Dehoga stellt Branchenbericht vor: Hoteliers und Gastronomen erwarten gutes Jahr: Aber politische Begleitmusik muss stimmen

Juni 28, 2012

Quelle: Dehoga-Bundesverband, 28. Juni 2012

Nach einem erfreulichen Winterhalbjahr bleibt das Gastgewerbe auch für den Sommer 2012 optimistisch. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Branchenbericht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga-Bundesverband). „Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung, sinkende Arbeitslosenzahlen und die Ankurbelung der Binnennachfrage sorgen für bessere Zahlen in Gastronomie und Hotellerie. Die Branche ist gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen“, erklärte Dehoga-Präsident Ernst Fischer bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Gastgewerbe bleibt auch für den Sommer 2012 optimistisch
Gastgewerbe bleibt auch für den Sommer 2012 optimistisch

Konjunktur: Deutschlandurlaub weiterhin im Trend
Nach einem Rekordwert in 2011 stieg die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie von Januar bis März 2012 laut Statistischem Bundesamt um sechs Prozent auf 96,2 Millionen. „Deutschland als Reiseland liegt in der Gunst der Gäste aus nah und fern ganz vorne“, so Fischer.

34,7 Prozent der Hoteliers bezeichnen ihre Geschäftslage im Winterhalbjahr als gut, 44,8 Prozent als befriedigend. Die Stimmung hat sich damit noch einmal verbessert. Dementsprechend positiv entwickelten sich auch die Umsätze in der Branche. Zwei Drittel der Unternehmen (68,0 Prozent) konnten ihren Umsatz von Oktober 2011 bis März 2012 stabilisieren bzw. erhöhen. Dennoch bleibt die Ertragslage weiter angespannt. Steigende Betriebskosten und wenig Spielraum bei der Preisgestaltung führten bei 42,7 Prozent der Unternehmen zu sinkenden Erträgen. Erfreulich ist die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Betriebe, es wird vor allem modernisiert. Als Gründe dafür nannte Fischer die gute Konjunktur und insbesondere die Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen.

Der Dehoga-Präsident verwies in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie. Das Institut für Management und Tourismus (IMT) der Fachhochschule Westküste hatte die durch die Mehrwertsteuersenkung ausgelösten Investitionsmaßnahmen von knapp 5.200 Gasthöfen, Pensionen und Hotels aus der gesamten Bundesrepublik ausgewertet und addiert.

Zusammen haben diese Unternehmer in den Jahren 2010 und 2011 fast eine Milliarde Euro zusätzlich in Neuanschaffungen, Renovierungen, Energieeffizienzmaßnahmen sowie An- und Umbauten investiert und mehr als 11.000 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen.

Auch in der Gastronomie ist der Aufschwung angekommen. Die robuste Binnennachfrage und die insgesamt günstigen Witterungsverhältnisse sorgen dafür, dass 75,6 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut bzw. befriedigend beurteilen. Hinsichtlich der Umsatzentwicklung kann die Gastronomie wieder mit der Hotellerie aufschließen. So hielten gut zwei Drittel der Unternehmer (64,0 Prozent) ihre Umsätze stabil oder bauten sie sogar aus. Das ist der beste Wert seit dem Winterhalbjahr 2006/07. Steigende Kosten bei Lebensmitteln und im Energiebereich haben jedoch auch hier dafür gesorgt, dass die Erträge bei fast der Hälfte der Unternehmen gesunken sind. Vor diesem Hintergrund ist es äußerst positiv zu sehen, dass die Investi-tionsneigung und die Beschäftigungsentwicklung nahezu stabil blieben.

Für die Sommermonate geben sich Gastronomen und Hoteliers optimistischer als vor einem Jahr. 85,5 Prozent der Hoteliers und 82,5 Prozent der Gastronomen erwarten für die Zeit von April bis September 2012 stabile oder sogar bessere Geschäfte als in der Vorjahressaison. Angesichts dieser positiven Ergebnisse prognostiziert der Dehoga für das Gesamtjahr 2012 für das Gastgewerbe ein Umsatzplus von 3,0 Prozent.

