspreis bezahlen. Kantinen dienen also der Gemeinschaftsverpflegung. Kantinenarten: Betriebskantinen und Bürokantinen; Mensen, Messen und Schulkantinen.
Gemäß einer Studie der sich leider in Auflösung befindlichen CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH i.L. ->www.cma.de werden pro Jahr  in  deutschen Kantinen 2,24 Milliarden Besucher und 5,12 Milliarden Euro Umsatz gemacht (Untersuchung vor dem Jahr 2004)).

Als eine der besten Kantinen Deutschlands empfehlen wir bei einem Leipzig Besuch die Kantine im Neuen Rathaus der Stadt Leipzig c/o Ratskeller der Stadt Leipzig GmbH. ->www.kantine-leipzig.de

Restaurants / Speisewirtschaften
Der Begriff Restaurant kommt aus dem französischen Sprachbereich von  restaurer = sich erneuern, stärken. Restaurants sind Speisewirtschaften und abhängig von einer Erlaubnis nach dem deutschen Gaststättengesetz. Für alle Restaurants trifft zu, dass sie als Bewirtungsstätten mit dem Verkauf von Speisen sowie damit verbundenem Verkauf von Getränken, unter Umständen auch mit begleitendem Unterhaltungsprogramm, beschäftigt sind. Heutzutage ist ein Restaurant eine Gaststätte im gehobenen Segment.
Der Service ist in den einzelnen Leistungskategorien der Restaurants der gleiche, die Servicebandbreite und Servicequalität unterscheidet sich natürlich sehr. Restaurantarten gibt es deshalb wie folgt: Imbiss, Schnellrestaurant, Systemgastronomie im Full-Service-Segment, Restaurant als gehobene Gaststätte mit Stern, Haute Cuisine gemäß des Restaurant Magazin – bestes Restaurant 2009: El Bulli, bestes deutsches Restaurant 2009 ‚Die Schwarzwald Stube’, 2010 das Vendôme von Joachim Wissler

Schankwirtschaften
Die Schankwirtschaften sind Bewirtungsstätten mit Ausschank von Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle. Rechtlich gesehen ist solch ein Betrieb nach der  Gaststättenkonzession abhängig nach dem deutschen Gaststättengesetz und der Konzession einer ‚Schankwirtschaft’ und werden deshalb auch so bezeichnet.
Durch die historischen und regionalen Entwicklungen haben sich unterschiedliche Bezeichnungen der Schankwirtschaften entwickelt, es gibt: Biergarten, Kneipe, Dorfkrug, Kretscham, Krog, Pub, Schänke, Wirtschaft

Tanzlokale
Tanzlokal ist die veraltete, aber romantische Bezeichnung für Diskothek, siehe oben

Trinkhallen
Bei dem Begriff  Trinkhalle assoziiert man heute alles zwischen dem schmuddeligen Kiosk, der hippen Bezeichnung von In Lokalen der gerade angesagten Schickeria bis zum tatsächlichen Sein als Verkaufsstätte für alkoholische, nichtalkoholische Getränke und Wasser sowie Dinge des täglichen Bedarfs wie bestimmte Lebensmittel, Süßwaren, Tabak, andere Genussmittel sowie Zeitschriften, aber auch Dienstleistungen wie Lotto und andere.
Die ersten Trinkhallen entstanden in den Ballungsgebieten wie Berlin und dem Ruhrgebiet während des Industriezeitalters in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Ihren speziellen Charme entwickeln sie, wenn man in Duisburg ein Bier an einer Trinkhalle bestellt und an Schimanski denkt und in München am dort so bezeichneten Kiosk, reminisziert man denn dort den unvergessen Helmut Fischer alias Monaco Franze, den ewigen Stenz. Weitere Bezeichnungen für Trinkhalle: Bude im Ruhrgebiet, Kaffeeklappe in Hamburg,  Spätkauf in Berlin, Wasserhäuschen in Frankfurt am Main

Vergnügungslokale
Vergnügungslokal ist ein veralteter Begriff für Diskothek, siehe oben

Mehr: http://www.hotelier.de/news/hotellerie/gastronomie/39650/Gaststaettengewerbe-Ratgeber-2011
Fachkraft im Gastgewerbe – Berufe aus Hotel und Gastronomie vorgestellt

Der Beruf Fachkraft im Gastgewerbe ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf gemäß § 25 des Berufsbildungsgesetzes (Link in das Gesetz siehe unten).

Die Ausbildung dauert 2 Jahre. Sie erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule oder auch nur schulisch (siehe auch den Eintrag Hotelfachschule).

Aufgabenschwerpunkte
Ausschank hinter der Theke
Bedienung im Restaurant
Buffetvorbereitung
Eventvorbereitung
Frontoffice
Hotelzimmerdienst
Küchendienst
Verwaltung

Sie arbeiten als Fachkräfte im Gastgewerbe in
Gastronomie – Cafés, Caterer, Kantinen, Restaurants
Hotels, Jugendherbergen und Ferienzentren

Die Ausbildung ist geregelt in der Verordnung über die Berufsausbildung im Gastgewerbe
www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/gastgewausbv_1998/gesamt.pdf

Die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe kann auch durch eine darauf aufbauenden Ausbildung ergänzt werden:
Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau (Ausbildungszeit 3 Jahre)
Hotelfachmann/Hotelfachfrau (Ausbildungszeit 3 Jahre)
Hotelkaufmann/Hotelkauffrau (Ausbildungszeit 3 Jahre)
Fachmann für Systemgastronomie/Fachfrau für Systemgastronomie (Ausbildungszeit 3 Jahre)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: