„Öko-Test“: Regionale Lebensmittel – Der große Schwindel

September 5, 2011

(Frankfurt/Main, 05. September 2011) Für regionale Lebensmittelmarken wie „Ein gutes Stück Heimat“ von Lidl, „Unsere-Heimat“ von Edeka oder „Aus unserer Region“ von Rewe geben Verbraucher gerne auch mal etwas mehr aus. Doch das ist zumeist rausgeschmissenes Geld:  Echte Regionalprodukte sind
rar, wie eine große Untersuchung in der aktuellen Ausgabe von „Öko-Test„.

"Öko-Test": Regionale Lebensmittel - Der große SchwindelDie Hersteller sind teilweise recht erfindungsreich,  wenn sie normale Produkte in regionale umetikettieren.  Ein gutes Beispiel ist die Marke „Unser Norden“, die in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Brandenburg vertrieben wird. Der Hersteller Plaza/Sky (Coop) will nicht verraten, woher die Rohstoffe stammen. Doch werden auch Reis, Kaffee und Rotbuschtee vermarktet, die bekannterweise nicht in Deutschland wachsen. Das Unternehmen  begründet das regionale Label damit, dass  alle Lebensmittel entweder in Norddeutschland produziert, veredelt oder abgepackt werden.

Die Regionalmarke von Lidl heißt „Ein Gutes Stück Heimat“. Unter dieser Bezeichnung verkauft der Discounter beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern einen Birnen-Johannisbeerdirektsaft, der in dem rund 1.000 Kilometer entfernten Lindau hergestellt wurde. Auch die Absatzgebiete für die „Unsere Heimat“-Produkte von Edeka Nord und Südwest sind viel zu groß für echte Regionalprodukte.

Doch es mogeln nicht  nur die Großen der Lebensmittelbranche. Auch die kleinen Regionalanbieter werden den eigenen Ansprüchen nicht gerecht.  Das Label der Initiative Landmarkt Hessische Direktvermarkter etwa dürfen Hersteller laut eigener Aussage nur verwenden, wenn 100 Prozent der Rohstoffe aus Hessen stammen. Doch bei der Einhaltung dieser Richtlinien zeigt man sich nicht allzu streng: Die bei Rewe gekauften Röhner Eiernudeln mit dem Label bestehen beispielsweise zu 70 Prozent aus Hartweizengrieß, der  aus BadenWürttemberg stammt.

„Öko-Test“ empfiehlt Verbrauchern darauf zu achten, nur echte Regionalprodukte zu kaufen. Diese sind oftmals auf Bauern- und Wochenmärkten erhältlich. Der Vorteil dieser Produkte ist, dass sie die Wirtschaft vor Ort fördern und die Umwelt schonen, da die Transportwege kurz sind.


Lebensmittelabfälle vermeiden: Verantwortlicher Umgang mit Ressourcen ist für die Ernährungsindustrie oberstes Gebot

September 2, 2011

Quelle: Bundesvereinigung der Deutschen Ernährtungsindustrie, 02. September 2011

Die Unternehmen der Ernährungsindustrie gehen verantwortungsvoll mit landwirtschaftlichen Rohstoffen um und arbeiten ständig daran, weitere Effizienzpotenziale bei der Lebensmittelproduktion zu erschließen. Es gehört zum Selbstverständnis der Hersteller ressourcenschonend mit Lebensmitteln umzugehen, denn das betriebliche Kostenmanagement ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Die Ernährungsindustrie unterstützt das Vorhaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), die Datengrundlage zu verbessern, um belastbare Zahlen über Menge und Art der Nahrungsmittel zu erfassen, die jährlich in Deutschland auf dem Müll landen.

Eine aktuelle, im Auftrag des BMELV durchgeführte Forsa-Umfrage belegt, dass der größte Teil der weggeworfenen Lebensmittel aus Privathaushalten stammt. Gründe hierfür liegen unter anderem darin, das die Konsumenten über den bestehenden Bedarf hinaus einkaufen sowie der falschen Interpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums. Hier kann eine bessere Verbraucheraufklärung ansetzen.

Ansätze für weitere Verbesserungen in ihrem Verantwortungsbereich sieht die Ernährungsindustrie in einer Verstärkung der Zusammenarbeit mit dem Handel, z.B. über die Optimierung der Warenwirtschaftssysteme, die eine noch bedarfsgenauere Steuerung des Lebensmittelangebotes ermöglichen.

Auch in der Optimierung der Verpackungsgrößen und mit Hilfe der Portionierbarkeit von Gebinden lassen sich weitere Fortschritte erzielen, an denen die Industrie konsequent arbeitet und die den Konsumenten den Umgang mit ihren Lebensmitteln erleichtern.

Trotz vielfältiger Anstrengungen für eine weitere Verringerung von Ausschussproduktion, wird es aber immer wieder Situationen geben, in denen qualitativ einwandfreie Produkte von den Spezifikationen abweichen und deshalb im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können. In diesen Fällen arbeitet die Ernährungsindustrie eng mit „Den Tafeln“ und der „Lebensmittelbank“ zusammen, die dafür sorgen, dass einwandfreie Nahrungsmittel kostenlos an sozial bedürftige Menschen verteilt werden.

Darüber hinaus zielen die Bestrebungen der Ernährungsindustrie darauf ab, Rohstoffe möglichst über mehrere Nutzungsphasen einzusetzen und dadurch den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Dies erfolgt insbesondere dadurch, indem Reststoffe aus der Nahrungsmittelproduktion zur Herstellung von Futtermitteln oder zur energetischen Verwertung genutzt werden.


Bund zahlt Mittagessen für Schüler nur bis 2013

September 2, 2011

Quelle: Deutscher Bundestag, 02. September 2011

Die Bundesregierung hat klargestellt, dass sie die Länder und Kommunen nur bis 2013 bei der Finanzierung von außerschulischen Mittagessen für Schüler in Hortbetreuung und von Schulsozialarbeit unterstützt. 400 Millionen Euro seien dafür eingeplant, schreibt sie in ihrer Antwort (17/6831) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/6759). Es sei „nicht vorgesehen und nicht erforderlich“, über eine Verlängerung dieser Maßnahme nachzudenken. Denn durch die stufenweise Übernahme der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung durch den Bund entstünden den Ländern und Kommunen genügend finanzielle Freiräume, ein solches Mittagessen und Schulsozialarbeit selber zu finanzieren, heißt es in der Antwort weiter.