Küchentrends im GV Barometer 2013: Personalabbau in Großküchen geht weiter – Kleinere Verpackungsgrößen sollen Wegwerfen von Lebensmitteln reduzieren

Januar 10, 2013

Januar 2013 – Die Großküchen setzten deutlich Trends: weniger Küchenpersonal allgemein, Abbau von ausgebildeten Köchen, angelernte Köche sollen Convenience-Produkte zubereiten. Was sich seit Jahren in den Profiköchen abspielt, wird auch 2013 anhalten. Dies geht aus dem aktuellen GV-Barometer 2013, einer repräsentativen Befragung von 309 GV-Betrieben (Betriebsrestaurants und Kantinen im Care-Bereich) hervor. Der GV-Barometer wird jährlich anlässlich der Internorga Hamburg (8. bis 13. März) erstellt.

GV Barometer 2013 - Chart 4

Personalumbau und –abbau ist ein Trend, der sich längst nicht nur in GV-Betrieben ablesen lässt. Bei gleichzeitig immer verbesserten Convenience-Produkten und zunehmender Automatisierung in der Gartechnologie lassen sich etliche Speisen auch mit angelernten Kräften kreieren. Im GV-Barometer lässt sich noch ein weiterer für alle Gastbetriebe bedeutender Trend ablesen: Die Food-Zulieferindustrie soll nach Wunsch der Küchenleiter kleinere Verpackungsgrößen anbieten und damit helfen, Lebensmittel wegwerfen zu müssen.

GV Barometer 2013

GV Barometer 2013

Ein Drittel der GV-Betriebe muss täglich Lebensmittel wegwerfen. Am häufigsten handelt es sich um Restbestände, also zum Beispiel um gekochtes Essen, das nicht mehr ausgegeben werden kann (63%). An zweiter Stelle folgen Frischeprodukte, die nicht mehr verarbeitet werden können (38%). Daneben spielen Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder angebrochene Packungen eine Rolle. Dabei werden häufiger täglich Lebensmittel bei kleineren Betrieben (unter 500 warme Essen pro Tag) weggeworfen als bei größeren Betrieben mit 1.000 warmen Essen pro Tag.

GV Barometer 2013

GV Barometer 2013

Wichtigster Hebel aus Sicht der GV-Betriebe, um das Wegwerfen von Lebensmitteln zu vermeiden, ist die exakte Planung der Essensmengen. Oder man setzt auf die chargenweise Zubereitung des Essens sowie die Wiederverwendung von zubereiteten aber nicht ausgegebenen Essen. An die Industrie richtet sich die Forderung nach (zusätzlichen) kleineren Verpackungsgrößen, um das Wegwerfen von Lebensmittel noch weiter zu reduzieren.

Lesen Sie dazu auch:
“Wir retten Lebensmittel!” – Verbraucherministerium, Slow Food und Bundesverband Deutsche Tafel starten Aktionstage gegen Lebensmittelverschwendung

GV Barometer 2013 - Chart 9

GV Barometer 2013

Über die Hälfte der GV-Betriebe will 2013 investieren
Insgesamt 51 Prozent der befragten GV-Betriebe wollen 2013 investieren. Haben 2011 die Betriebe noch deutlich mehr Investitionspläne angegeben, sind in der erneuten Abfrage viele schon ein großes Stück weiter und haben teilweise Investitionen bereits getätigt. Größere Anschaffungen (u.a. Kochanlage, Kassensysteme, Spültechnik) planen immer noch 44 Prozent (2011: 51%). Sowohl bei den Betriebsrestaurants (Business-Bereich) als auch bei den Kliniken und Heimen (Care-Bereich) stehen Ausstattungen zum Kochen und allgemeine Ausstattungen (Bestecke, Geschirr) an erster Stelle. Bei den Betriebsrestaurants liegen die Anschaffungspläne in mehreren Bereichen unter denen für 2012, das betrifft unter anderem Ausstattungen zur Warenpräsentation, Spülmaschinen, Bestecke sowie Kassensysteme und Datenverarbeitung. In der Klinik- und Heimverpflegung ist eine Zurückhaltung bei Neuanschaffungen von Speisentransport- und Serviersystemen festzustellen.

GV Barometer 2013

GV Barometer 2013

Rund die Hälfte der investitionsbereiten GV-Betriebe rechnen für 2013 mit Anschaffungen in Höhe von 50.000 Euro und mehr. Damit bewegen sich die Betriebsrestaurants deutlich über Vorjahresniveau (2012: 33%). Der Anteil der investitionsbereiten Betriebsrestaurants ist also leicht zurückgegangen, die Investitionsbudgets sind aber deutlich gestiegen. Ähnlich verhält es sich im Care-Bereich. Hier wird der Rückgang allerdings nicht mit einem höheren Budget ausgeglichen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Investitionsklima verbessert. 56 Prozent der GV-Betriebe bewerten das Investitionsklima als gut (2012: 48%). Positiv ist hier ein besonders günstiges Investitionsklima bei den Alten- und Seniorenheimen. Insgesamt bewerten 64 Prozent der Heime das Klima als gut (2012: 48%).

GV Barometer 2013

Unverändert gut ist die Ausgangssituation für die Einführung neuer Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung. So bekundet über die Hälfte der Befragten ein großes Interesse an Produktinnovationen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Bei allen GV-Betrieben stehen die Aspekte Qualität, Gesundheitsorientierung, Geschmack und Optik im Vordergrund. Nachgefragt werden vor allem Fischgerichte, Gemüse, Teigwaren als Hauptgericht, Geflügel sowie Fleischgerichte.

Für die repräsentative Umfrage hat Marktforscher Prof. Wolfgang Irrgang zwischen dem 5. und 16. November 2012 in insgesamt 309 GV-Betrieben die Entscheidungsträger im Verpflegungsbereich (in der Regel die Küchenleiter) befragt. Dazu zählten 147 Betriebsrestaurants sowie 162 Betriebe aus dem Care-Bereich, davon 86 Krankenhäuser, Sanatorien und Reha-Kliniken sowie 76 Seniorenheime.

Die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland umfasst nach Informationen des Dehoga mehr als 30.000 Betriebsrestaurants, die pro Woche rund 30 Millionen Mahlzeiten servieren, sowie mehr als 16.000 Kliniken, Heime und Reha-Einrichtungen mit täglich rund 1,2 Millionen Mahlzeiten. Die Branche setzt in Deutschland im Jahr geschätzte 15 Milliarden Euro um.


Europa: Halbjahreszahlen der Big 5

August 26, 2011

(Nürnberg, 26. August 2011) Der private Außer-Haus-Konsum im 1. Halbjahr 2011 entwickelte sich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum wie folgt:
Deutschland +3,15 %
Frankreich +1,79 %
Italien +1,44 %
Großbritannien +0,71 % und
Spanien -6,80 %

Die Zahlen aus dem Crest Verbraucherpanel der npdgroup bestätigen, was erwartet wurde: Deutschland präsentiert die besten Entwicklungszahlen, Spanien mit Abstand die schlechtesten.

Dahinter stehen in Deutschland, Frankreich und Italien leicht verbesserte Frequenzen und in Deutschland, Frankreich und Großbritannien etwas deutlicher gesteigerte Durchschnittsbons.

Die Zahlen implizieren die komplette private Nachfrage im Außer-Haus-Markt in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Nicht enthalten: der Care-Bereich mit Krankenhäusern und Heimen sowie die Geschäftsnachfrage, und da speziell Event-Catering.


Top 35 Betriebsgastronomen mit +10,9 %

Juni 17, 2011

Quelle: cafe-future.net, 17. Juni 2011

Von -5,1 auf 10,9 % Umsatzplus! Die Top 35 Verpflegungsbetriebe in Eigenregie sind ein exaktes Spiegelbild des konjunkturellen Aufschwungs. Die Riege der 35 befragten Betriebsgastronomen erzielte einen Nettoumsatz (ohne Subventionen) von 626,9 Mio. €, das ist ein Wachstum von 10,9 Prozent. Erfasst wurden 401 Standorte mit 75 Mio. Gästen im Jahr 2010.

Nur ein Jahr nach der Krise melden 23 Unternehmen Pluswerte beim Umsatz, davon 13 im zweistelligen Bereich. Umsatzgewinner ist das Drittgeschäft – von Hotels bis Stadien – mit +18,3 Prozent (Vj. -4,6 %). Bayer und Cultina (Bertelsmann) sind hier die Umsatz-matadore mit 15,9 Mio. € und 12,4 Mio. €. Zwischenverpflegung/Shops+Co. schlagen beim Umsatzwachstum mit +12,4 Prozent (Vj. -9,0 %) die Hauptverpflegung, die auf +9,9 Prozent (Vj. +1,9 %) kommt. Und auch der Bereich Gästebewirtung/Events im Unternehmen steigt von -5,6 Prozent in 2009 auf stattliche +10,3 Prozent auf. Pluszahlen in allen Disziplinen!

Die 35 Unternehmen bewirteten insgesamt 75,3 Mio. Gäste in 2010. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,9 Mio. Gästen oder 8,5 Prozent. 2009 verlor die Branche noch 900.000 Gäste. Die meisten Kunden bedienten die Daimler- (11,1 Mio.) und Siemens-Gastronomen (11,0 Mio.). Die Steigerungen der Gästezahlen ist bei beiden Konzernen mit +18,5 Prozent (1,74 Mio. Gäste) und +16,7 Prozent (1,58 Mio.) fast identisch.

Für 2011 erwarten 58 Prozent der Befragten bessere Gästezahlen als in 2010, 90,9 Prozent einen etwas besseren Durchschnitts-Bon. Stichwort größte Einzelstandorte: Hier landet bundesweit das Team von Volkswagen am Standort Wolfsburg mit 5,3 Mio. auf Platz 1, auf Rang 2 folgt BMW am Standort München mit 4,9 Mio., Daimler in Sindelfingen ist mit 4,5 Mio. Dritter. Die Exklusiv-Untersuchung der gv-praxis erscheint im Juniheft.


Internorga Hamburg – Kaffee verantwortungsvoll genießen: Qualität und Nachhaltigkeit als Mega-Trends

Januar 4, 2011

(Hamburg, 04. Januar 2011) Er ist und bleibt Spitze. Durchschnittlich 150 Liter Kaffee tranken die Bundesbürger pro Person im Jahr 2009. Damit ist Kaffee weiterhin das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland und er legt noch zu. So hat sich der Konsum seit dem Jahr 2005 um durchschnittlich sechs Liter pro Kopf gesteigert. Auch im Außer-Haus-Markt ist Kaffee eines der dynamischsten Segmente. Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes mit Sitz in Hamburg. „Dabei stehen Espresso basierte Getränke wie Latte Macchiato, Cappuccino und Cafe Latte besonders hoch im Kurs.“ Die Trends rund um die schwarze Bohne und die Neuheiten der Röster und Technikhersteller zeigt die Hamburger Außer-Haus-Fachmesse Internorga (18. bis 23. März).

Internorga Hamburg: Kaffee wieder einmal im Fokus (Foto: Romanus Fuhrmann/Hamburg Messe)

Internorga Hamburg: Kaffee wieder einmal im Fokus (Foto: Romanus Fuhrmann/Hamburg Messe)

Nach den aktuellen Trends befragt, äußern sich führende Unternehmen, die alle auf der Internorga ausstellen, unisono: „Qualität“ und „Nachhaltigkeit“ sind die Mega-Themen. Katja Radünz, Marketing Management, Franke bremer: „Der Gast hat ein hohes Qualitätsbewusstsein für Kaffeespezialitäten entwickelt. Damit wächst auch der Anspruch des Außer-Haus-Marktes an die Rohstoffe und technischen Produkte.“ Guido Civati, Geschäftsführer und Marketing Director Luigi Lavazza Deutschland: „Gastronomen und Konsumenten legen bei der Auswahl ihres Kaffees Wert auf durchgehend hohe Qualität. Außerdem steigt die Nachfrage nach Bio- und nachhaltig produzierten Produkten seit Jahren stetig, da Verbraucher zunehmend auf die Herkunft ihrer Produkte achten.“

Das bestätigt auch Frank Hilgenberg, Marketingleiter J.J.Darboven: „Vielen Verbrauchern ist die Verbindung von Genuss und nachhaltigem Handeln zunehmend wichtiger, denn das Bewusstsein der Konsumenten für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Umwelt ist deutlich gewachsen.“ Udo Leunissen, Geschäftsführer Sara Lee Deutschland: „Der Trend zu nachhaltig produziertem Kaffee ist ungebrochen. Die Nachfrage steigt sowohl bei unseren Gastronomie-Kunden als auch bei den Endverbrauchern.“ Für Hendrik Schütze, Leiter Werbung und PR Melitta SystemService, liegt darin eine Chance für Gastronomen: „Angebote von nachhaltigen Produkten werden in der Gastronomie immer mehr zu einem Profilierungspunkt und zum Qualitätsmerkmal. Hier wächst die Gastronomie in eine Vorreiterrolle.“

Wenn es um die Getränkespezialitäten geht, ist Vielfalt von entscheidender Bedeutung. Frank Hilgenberg von J.J.Darboven: „Die Kunden wünschen eine große Auswahl und mehr Abwechslung: Wir beobachten einen Trend hin zu speziellen Röstungen und Kaffee-Kompositionen.“ Katja Radünz von Franke bremer: „Innovative Getränke sind gefragt: Milchschaum mit Flavour, ob heiß oder kalt, Schoko mit Frischmilch oder Irish Coffee.“ Ähnlich äußert sich Guido Civati von Luigi Lavazza: „Angesagt sind Kaffeegetränke mit Milch. Zudem wird Kaffee gern mit Aromen oder Sirupen getrunken. Im Sommer ist die Nachfrage nach kühlen Kreationen wie Shakes und Frappés hoch.“ Hendrik Schütze von Melitta SystemService: „Ein Wachstumstreiber bei den Heißgetränken ist Schoko in verschiedenen Sorten von weiß bis dunkel, pur oder in Verbindung mit Kaffee als besondere Spezialität.“

Im Technik-Bereich steht nach Ansicht von Udo Leunissen von Sara Lee die Funktionalität im Fokus: „Selbsterklärende, leistungsfähige Kaffeevollautomaten mit automatischen Reinigungsprogrammen werden immer beliebter – besonders dann, wenn in kurzer Zeit eine große Menge Kaffee benötigt wird, wie beim Frühstück oder im Tagungsbereich. Kaffeevollautomaten, die automatisch Milchschaum zubereiten, der mit separat aufgeschäumter Milch vergleichbar ist, liegen voll im Trend.“

Auch für Hendrik Schütze von Melitta SystemService spielt die „einfache, intuitive Bedienung“ eine zentrale Rolle: „Vielfalt der Kaffeeprodukte bei geringem Platzbedarf, Schnelligkeit und einfache automatische Reinigung sind weitere immer wichtigere Nachfrage-Kriterien, genauso wie Beratung und Service vor Ort für den reibungslosen, sicheren Betrieb über die gesamte Nutzungsdauer.“ Nach Ansicht von Melanie Nolte, Leitung Marketing Kaffeemaschinen WMF wird von den Technik-Herstellern ein immer höheres Qualitätsniveau verlangt: „Der Kunde setzt verstärkt auf Qualität und Kompetenz und fordert eine Rundum-Betreuung auch beim Service und Kundendienst. Im Bereich der Getränkevielfalt ist die komplette Produktpalette gefragt – immer in Top-Qualität und bei einfacher Bedienbarkeit der Kaffeemaschine.“

