Entwicklung Heißgetränke im Außer-Haus Markt 2012

Juni 8, 2013

Quelle: cafe-future.net, 23. Mai 2013 – Von Jan-Philipp Bartz/GfK

In einem in 2012 generell rückläufigen Außer-Haus-Markt für Getränke (bezogen auf die Zielgruppe der 16-49 Jährigen), konnten sich Heißgetränke mit einem fast unveränderten Ergebnis relativ gut behaupten. Dem stabilen Umsatz stand dabei ein deutlicher Mengenzuwachs von 7% gegenüber. Ergo waren die Preise für Heißgetränke in 2012 im Sinkflug.

Kaffeeduft zum Frühstück

Kaffeeduft zum Frühstück

Das galt auch und insbesondere für Kaffee, der noch stärker als im stationären Handel das bedeutendste Heißgetränke-Segment im Außer-Haus-Markt ist. Hier sind die Durchschnittspreise pro 200 ml um zehn Cent auf 1,35 € gefallen. Traditioneller Kaffee als aktueller Wachstumstreiber der Kategorie ist sogar bei nur noch 1,15 € angekommen. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung waren als eher preisgünstiger Channel die Bäckereien/Stehcafés, die mit einem Plus von 13 % weiter an Bedeutung zulegten. Wer kennt nicht die in diesem Channel ausgehängten Plakate, auf denen ein Kaffee zum 1-Euro-Mitnahmepreis angepriesen wird? Dabei fügt es sich ins Bild ein, dass der On-the-go-Konsum bei den Heißgetränken nochmals deutlich stieg: Über 31 % der außer Haus gekauften Heißgetränke wurden 2012 unterwegs konsumiert.

Innerhalb der Kaffeespezialitäten, die etwas weniger als die Hälfte des Kaffee-Volumens ausmachten, gab es in 2012 deutliche Unterschiede. Latte Macchiato kam in der Menge prozentual knapp zweistellig voran, während Milchkaffee/Café au lait 15 % einbüßte. Auch die Kaffeespezialitäten mit Flavour setzten ihre Mengengewinne aus dem Vorjahr fort. Kaffeespezialitäten stießen außer Haus vor allem bei weiblichen Konsumenten auf Resonanz: Mehr als 2/3 aller Frauen zwischen 16-49 Jahren haben sich 2012 ein solches Getränk gegönnt. Nicht zuletzt für die sich wieder rückläufig entwickelnden Coffee Bars/Coffee Shops könnte sich zukünftig jedoch eine verstärkte Ansprache männlichen Publikums lohnen, da diese im Kaffee-Markt einen deutlich intensiveren Außer-Haus-Konsum aufweisen.

Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Basis: 31,7 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).


Deutscher Kaffeemarkt 2012: Kaffeetrinker kaufen verstärkt ganze Bohnen und Kapseln

April 4, 2013

Quelle: Deutscher Kaffee-Verband, April 2013

Der Kaffeekonsum ist im vergangenen Jahr auf hohem Niveau stabil geblieben. 149 Liter Kaffee hat jeder Deutsche im Durchschnitt im Jahr 2012 getrunken und damit deutlich mehr Kaffee als Wasser oder Bier konsumiert. „Deutschland ist ein Kaffeeland. Kaffee ist das meist getrunkene Getränk in der Bundesrepublik“, so Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Kaffeeverband in Hamburg. Dabei legen die Deutschen vermehrt Wert auf eine unkomplizierte und schnelle Zubereitung sowie auf Frische und Qualität. Ganze Kaffeebohnen, die vor der Zubereitung frisch gemahlen werden, liegen im Trend: Das Segment legte im Jahr 2012 zwölf Prozent zu. Der Konsum von Kaffeekapseln ist im vergangenen Jahr um 16 Prozent gestiegen. Löslicher Kaffee erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit und konnte im vergangenen Jahr erneut ein leichtes Plus von 1,2 Prozent verzeichnen.

Insgesamt wurden im Jahr 2012 in Deutschland 402.000 Tonnen Röstkaffee und 12.800 Tonnen purer löslicher Kaffee konsumiert.

