Außer-Haus-Markt für Getränke: Talsohle durchschritten

Juni 16, 2011

Quelle: cafe-future.net, 16. Juni 2011

Von Grit Robe

Das Jahr 2010 war alles andere als einfach für den Außer-Haus-Konsum. Der anhaltende Homing-Trend machte der Gastronomie schwer zu schaffen. Erste positive Impulse scheinen jedoch in den ersten vier Monaten des Jahres 2011 durchzuklingen: Vergleicht man die durchschnittlichen Ausgaben je Weggehtag des 1. Tertials 2011 mit dem entsprechenden Vorjahres-Tertial, so haben sich diese stabilisiert bzw. sind leicht angestiegen. Die Konsumenten gönnten sich das ein oder andere Getränk zusätzlich, wobei sie pro Getränk durchschnittlich etwa den gleichen Preis wie im Vorjahreszeitraum bezahlt haben.

Zwischen den einzelnen Getränkekategorien gab es jedoch deutliche Unterschiede: Während für Wasser, Spirituosen und Wein/Sekt/Champagner/Prosecco pro Getränk weniger ausgegeben wurde, stiegen die Preise für die Fruchthaltigen Getränke sowie für Cola & Co. Anders als im LEH konnte Bier/Biermisch im Außer-Haus Markt ebenfalls höhere Preise generieren.

Diese positive Entwicklung wurde allerdings dadurch geschmälert, dass die Konsumenten insgesamt weniger häufig weggingen. Alles in allem lagen deshalb die Getränkeumsätze im Außer-Haus-Markt noch leicht unter Vorjahr. Lediglich die Alkoholfreien Getränke erzielten – getrieben durch das größte AfG-Segment der Süßgetränke – höhere Umsätze.

Auch wenn die Alkoholischen Getränke im ersten Tertial noch keine Umsatzzuwächse generieren konnten, sind diese bei den Konsumenten alles andere als „out“. Fragt man nämlich die Gastronomie-Besucher, was besonders angesagt ist, werden die Top Positionen von internationalen Rum-Marken belegt, die damit den langjährigen Trendsetter Wodka überflügeln.

Für positive Impulse sorgte ebenfalls das „Spritz-Segment“. Gerade in den deutlich wärmeren Monaten März und April waren die orangen Gläser in den Straßencafés, Bars und Restaurants nicht zu übersehen. Dies wird nur ein Vorbote für einen vielversprechenden Sommer der Getränkenachfrage in der Gastronomie sein.

Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Basis: 32,6 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus-Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).

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Der Außer-Haus-Markt für Getränke im Jahr 2009

Februar 18, 2010

Quelle: cafe-future.net, 17. Februar 2010

GfK: Das Jahr 2009 war für den Getränkemarkt im Außer-Haus-Konsum kein sehr erfreuliches Jahr. Der Umsatz ging um insgesamt 12% zurück. Dem gegenüber zeigte sich der Umsatz im Haushaltskonsum relativ stabil (-2,5%). Die Ursachen für den Rückgang im Außer-Haus-Bereich sind vielfältig, wobei insbesondere die Faktoren „Homing“, Abwrackprämie sowie begrenzte finanzielle Ressourcen als Hauptursachen zu nennen sind.

Die Detailbetrachtung der einzelnen Altersklassen zeigt stärkere Rückgänge bei den jüngeren Altersgruppen, die mit überproportional -17,6% verloren. Dem gegenüber zeigten sich die Älteren in ihrem Ausgabeverhalten stabiler.

Der Hauptgrund für den Rückgang liegt in einer deutlich niedrigeren Weggehfrequenz, die fast ein Fünftel unter der des Vorjahres liegt. Wohingegen die Ausgaben pro Getränke eher ansteigen gemäß dem Motto: „Wenn schon Außer-Haus, dann etwas Besonderes“.

In den Getränkekategorien Wein & Co., Biermischgetränke sowie alkoholfreie Getränke zeigen sich überproportionale Umsatzverluste gegenüber dem Gesamtmarkt  Rückgang. Eine deutlich bessere Performance verzeichnen die frischen Mixgetränke (Cocktails und Longdrinks) sowie Bier. Bier liegt damit in der Umsatzbedeutung  wieder leicht vor den alkoholfreien Getränken.

Die Heißgetränke konnten in der Vergangenheit durch die Sortenvielfalt und das gestiegene On-the-go-Angebot im Außer-Haus- Markt deutlich zulegen. Auch im Jahr 2009 hat sich dieses Segment besser entwickelt als der Durchschnitt. Mit 30% Umsatzanteil führen die Heißgetränke das On-the-go-Geschäft an.

Eine ähnlich differenzierte Entwicklung zeigt sich bei den Location-Entwicklungen im Außer-Haus-Markt: Bar/Lounge, Quickservice und die Tankstelle entwickeln sich besser als der Durchschnitt und setzen damit ihren Erfolgsweg aus den vergangenen Jahren fort.