Mit welchen neuen Produkten und innovativen Konzepten die Unternehmen auf die Trends reagieren, zeigen sie auf der Internorga. Frank Hilgenberg, Darboven: „Wir stellen unser neues Modulsystem für die Gastronomie vor. Das Servicesystem umfasst individuell zusammenstellbare Heißgetränke-Module die sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gastronomen zuschneiden lassen.“ Katja Radünz, Franke bremer: „Dem Trend folgend zeigen wir auf, wie Getränkevielfalt durch Technik funktioniert.“ Udo Leunissen, Sara Lee: „wir präsentieren die Weiterentwicklung unseres Cafitesse Konzeptes, einen neuen Blend und eine neue Kaffeemaschine als Komplett-Konzept.“ Auch WMF und Melitta SystemService werden auf der Fachmesse neue Produkten und Konzepten vorstellen.


Hygiene-Smileys für Kantinen: Qualität und Hygiene im Stresstest

Dezember 10, 2010

Gastro-Siegel von „TV-Hotelchecker“ Ulrich Jander findet auch in der Gemeinschaftsverpflegung Anklang – Betriebsrestaurant der Alten Leipziger Versicherung besteht Check mit Bravour

(Oberursel/Taunus, 10. Dezember 2010) In der Gemeinschaftsverpflegung (GV) stehen Qualität und Hygiene an oberster Stelle. Die im Commercial Foodservice längst etablierten Hygiene-Smileys finden nun auch im Social Foodservice Anklang. Der aus dem TV als „Hotelchecker“ bekannte Unternehmensberater Ulrich Jander prüfte kürzlich eines der in Deutschland führenden Betriebsrestaurants. Die Kantine der Alten Leipziger Versicherung in Oberursel/Taunus erreichte mit 99 von maximal 100 Punkten eine absolute Bestnote.

„Hotelchecker“ Ulrich Jander bei der Hygiene-Messung

„Hotelchecker“ Ulrich Jander bei der Hygiene-Messung

„Sowohl das Mitarbeiterrestaurant als auch das Kasino für die Führungskräfte überzeugten mich absolut“, berichtet Jander. Bei dem ausführlichen, über zwei Stunden dauernden Rundgang wurden über 100 Hauptkriterien in Küche, Kühlhaus, Trockenlager und Restaurants ausgiebig geprüft. Mit dem „SQS-Hygienesiegel“ („SQS“ steht für „Smiley für Qualität und Sauberkeit“) erhalten die Betriebsrestaurants eine weitere Empfehlung und steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter der Alten Leipziger Versicherung.

„Im Unterschied zu Hotels und führenden A-la-carte-Restaurants haben GV-Küchen besondere Anforderungen an Lagerung und Zubereitung von großen Lebensmittelmengen sowie in der fortwährenden Schulung des Fach- und Hilfspersonals“, resümiert „Kantinenchecker“ Ulrich Jander. Die hohe Bedeutung von Qualität, Effizienz und Sauberkeit in Firmenkantinen unterstreicht die Zertifizierung mit dem Gastro-Smiley. Während in der Bundespolitik noch über Zeitpunkt und generellen Umgang mit einem behördlichen Hygienecheck gestritten wird, schaffen die Gastbetriebe in nahezu allen Bereichen – Hotels, Restaurants, Kantinen, Heime, Mensen, Kindergärten etc. – Tatsachen und lassen sich freiwillig überprüfen.

Mit den Hygiene-Smiley vergibt Janders Unternehmen Gesellschaft zur Qualitätssicherung in Hotels (GQH, Rüsselsheim) seit etlichen Jahren eine verlässliche und transparente Bewertung der getesteten Gastbetriebe. Die freiwilligen Tests laufen stets unangemeldet ab. Ähnlich wie Betriebsprüfern lässt sich Jander nicht vom Auftraggeber beeinflussen und verhängt in kritischen Fällen auch Sanktionen.