Kaffeekonsum in Deutschland

Kaffeekapseln weiterhin im Trend
„Viele Konsumenten achten auf eine unkomplizierte Zubereitung von qualitativ hochwertigem Kaffee. Gerade Single-Haushalte, Gelegenheitskaffeetrinker und Lifestyle-Konsumenten kaufen daher verstärkt Kaffee in Einzelportionen“, sagt Holger Preibisch. Vor allem der Markt für Kapseln ist erneut gewachsen und lag 2012 bei 10.000 Tonnen und damit 16 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Konsum von Pads ist um 2,6 Prozent auf 31.800 Tonnen gestiegen. „Nachdem in den letzten Jahren Pads deutlich gewachsen sind, erfreut sich jetzt das Kapselsegment deutlicher Steigungsraten. Es scheint, dass Kapseln ein Lifestyle-Gefühl vermitteln“, so Preibisch.

Immer mehr Konsumenten mahlen die Kaffeebohnen frisch
Für die Zubereitung von Kaffee und Kaffeespezialitäten wie Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato setzen viele Kaffeegenießer auf ganze Bohnen. Preibisch: „Vollautomaten, die mit ganzen Bohnen gefüllt werden und diese frisch mahlen, sind stark im Trend. So lassen sich auf Knopfdruck Kaffeespezialitäten zaubern, die die meisten nur aus der besseren Gastronomie kennen.“ Das Segment lag im vergangenen Jahr bei einem Volumen von 66.100 Tonnen. Dies entspricht einem Wachstum von 7.100 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr.

Kaffeekonsum Ländervergleich

Konsum von purem löslichen Kaffee steigt kontinuierlich
Wie bereits in den Vorjahren konnte der Konsum von purem löslichen Kaffee um gut 1,2 Prozent auf 12.800 Tonnen zulegen. Im Bereich der löslichen Kaffeegetränke sind Einzelportionen-Mixes mit Kaffee, Milchpulver und Zucker, so genannte „X in 1“, das am meisten wachsende Segment: Allein im vergangenen Jahr wuchs der Konsum um 25 Prozent auf 3.000 Tonnen.

Zertifizierte Produkte legen zu Im Jahr 2012 erhöhte sich der Anteil nachhaltig zertifizierter Kaffees am Gesamtmarkt erneut und lag nach Schätzungen des Deutschen Kaffeeverbandes bei vier Prozent. „Seit etwa zehn Jahren steigt das Angebot an nachhaltigen Kaffees deutlich. Ob an Tankstellen, im Discount-Supermarkt oder in der gehobenen Gastronomie – nachhaltiger Kaffee wird zunehmend präsenter und erreicht immer größere Bevölkerungsteile. Konnte früher die Nachfrage nach zertifizierten Kaffees nur mühsam gestillt werden, so hat heutzutage jeder Konsument die Möglichkeit, sich aus einem großen Angebot zwischen nachhaltigen und konventionellen Produkten zu entscheiden“, so Preibisch.

Verschiebung im Röstkaffeemarkt
Laut Verbandsgeschäftsführer Preibisch verändern sich die Segmente innerhalb des deutschen Kaffeemarktes: Auch wenn der Anteil des Filterkaffees am Gesamtmarkt rückläufig ist, so sei dieser mit 294.100 Tonnen weiterhin der Klassiker der Kaffeezubereitung in deutschen Küchen und Büros. Zugleich würden immer mehr Filterkaffeekonsumenten ihren Kaffee aus Vollautomaten oder Kapsel-/Padmaschinen zubereiten. „Im Ergebnis erleben wir eine deutliche Veränderung der Kaffeesegmente, hin zu ‚Espresso und Co‘ sowie zur einfachen Zubereitung. Die getrunkene Menge Kaffee ist dabei jedoch auf sehr hohem Niveau stabil. Wir Deutschen trinken 30 Prozent mehr als die EU-Bürger im Durchschnitt. Wir trinken sogar pro Kopf gerechnet mehr Kaffee als die Italiener“, so Preibisch.

Der Deutsche Kaffeemarkt ist der drittgrößte der Welt. Lediglich in den USA und in Brasilien wird mehr Kaffee verkauft als in Deutschland.


Heißgetränke Außer-Haus profitieren von kälteren Temperaturen und Preiserhöhungen im LEH

September 11, 2012

Quelle: cafe-future.net, 11. September 2012

Während die Nachfrage nach Getränken im Außer-Haus Markt im 1. Halbjahr 2012 nach positiven Signalen im Vorjahr insgesamt wieder an Dynamik einbüßt, entwickeln sich die Heißgetränke nach leichten Verlusten in den Vorjahren mit +6,6% Menge wieder deutlich positiv. Anders als bei Kaltgetränken haben hier die kälteren Temperaturen einen positiven Effekt. In diesem Zusammenhang konnte sicherlich insbesondere Tee nach starkem Rückgang im Vorjahr deutlich profitieren, der kalte April hat die Tee-Saison im Ergebnis um einen Monat verlängert.

