Nach Schulessen-Seuche bei 11.000 Kindern: Catering-Riese Sodexo kündigt Lieferanten-Audit – 50-Euro-Lernmittel-Gutschein als Entschädigung

Oktober 9, 2012

Logo SodexoOktober 2012 – Sodexo in Verteidigungshaltung: Der Catering-Riese kündigte nun nach der selbst ausgelösten Schulessen-Seuche mit über 11.000 erkrankten Kindern und Jugendlichen in Ostdeutschland ein Lieferanten-Audit an. Der Zulieferer der mit Noroviren verunreinigten Charge tiefgekühlter Erdbeeren muss nun umfassende Informationen über Herkunft, Transport und Verarbeitung vorlegen. „Wir setzen die Zusammenarbeit mit unserem Lieferanten aus und veranlassen eine Prüfung durch einen unabhängigen Gutachter. Eine mögliche weitere Zusammenarbeit mit diesem Lieferanten werden wir von dem Ergebnis dieser Prüfung abhängig machen“, so eine offizielle Stellungnahme von Sodexo.

Zudem will man bei Sodexo eine Nachbesprechung mit allen beteiligten Behörden durchführen, „um künftig eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Zulieferern, den Gesundheitsbehörden und Kunden für eine optimale Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.“

Sodexo will allen betroffenen Kinder erhalten „in Kürze“ einen Verlags-Gutschein zusenden. Medienberichten zufolge hat dieser Gutschein einen Wert von 50 Euro. „Dieser Gutschein kann zum Beispiel zum Kauf von Lernmitteln, Büchern oder für Nachhilfeangebote genutzt werden“, so Sodexo.

Mit dem schwersten Gastroenteritis-Ausbruch seit Jahren in Deutschland hat das Vertrauen in GV-Schulessen gelitten. Fragen nach steigendem Kostendruck wurden in der Politik laut. Während in bayerischen Kitas und Schulen eine Mittagsmahlzeit für über fünf Euro bereit gestellt wird, sind dies in Teilen der östlichen Bundesländer weit weniger. Bedenklich stimmt auch die Tatsache, dass viele Kita- und Schulküchen vor Ort das verunreinigte Erdbeerkompott nicht ausreichend erhitzt hatten – die Gründe dafür sind unbekannt.

Lesen Sie dazu auch:
KOCHWELT-Fachinformationen: GV-Küchen in der Krise
Schulessen-Seuche: Eine Charge Erdbeeren wahrscheinlich Ursache für Brechdurchfall bei Kinder und Jugendlichen
Weitere Beiträge in dieser Ausgabe: Checkliste Tiefkühlkost im Außer-Haus-Markt – Interview mit Hygienexperte Ulrich Jander: „Nicht an Vorschriften gehalten“ 
PDF Download: http://www.kochwelt.de/fileadmin/user_upload/KOCHWELT-Fachinformationen/KOCHWELT_Fachinfo_-_GV-Krise_-_Hintergrundinfos_zu_Schulessen-Seuche_-_Oktober_2012.pdf

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Top 35 Betriebsgastronomen mit +10,9 %

Juni 17, 2011

Quelle: cafe-future.net, 17. Juni 2011

Von -5,1 auf 10,9 % Umsatzplus! Die Top 35 Verpflegungsbetriebe in Eigenregie sind ein exaktes Spiegelbild des konjunkturellen Aufschwungs. Die Riege der 35 befragten Betriebsgastronomen erzielte einen Nettoumsatz (ohne Subventionen) von 626,9 Mio. €, das ist ein Wachstum von 10,9 Prozent. Erfasst wurden 401 Standorte mit 75 Mio. Gästen im Jahr 2010.

Nur ein Jahr nach der Krise melden 23 Unternehmen Pluswerte beim Umsatz, davon 13 im zweistelligen Bereich. Umsatzgewinner ist das Drittgeschäft – von Hotels bis Stadien – mit +18,3 Prozent (Vj. -4,6 %). Bayer und Cultina (Bertelsmann) sind hier die Umsatz-matadore mit 15,9 Mio. € und 12,4 Mio. €. Zwischenverpflegung/Shops+Co. schlagen beim Umsatzwachstum mit +12,4 Prozent (Vj. -9,0 %) die Hauptverpflegung, die auf +9,9 Prozent (Vj. +1,9 %) kommt. Und auch der Bereich Gästebewirtung/Events im Unternehmen steigt von -5,6 Prozent in 2009 auf stattliche +10,3 Prozent auf. Pluszahlen in allen Disziplinen!

