Entwicklung Außer-Haus Markt im 1.Tertial 2013 – Es kann nur besser werden

Juni 21, 2013

Quelle: cafe-future.net, 21. Juni 2013

Es kann nur besser werden: der lange Winter und besonders der verregnete Frühling haben nicht nur in den Hochwassergebieten ihre Spuren hinterlassen. Das schlechte Wetter hat auch den Getränkebedarf im Außer-Haus-Markt negativ beeinflusst. Die Weggehfrequenz ist im 1.Tertial 2013 im Vergleich zum Vorjahr mit nahezu -5% noch einmal deutlich gesunken. Dabei sind es weiterhin die jungen Konsumenten (16-29 Jahre), die immer öfter daheim bleiben, anstatt sich mit Freunden auswärts in Kneipen, Bars und Clubs zu treffen.

Aber wenn schon, denn schon: Wenn einmal weggegangen wird, steigt die Ausgabenbereitschaft pro Tag (ca. 5%) und die Anzahl der Getränke (+3%) deutlich an. Dies kann jedoch den Einfluss der rückläufigen Weggehtage nicht vollständig auffangen, so dass sowohl die Getränkemenge, als auch der Getränkeumsatz im Außer-Haus-Bereich insgesamt mit durchschnittlich -2% weiter abnimmt.

Von dem schlechten Wetter ist natürlich besonders die Gastronomie mit Freisitzflächen betroffen. Die Biergärten, sowie Cafés, Coffeshops und Eisdielen verzeichnen im 1. Tertial 2013 ein zweistelliges Minus. Im Gegensatz dazu kommt das klassische Restaurant mit einem wertmäßigen Rückgang von nur -2,7% noch gut davon.

Eine stabile Umsatzentwicklung im rückläufigen Getränke-Außer-Haus-Markt weisen aktuell nur die Convenience orientierten Quick Service Restaurants sowie Bäckereien und Stehcafés auf.

Bleibt zu hoffen, dass der Sommer hält, was er verspricht und sich die Getränkebranche auf Besserung freuen kann.

Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Basis: 31,7 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).

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Hotelmarkt Deutschland 2013 im Überblick

März 20, 2013

März 2013 – Die Jahresbilanz für das Beherbergungsgewerbe in Deutschland fällt zum dritten Mal in Folge positiv aus. Die Zahl der Gästeübernachtungen stieg insgesamt um 3,6 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 407,3 Millionen Übernachtungen. „Der deutschen Hotellerie ist es im Unterschied zu früheren Zyklen gelungen, simultan mit der Gesamtwirtschaft die Rezession hinter sich zu lassen und Anschluss an das Vorkrisenniveau zu finden“, sagte der IHA-Vorsitzende Fritz G. Dreesen in Berlin. In der Hauptstadt stellte der Hotelverband Deutschland (IHA) seinen Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2013“ vor. „Diese gute Entwicklung verdanken wir der Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen. Die Branche konnte allen politischen Widrigkeiten zum Trotz mit Investitionen in Milliardenhöhe und weit über dem Wirtschaftsdurchschnitt liegenden Neueinstellungen aufwarten.“ Große Sorgen bereiten den Hoteliers im Lande allerdings die nicht abreißende Diskussion über kommunale Bettensteuern sowie die wachsende strukturelle Abhängigkeit von Online-Buchungsportalen und die damit verbundenen Kostenbelastungen und Wettbewerbsbeschränkungen.