Aber auch der Kaffeekonsum nimmt mit +6,6% Menge nach Stagnation im Vorjahr deutlich zu. Treiber ist hier insbesondere der traditionelle Kaffee. Milchvarianten wachsen allenfalls im Nischen-Segment „mit Flavour“ stärker. Gekauft wird der Kaffee verstärkt in Bäckereien / Stehcafés und wird dann unterwegs getrunken.

Gerade für Kaffee ist anzunehmen, dass aktuell eine Verlagerung vom Konsum zuhause in den Außer-Haus-Bereich stattfindet.

Der im LEH im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegene Kaffeepreis spiegelt sich im Außer-Haus Markt nicht wieder: Bäckereien / Stehcafés bieten eine vergleichsweise günstige und Zeit sparende Alternative zum Kaffeekonsum zuhause z. B. auf dem Weg zur Arbeit.
Wie jedoch die Nachhaltigkeit dieser Verlagerung zu bewerten ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen: der Kaffeepreis im LEH hat sich mittlerweile im Vergleich zum Vorjahr stabilisiert, sodass hier keine weiteren positiven Effekte für den Außer-Haus Markt zu erwarten sind.

Autor: Frank Reichert
Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Quelle: Basis: 32,6 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).


Internorga Hamburg – Kaffee verantwortungsvoll genießen: Qualität und Nachhaltigkeit als Mega-Trends

Januar 4, 2011

(Hamburg, 04. Januar 2011) Er ist und bleibt Spitze. Durchschnittlich 150 Liter Kaffee tranken die Bundesbürger pro Person im Jahr 2009. Damit ist Kaffee weiterhin das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland und er legt noch zu. So hat sich der Konsum seit dem Jahr 2005 um durchschnittlich sechs Liter pro Kopf gesteigert. Auch im Außer-Haus-Markt ist Kaffee eines der dynamischsten Segmente. Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes mit Sitz in Hamburg. „Dabei stehen Espresso basierte Getränke wie Latte Macchiato, Cappuccino und Cafe Latte besonders hoch im Kurs.“ Die Trends rund um die schwarze Bohne und die Neuheiten der Röster und Technikhersteller zeigt die Hamburger Außer-Haus-Fachmesse Internorga (18. bis 23. März).

Internorga Hamburg: Kaffee wieder einmal im Fokus (Foto: Romanus Fuhrmann/Hamburg Messe)

Internorga Hamburg: Kaffee wieder einmal im Fokus (Foto: Romanus Fuhrmann/Hamburg Messe)

Nach den aktuellen Trends befragt, äußern sich führende Unternehmen, die alle auf der Internorga ausstellen, unisono: „Qualität“ und „Nachhaltigkeit“ sind die Mega-Themen. Katja Radünz, Marketing Management, Franke bremer: „Der Gast hat ein hohes Qualitätsbewusstsein für Kaffeespezialitäten entwickelt. Damit wächst auch der Anspruch des Außer-Haus-Marktes an die Rohstoffe und technischen Produkte.“ Guido Civati, Geschäftsführer und Marketing Director Luigi Lavazza Deutschland: „Gastronomen und Konsumenten legen bei der Auswahl ihres Kaffees Wert auf durchgehend hohe Qualität. Außerdem steigt die Nachfrage nach Bio- und nachhaltig produzierten Produkten seit Jahren stetig, da Verbraucher zunehmend auf die Herkunft ihrer Produkte achten.“

Das bestätigt auch Frank Hilgenberg, Marketingleiter J.J.Darboven: „Vielen Verbrauchern ist die Verbindung von Genuss und nachhaltigem Handeln zunehmend wichtiger, denn das Bewusstsein der Konsumenten für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Umwelt ist deutlich gewachsen.“ Udo Leunissen, Geschäftsführer Sara Lee Deutschland: „Der Trend zu nachhaltig produziertem Kaffee ist ungebrochen. Die Nachfrage steigt sowohl bei unseren Gastronomie-Kunden als auch bei den Endverbrauchern.“ Für Hendrik Schütze, Leiter Werbung und PR Melitta SystemService, liegt darin eine Chance für Gastronomen: „Angebote von nachhaltigen Produkten werden in der Gastronomie immer mehr zu einem Profilierungspunkt und zum Qualitätsmerkmal. Hier wächst die Gastronomie in eine Vorreiterrolle.“