Ulrich Jander ist Sicherheitsberater und Fachberater für Arbeits- und Objektschutz. Zusammen mit seiner Frau Martina leitet der die Unternehmen GQH Gesellschaft für Qualitätssicherung im Hotel und ASD Arbeitsmedizinischer & Sicherheitstechnischer Dienst. Der gelernte Bankkaufmann und Verwaltungsfach-Ingenieur ist u.a. Sachverständiger für Arbeitssicherheit und Brandrisikomanagement. Der 52-Jährige lebt in Rüsselsheim bei Frankfurt/Main.


Alles über den Ausser Haus Markt

August 19, 2010

Ausführliche Datenübersicht „Foodservice-Länderreport Deutschland 2010“ zum kostenfreien Download

(Hamburg, 19. August 2010) Wussten Sie schon, dass der deutsche Außer-Haus-Markt einen jährlichen Wert von 67,8 Milliarden Euro hat? Oder, dass das Segment „Commercial Foodservice“, also Hotellerie, Gastronomie und Catering mit über 200.000 Betrieben einer der bedeutendsten Arbeitgeber ist. Zur Gemeinschaftsverpflegung, international als Non Commercial Foodservice bekannt, gehören weitere knapp 130.000 Anbieter von Speisen und Getränken jeglicher Art. Alle wichtigen Daten und Fakten zum Außer-Haus-Markt Deutschland stehen nun mit dem „Foodservice-Länderreport Deutschland 2010“ unter www.foodservice-intelligence.de/der_ausser_haus_markt.php kostenfrei zur Verfügung. Herausgeber ist die u.a. auf Foodservice spezialisiertes Marktforschungsinstitut The Business Target Group aus Scheeßel bei Hamburg.


„Mit dem aktuellen Foodservice-Länderreport steht erstmals ein umfassendes Marktprofil kostenfrei zur Verfügung“, sagt Thilo Lambracht, Geschäftsführer der zur Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag gehörenden The Business Target Group GmbH. Der Report nennt die genaue Anzahl der Betriebe im Außer-Haus-Markt, aufgeschlüsselt nach den gebräuchlichen Segmenten und Subsegmenten (Beherbergung, Gastronomie, Fast Food, Catering, Betriebsverpflegung, Gesundheit, Bildung). Zudem wird der F&B-Umsatz (F&B = Food & Beverages) und die Zahl der ausgegebenen Speisen sowie der Durchschnittsbon je Segment übersichtlich aufgeführt.

„Sämtliche Außer-Haus-Markt-Betriebe stehen für Vertriebs- und Marketingzwecke auch als Adressdateien zur Verfügung“, ergänzt Lambracht. Zudem stehen 34 weitere Foodservice-Länderreports für ganz Europa, Russland, Ukraine, Weißrussland und die Türkei zum Abruf bereit; ab 1.450 Euro (zzgl. 19% MwSt.) je Länderreport. Eine ausführliche Marktinformation liefert die Dokumentation „Außer-Haus-Markt Deutschland 2010“ (940 Euro zzgl. 19% MwSt.).

The Business Target Group GmbH: Sitz des Unternehmens ist Scheeßel bei Hamburg. Die Geschäftsbereiche sind (quantitative und qualitative) Marktforschung, Adressenrecherche und –bereitstellung, Datenbankmanagement, Business Intelligence sowie Telemarketing. Das Unternehmen geht auf die 1997 gegründete Marktplatz Hotel GmbH zurück und verfügt bereits über langjährige Erfahrung im Gastgewerbe (Commercial Foodservice) und der Gemeinschaftsverpflegung (Non Commercial/Social Foodservice). Zu den Kunden zählen nahezu alle namhaften Hersteller und Lieferanten aus der Marken- und Lebensmittelindustrie.
Mehr zum Unternehmen: www.businesstargetgroup.com.
Alles über den Außer-Haus-Markt: www.foodservice-intelligence.de


Fast Food ist in Polen weiter im Kommen – Umsätze der Gastronomie insgesamt sinken

November 27, 2009

Quelle: gtai, 27. November 2009

Von Beatrice Repetzki

Der allgemeine Spartrend in Polen macht auch vor dem Gastronomiesektor nicht halt. Während die gehobeneren Restaurants Umsatzeinbußen verzeichnen, hofft der Fast-Food-Sektor auf bessere Geschäfte. Marktführer im mittleren Segment will Sfinks durch die Übernahme der Pizzerienkette Da Grasso werden. Das Netz von vegetarischen Schnell-Restaurants Green Way und AmRest wollen weiter expandieren.

