Was man im Hotel verdient: Durchschnittlich 1.800 Euro für Hotelfachleute – 50% verdient weniger als 1.636 Euro – Zwei Drittel müssen regelmäßig Überstunden machen

November 20, 2013

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, 20. November 2013

Das Bruttomonatseinkommen von Hotelfachleuten beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 1.801 Euro. Die Hälfte der Hotelfachleute verdient weniger als 1.636 Euro. Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben stellen sich bei Monatseinkommen und Sonderzahlungen deutlich besser. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Online-Umfrage des Internetportals lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 470 Hotelfachleute haben sich daran beteiligt.

Weihnachtsgeld und Zulagen bei Hotelfachleuten

Kostenfreier Download Gehaltstudie Hotelfachleute (PDF): http://de.scribd.com/doc/185659569/Was-verdienen-Hotelfachleute

Bei Hotelfachleuten handelt es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf. Die Tätigkeit umfasst die Arbeit in allen Abteilungen des Hotels vom Restaurant über die Gästezimmer bis hin zur Verwaltung, wo Hotelfachleute in der Buchhaltung, Lagerhaltung oder auch im Personalwesen tätig sind.

Auffallend ist der hohe Prozentsatz an Beschäftigten, die deutlich länger als tarifvertraglich vereinbart arbeiten. Fast 66 Prozent der befragten Hotelfachleute geben an, im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart zu arbeiten.

„Unsere Daten zeigen auch, dass Hotelfachleute im Vergleich zu anderen Berufsgruppen unzufriedener mit ihren Arbeitsbedingungen sind“, sagt WSI-Experte Dr. Heiner Dribbusch. Dies hat offensichtlich viel mit der vergleichsweise niedrigen Bezahlung zu tun. „Über 60 Prozent der Befragten sind mit ihrer Bezahlung nicht oder überhaupt nicht zufrieden.“ Dieser Wert liegt deutlich über dem bei den Beschäftigten insgesamt.

Die Studie kommt u. a. zu folgenden Ergebnissen:

Berufserfahrung
In aller Regel steigt das Einkommen mit der Dauer der Berufserfahrung. Dies gilt für die Berufsgruppe der Hotelfachleute nur bedingt. Bei einer Berufserfahrung von bis zu einem Jahr beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen 1.720 Euro, bei mehr als 20 Jahren steigt es auf 1.947 Euro. Dies bedeutet einen Einkommenszuwachs von nur 227 Euro. Am höchsten ist es jedoch bei den Befragten mit 11 bis 15 Jahren Berufserfahrung: Sie erhalten 2.104 Euro.

Betriebsgröße
Etwa 84 Prozent der Hotelfachleute, die sich an der Befragung beteiligt haben, arbeiten in Kleinbetrieben mit unter 100 Beschäftigten. In diesen Betrieben erhalten Hotelfachleute im Schnitt 1.776 Euro. Am wenigsten verdienen Hotelfachleute in Betrieben mit bis zu 10 Mitarbeitern. Hier liegt der Durchschnittsverdienst bei 1.621 Euro. In Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten und darüber werden dagegen rund 300 Euro mehr im Monat verdient.

Tarifbindung
Hotelfachleute profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.002 Euro rund 21 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden weitaus häufiger in Betrieben mit Tarifvertrag bezahlt. Insgesamt geben fast 59 Prozent der Hotelfachleute an, dass in dem Betrieb, in dem sie arbeiten, ein Tarifvertrag gilt.

West – Ost
Während in Westdeutschland eine Hotelfachfrau oder ein Hotelfachmann durchschnittlich 1.868 Euro erhält, bekommt sie/er in Ostdeutschland 1.554 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen damit Hotelfachleute rund 17 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.

Männer – Frauen
Knapp 80 Prozent der an der Erhebung beteiligten Hotelfachleute sind Frauen. Das Einkommen der Hotelfachfrauen liegt dennoch mit im Durchschnitt 1.744 Euro rund 276 Euro unter dem ihrer männlichen Kollegen. Dies macht einen Einkommensnachteil von fast 14 Prozent aus.