Wenn es um die Getränkespezialitäten geht, ist Vielfalt von entscheidender Bedeutung. Frank Hilgenberg von J.J.Darboven: „Die Kunden wünschen eine große Auswahl und mehr Abwechslung: Wir beobachten einen Trend hin zu speziellen Röstungen und Kaffee-Kompositionen.“ Katja Radünz von Franke bremer: „Innovative Getränke sind gefragt: Milchschaum mit Flavour, ob heiß oder kalt, Schoko mit Frischmilch oder Irish Coffee.“ Ähnlich äußert sich Guido Civati von Luigi Lavazza: „Angesagt sind Kaffeegetränke mit Milch. Zudem wird Kaffee gern mit Aromen oder Sirupen getrunken. Im Sommer ist die Nachfrage nach kühlen Kreationen wie Shakes und Frappés hoch.“ Hendrik Schütze von Melitta SystemService: „Ein Wachstumstreiber bei den Heißgetränken ist Schoko in verschiedenen Sorten von weiß bis dunkel, pur oder in Verbindung mit Kaffee als besondere Spezialität.“

Im Technik-Bereich steht nach Ansicht von Udo Leunissen von Sara Lee die Funktionalität im Fokus: „Selbsterklärende, leistungsfähige Kaffeevollautomaten mit automatischen Reinigungsprogrammen werden immer beliebter – besonders dann, wenn in kurzer Zeit eine große Menge Kaffee benötigt wird, wie beim Frühstück oder im Tagungsbereich. Kaffeevollautomaten, die automatisch Milchschaum zubereiten, der mit separat aufgeschäumter Milch vergleichbar ist, liegen voll im Trend.“

Auch für Hendrik Schütze von Melitta SystemService spielt die „einfache, intuitive Bedienung“ eine zentrale Rolle: „Vielfalt der Kaffeeprodukte bei geringem Platzbedarf, Schnelligkeit und einfache automatische Reinigung sind weitere immer wichtigere Nachfrage-Kriterien, genauso wie Beratung und Service vor Ort für den reibungslosen, sicheren Betrieb über die gesamte Nutzungsdauer.“ Nach Ansicht von Melanie Nolte, Leitung Marketing Kaffeemaschinen WMF wird von den Technik-Herstellern ein immer höheres Qualitätsniveau verlangt: „Der Kunde setzt verstärkt auf Qualität und Kompetenz und fordert eine Rundum-Betreuung auch beim Service und Kundendienst. Im Bereich der Getränkevielfalt ist die komplette Produktpalette gefragt – immer in Top-Qualität und bei einfacher Bedienbarkeit der Kaffeemaschine.“

Mit welchen neuen Produkten und innovativen Konzepten die Unternehmen auf die Trends reagieren, zeigen sie auf der Internorga. Frank Hilgenberg, Darboven: „Wir stellen unser neues Modulsystem für die Gastronomie vor. Das Servicesystem umfasst individuell zusammenstellbare Heißgetränke-Module die sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gastronomen zuschneiden lassen.“ Katja Radünz, Franke bremer: „Dem Trend folgend zeigen wir auf, wie Getränkevielfalt durch Technik funktioniert.“ Udo Leunissen, Sara Lee: „wir präsentieren die Weiterentwicklung unseres Cafitesse Konzeptes, einen neuen Blend und eine neue Kaffeemaschine als Komplett-Konzept.“ Auch WMF und Melitta SystemService werden auf der Fachmesse neue Produkten und Konzepten vorstellen.


Kaffeekonsum in Deutschland steigt

Dezember 25, 2010

Quelle: dapd, 25. Dezember 2010

Der Kaffeekonsum in Deutschland ist auch 2010 wieder gestiegen. Jeder Bundesbürger trinkt pro Jahr 150 Liter des schwarzen Muntermachers. Das hat aber auch die Preise explodieren lassen.