IHA Branchenreport Hotelmarkt Deutschland 2013

• Anzahl Betriebe „Hotellerie“*: 34.986, davon 21.325 Hotels/Hotels garnis (61,0%)
• Anzahl Betten: 1.707.773, davon 1.404.000 in Hotels/Hotels garnis (82,2%)
• Anzahl Zimmer: 948.825 (Hotellerie), davon 777.484 in Hotels/Hotels garnis
(82,0%)

• Ø Zimmerauslastung: 66,3 (Vorjahr: 64,9%)
• Ø Zimmerpreis (netto)**: 94,00 Euro (Vorjahr: 91,00 Euro)
• Ø Zimmerertrag: 62,00 Euro (Vorjahr: 59,00 Euro)

• Übernachtungen insgesamt: 407,3 Mio. (Vorjahr: 394,0 Mio.)
o davon Hotellerie*: 250,1 Mio. (Vorjahr: 240,8 Mio.)
o davon Hotels/Hotels garnis: 217,4 Mio. (Vorjahr: 208,6 Mio.)
o davon ausländische Gäste
in der Hotellerie*: 55,5 Mio. entspricht 22,2% (Vorjahr: 51,4 Mio. bzw. 21,3%)

• Nettoumsatz Hotellerie*: 20,659 Mrd. Euro (Hochrechnung)

• Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stichtag 30. Juni 2012):
o Beherbergungsgewerbe: 272.440 ( +2,6%)
o Gastgewerbe: 901.459 ( +3,8%)
o Gesamtwirtschaft 28.920.588 ( +1,9%)

• Hotelprojekte***: 499 (Vorjahr: 498)
• Projektierte Zimmer***: 66.837 (Vorjahr: 65.953)
• Investitionsvolumen***: 9,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 10,0 Mrd. Euro)

jeweils letztverfügbare Werte
* Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen werden seitens des Statistischen Bundesamtes zum „klassischen Beherbergungsgewerbe“ bzw. zur „Hotellerie“ zusammengefasst.
** Durchschnittlicher Erlös (ohne Frühstück und ohne Mehrwertsteuer) je vermietetem Zimmer in Euro.
***In dreijähriger Perspektive


Guter Jahresstart für die Branche: Gastgewerbe erzielt Umsatzplus – Deutschlandtourismus wächst auch dank Mehrwertsteuersenkung – Beschäftigungsplus von 3,5 Prozent

März 15, 2013

März 2013 – Das Gastgewerbe in Deutschland befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die Unternehmer der Branche setzten im Januar nominal 2,8 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat. Die große Überraschung: Laut Statistischem Bundesamt war im Vergleich zum traditionell starken Monat Dezember der Januar-Umsatz im Gastgewerbe kalender- und saisonbereinigt nominal 0,3 Prozent höher. „Die Branche kann sich über einen guten Start ins neue Jahr freuen. Das zeigt: Unser Angebot stimmt und die Menschen lassen sich die Lust am Ausgehen trotz wirtschaftlicher Krisenmeldungen nicht vermiesen“, sagte der Präsident des Dehoga-Bundesverbandes, Ernst Fischer.

Guter Jahresstart für das Gastgewerbe - Alle Zahlen im Plus (Foto: Cordula Giese/Dehoga)
Vor allem die Beherbergungsbetriebe erzielten mit 3,6 Prozent ein starkes Plus. Kein Wunder: Im Januar 2013 legte die Zahl der Übernachtungen weiter zu. 21,7 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste bedeuteten ein Plus von 2 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt übernachteten Gäste aus dem Ausland 3,8 Millionen Mal und damit 5 Prozent häufiger als im Januar 2012. Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste stieg um 1 Prozent auf 17,9 Millionen. „Der Deutschlandtourismus wächst – auch dank des reduzierten Mehrwertsteuersatzes. Eine Reise in oder nach Deutschland hat heute ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als noch vor wenigen Jahren. Davon profitiert die Tourismuswirtschaft – und mit ihr das ganze Land. Denn Touristen bringen neuen Umsatz für Einzelhandel, Kultur und Sport“, betonte Fischer. 2012 zählten die Beherbergungsbetriebe insgesamt mehr als 407 Millionen Übernachtungen – und erzielten damit einen Rekordwert!