Arbeitszeit
Die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit der Hotelfachleute liegt bei rund 38,8 Stunden in der Woche. Die Befragten geben jedoch an, tatsächlich mehr zu arbeiten als vertraglich vereinbart: Der Durchschnitt der tatsächlichen Wochenarbeitszeit liegt bei 44,9 Stunden.

Zufriedenheit
Im Vergleich mit allen Beschäftigten im Lohnspiegel sind die Hotelfachleute in allen Kategorien unzufriedener. Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht zufrieden) bis 5 (in jeder Hinsicht zufrieden) liegen ihre Durchschnittswerte in den Kategorien Arbeitszufriedenheit, Zufriedenheit mit der Bezahlung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Menge an Freizeit stets unter den Werten aller Beschäftigten im Lohnspiegel.

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Guter Jahresstart für die Branche: Gastgewerbe erzielt Umsatzplus – Deutschlandtourismus wächst auch dank Mehrwertsteuersenkung – Beschäftigungsplus von 3,5 Prozent

März 15, 2013

März 2013 – Das Gastgewerbe in Deutschland befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die Unternehmer der Branche setzten im Januar nominal 2,8 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat. Die große Überraschung: Laut Statistischem Bundesamt war im Vergleich zum traditionell starken Monat Dezember der Januar-Umsatz im Gastgewerbe kalender- und saisonbereinigt nominal 0,3 Prozent höher. „Die Branche kann sich über einen guten Start ins neue Jahr freuen. Das zeigt: Unser Angebot stimmt und die Menschen lassen sich die Lust am Ausgehen trotz wirtschaftlicher Krisenmeldungen nicht vermiesen“, sagte der Präsident des Dehoga-Bundesverbandes, Ernst Fischer.

Guter Jahresstart für das Gastgewerbe - Alle Zahlen im Plus (Foto: Cordula Giese/Dehoga)
Vor allem die Beherbergungsbetriebe erzielten mit 3,6 Prozent ein starkes Plus. Kein Wunder: Im Januar 2013 legte die Zahl der Übernachtungen weiter zu. 21,7 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste bedeuteten ein Plus von 2 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt übernachteten Gäste aus dem Ausland 3,8 Millionen Mal und damit 5 Prozent häufiger als im Januar 2012. Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste stieg um 1 Prozent auf 17,9 Millionen. „Der Deutschlandtourismus wächst – auch dank des reduzierten Mehrwertsteuersatzes. Eine Reise in oder nach Deutschland hat heute ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als noch vor wenigen Jahren. Davon profitiert die Tourismuswirtschaft – und mit ihr das ganze Land. Denn Touristen bringen neuen Umsatz für Einzelhandel, Kultur und Sport“, betonte Fischer. 2012 zählten die Beherbergungsbetriebe insgesamt mehr als 407 Millionen Übernachtungen – und erzielten damit einen Rekordwert!

Mit einem nominalen Umsatzanstieg von 2,2 Prozent verbuchten die Restaurants, Kantinen und Caterer ebenfalls ein Plus. „Gerade in unserer von digitalen Medien geprägten Zeit sehnen sich die Leute nach dem direkten Gespräch mit ihren Freunden. Der direkte menschliche Kontakt ist halt durch keinen Chat zu ersetzen. Unsere Restaurants und Kneipen bieten hierfür den idealen Rahmen“, erklärte Fischer.

Die positive Entwicklung der Branche spiegelt sich in den Beschäftigtenzahlen wider. Wie aus den jüngst von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gab es im Dezember 2012 mit 879.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe 29.951 mehr als im Dezember 2012. Der Zuwachs lag damit bei 3,5 Prozent, während die Steigerung in der Gesamtwirtschaft nur 1,2 Prozent betrug. „Damit ist das Gastgewerbe weiterhin ein starker Jobmotor des deutschen Mittelstandes“, betonte Fischer.

Der Dehoga-Bundesverband ist für das Jahr 2013 vorsichtig optimistisch und rechnet für das laufende Jahr mit einem nominalen Umsatzplus von 1,8 Prozent.


Gastgewerbeumsatz im Mai 2012 real um 0,7 Prozent gesunken

Juli 16, 2012

(Wiesbaden, 16. Juli 2012) Die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland setzten im Mai 2012 nominal 1,3 % mehr und real 0,7 % weniger um als im Mai 2011. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war im Vergleich zum Vormonat April 2012 der Umsatz im Gastgewerbe im Mai kalender- und saisonbereinigt nominal 0,5 % und real 0,3 % höher.