Arbeitsmarkt: Mindestlöhne und Einschränkungen bei den Minijobsverringern Beschäftigung
„So positiv die konjunkturelle Entwicklung ist, so groß sind die aktuellen politischen Herausforderungen für die Branche“ berichtete Dehoga-Präsident Fischer. Die Politik sei aufgerufen, den Aufschwung zu stabilisieren, zu fördern und nicht abzuwürgen. „In den letzten zehn Jahren haben Gastronomie und Hotellerie fast einhunderttausend sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen“, hob Fischer hervor. Ein Plus von gut zwölf Prozent, während die Zahl in der Gesamtwirtschaft nur um rund zwei Prozent gestiegen sei.

„Diese hervorragende Arbeitsmarktbilanz darf nun allerdings nicht durch ein starres, unflexibles Arbeitsrecht, Einschnitte bei den Minijobs oder durch die Einführung von Mindestlöhnen gefährdet werden“, machte Fischer deutlich. Die Entwicklung in den letzten Jahren habe gezeigt: Minijobs verdrängen keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Im Gegenteil: Sie stützten sie.

Das klare Nein zu den Mindestlöhnen begründete Fischer mit den Worten: „Die Tarifautonomie ist in Deutschland ein hohes Gut. Es darf nicht sein, dass durch Mindestlöhne oder politische Lohnuntergrenzen die zwischen der Gewerkschaft NGG und den Dehoga-Landesverbänden fair ausgehandelten Entgelte in Frage gestellt werden. Lohnfindung ist Aufgabe der Tarifvertragsparteien und nicht Sache der Politik.“

Unternehmer benötigen Planungssicherheit – Nein zu Bettensteuern
Als „absolut kontraproduktiv“ bezeichnete Fischer die Diskussion um eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung für Hotels sowie die Einführung kommunaler Bettensteuern. Sie seien verfassungswidrig.

Der Dehoga geht deshalb gegen diese „politische Wegelagerei“ sowohl politisch als juristisch vor. Für den 11. Juli 2012 ist die mündliche Verhandlung der vom Dehoga unterstützten Klagen gegen die Bettensteuer vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig angesetzt.

Mehrwertsteuer: Dehoga fordert Gleichbehandlung gastronomischer Umsätze
Dringenden Handlungsbedarf sieht der Dehoga Bundesverband auch bei der Mehrwertsteuerregelung für Speisen. So wird das Essen im Gehen und Stehen mit sieben Prozent belegt, während für das frisch zubereitete, liebevoll servierte Gericht im Restaurant 19 Prozent fällig werden. Hier forderte der Dehoga den Gesetzgeber auf, endlich zu handeln. Aktuelle Urteile würden die Widersprüche weiter verstärken. „Nur ein einheitlicher reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen ist aus steuersystematischen, arbeitsmarktpolitischen und sozialen Gründen sowie insbesondere aus Gründen der Gleichbehandlung logisch, sinnvoll und längst überfällig“, so Fischer.

Neue GEMA-Tarife: Massive Erhöhungen sind existenzgefährdend
Darüber hinaus sorgen die extremen Tariferhöhungen der Verwertungsgesellschaft GEMA für Verunsicherung und Verärgerung bei den gastgewerblichen Unternehmern. Der Dehoga wird alle juristischen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese GEMA-Tarifreform zu stoppen.

Verbraucherschutz: Qualifizierung statt Stigmatisierung
Im Fokus der Jahrespressekonferenz des Dehoga stand zudem die Diskussion um die Veröffentlichung der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen. Der Dehoga bekennt sich kompromisslos zur Einhaltung der zu Recht strengen gesetzlichen Regelungen in Deutschland. Dabei setzt der Verband auf „Qualifizierung statt Stigmatisierung.“

Der Dehoga-Branchenbericht „Gastgewerbe Winter 2011/12 – Ausblick Sommer 2012“ steht hier kostenfrei zum Download zur Verfügung: http://www.Dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Inhaltsbilder/Daten_Fakten_Trends/Zahlespiegel_und_Branchenberichte/Branchenbericht/Dehoga-Branchenbericht_Winter_2011_2012_Final.pdf

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Gastgewerbeumsatz im April 2012 real um 1,2 % gesunken

Juni 15, 2012

Quelle: hottelling, 15. Juni 2012

Die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland setzten im April 2012 nominal 1,0 % mehr und real 1,2 % weniger um als im April 2011. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war im Vergleich zum Vormonat März 2012 der Umsatz im Gastgewerbe im April kalender- und saisonbereinigt nominal und real um 0,8 % niedriger.