Mit einem nominalen Umsatzanstieg von 2,2 Prozent verbuchten die Restaurants, Kantinen und Caterer ebenfalls ein Plus. „Gerade in unserer von digitalen Medien geprägten Zeit sehnen sich die Leute nach dem direkten Gespräch mit ihren Freunden. Der direkte menschliche Kontakt ist halt durch keinen Chat zu ersetzen. Unsere Restaurants und Kneipen bieten hierfür den idealen Rahmen“, erklärte Fischer.

Die positive Entwicklung der Branche spiegelt sich in den Beschäftigtenzahlen wider. Wie aus den jüngst von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gab es im Dezember 2012 mit 879.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe 29.951 mehr als im Dezember 2012. Der Zuwachs lag damit bei 3,5 Prozent, während die Steigerung in der Gesamtwirtschaft nur 1,2 Prozent betrug. „Damit ist das Gastgewerbe weiterhin ein starker Jobmotor des deutschen Mittelstandes“, betonte Fischer.

Der Dehoga-Bundesverband ist für das Jahr 2013 vorsichtig optimistisch und rechnet für das laufende Jahr mit einem nominalen Umsatzplus von 1,8 Prozent.


Dehoga stellt Branchenbericht vor: Hoteliers und Gastronomen erwarten gutes Jahr: Aber politische Begleitmusik muss stimmen

Juni 28, 2012

Quelle: Dehoga-Bundesverband, 28. Juni 2012

Nach einem erfreulichen Winterhalbjahr bleibt das Gastgewerbe auch für den Sommer 2012 optimistisch. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Branchenbericht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga-Bundesverband). „Der allgemeine Wirtschaftsaufschwung, sinkende Arbeitslosenzahlen und die Ankurbelung der Binnennachfrage sorgen für bessere Zahlen in Gastronomie und Hotellerie. Die Branche ist gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen“, erklärte Dehoga-Präsident Ernst Fischer bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Gastgewerbe bleibt auch für den Sommer 2012 optimistisch
Gastgewerbe bleibt auch für den Sommer 2012 optimistisch

Konjunktur: Deutschlandurlaub weiterhin im Trend
Nach einem Rekordwert in 2011 stieg die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie von Januar bis März 2012 laut Statistischem Bundesamt um sechs Prozent auf 96,2 Millionen. „Deutschland als Reiseland liegt in der Gunst der Gäste aus nah und fern ganz vorne“, so Fischer.

34,7 Prozent der Hoteliers bezeichnen ihre Geschäftslage im Winterhalbjahr als gut, 44,8 Prozent als befriedigend. Die Stimmung hat sich damit noch einmal verbessert. Dementsprechend positiv entwickelten sich auch die Umsätze in der Branche. Zwei Drittel der Unternehmen (68,0 Prozent) konnten ihren Umsatz von Oktober 2011 bis März 2012 stabilisieren bzw. erhöhen. Dennoch bleibt die Ertragslage weiter angespannt. Steigende Betriebskosten und wenig Spielraum bei der Preisgestaltung führten bei 42,7 Prozent der Unternehmen zu sinkenden Erträgen. Erfreulich ist die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Betriebe, es wird vor allem modernisiert. Als Gründe dafür nannte Fischer die gute Konjunktur und insbesondere die Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen.

Der Dehoga-Präsident verwies in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie. Das Institut für Management und Tourismus (IMT) der Fachhochschule Westküste hatte die durch die Mehrwertsteuersenkung ausgelösten Investitionsmaßnahmen von knapp 5.200 Gasthöfen, Pensionen und Hotels aus der gesamten Bundesrepublik ausgewertet und addiert.

Zusammen haben diese Unternehmer in den Jahren 2010 und 2011 fast eine Milliarde Euro zusätzlich in Neuanschaffungen, Renovierungen, Energieeffizienzmaßnahmen sowie An- und Umbauten investiert und mehr als 11.000 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen.