Die 35 Unternehmen bewirteten insgesamt 75,3 Mio. Gäste in 2010. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,9 Mio. Gästen oder 8,5 Prozent. 2009 verlor die Branche noch 900.000 Gäste. Die meisten Kunden bedienten die Daimler- (11,1 Mio.) und Siemens-Gastronomen (11,0 Mio.). Die Steigerungen der Gästezahlen ist bei beiden Konzernen mit +18,5 Prozent (1,74 Mio. Gäste) und +16,7 Prozent (1,58 Mio.) fast identisch.

Für 2011 erwarten 58 Prozent der Befragten bessere Gästezahlen als in 2010, 90,9 Prozent einen etwas besseren Durchschnitts-Bon. Stichwort größte Einzelstandorte: Hier landet bundesweit das Team von Volkswagen am Standort Wolfsburg mit 5,3 Mio. auf Platz 1, auf Rang 2 folgt BMW am Standort München mit 4,9 Mio., Daimler in Sindelfingen ist mit 4,5 Mio. Dritter. Die Exklusiv-Untersuchung der gv-praxis erscheint im Juniheft.


Internorga 2011 – GV-Barometer: Fast die Hälfte der Küchenchefs planen wieder größere Technik-Anschaffungen

Januar 20, 2011

(Hamburg, 20. Januar 2011) Die Zeichen stehen weiterhin auf Aufschwung: Einer der wichtigsten Gradmesser für Investitionen im Gastgewerbe, der zur Internorga vorgestellte 10. GV-Barometer, prognostiziert wiederholt zahlreiche Technik-Anschaffungen in den Großküchen. Die 85. Internorga Hamburg (18. bis 23. März) ist mit über 1.100 Ausstellern so ausgebucht, so dass erstmals eine Leichtbauhalle für das Segment Bäckerei/Konditorei aufgebaut werden muss. Erstmals wird auch ein „Zukunftspreis“ verliehen – für Topkonzepte zur Nachhaltigkeit von Ausstattern & Zulieferern und Gastbetrieben. Erneut wird es eine „Newcomer’s Area“ geben: Ein Highlight wird hier die Servietten-Facltmaschine „Rofobox“ sein.

Bio ist nicht im Fokus: GV-Küchenchefs setzen aber auf regionale Produkte (Foto: Alois Müller/Dehoga)
Bio ist nicht im Fokus: GV-Küchenchefs setzen aber auf regionale Produkte (Foto: Alois Müller/Dehoga)

Der GV-Barometer spiegelt den neuen Optimismus wider: 47 Prozent der GV-Küchenchefs (in Betrieben und Anstalten mit mindestens 300 warmen Essen pro Tag) wollen in Kochanlagen, Herde, Kassensysteme, Spülmaschinen und anderes investieren. Allerdings gehen die Planungen zum Kauf von allgemeinen Ausstattungen (Besteck, Geschirr etc.) zurück – nach 16 Prozent im Vorjahr wollen nun lediglich zehn Prozent der Küchenchefs hier Geld ausgeben. Nach erheblichen Neuanschaffungen im vergangenen Jahr ebbt der Investitionsboom ab: 43 Prozent der GV-Betriebe planen zunächst keinerlei Neuanschaffungen. Im Vorjahr waren dies noch 37 Prozent gewesen.

Die Aussagen der 306 befragten Betriebsrestaurants, Kliniken und Heime zu den Investitionsvorhaben sind allerdings mit gewisser Zurückhaltung zu sehen. Erfahrungsgemäß wird ein Gutteil der geplanten Anschaffungen storniert oder verschoben. Im vergangenen Jahr äußerten zwar 63 Prozent der Küchenchefs guten Willen zu Neuanschaffungen. Allerdings wurde dies bei 23 Prozent wieder storniert, zahlreiche Projekte verschoben oder erst einmal gar nicht terminiert.

Mehr Investitionen mit großen Budgets
Gleichzeitig sollen die Einkaufsbudgets steigen. 35 Prozent der investitionsbereiten Betriebsrestaurants planen Anschaffungen für mehr als 50.000 Euro. Im Vorjahr waren dies 25 Prozent. Bei den Heimen sind dies 42 Prozent (Vorjahr: 30%). Von wirtschaftlichem Aufschwung zeugen auch die positiven Aussagen zum Investitionsklima: 58 Prozent der GV-Betriebe bezeichnen dies als „gut“ (Vorjahr: 56%) und lediglich neun Prozent als „nicht so gut“ (Vorjahr: 23%!).