Der Kaffeekonsum in Deutschland steigt weiter. Der Verbrauch 2010 werde gegenüber dem Vorjahr erneut voraussichtlich um etwa ein bis zwei Prozent auf über 150 Liter pro Bundesbürger zulegen, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes, der Nachrichtenagentur dapd. Damit sei der Konsum bereits das fünfte Jahr in Folge gestiegen, und Kaffee bleibe das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland.

Rohkaffee 40 Prozent teurer
Probleme bereitet Röstern und Importeuren die Preisexplosion bei Rohkaffee. Seit Jahresbeginn sind die weltweiten Preise laut dem Kaffeepreisindex der International Coffee Organization um rund 40 Prozent gestiegen. Als Gründe dafür nennt die Kaffeebranche neben der Spekulationslust auf Rohstoffe Überschwemmungen und Dauerregen in den Anbauregionen sowie rückläufige Exporte einzelner Länder. “Die Marktrisiken waren nicht vorauszusehen“, so Preibisch.

Bei den Verbrauchern ist die Teuerung von Rohkaffee zumindest bislang nicht angekommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug die Preissteigerung bei Kaffee in den vergangenen zwölf Monaten 3,0 Prozent. Ob Kaffee 2011 teurer wird, ist ungewiss. “Wir wissen derzeit nicht, wie es weitergeht“, sagt Preibisch. Für die Röster und Importeure verschärfe sich die Lage aber weiterhin. So würden die Rohkaffee-Lieferanten einiger Länder längst geschlossene Lieferverträge nicht erfüllen und verlangten jetzt höhere Preise als ursprünglich vereinbart, erläutert der Experte.

Einzelportionen im Trend
Mit einem jährlichen Rohkaffee-Verbrauch von über 500.000 Tonnen ist Deutschland der drittgrößte Kaffeemarkt weltweit. Im Trend liegen bei den Verbrauchern insbesondere sogenannte Convenience-Produkte. Bei Einzelportionen Kaffeepads und Kapseln erwartet der Verband ebenso wie bei Espresso für das Jahr 2010 ein Plus von mehr als zehn Prozent. “Diese Produkte dürften künftig noch stärker nachgefragt werden“, sagt Preibisch. Potenzial gebe es auch bei Bio-Produkten und zertifizierten Kaffees, deren Anteil derzeit nur bei drei Prozent liegt.

Ihren Kaffee trinken die Bundesbürger weiterhin am liebsten daheim. Der Außer-Haus-Markt (Gaststätten, Hotels) leidet weiter unter den Folgen des Krisenjahres 2009. Die Rückgänge hätten nicht kompensiert werden können, sagt Preibisch.


1. Hj. 2010: Heißgetränkekonsum im Außer-Haus-Markt

September 15, 2010

Quelle: cafe-future.net, 15. September 2010

Obwohl die Ausgabenentwicklung für Getränke Außer-Haus (Gesamt) im 1. Halbjahr 2010 weiter rückläufig ist (-9,0 %; Altersklasse 16-49 Jahre), zeichnet sich im Vergleich zum Vorjahr zunehmend eine Normalisierung ab. Hier zeigt sich zudem, dass sich das Weggehverhalten stärker normalisiert je älter die Zielgruppen sind: So liegt der Ausgabenrückgang für die 40-49-Jährigen bei nur noch -4,8 %.

Wie im Vorjahr entwickeln sich dabei die Ausgaben für Heißgetränke Außer-Haus mit -9,4 % nahezu proportional zum Gesamtmarkt. Allerdings gibt es hier noch deutlichere Unterschiede in der Altersstruktur: Während jüngere Konsumenten nach wie vor stark beim Konsum von Heißgetränken einsparen, ist das Segment bei den 40-49-Jährigen mit
-0,8% nahezu stabil. Gleichzeitig ist diese Altersgruppe für das Segment die wichtigste. Rund jeder vierte Euro für Getränke Außer-Haus wird hier für das Kännchen Kaffee oder die Tasse Tee ausgegeben.

Für Kaffee Außer-Haus setzt sich der Trend zurück zu traditionellem Filterkaffee fort: Der Ausgaben-Anteil steigt von 42,6 % auf
44,4 % bezogen auf die Gesamtausgaben für Kaffee Außer-Haus. An Bedeutung verlieren dementsprechend Varianten mit Milch, wie z. B. Cappuccino und Latte Macchiato. Hierbei wird insbesondere seltener zu Varianten mit Flavour gegriffen.