Auch in der Gastronomie ist der Aufschwung angekommen. Die robuste Binnennachfrage und die insgesamt günstigen Witterungsverhältnisse sorgen dafür, dass 75,6 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut bzw. befriedigend beurteilen. Hinsichtlich der Umsatzentwicklung kann die Gastronomie wieder mit der Hotellerie aufschließen. So hielten gut zwei Drittel der Unternehmer (64,0 Prozent) ihre Umsätze stabil oder bauten sie sogar aus. Das ist der beste Wert seit dem Winterhalbjahr 2006/07. Steigende Kosten bei Lebensmitteln und im Energiebereich haben jedoch auch hier dafür gesorgt, dass die Erträge bei fast der Hälfte der Unternehmen gesunken sind. Vor diesem Hintergrund ist es äußerst positiv zu sehen, dass die Investi-tionsneigung und die Beschäftigungsentwicklung nahezu stabil blieben.

Für die Sommermonate geben sich Gastronomen und Hoteliers optimistischer als vor einem Jahr. 85,5 Prozent der Hoteliers und 82,5 Prozent der Gastronomen erwarten für die Zeit von April bis September 2012 stabile oder sogar bessere Geschäfte als in der Vorjahressaison. Angesichts dieser positiven Ergebnisse prognostiziert der Dehoga für das Gesamtjahr 2012 für das Gastgewerbe ein Umsatzplus von 3,0 Prozent.

Arbeitsmarkt: Mindestlöhne und Einschränkungen bei den Minijobsverringern Beschäftigung
„So positiv die konjunkturelle Entwicklung ist, so groß sind die aktuellen politischen Herausforderungen für die Branche“ berichtete Dehoga-Präsident Fischer. Die Politik sei aufgerufen, den Aufschwung zu stabilisieren, zu fördern und nicht abzuwürgen. „In den letzten zehn Jahren haben Gastronomie und Hotellerie fast einhunderttausend sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen“, hob Fischer hervor. Ein Plus von gut zwölf Prozent, während die Zahl in der Gesamtwirtschaft nur um rund zwei Prozent gestiegen sei.

„Diese hervorragende Arbeitsmarktbilanz darf nun allerdings nicht durch ein starres, unflexibles Arbeitsrecht, Einschnitte bei den Minijobs oder durch die Einführung von Mindestlöhnen gefährdet werden“, machte Fischer deutlich. Die Entwicklung in den letzten Jahren habe gezeigt: Minijobs verdrängen keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Im Gegenteil: Sie stützten sie.

Das klare Nein zu den Mindestlöhnen begründete Fischer mit den Worten: „Die Tarifautonomie ist in Deutschland ein hohes Gut. Es darf nicht sein, dass durch Mindestlöhne oder politische Lohnuntergrenzen die zwischen der Gewerkschaft NGG und den Dehoga-Landesverbänden fair ausgehandelten Entgelte in Frage gestellt werden. Lohnfindung ist Aufgabe der Tarifvertragsparteien und nicht Sache der Politik.“

Unternehmer benötigen Planungssicherheit – Nein zu Bettensteuern
Als „absolut kontraproduktiv“ bezeichnete Fischer die Diskussion um eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung für Hotels sowie die Einführung kommunaler Bettensteuern. Sie seien verfassungswidrig.

Der Dehoga geht deshalb gegen diese „politische Wegelagerei“ sowohl politisch als juristisch vor. Für den 11. Juli 2012 ist die mündliche Verhandlung der vom Dehoga unterstützten Klagen gegen die Bettensteuer vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig angesetzt.

Mehrwertsteuer: Dehoga fordert Gleichbehandlung gastronomischer Umsätze
Dringenden Handlungsbedarf sieht der Dehoga Bundesverband auch bei der Mehrwertsteuerregelung für Speisen. So wird das Essen im Gehen und Stehen mit sieben Prozent belegt, während für das frisch zubereitete, liebevoll servierte Gericht im Restaurant 19 Prozent fällig werden. Hier forderte der Dehoga den Gesetzgeber auf, endlich zu handeln. Aktuelle Urteile würden die Widersprüche weiter verstärken. „Nur ein einheitlicher reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen ist aus steuersystematischen, arbeitsmarktpolitischen und sozialen Gründen sowie insbesondere aus Gründen der Gleichbehandlung logisch, sinnvoll und längst überfällig“, so Fischer.