Das Beherbergungsgewerbe erzielte im April 2012 einen Umsatzzuwachs von nominal 3,0 % und real 0,4 % gegenüber April 2011. Die Gastronomie setzte nominal genauso viel und real 2,0 % weniger um als im Vorjahresmonat. Innerhalb der Gastronomie stieg der Umsatz der Caterer nominal um 2,5 % und real um 0,3 %.

Von Januar bis April 2012 setzten die Gastgewerbeunternehmen in Deutschland nominal 3,0 % und real 0,9 % mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.


Biermischgetränke unter Druck

November 25, 2011

Quelle: cafe-future.net, 25. November 2011

An einem lauen Sommerabend ein kühles Radler im Biergarten oder im Außenbereich der Stammkneipe – im durchwachsenen Sommer 2011 ein eher seltenes Bild. Es verwundert daher nicht, dass die Biermischgetränke nach den ersten 8 Monaten beim Außer-Haus Umsatz ein Minus von fast 14% gegenüber dem Vorjahr aufweisen (Altersklasse 16-49 Jahre). Für die Umsatzbedeutung am gesamten Getränkemarkt bedeutet dies einen Marktanteil von lediglich 6,6% für die Biermixes.

Ein genauerer Blick auf Altersgruppen und Sorten liefert interessante Erkenntnisse: Gerade bei der, für die Gattung der Biermischgetränke strategisch so wichtigen, Altersgruppe der 16-29-Jährigen war der Wertrückgang deutlich höher als bei den bis 49-Jährigen. Der Umsatzanteil am gesamten Getränkemarkt, vormals bei den jüngeren Konsumenten noch bei 8,6%, liegt nun einheitlich bei jeweils 6,6%.

Die Vermutung, der mäßige Sommer habe den Anteil der Bier+Limonade Getränke verringert, lässt sich aber nicht bestätigen. Die Verluste der Radlermischungen liegen mit 11% deutlich unter denen der anderen Sorten. Mit nun 55,3% der Biermischumsätze ist der Anteil sogar – getrieben durch einen Zuwachs bei den bis 29-Jährigen – angestiegen. Ein Trend der sich so auch im Haushaltskonsum feststellen lässt.

Durch neue Innovationen beflügelt, konnten auch die Bier+Flavour Mischungen bei den Umsatzanteilen leicht zulegen. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Konsument gerade im Ready-to-drink-Bereich stetig nach neuen Produkten verlangt. Klarer Verlierer sind die Bier+Lemon Getränke. Hier zeichnet sich ein Ende des Trends ab, ähnlich wie dies bei den Bier+Cola Getränken vor einigen Jahren der Fall war.

Autor: Christian Waßmuth
Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Quelle:
Basis: 32,9 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).


Krisenangst trifft Gastronomie – Restaurant, Kneipe, Kino: 66 Prozent der Deutschen wollen kürzer treten

Oktober 5, 2011

(Hamburg, 05. Oktober 2011) Die Euro-Krise führt bei vielen Deutschen zur Verunsicherung und das wirkt sich offenbar doch auf das Konsumverhalten aus: Zwei von drei Bundesbürgern (66%) wollen in den nächsten Monaten verstärkt auf ihre Ausgaben schauen. Dafür verzichten sie vor allem auf Freizeitaktivitäten. An erster Stelle der Sparvorhaben stehen Restaurantbesuche. 46 Prozent derjenigen, die künftig intensiver auf ihr Geld achten, planen seltener Essen zu gehen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Gang in die Kneipe und ins Kino (40 bzw. 35%). Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern.