Erstaunlich ist, dass nur 51 Prozent der GV-Küchenchefs Interesse an neuen (Convenience-)Produkten bekunden; Vorjahr: 52 Prozent. Jeder fünfte Chef hat geringes Interesse an Neuheiten von F&B-Zulieferern. Bei den Produkten wird Gesundheitsorientierung und stärkere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit ebenso erwartet wie guter Geschmack, Top-Qualität und entsprechende Optik. Bei neuen Produkten sind vor allem neue Speiseideen bei Fisch, Gemüse und Geflügel gefragt. Innovationen bei Suppen und Saucen geraten aus dem Fokus. Grundsätzlich sind die GV-Küchenchefs an eigenen Variationen interessiert – die Chance zu haben, Convenienve-Produkte zu verfeinern. Branchenbeobachter Irrgang bezeichnet dies als „Convenience minus zehn Prozent“.

Regionale Herkunft wichtiger als Bio
Für die meisten GV-Küchenchefs (57%) ist der Einkauf von Rohwaren aus regionaler Herkunft weitaus wichtiger als Bio-Lebensmittel (19%). Bei Fisch achten 44 Prozent der Chefs von Betriebsrestaurants auf den nachhaltigen Fang (MSC-Fisch). Fair gehandelte Produkte (Fairtrade) sind für nur 26 Prozent der Chefs bedeutend, Produkte mit niedriger CO2-Bilanz für nur 14 Prozent.

Bio-Qualitäten werden überwiegend (58% der Betriebsrestaurants) bei Gemüse und Salat eingesetzt. Fleisch (42%) und Fisch (32%) aus Bio-Herkunft steht aufgrund der Preisentwicklung nicht an oberster Stelle. Bio-Einkauf ist noch bei Kartoffeln (42%) und Obst (41%) ein Thema. Interessant: Bei Milch und Milchprodukten setzen nur 31 Prozent der GV-Betriebe auf Bio, bei Teigwaren gar nur 19 Prozent.

Die Erhebungen zum zehnten GV-Barometer fanden im November telefonisch unter Projektleitung von Prof. Wolfgang Irrgang (ehemals Synovate, München) im Auftrag des Internorga-Veranstalters Hamburg Messe und Congress statt. Mit der Vorstellung der Ergebnisse im Januar wird auf die jeweilige Messe eingestimmt – als PR-Instrument ein Paradebeispiel. (car.)


„Green Foodservice“ auf dem Vormarsch

August 23, 2010

GAPLATEC setzt innovative Nachhaltigkeits-Konzepte in der Schulverpflegung um – Zwei neue Projekte

(Kirchheim am Neckar, 23. August 2010) Nachhaltigkeit spielt auch in der modernen Gemeinschaftsverpflegung (GV) zunehmend eine wichtige Rolle. Mit modernen Konzepten im „Green Foodservice“ beschäftigt sich Michael Werner Götze. Der Gastronomiefachplaner und Chef der GAPLATEC GmbH, Kirchheim am Neckar, übernahm nun zwei neue Projekte in der Schulverpflegung: zwei Großküchen in Schuleinrichtungen in Halstenbek bei Hamburg und Otterndorf bei Cuxhaven. Hier kommen alternative Klimatechnik und besonders energieeffiziente Gar- und Küchentechnik zum Einsatz.

Neuplanung an der Grund- und Gemeinschafts-schule Halstenbek bei Hamburg

Neuplanung an der Grund- und Gemeinschafts-schule Halstenbek bei Hamburg

„Bei der Neuplanung oder auch Umbauten achten wir besonders auf Einsparung überflüssiger Flächen und senken so die Baukosten“, erläutert Götze. An der Grund- und Gemeinschaftsschule Halstenbek entsteht eine neue Lehrküche samt Mensa nach modernen Kriterien. Mit der Eröffnung Mitte 2011 werden hier anfangs bis zu 300 Schüleressen ausgegeben. Später soll die Zahl der ausgegebenen Speisen auf bis zu 900 pro Tag steigen. „Bei der Lehrküche liegt der planerische Schwerpunkt auf energiesparender Spül- und Wassertechnik mit dem Energielabel AAA“, so Götze.

Beim zweiten Planungsprojekt am Schulzentrum Otterndorf werden Mensa und Schulküche umgeplant. „Die vorhandene Gar- und Küchentechnik kann weiterhin genutzt werden, doch das Kücheneinrichtung und die Prozesse müssen optimiert werden“, sagt Götze. Bis zu 300 Schüleressen pro Tag werden hier nach Fertigstellung Mitte nächsten Jahres ausgegeben.