Der Umsatz im Beherbergungsgewerbe war im Mai 2012 nominal 0,9 % höher, aber real 1,0 % niedriger als im Mai 2011. Die Gastronomie setzte nominal 1,5 % mehr und real 0,6 % weniger um als im Vorjahresmonat. Innerhalb der Gastronomie sank der Umsatz der Caterer nominal um 1,5 % und real um 3,7 %.

Von Januar bis Mai 2012 setzten die Gastgewerbeunternehmen in Deutschland nominal 2,6 % und real 0,5 % mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.


Dehoga stellt Branchenbericht vor: Hoteliers und Gastronomen erwarten gutes Jahr: Aber politische Begleitmusik muss stimmen

Juni 28, 2012

Quelle: Dehoga-Bundesverband, 28. Juni 2012

Nach einem erfreulichen Winterhalbjahr bleibt das Gastgewerbe auch für den Sommer 2012 optimistisch. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Branchenbericht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga-Bundesverband). „Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung, sinkende Arbeitslosenzahlen und die Ankurbelung der Binnennachfrage sorgen für bessere Zahlen in Gastronomie und Hotellerie. Die Branche ist gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen“, erklärte Dehoga-Präsident Ernst Fischer bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Gastgewerbe bleibt auch für den Sommer 2012 optimistisch
Gastgewerbe bleibt auch für den Sommer 2012 optimistisch

Konjunktur: Deutschlandurlaub weiterhin im Trend
Nach einem Rekordwert in 2011 stieg die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie von Januar bis März 2012 laut Statistischem Bundesamt um sechs Prozent auf 96,2 Millionen. „Deutschland als Reiseland liegt in der Gunst der Gäste aus nah und fern ganz vorne“, so Fischer.

34,7 Prozent der Hoteliers bezeichnen ihre Geschäftslage im Winterhalbjahr als gut, 44,8 Prozent als befriedigend. Die Stimmung hat sich damit noch einmal verbessert. Dementsprechend positiv entwickelten sich auch die Umsätze in der Branche. Zwei Drittel der Unternehmen (68,0 Prozent) konnten ihren Umsatz von Oktober 2011 bis März 2012 stabilisieren bzw. erhöhen. Dennoch bleibt die Ertragslage weiter angespannt. Steigende Betriebskosten und wenig Spielraum bei der Preisgestaltung führten bei 42,7 Prozent der Unternehmen zu sinkenden Erträgen. Erfreulich ist die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Betriebe, es wird vor allem modernisiert. Als Gründe dafür nannte Fischer die gute Konjunktur und insbesondere die Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen.

Der Dehoga-Präsident verwies in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie. Das Institut für Management und Tourismus (IMT) der Fachhochschule Westküste hatte die durch die Mehrwertsteuersenkung ausgelösten Investitionsmaßnahmen von knapp 5.200 Gasthöfen, Pensionen und Hotels aus der gesamten Bundesrepublik ausgewertet und addiert.

Zusammen haben diese Unternehmer in den Jahren 2010 und 2011 fast eine Milliarde Euro zusätzlich in Neuanschaffungen, Renovierungen, Energieeffizienzmaßnahmen sowie An- und Umbauten investiert und mehr als 11.000 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen.

Auch in der Gastronomie ist der Aufschwung angekommen. Die robuste Binnennachfrage und die insgesamt günstigen Witterungsverhältnisse sorgen dafür, dass 75,6 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut bzw. befriedigend beurteilen. Hinsichtlich der Umsatzentwicklung kann die Gastronomie wieder mit der Hotellerie aufschließen. So hielten gut zwei Drittel der Unternehmer (64,0 Prozent) ihre Umsätze stabil oder bauten sie sogar aus. Das ist der beste Wert seit dem Winterhalbjahr 2006/07. Steigende Kosten bei Lebensmitteln und im Energiebereich haben jedoch auch hier dafür gesorgt, dass die Erträge bei fast der Hälfte der Unternehmen gesunken sind. Vor diesem Hintergrund ist es äußerst positiv zu sehen, dass die Investi-tionsneigung und die Beschäftigungsentwicklung nahezu stabil blieben.