Die mittelfristigen Aussichten für den polnischen Gastronomiesektor sind eher ungünstig. Die Ausgaben für das Essen außer Hause sollen noch bis 2011 sinken und auch 2013 noch nicht wieder das Niveau von 2008 erreichen. Der Marktforscher Euromonitor International erwartet, dass Restaurateure in Polen 2013 etwa 7,86 Mrd. Euro einnehmen werden nach noch 8,15 Mrd. Euro 2008. Ähnlich soll die Entwicklung auch in ganz Mittel- und Osteuropa verlaufen, wo die Umsätze 2013 nur noch 39,7 Mrd. Euro betragen sollen nach 40,2 Mrd. Euro (2008). Bereits Ende 2008 wirkte sich die globale Finanzkrise negativ auf die Umsätze der Restaurateure aus.

Der Marktforscher PMR, der eine andere Berechnungsgrundlage hat als Euromonitor, schätzt den Wert des Gastronomiemarktes 2008 auf 19,4 Mrd. Zl (rund 5,5 Mrd. Euro, 1 Euro=3,51 Zl; Durchschnittskurs 2008). Eine ähnliche Angabe macht auch das Statistische Hauptamt GUS, wonach dieser Markt seit 2000 von 15,4 Mrd. Zl bis 2008 auf 20,8 Mrd. Zl wuchs. Die Einnahmen des polnischen Gastronomiesektors sanken demnach real um etwa 2,4% gegenüber 2007 (nominal +3,6%). Fast zwei Drittel dieses Betrages (64,0%) wurde mit gastronomischer Zubereitung erwirtschaftet, deren Gewicht weiter zunahm.

GUS untersucht sämtliche Gastronomiebetriebe (ständige und saisonale), deren Zahl 2008 um 6,7% auf gut 81.000 fiel (2007: -1,5%). Fast alle gastronomischen Einrichtungen (97,7%) befinden sich in privater Hand (79.268). Unter den Kantinen gab es allerdings noch 961 öffentlich betriebene.

Zahl der Gastronomiestellen Ende 2008

Art der Gastronomiestellen Zahl Veränderung zu Ende 2007 in %
Restaurants 13.731 +13,3
Bars 33.151 -10,3
Kantinen 5.207 -15,0
Gastronomiepunkte 29.042 -8,6
Insgesamt 81.131 -6,7

Quelle: Hauptamt für Statistik GUS, Binnenmarkt 2008
Die zur deutschen Metro-Gruppe gehörende Kette Makro Cash&Carry will nun auch den Gastronomiesektor direkt beliefern. Dabei beginnt sie mit dieser neuen Tätigkeit in Warschau, um dann im Laufe von 2010 das ganze Land abzudecken, wie der Vorsitzende der polnischen Tochtergesellschaft Uwe Hoelzer gegenüber der Tageszeitung Puls Biznesu sagte. Bislang ist die Firma Farutex Marktführer bei der Belieferung des Gastronomiesektors.

Die Zahl der ausländischen Touristen, die mindestens einmal übernachteten, war stark rückläufig. In den ersten acht Monaten 2009 besuchten laut GUS nur noch 2,6 Mio. Personen Polen nach noch 7,1 Mio. von Januar bis August 2008. Für die in Polen 2012 geplante Fußball-Europameisterschaft werden 0,6 Mio. ausländische Fans erwartet.