Schulzentrum Otterndorf bei Cuxhaven

Schulzentrum Otterndorf bei Cuxhaven

Langjähriger Partner für Planung und Bau ist die Goldbeck GmbH. Das Bauunternehmen ist auf die Errichtung von Sonderbauten mit Mensen, wie zum Beispiel Lagerhallen, Einkaufszentren und Schulen, spezialisiert.

Seit knapp 15 Jahren entwickelt GAPLATEC-Chef Götze Konzepte und Projekte im „Green Foodservice“. Bei der Küchen- und Gartechnik sowie Klima- und Kältetechnik legt er besondere Maßstäbe hinsichtlich Umweltorientierung und Nachhaltigkeit an. So werden beispielswiese nur umweltverträgliche Klima- und Kältegase zugelassen. Bei Herden, Grills, Kühl- und Gefrierschränken liegt der Planungsfokus auf herausragende Energieeffizienz. Bei der Gesamtplanung steht die Optimierung von benötigten Flächen und Verkürzung von Arbeitswegen im Fokus. „Gegenüber konventionelle Planungen erzielen wir Einsparungen von bis zu 25 bis 30 Prozent bei Neubauten von Großküchen“, so Götze. Mit „Green Foodservice“ setzt GAPLATEC neue Standards in der Gemeinschaftsverpflegung und schließt die Lücke zur in anderen Bereichen des Gastgewerbe längst etablierten Nachhaltigskeits-Orientierung („Green Hospitality“).

Die GAPLATEC GmbH ist eines der führenden Planungsunternehmen für Profi- und Großküchen. Geschäftsführender Gesellschafter ist Michael Werner Götze, der seit 1987 als Fachplaner tätig ist. Die GmbH wurde 2004 gegründet. Zu den namhaften Referenzen zählen moderne Küchen für das erfolgreiche Gastrokonzept „Pflaumenbaum“ und Lehrküchen mit Mensa für Schul- und Weiterbildungseinrichtungen wie z.B. die Inselschule Fehmarn oder ISR Internationale Schule am Rhein in Neuss. Michael Werner Götze ist Mitglied im Verband der Fachplaner (VdF) und Mitglied im VdF-Expertenpool für Schulverpflegung.


GV-Barometer 2009: Fast zwei Drittel der GV-Betriebe planen neue Investitionen

Januar 15, 2009

Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise will die deutliche Mehrheit der GV-Betriebe in diesem Jahr größere Investitionen tätigen. Fast zwei Drittel der Betriebsrestaurants und GV-Großküchen wollen neue Kochanlagen, Spültechnik, Kassensysteme oder Geschirr und Besteck anschaffen. Dies ist Ergebnis der aktuellen Studie GV-Barometer 2009, die von der Hamburg Messe, Veranstalter der Außer-Haus-Leitmesse Internorga (9. bis 13. März 2009), vorgestellt wurde. Die Studie wird seit sieben Jahren durchgeführt und ist stets der erste Gradmesser im Jahr für die Konjunkturlage im Außer-Haus-Markt.

Dehoga/Cordula Giese

Kombidämpfer – Foto: Dehoga/Cordula Giese

Bei den Betriebsrestaurants stehen Anschaffungen von neuem Geschirr und Besteck im Vordergrund; 45 Prozent der 135 befragten Küchen (mehr als 500 warme ausgegebene Essen pro Tag) haben dies angekündigt. 36 Prozent der Kantinen wollen in neue Kochtechnik investieren. 20 Prozent noch in Gastmöbel.

Bei den Großküchen der Kliniken und Heime (es wurden 170 Betriebe befragt) sieht es ähnlich aus: 39 Prozent kündigten an, in allgemeine Ausstattung (Besteck, Geschirr) investieren. Knapp ein Drittel der Großküchen in Kochtechnik und 17 Prozent in Gastmöbel. Aber: 27 Prozent der Care-Verpfleger sind an neuen Speisentransport- und Serviersystemen interessiert. Zum Vergleich: Bei den Firmenkantinen sind dies nur 18 Prozent.

Der Studienanalyse zufolge wird ein Großteil der Investitionsvorhaben auch umgesetzt werden. Über die Hälfte der GV-Entscheidungsträger (53%) bezeichnen das sog. Investitionsklima als gut. Nur 18 Prozent der Befragten sind skeptisch, ob die Budgets für Neuanschaffungen tatsächlich ausgegeben werden können.

Lesen Sie den gesamten Beitrag in der Onlineausgabe der Fach-Illustrierten für das Hotelmanagement „Top hotel“:
http://www.tophotel.de/index.php?gv-barometer-2009-geplante-investitionen-kuechen