Für die Sommermonate geben sich Gastronomen und Hoteliers optimistischer als vor einem Jahr. 85,5 Prozent der Hoteliers und 82,5 Prozent der Gastronomen erwarten für die Zeit von April bis September 2012 stabile oder sogar bessere Geschäfte als in der Vorjahressaison. Angesichts dieser positiven Ergebnisse prognostiziert der Dehoga für das Gesamtjahr 2012 für das Gastgewerbe ein Umsatzplus von 3,0 Prozent.

Arbeitsmarkt: Mindestlöhne und Einschränkungen bei den Minijobsverringern Beschäftigung
„So positiv die konjunkturelle Entwicklung ist, so groß sind die aktuellen politischen Herausforderungen für die Branche“ berichtete Dehoga-Präsident Fischer. Die Politik sei aufgerufen, den Aufschwung zu stabilisieren, zu fördern und nicht abzuwürgen. „In den letzten zehn Jahren haben Gastronomie und Hotellerie fast einhunderttausend sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen“, hob Fischer hervor. Ein Plus von gut zwölf Prozent, während die Zahl in der Gesamtwirtschaft nur um rund zwei Prozent gestiegen sei.

„Diese hervorragende Arbeitsmarktbilanz darf nun allerdings nicht durch ein starres, unflexibles Arbeitsrecht, Einschnitte bei den Minijobs oder durch die Einführung von Mindestlöhnen gefährdet werden“, machte Fischer deutlich. Die Entwicklung in den letzten Jahren habe gezeigt: Minijobs verdrängen keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Im Gegenteil: Sie stützten sie.

Das klare Nein zu den Mindestlöhnen begründete Fischer mit den Worten: „Die Tarifautonomie ist in Deutschland ein hohes Gut. Es darf nicht sein, dass durch Mindestlöhne oder politische Lohnuntergrenzen die zwischen der Gewerkschaft NGG und den Dehoga-Landesverbänden fair ausgehandelten Entgelte in Frage gestellt werden. Lohnfindung ist Aufgabe der Tarifvertragsparteien und nicht Sache der Politik.“

Unternehmer benötigen Planungssicherheit – Nein zu Bettensteuern
Als „absolut kontraproduktiv“ bezeichnete Fischer die Diskussion um eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung für Hotels sowie die Einführung kommunaler Bettensteuern. Sie seien verfassungswidrig.

Der Dehoga geht deshalb gegen diese „politische Wegelagerei“ sowohl politisch als juristisch vor. Für den 11. Juli 2012 ist die mündliche Verhandlung der vom Dehoga unterstützten Klagen gegen die Bettensteuer vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig angesetzt.

Mehrwertsteuer: Dehoga fordert Gleichbehandlung gastronomischer Umsätze
Dringenden Handlungsbedarf sieht der Dehoga Bundesverband auch bei der Mehrwertsteuerregelung für Speisen. So wird das Essen im Gehen und Stehen mit sieben Prozent belegt, während für das frisch zubereitete, liebevoll servierte Gericht im Restaurant 19 Prozent fällig werden. Hier forderte der Dehoga den Gesetzgeber auf, endlich zu handeln. Aktuelle Urteile würden die Widersprüche weiter verstärken. „Nur ein einheitlicher reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen ist aus steuersystematischen, arbeitsmarktpolitischen und sozialen Gründen sowie insbesondere aus Gründen der Gleichbehandlung logisch, sinnvoll und längst überfällig“, so Fischer.

Neue GEMA-Tarife: Massive Erhöhungen sind existenzgefährdend
Darüber hinaus sorgen die extremen Tariferhöhungen der Verwertungsgesellschaft GEMA für Verunsicherung und Verärgerung bei den gastgewerblichen Unternehmern. Der Dehoga wird alle juristischen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese GEMA-Tarifreform zu stoppen.