Krisenangst macht sich breit: 46% der Deutschen wollen weniger Essen gehen (Foto: Contrastwerkstatt/fotolia.com)

Krisenangst macht sich breit: 46% der Deutschen wollen weniger Essen gehen (Foto: Contrastwerkstatt/fotolia.com)

Bücher und Zigaretten selten auf der Sparliste
Weniger Bereitschaft besteht in der Bevölkerung hingegen, auf den Kauf von Büchern und Zigaretten zu verzichten. Nur knapp 18 Prozent der Befragten beabsichtigen, sich beim Bücherkauf künftig zurückzuhalten. Ein gutes Viertel (knapp 27 Prozent) möchte sich beim Rauchen einschränken und Zigarettenschachteln häufiger aus dem Einkaufswagen verbannen.

Jeder Vierte verschiebt größere Investitionen
Doch es sind nicht nur die kleineren Anschaffungen, die aufgrund der angespannten Situation auf den Finanzmärkten kritisch hinterfragt werden. Knapp 27 Prozent derjenigen Deutschen, die in den nächsten Monaten kürzer treten wollen, hatten ursprünglich eine größere Investition geplant, die sie nun aufgrund der angespannten Lage erst mal auf Eis legen.

Deutsche haben Angst vor Rezession
Danach gefragt, ob sie Angst vor einer Rezession haben, zeigen sich die Deutschen beunruhigt. Die Mehrheit der Befragten fürchtet sich vor einem wirtschaftlichen Abschwung. 56 Prozent geben an, etwas Angst vor einer Rezession zu haben, weitere 13 Prozent fürchten sich sogar stark davor. Ganz genau scheinen die Deutschen allerdings nicht zu wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt. 37 Prozent der Befragten könnten nach eigenen Angaben aus dem Stehgreif nicht erklären, was eine Rezession überhaupt ist.

Die Top 10 Sparvorhaben der Deutschen
1. Restaurantbesuche (46,1%)
2. Kneipenbesuche (40,5%)
3. Kinobesuche (34,8%)
4. Wellness (33,9%)
5. Reisen (33,6%)
6. Unterhaltungselektronik (32,2%)
7. Anziehsachen (31,4%)
8. Autokauf (28,6%)
9. Zigaretten (26,7%)
10. Bücher (17,8%)

GfK: Konsumklima in Deutschland trotzt den Rezessionsängsten
Das uneinheitliche Stimmungsbild der Verbraucher setzt sich im September fort. Die Einkommenserwartung verbessert sich auf gutem Niveau, während die Konjunkturerwartung wie auch die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen müssen. Der Gesamtindikator prognostiziert nach 5,2 Punkten im September für Oktober ebenfalls einen Wert von 5,2 Punkten. Dies teilte die Nürnberger GfK mit.

Trotz steigender Rezessionsängste kann sich das Konsumklima in Deutschland im Herbst dieses Jahres behaupten. Die nach wie vor guten Beschäftigungsaussichten lassen die Erwartungen hinsichtlich zunehmender Einkommen wieder ansteigen. Dagegen muss die Anschaffungsneigung im September Verluste hinnehmen, verzeichnet aber nach wie vor ein sehr gutes Niveau. Unter dem Einfluss der steigenden Krisenstimmung an den internationalen Finanzmärkten verliert die Konjunkturerwartung weiter an Wert.

Rezession in Deutschland unwahrscheinlich
In den vergangenen Wochen haben sich die Diskussionen um den richtigen Weg aus der internationalen Schuldenkrise verschäft; eine politische Lösung zeichnet sich bislang nicht ab. Inzwischen befürchten auch die Konsumenten, dass der Krisenvirus von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft übergreifen könnte. Als stark exportorientiertes Land kann sich die Bundesrepublik auf Dauer den Rezessionstendenzen in wichtigen Abnehmerländern, wie beispielsweise den USA, nicht vollständig entziehen. Eine nachlassende Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland wird inzwischen auch von einer Reihe von Wirtschaftsforschungsinstituten gesehen, die ihre Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr kürzlich nach unten revidiert haben. Dennoch gilt eine Rezession in Deutschland derzeit als unwahrscheinlich. Dafür soll vor allem der stabile Arbeitsmarkt sorgen. Aktuell bewerten laut ifo-Geschäftsklimaindex die Unternehmen in Deutschland ihre Geschäftslage weiterhin gut, allerdings habe sich ihre Zukunftsaussichten im September erneut deutlich eingetrübt.

