Fischerzeugnisse: Seit 2012 oft in Latein

März 2, 2012

(Berlin, 02. März 2012) Seit dem 1. Januar 2012 ist die Kennzeichnung von Fischerzeugnissen neu geregelt. Viele Produkte müssen sowohl mit dem deutschen als auch mit dem lateinischen Namen ausgezeichnet werden, meldet das Fisch-Informationszentrum (FIZ). Das gilt beispielsweise für Fisch an der Frischfischtheke, Räucherfisch und viele Tiefkühlprodukte.

Von Heike Kreutz/AID

Der Hinweis kann auf dem Preisschild, aber auch auf Plakaten oder Postern stehen. Theragra chalcogramma ist beispielsweise der Alaska-Seelachs, Salmo salar der Lachs und Clupea harengus der Hering. In einigen Fällen endet der wissenschaftliche Name mit dem Kürzel „spec.“ (Mehrzahl: „spp.“) für Art beziehungsweise Spezies. So ist Gadus spp. ein Fisch der Gattung Kabeljau, die Art ist aber nicht genau benannt. Wer es genau wissen will, fragt nach, ob es sich etwa um einen Atlantischen Kabeljau (Gadus morhua) oder Pazifischen Kabeljau (Gadus macrocephalus) handelt.

Das Jahr 2012 bringt noch weitere Änderungen mit sich: So müssen beispielsweise Tiefkühlprodukte, die vor dem Verkauf aufgetaut und als frische Ware an der Bedientheke gehandelt werden, ab sofort mit dem Hinweis „aufgetaut“ gekennzeichnet sein. Das gilt aber nicht für roh verzehrte Fischereierzeugnisse und solche, die nach dem Auftauen geräuchert, gesalzen, gegart oder mariniert wurden.

Alles über Fisch erfahren Sie auf www.was-wir-essen.de in der Rubrik „Lebensmittel von A-Z“

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Regionale Lebensmittel: Herkunft oft unklar

März 30, 2011

(Berlin, 30. März 2011) Rund 65 Prozent der Deutschen achten beim Einkauf immer oder meist auf regionale Herkunft, denn sie wollen natürliche und authentische Lebensmittel, denen sie mehr vertrauen als industrieller Massenware. Doch viele Lebensmittel werden als regionales Produkt beworben, obwohl sie nur teils oder gar nicht aus der Region kommen und lange Vertriebswege hinter sich haben.

"Test": Etikettenschwindel bei Lebensmittel aus regionalem Anbau?

"Test": Etikettenschwindel bei Lebensmittel aus regionalem Anbau?

Beispiel Lidl. Unter der Marke „Ein gutes Stück Heimat“ bietet der Discounter deutschlandweit regionale Produkte an. Doch selbst in Berliner Filialen finden sich unter diesem Etikett Saft vom Bodensee oder Möhren vom Niederrhein. Bei Edeka Südwest kommen die Produkte, die unter dem Label „Unsere Heimat – echt &gut“ angeboten werden, aus insgesamt vier Bundesländern. Und Coop bietet unter der Marke „Unser Norden“ Kaffee und Reis an oder Cashewnüsse als „Lebensmittel ausgewählter Produzenten des Nordens“. Doch die Rohstoffe können nicht aus Norddeutschland kommen, weil sie dort gar nicht angebaut werden. Rechtlich dagegen vorzugehen, ist jedoch schwierig, da es keine allgemeingültigen Anforderungen an regionale Lebensmittel gibt.

Regionale Lebensmittel finden sich auf Märkten, in Hofläden, in Biosupermärkten oder auch bei Lebensmittelketten. Besonders glaubwürdig sind Produkte von Regionalinitiativen, die garantieren, dass ihre Produkte in einer definierten Herkunftsregion erzeugt und verarbeitet werden. Zahlreiche Regionalinitiativen finden sich in einer Projektdatenbank unter www.reginet.de

Der ausführliche Text ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift „test“ und online unter www.test.de veröffentlicht.