Verbraucherschutz: Qualifizierung statt Stigmatisierung
Im Fokus der Jahrespressekonferenz des Dehoga stand zudem die Diskussion um die Veröffentlichung der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen. Der Dehoga bekennt sich kompromisslos zur Einhaltung der zu Recht strengen gesetzlichen Regelungen in Deutschland. Dabei setzt der Verband auf „Qualifizierung statt Stigmatisierung.“

Der Dehoga-Branchenbericht „Gastgewerbe Winter 2011/12 – Ausblick Sommer 2012“ steht hier kostenfrei zum Download zur Verfügung: http://www.Dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Inhaltsbilder/Daten_Fakten_Trends/Zahlespiegel_und_Branchenberichte/Branchenbericht/Dehoga-Branchenbericht_Winter_2011_2012_Final.pdf


Gastgewerbeumsatz im April 2012 real um 1,2 % gesunken

Juni 15, 2012

Quelle: hottelling, 15. Juni 2012

Die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland setzten im April 2012 nominal 1,0 % mehr und real 1,2 % weniger um als im April 2011. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war im Vergleich zum Vormonat März 2012 der Umsatz im Gastgewerbe im April kalender- und saisonbereinigt nominal und real um 0,8 % niedriger.

Das Beherbergungsgewerbe erzielte im April 2012 einen Umsatzzuwachs von nominal 3,0 % und real 0,4 % gegenüber April 2011. Die Gastronomie setzte nominal genauso viel und real 2,0 % weniger um als im Vorjahresmonat. Innerhalb der Gastronomie stieg der Umsatz der Caterer nominal um 2,5 % und real um 0,3 %.

Von Januar bis April 2012 setzten die Gastgewerbeunternehmen in Deutschland nominal 3,0 % und real 0,9 % mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.


„Öko-Test“: Regionale Lebensmittel – Der große Schwindel

September 5, 2011

(Frankfurt/Main, 05. September 2011) Für regionale Lebensmittelmarken wie „Ein gutes Stück Heimat“ von Lidl, „Unsere-Heimat“ von Edeka oder „Aus unserer Region“ von Rewe geben Verbraucher gerne auch mal etwas mehr aus. Doch das ist zumeist rausgeschmissenes Geld:  Echte Regionalprodukte sind
rar, wie eine große Untersuchung in der aktuellen Ausgabe von „Öko-Test„.

"Öko-Test": Regionale Lebensmittel - Der große SchwindelDie Hersteller sind teilweise recht erfindungsreich,  wenn sie normale Produkte in regionale umetikettieren.  Ein gutes Beispiel ist die Marke „Unser Norden“, die in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Brandenburg vertrieben wird. Der Hersteller Plaza/Sky (Coop) will nicht verraten, woher die Rohstoffe stammen. Doch werden auch Reis, Kaffee und Rotbuschtee vermarktet, die bekannterweise nicht in Deutschland wachsen. Das Unternehmen  begründet das regionale Label damit, dass  alle Lebensmittel entweder in Norddeutschland produziert, veredelt oder abgepackt werden.

Die Regionalmarke von Lidl heißt „Ein Gutes Stück Heimat“. Unter dieser Bezeichnung verkauft der Discounter beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern einen Birnen-Johannisbeerdirektsaft, der in dem rund 1.000 Kilometer entfernten Lindau hergestellt wurde. Auch die Absatzgebiete für die „Unsere Heimat“-Produkte von Edeka Nord und Südwest sind viel zu groß für echte Regionalprodukte.

Doch es mogeln nicht  nur die Großen der Lebensmittelbranche. Auch die kleinen Regionalanbieter werden den eigenen Ansprüchen nicht gerecht.  Das Label der Initiative Landmarkt Hessische Direktvermarkter etwa dürfen Hersteller laut eigener Aussage nur verwenden, wenn 100 Prozent der Rohstoffe aus Hessen stammen. Doch bei der Einhaltung dieser Richtlinien zeigt man sich nicht allzu streng: Die bei Rewe gekauften Röhner Eiernudeln mit dem Label bestehen beispielsweise zu 70 Prozent aus Hartweizengrieß, der  aus BadenWürttemberg stammt.

„Öko-Test“ empfiehlt Verbrauchern darauf zu achten, nur echte Regionalprodukte zu kaufen. Diese sind oftmals auf Bauern- und Wochenmärkten erhältlich. Der Vorteil dieser Produkte ist, dass sie die Wirtschaft vor Ort fördern und die Umwelt schonen, da die Transportwege kurz sind.