Die gute und weiterhin stabile Beschäftigungslage in Deutschland ist der wesentliche Grund für den gestiegenen Einkommensoptimismus. Ein beträchtlicher Teil der Arbeitnehmer kann in diesem Jahr reale Einkommenszuwächse verzeichnen. Das belegen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das zweite Quartal, wonach die Reallöhne durchschnittlich bereits um 1,9 Prozent angestiegen sind. Hinzu kommt, dass durch die steigende Beschäftigung die Angst vor Jobverlust, und damit vor möglichen Einkommenseinbußen, schwindet.

Hinzu kommt, dass aufgrund der konjunkturellen Abschwächung der Preisdruck vor allem bei Energie und Rohstoffen voraussichtlich etwas nachlassen und die Inflationsrate nicht weiter steigen wird. Dies wirkt stabilisierend auf die Kaufkraft der Einkommen und stützt die Stimmung. 

Anschaffungsneigung: mit moderaten Verlusten
Nachdem sie im Vormonat noch leicht zulegen konnte, muss die Anschaffungsneigung im September Einbußen hinnehmen. Der Indikator verliert 7,2 Zähler und weist nun 29,7 Punkte auf. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Trotz der aktuellen Verluste ist das Niveau des Indikators noch immer ausgesprochen gut. Dafür sorgt auch die stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Damit werden die positiven Effekte der Schuldenkrise auf die Anschaffungsneigung überlagert. Zuletzt hatte der Glaube an die Stabilität in die Währung im Euro-Raum abgenommen. Folglich tendierten viele Konsumenten dazu, ihr Geld eher in werthaltige Anschaffungen zu investieren als es auf die hohe Kante zu legen. Die heftigen und zum Teil sehr konträren Diskussionen zum Umgang mit der Staatsschuldenkrise, die bislang noch keinen einheitlichen und abgestimmten Lösungsansatz erkennen lassen, haben das Vertrauen der Konsumenten in die Handlungsfähigkeit der Politik jedoch erschüttert. Dieser Vertrauensverlust macht sich nun offenbar auch bei der Konsumneigung bemerkbar und steigert die Verunsicherung.

Konsumklima: stabile Entwicklung
Der Gesamtindikator prognostiziert für Oktober einen Wert von 5,2 Punkten nach ebenfalls 5,2 Zählern im September. Damit trotzt das Konsumklima im Moment der Verschärfung der Schuldenkrise und einem drohenden Übergriff von den Finanzmärkten auf die reale Wirtschaft in Deutschland.

Die Zuspitzung der Schuldenkrise, vor allem in Griechenland, sowie die heftigen und konträren Diskussionen um deren Lösung, haben nicht das Vertrauen der Bundesbürger gestärkt, dass die Politik zu einer nachhaltigen und einvernehmlichen Lösung in der Lage ist. Für eine stabile und solide Entwicklung der Konsumstimmung ist es jedoch erforderlich, dass das Vertrauen der Bundesbürger in die politischen Entscheidungsträger wieder gestärkt wird. Denn nur Vertrauen sorgt für Planungssicherheit bei den Verbrauchern, und dies ist wiederum eine wesentliche Grundlage für die Stärkung des Konsums.

Angesichts der absehbaren Abschwächung der deutschen Exportentwicklung ist eine stabile zweite Säule in Form der Binnenkonjunktur für die weitere konjunkturelle Entwicklung überaus wichtig.


CHD Expert Studie über Gastro-Nachhaltigkeit: „Green Hospitality“ gewinnt an Bedeutung

Dezember 15, 2009

Gastgewerbe nutzt Umweltorientierung noch nicht als Marketinginstrument

Hamburg, 15. Dezember 2009
Umwelt spielt eine große Rolle: Das Gastgewerbe denkt längst „grün“. Fast 80 Prozent der Entscheider bezeichnen ihren Gastbetrieb als „umweltorientiert“. Und: In über der Hälfte der Hotels und Restaurants gehört Nachhaltigkeit zum Geschäftskonzept. Dies ist Ergebnis einer neuen Studie von CHD Expert Deutschland, Scheeßel bei Hamburg. Für die Untersuchung „Green Hospitality 2010“, die im Januar erscheint, wurden von dem internationalen Marktforschungsinstitut für den Außer-Haus-Markt 221 Gastbetriebe in Deutschland befragt.