Bioprodukte stehen auf dem Speiseplan der Europäer

Januar 21, 2011

Deutsche und Italiener verzehren am meisten / Preis hindert oft am Kauf

(Hamburg, 21. Januar 2011) Über ein Viertel (29 Prozent) der Europäer isst durchschnittlich einmal pro Woche Bioprodukte, vorwiegend biologisch angebautes Gemüse (59 Prozent) und Obst (52 Prozent) sowie Bio-Eier (49 Prozent). Die Hälfte der Befragten aus sieben europäischen Ländern verzehrt wesentlich seltener (max. alle 2-3 Wochen) Bioprodukte und ein Viertel (24 Prozent) verzichtet ganz auf deren Verzehr. Dies ergab die aktuelle TNS Studie „Nutrition & Health“, in der insgesamt 7.592 Onliner in den sieben Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Russland und Spanien befragt wurden.


Die „Nutrition & Health“ Online Studie ermöglicht tieferen Einblick in den Konsum von Bioprodukten der Befragten. Neben der Häufigkeit des Verzehrs von Bioprodukten wurden die Teilnehmer auch nach ihrer Motivation für oder gegen deren Konsum befragt.


Die meisten Bioprodukte werden nach den Studienergebnissen von Deutschen und Italienern verzehrt. In Deutschland ergab die Befragung unter 1.000 Teilnehmern, dass sechs Prozent täglich Bioprodukte auf ihrem Speiseplan haben. Bei 23 Prozent wöchentlich und bei 25 Prozent zumindest einmal monatlich. Dagegen sagten 26 Prozent der deutschen Verbraucher, dass sie Bioprodukte nur sehr selten kaufen und 15 Prozent verwenden diese überhaupt nicht. Es ist also noch jede Menge Potenzial für Bioprodukte vorhanden, und das obwohl die Biobauern schon jetzt mit der Nachfrage kaum Schritt halten können, wie eine aktuell veröffentlichte Studie der Universität Bonn belegt.


Gründe für den Verzehr von Bioprodukten
Für 46 Prozent deutschen Verbraucher sind in erster Linie gesundheitliche Aspekte sowie der bessere Geschmack (30 Prozent) und die bessere Umweltverträglichkeit (31 Prozent) die Hauptgründe für den Verzehr von Bioprodukten. 39 Prozent der Niederländer essen Bioprodukte in erster Linie, weil die tierischen Produkte aus artgerechter Haltung stammen. „Der hohe Preis ist jedoch für alle befragten Verbraucher sowohl ein Grund, der sie davon abhält, deutlich mehr Bioprodukte zu essen als auch ein Hinderungsgrund, überhaupt Bioprodukte zu verzehren. Ein günstigerer Preis mit einem gleichzeitig wachsenden Sortiment würde sowohl die Sichtbarkeit, als auch die Kaufbereitschaft stark erhöhen“, sagt Norbert Dube, Account Director Brand & Communication bei TNS Infratest.

Die TNS Studie zeigt ferner auf, dass die Gewohnheiten im Hinblick auf Lebensmittel und Ernährung bei Nutzern von Bioprodukten und denen, die auf Bioprodukte verzichten, relativ unterschiedlich sind. Bei Verbrauchern, die regelmäßig Bioprodukte essen, gehen offenbar eine gesündere Lebensweise und ein höheres Gesundheitsbewusstsein einher. Im Vergleich zur proportionalen Segmentierung in Europa haben Italiener und Holländer offenbar die gesündeste Lebensweise, gefolgt von den Franzosen. Basierend auf dieser Segmentierung ist der Gesundheitszustand der Deutschen und der Briten dagegen am schlechtesten.

Die Online Studie „Nutrition & Health“ konzentriert sich auf die Altersgruppe ab 18 Jahren und soll die Nutzung und Einstellung dieser Grundgesamtheit mit Blick auf Gesundheit und Ernährung erfassen. Die Studie wurde in der Zeit vom 13. Juli bis 1. August 2010 in den folgenden sieben europäischen Ländern durchgeführt: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Russland und Spanien. Die Zusammensetzung der russischen Stichprobe ist nur für Stadtbewohner mit Internetzugang repräsentativ.