Hotellerie: Viele Profiköche tun sich schwer mit dem Thema HACCP

Juni 14, 2011

(Rüsselsheim, 14. Juni 2011) Der nächste Lebensmittel-Skandal kommt bestimmt. Nach der EHEC-Krise ist die Fachdiskussion im Küchenhygiene neu entbrannt. „Viele Hotels und Restaurants tun sich mit dem Thema HACCP noch immer schwer“, bekennt der aus dem TV bekannte Hygienekontrolleur und Hotelsicherheits-Experte Ulrich Jander aus Rüsselsheim. Er verweist auf die DIN EN ISO-Norm 22000 über Managementsysteme für Lebensmittelsicherheit. „Wenn ich diese Vorschriften kenne und mich daran halte, kann mir eigentlich nicht viel passieren, egal ob es um Rückstellproben geht oder um die Reinigung“, so Jander. Die DIN-Norm sagt auch, dass interne Audits durchgeführt werden müssen. „Aber wer macht das denn?“, fragt sich der Gastroexperte.

Alles was man über Küchenhygiene wissen muss, steht in der DIN EN ISO-Norm 22000 über Managementsysteme für Lebensmittelsicherheit (Foto: Lucky Dragon/fotolia.com)
Alles was man über Küchenhygiene wissen muss, steht in der DIN EN ISO-Norm 22000 über Managementsysteme für Lebensmittelsicherheit (Foto: Lucky Dragon/fotolia.com)

Welcher Koch könne von sich sagen, dass er in den Rechtsvorschriften der Lebensmittelverordnung sattelfest sei. Küchen sind ein hochsensibles Thema und wenn das Thema Lebensmittelsicherheit ins Spiel kommt, würden viele Entscheider gleich abblocken, berichtet Jander. „Da sind viele beratungsresistent und nehmen sachliche Kritik gleich sehr persönlich“, beklagt sich der Hygienetester. Da ging es auch um Hinweise auf Schädlinge aus dem Ausland, die beispielsweise mit Rohwaren aus exotischen Ländern in die Küchen geraten. Kaum jemand wisse, wie man damit umzugehen habe, so Jander.

Dabei entwickelt sich das Hygienemanagement im Gastgewerbe schnell weiter. Der jüngste politische Beschluss, ab 2012 ein staatliches Hygiene-Kontrollbarometer („Restaurant-Hygieneampel“) zu starten rief lauten Protest hervor. Dabei wurde dies bereits im November 2007 mit der Novellierung des Verbraucherinformationsgesetz eingeführt.

Hygieneexperte Ulrich Jander: Noch mehr Kontrollen in der Gastronomie sind nötig
Hygieneexperte Ulrich Jander: Noch mehr Kontrollen in der Gastronomie sind nötig

Seit 2005 gilt die DIN-Norm für Lebensmittelsicherheit, in Anlehnung an die Bundeswehrvorschrift ZDV 36/1. „Wenn man mal die Armee mit der Hotellerie vergleicht, stellt sich heraus, dass die Bundeswehr mit ihren Vorschriften Meilen voraus war und und nur sehr wenige Beanstandungen zu verzeichnet hatte“, so Jander.

Seit nunmehr drei Jahren werden Gastbetriebe von Jander in Sachen Sauberkeit und Hygiene zertifiziert. „Ein wichtiger Faktor bei der Auditierung war Küchenhygiene, was viele Betriebe begrüßt haben“, so der Hygienechecker. Seit dem vergangenen Jahr vergibt Jander den „Gastro-Smiley“ in der klassischen Gastronomie.

„Wir werden nicht umhinkommen, immer mehr Kontrollen durchführen zu müssen“, so Jander. Immer wieder fallen schwarze Schafe unter den Gastronomen und Hoteliers auf. In anderen Wirtschaftsbereichen, z.B. der Logistik mit „Schrottlastern“, heißt der Umstand dann „rechtswidrige Gewinnabschöpfung“. Diese Anschuldigung könnte bei einem Rechtstreit den Gastronomen eventuell auch treffen, gibt Jander zu bedenken.