CHD Expert Grafik - Green Hospitality 2010 - Studie über Umweltorientierung im Gastgewerbe
„Umweltorientierung ist in den Managementetagen der deutschen Gastronomie und Hotellerie längst etabliert, aber im Marketing spielt dies bislang nur eine untergeordnete Rolle“, berichtet Thilo Lambracht, Geschäftsführender Gesellschafter von CHD Expert, die Studienergebnisse. Lediglich jeder dritte Gastbetrieb setzt seine strategische Orientierung zur Nachhaltigkeit auch in der Gästewerbung ein. „Imagewerbung ist sehr teuer und steht auch beim Thema Umwelt hinter abverkaufsorientierter Kommunikation nach“, erläutert der Gastroexperte.

Gerade in der Hotellerie gehört Nachhaltigkeit zum strategischen Konzept – Über 54 Prozent der Beherbergungsbetriebe haben Teile oder alle Abteilungen streng auf Umweltschutzorientierung getrimmt – nicht zuletzt, um Kosten zu sparen. „Umweltschutz gehört zum Costcutting und spielt damit in allen Segmenten der Hotellerie – vom null bis fünf Sterne, von groß bis klein – eine Rolle“, so Lambracht.
Gerade bei der Energieversorgung spielt Umweltschutz eine sehr gewichtige Rolle. Über 91 Prozent der Betriebe stellen bei Investitionsentscheidungen in Elektroanlagen Nachhaltigkeit vor andere Faktoren. Bei der Heiztechnik ist dies ähnlich. Bei Investitionen in neue Küchentechnik bewerten noch immerhin 64 Prozent der Befragten Umwelttechnologie sehr hoch. Dagegen spielt Umweltschutz bei neuen Schankanlagen nur eine untergeordnete Rolle; lediglich 29 Prozent achten darauf.

Nachhaltigkeit in der Gästewerbung wird nur in größeren Hotels mit Nachdruck verfolgt. „Je größer das Hotel, desto wichtiger die ‚grüne‘ Werbung“, bringt es Lambracht auf den Punkt. Gerade bei Konferenzhotels gehören „grüne Meeting“ zum guten Ton. Und auch in Luxus- und Wellnesshotels positioniert man sich gern als „Green Hotelier“. Dagegen sieht nicht einmal jeder vierte Restaurateur Sinn in „grüner“ Werbung. „Feine Speisen und exzellente Getränke haben nichts mit Umweltorientierung zu tun und entwickeln sich auch vom Bio-Thema deutlich abgekoppelt“, so Lambracht.

Die Studie „Green Hospitality 2010“ erscheint Ende Januar und kostet 499 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.


CHD Expert Studie über Firmen-Weihnachtsfeiern: Weitere Umsatzverluste in der Gastronomie

Dezember 11, 2009

Nur rund neun Prozent der Gastwirte erwartet mehr Bankette – Weniger Teilnehmer und weniger Pro-Kopf-Ausgaben

Hamburg, 11. Dezember 2009
Gespart wird nicht nur bei Geschäftsreisen – auch bei den Weihnachtsfeiern kürzen die Unternehmen die Budgets. 50 Prozent der Gastronomen in Deutschland berichten von weniger Banketten zum Jahresabschluss. Nur rund neun Prozent der Gastbetriebe richten in diesem Jahr mehr Weihnachtsfeiern als im Vorjahr. Dies ist Ergebnis einer repräsentativen Befragung von CHD Expert Deutschland. Das internationale Marktforschungsunternehmen für den Außer-Haus-Markt (Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Catering) befragte dazu im November 184 Gastronomieentscheider.