Neue GEMA-Tarife: Massive Erhöhungen sind existenzgefährdend
Darüber hinaus sorgen die extremen Tariferhöhungen der Verwertungsgesellschaft GEMA für Verunsicherung und Verärgerung bei den gastgewerblichen Unternehmern. Der Dehoga wird alle juristischen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese GEMA-Tarifreform zu stoppen.

Verbraucherschutz: Qualifizierung statt Stigmatisierung
Im Fokus der Jahrespressekonferenz des Dehoga stand zudem die Diskussion um die Veröffentlichung der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen. Der Dehoga bekennt sich kompromisslos zur Einhaltung der zu Recht strengen gesetzlichen Regelungen in Deutschland. Dabei setzt der Verband auf „Qualifizierung statt Stigmatisierung.“

Der Dehoga-Branchenbericht „Gastgewerbe Winter 2011/12 – Ausblick Sommer 2012“ steht hier kostenfrei zum Download zur Verfügung: http://www.Dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Inhaltsbilder/Daten_Fakten_Trends/Zahlespiegel_und_Branchenberichte/Branchenbericht/Dehoga-Branchenbericht_Winter_2011_2012_Final.pdf


Dehoga-Bundesverband – Branchenbericht: Gastgewerbe auf dem Weg aus der Krise

November 22, 2010

(Berlin, 22. November 2010) Nach den massiven Umsatzeinbrüchen im Krisenjahr 2009 herrscht im Gastgewerbe neue Zuversicht, so der aktuelle Dehoga-Branchenbericht. „Vor allem in der Hotellerie, die von der Krise besonders hart getroffen war, geht es Dank der Konjunkturbelebung und der Senkung der Mehrwertsteuer wieder bergauf. Die Gastronomie indes konnte vom Wirtschaftsaufschwung noch nicht profitieren“, sagte Verbandspräsident  Ernst Fischer während der Delegiertenversammlung in Berlin. Sinkende Arbeitslosenzahlen und der Rückgang der Kurzarbeit sowie die damit einhergehende verbesserte Verbraucherstimmung sorgen aber auch in den Restaurants für verhaltenen Optimismus.

Laut der Dehoga-Konjunkturumfrage, die auf den Antworten von 4.000 gastgewerblichen Unternehmern basiert, beurteilen 42,9 Prozent der Hoteliers ihre Geschäftslage im Sommer 2010 als gut. Damit stellt sich die Lage in der Hotellerie so positiv dar wie seit dem Sommer 2008 nicht mehr. 45,1 Prozent der Befragten schätzen ihre derzeitige Lage als befriedigend ein und 12,0 Prozent als schlecht.

Als Gründe für die positive Entwicklung nannte Fischer den anziehenden Geschäftsreisetourismus und die deutliche Zunahme der Übernachtungen – insbesondere der ausländischen Gäste. „Auch die Ferienhotellerie konnte trotz des relativ schlechten Wetters vom Trend zum Deutschlandurlaub profitieren“, so Fischer.

Damit einhergehend verbuchten 52,4 Prozent der Hotels von April bis September 2010 höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. 14,2 Prozent der Betriebe mussten allerdings weitere Umsatzeinbußen verkraften. „Die besseren Ergebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in vielen Betrieben die Krise noch nicht komplett überwunden ist“, macht Fischer deutlich. „Denn auch, wenn sich Lage und Stimmung im Sommer 2010 positiver darstellen als im letzten Jahr, wird es noch eine Weile dauern, bis Umsatz und Preise wieder auf Vorkrisenniveau sind.“

Als sehr erfreulich bewertete Fischer den Investitionsboom, den die Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen ausgelöst hat. „Die Hotellerie hält Wort“, so der Branchenvertreter und verweist auf die aktuellen Umfrageergebnisse. Danach gaben 52,5 Prozent der befragten Unternehmer an, ihre Investitionstätigkeit im Sommer 2010 weiter gesteigert zu haben. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Konjunkturumfrage. Zudem fließen mehr Mittel in Qualifizierungs- und Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter. In Folge des Wirtschaftsaufschwunges haben 24,9 der Betriebe Mitarbeiter eingestellt – ebenfalls das beste Ergebnis aller Konjunkturumfragen.