Die Fast Food Kette Green Way will weitere vegetarische Schnell-Restaurants eröffnen. Die bereits 30 Lokale betreibende Gesellschaft plant für 2010 den Gang an die Warschauer Börse. Die Speisewagengesellschaft Wars, an der der Fiskus noch 42,5% der Aktien hält, soll vollständig privatisiert werden, wobei der Belegschaft 15% der Aktien zustehen. Interesse an den übrigen Aktien hat die Gesellschaft PKP InterCity signalisiert, der bereits ein Paket von 57,5% gehört.

AmRest, der Betreiber der Ketten KFC, Pizza Hut, Burger King und anderer will weiter in Mittel- und Osteuropa expandieren und erwägt dabei ebenfalls Übernahmen. Die Gesamtzahl der Lokale soll sich 2009 um 50 auf 470 erhöhen; Mitte des Jahres betrieb AmRest 433 Restaurants. Die Einnahmen von AmRest sollen laut dem Vorstandsmitglied Wojciech Mroczynski 2009 über 2 Mrd. Zl betragen (2008: 1,43 Mrd. Zl mit einem Nettogewinn von 20,8 Mio. Zl). Bereits im 1. Halbjahr überstiegen sie 1 Mrd. Zl und waren somit trotz der schwachen Konjunktur doppelt so hoch wie im 1. Halbjahr 2008.

In Schwierigkeiten ist die Firma PolRest aus Krakow (Krakau), die im 1. Halbjahr 2009 einen Nettoverlust von 5,7 Mio. Zl verzeichnete bei Einnahmen von 20,3 Mio. Zl. Die Deutsche Bank kündigte dem Betreiber der preisgünstigen Restaurant-Ketten Invito und Rooster eine Kreditvereinbarung vom November 2006 in Höhe von 1,8 Mio. Zl. Unrentabel sind alle Invito- und einige Rooster-Restaurants. Im Juli 2009 hatte PolRest seine fünf teureren Restaurants des gehobenen Segmentes verkauft.

PolRest ist ebenso wie ihre Konkurrenten AmRest, Sfinks und die Grupa Kosciuszko an der Warschauer Börse notiert. Probleme hat auch der Restaurant-Betreiber Sfinks aus Lodz (Lodsch), der allerdings mit den Banken eine Schuldenregelung treffen konnte.

Sfinks gehören die Ketten der Restaurants mit der Bezeichnung „Sphinx“ (96 Lokale im September 2009), in denen Speisen des mittleren Preissegmentes von Kellnern serviert werden, sowie „Chlopskie Jadlo“ (10) und „Wook“ (5). Im Oktober 2009 unterzeichnete die Firma einen vorläufigen Vertrag über den Kauf der aus 180 Restaurants bestehenden Kette Da Grasso, die das größte Franchising-Netz von Pizzerien in Polen betreibt. Die Transaktion soll maximal 40 Mio. Zl kosten, wovon zunächst 20 Mio. Zl zu entrichten sind und der Rest bis 2014, wobei der genaue Betrag abhängig von der Geschäftsentwicklung sein wird. Finanzieren will Sfinks diese Transaktion mit einer Aktienemission noch vor Jahresfrist, mit der 72 Mio. Zl generiert werden sollen.

Sfinks würde damit zur größten Restaurant-Kette Polens, zu der bereits 112 Lokale gehören. Zusammen mit den Pizzerien von Da Grasso wären es 292 Restaurants. Damit würde McDonald´s mit seinen 227 Lokalen auf den zweiten Platz und AmRest (185) auf den dritten verwiesen. Sfinks nahm in den ersten drei Quartalen 2009 rund 136,2 Mio. Zl ein (-15% gegenüber Januar bis September 2008) mit einem Verlust von 32,3 (-0,9) Mio. Zl.

Bis März 2009 war AmRest an Sfinks zu einem Drittel beteiligt, als die Gesellschaft OrsNet des inzwischen Sfinks-Vorsitzenden Sylwester Cacek diese Anteile aufkaufte. Cacek gewährte Sfinks außerdem einen Kredit von 30 Mio. Zl und rettete das Unternehmen so vor dem drohenden Bankrott. Falls notwendig würde er auch die neu emittierten Aktien kaufen.