CHD Expert Grafik - Weihnachtsfeiern 2009

„Die Lage im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat sich für die gehobene Gastronomie merklich verschlechtert – im vergangenen Jahr konnten noch 14 Prozent der Betriebe eine steigende Zahl an Firmenfeiern verzeichnen“, analysiert Thilo Lambracht, Geschäftsführender Gesellschafter von CHD Expert. 2007 hatten sogar rund 30 Prozent der Betriebe einen Zuwachs bei den Firmenevents verzeichnet. „Die Budgetbegrenzungen und Kostenreduktionen bei den Unternehmen machen sich längst nicht nur bei den Ausgaben für Geschäftsreisen und bei den zutage tretenden Streichungen von Weihnachtsfeiern bemerkbar“, so der Gastronomieexperte. Auch könne man seit vielen Monaten eine allgemeine Zurückhaltung bei Cateringausgaben für Unternehmensevents beobachten. Allerdings fällt die Entwicklung in den Gastronomiesegmenten unterschiedlich aus: Von den speisegeprägten Gastbetrieben konnten immerhin 14 Prozent von einer steigenden Zahl an Weihnachtsfeiern berichten. Unter Hotelrestaurants sind es nur acht Prozent, die einen Zuwachs verzeichnen.

Deutlich werden die zugeknöpften Taschen der Firmenentscheider auch bei der Zahl der Teilnehmer. Über 64 Prozent der Gastronomen müssen in diesem Jahr weniger Plätze je Firmenfeier eindecken. „Auf die großzügige Einladung von externen Dienstleistern und anderen Firmenpartner wird eher verzichtet“, so Lambracht. Lediglich knapp sechs Prozent der Gastbetriebe (Gastronomie 8,2%, Hotelrestaurants 5,2%) berichtet von steigenden Teilnehmerzahlen.

Auch bei den Pro-Kopf-Ausgaben sind die Folgen der Wirtschaftskrise spürbar. Über 56 Prozent der Befragten bedauern Kürzungen beim Durchschnittsbon. Lediglich 6,2 Prozent der Profi-Gastgeber (Gastronomie 11,1%, Hotelrestaurants 4,4%) freuen sich über Steigerungen bei den F&B-Ausgaben (F&B = Food & Beverages). „Gespart wird an Kleinigkeiten, wie zum Beispiel am Dessert oder der Weinauswahl“, bemerkt Lambracht. Der Durchschnittsbon je Weihnachtsfeiern betrug im vergangenen Jahr 34 Euro – mit Tendenz: abnehmend.


Spirituosen im Außer-Haus Markt: Gegen den Strom?

Dezember 5, 2009

Quelle: cafe-future.net, 04. Dezember 2009

Altersklasse 16 – 35 Jahre: Da bleiben die Gesamtausgaben für Getränke im Außer-Haus Bereich für den Zeitraum Jan. – Okt. 2009 mit -19 % deutlich hinter dem Vorjahr zurück.

Allerdings gibt es auch positive Ausnahmen wie das Beispiel der Spirituosen zeigt, die auf den ersten Blick weit weniger vom veränderten Ausgehverhalten tangiert werden. Tatsächlich aber können sich nur wenige Spirituosen wie die Whiskys und das Newcomer-Trendsegment Import-Rum gegen den Trend über erhebliche Zuwächse freuen.
Überraschend schwach fällt in 2009 dagegen die Performance des amtierenden Trendsetters Wodka aus, der sich nicht vom Gros der alkoholischen Getränke absetzen kann.

Trotz der momentanen Nachfragedelle hat Wodka noch genügend Potenzial, um im nächsten Jahr wieder das Zugpferd in der Gastronomie zu sein: Wodka verfügt nach wie vor über ein herausragend trendiges Image, das selbst der neue Shooting Star Rum (noch) nicht erreicht hat.

Beide Segmente – Wodka und Rum – unterstreichen erneut die Vielseitigkeit des Spirituosenangebots in der Gastronomie und damit die Erwartungen für die nächsten Jahre: Egal ob süß oder klassisch, ob braun oder klar, pur oder gemischt, es gibt kein Getränkesegment, das die verschiedensten Geschmackspräferenzen beider Geschlechter besser bedienen kann als Spirituosen. Cheers!

Autor: André Beron / Quelle:
Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Basis: 32,9 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).