Der Trend weg von milchigem Kaffee zeigt sich auch bei der Entwicklung des kleinsten Segments im Kaffeemarkt, dem Espresso: Der einzige Bereich mit Umsatzwachstum (+ 10,0 %) steigert den Ausgabenanteil auf
3,9 %.

Neben der weiteren Entwicklung des konsumativen Umfelds werden für die Entwicklung der Heißgetränke Außer-Haus sicherlich die Temperaturen im Herbst/Winter, der Hauptsaison für Heißgetränke, einen entscheidenden Einfluss auf das Gesamtjahresergebnis haben.

(Autor: Frank Reichert / Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg. Quelle: Basis: 32,9 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus-Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule). ulrike.singer@gfk.com)


Butterbrezeln und Pizza-Snacks stark im Kommen bei Bäckereien

März 4, 2010

CHD-Expert-Studie über F&B-Trends: Noch dominiert das belegte Brötchen

(Hamburg, 04. März 2010) Pizza „to go“ ist ein Renner in Bäckereien. Fast drei Viertel aller Bäckerfachgeschäfte mit heißen Snacks im Sortiment führen dieses bei Jung und Alt beliebte Produkt. Bei den kalten Speisen zum Mitnehmen dominieren das (klassische) belegte halbe Brötchen und – das ist neu in ganz Deutschland – Butterbrezeln. Das Snackangebot in den deutschen Bäckerfilialen wächst stetig und ist neben dem Verkauf von Brot und Backwaren zu einem stabilen Umsatzfaktor geworden. Dies geht aus der Studie „Backgewerbe 2009“ des internationalen, auf den Außer-Haus-Markt spezialisierten Marktforschungsinstituts CHD Expert hervor. Für den aktuellen Branchenreport wurden knapp 700 Bäckereifachgeschäfte in ganz Deutschland befragt.


„Kalte Snacks auf dem Web von oder zur Arbeitsstelle sind für viele Bäcker ein wichtiger Faktor zur Kundenbindung geworden“, erläutert Thilo Lambracht, Geschäftsführender Gesellschafter der CHD Expert (Deutschland) GmbH. Dagegen bieten derzeit nur 36 Prozent der Bäckerfilialen auch warme bzw. heiße Snacks an. Entsprechend geringer ist der Anteil der Stammkäufer.

Im Snackangebot dominiert das klassische, belegt halbe Brötchen. „Die Käse- oder Salamistulle trifft eben den allgemeinen Geschmack immer noch am Besten“, konstatiert Lambracht. Im Trend liegen Butterbrezeln – der herzhafte Snack aus Süddeutschland ist mittlerweile in ganz Deutschland zu haben. 43 Prozent der Bäcker haben Butterbrezeln ständig im Angebot. Der oft hervor gehobene Boom von gemischtem Salat findet in den Bäckereien nicht statt. Lediglich ein Viertel der Betriebe bieten verzehrfertige Salate.

Beim Getränkeangebot vertrauen die Bäcker auf etablierte Standards wie Mineralwasser, Säfte, Schorlen und Milch. Lediglich elf Prozent haben auch moderne Wellnessgetränke oder Bio-Limonaden im Sortiment. Auch beim Kaffee wird auf das Normalangebot eines Vollautomaten vertraut. Nur vier Prozent der Bäckereifilialen setzen auch auf Espresso aus speziellen Siebträgermaschinen.

Bäckereien setzten auf Snacks – allerdings dominieren belegte Brötchen und Pizza das Angebot; ausgefallene Speiseideen sind noch nicht in ganz Deutschland etabliert

Bäckereien setzten auf Snacks – allerdings dominieren belegte Brötchen und Pizza das Angebot; ausgefallene Speiseideen sind noch nicht in ganz Deutschland etabliert

„Wichtig für den Bäcker ist die breite Akzeptanz bei seiner Zielgruppe. Trendige Neuheiten werden mit Zurückhaltung betrachtet“, analysiert Lambracht. Bei neuen F&B-Ideen komme es darauf an, ob eine Mindestmenge abverkauft werden könne. Aufwendige Speisen in geringer Stückzahl seien nicht interessant.

Über die Publikation: Der Branchenreport „Backgewerbe 2009“ erschien im Februar und beinhaltet die Ergebnisse aus einer umfassenden Befragung unter 683 Bäckereifachgeschäften in Deutschland. Umfang: 81 Seiten. Kosten: 750 Euro. Bestellbar unter www.foodservice-shop.com