Die Mehrheit der Hoteliers rechnet für die Zukunft mit einer weiteren Erholung bzw. Stabilisierung des Marktes. 74,7 Prozent erwarten im Winterhalbjahr 2010/2011 bessere bzw. gleichbleibende Geschäfte. Für große Unsicherheit bei den Hoteliers sorgt indes die in vielen Städten und Gemeinden diskutierte Bettensteuer. „Allein die unsägliche Debatte um neue Belastungen dämpft die Geschäftserwartungen vieler Hoteliers“, kritisierte Fischer. Die Gastronomie kann an die Erfolgsmeldungen aus der Hotellerie noch nicht anknüpfen. Die Wirte litten vor allem unter dem langen und schneereichen Winter sowie dem kalten und nassen Frühjahr. „Vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturbelebung zeichnet sich seit Mitte des Jahres jedoch eine langsame Stabilisierung der Geschäftslage ab“, erklärte Fischer.

Nach der Dehoga-Branchenumfrage beurteilen 27,3 Prozent der befragten Gastronomen ihre Geschäftslage im Sommer als gut. 27,8 Prozent verzeichneten schlechte Geschäfte. 27,5 der Betriebe melden gestiegene Umsätze. Diesem Wert stehen immer noch 43,5 Prozent Umsatzverlierer gegenüber. Das ist eine leichte Verschlechterung gegenüber der Vorjahressaison. Gewinner sind vor allem Betriebe aus dem Quick-Service-Bereich sowie die Kantinen und Caterer. Die steigenden Beschäftigtenzahlen und die Reduzierung der Kurzarbeit haben wieder zu einer verstärkten Nachfrage in der Arbeitsplatz- und Ausbildungsverpflegung geführt. Auch das durch die Finanz- und Wirtschaftskrise stark gebeutelte Veranstaltungsgeschäft hat neuen Schwung bekommen.

„Mit Blick auf die verbesserte Konsumstimmung und die Hoffnung auf ein im Vergleich zu 2009 stärkeres Jahresendgeschäft rechnen viele Gastronomen mit einer Verbesserung oder zumindest Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation ihrer Betriebe“, so Fischer weiter. Die Anzahl der Betriebe, die von Oktober 2010 bis März 2011 Umsatzzuwächse erwarten, ist um 8,8 Prozentpunkte auf 34,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 27,1 Prozent der Unternehmen erwarten im Winter 2010/11 geringere Umsätze.

Die Ergebnisse der Dehoga-Konjunkturumfrage werden durch die Auswertungen des Statistischen Bundesamts bestätigt. Danach setzten Hotels und Restaurants in den ersten neun Monaten des Jahres nominal 1,7 Prozent mehr um als von Januar bis September 2009 (real -1,0 Prozent). Der Umsatz der Hotels lag nominal 6,3 Prozent (real 0,7 Prozent) über dem Vorjahresergebnis, während die Gastronomie ein Umsatzminus von 1,8 Prozent (real -0,6 Prozent) verkraften muss.

Der komplette Dehoga-Branchenbericht „Gastgewerbe Sommer 2010 – Ausblick Winter 2010/11“ steht unter www.dehoga.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.


Krise auch in der Gemeinschaftsverpflegung

August 3, 2009

Die aktuelle Krise hinterlässt auch in der GV-Branche ihre Spuren. Nur noch knapp 6% bewerten die aktuelle Situation als sehr gut. Vor einem Jahr waren es noch mehr als 11%. Ein weiteres Fazit: Der Kostendruck in den Unternehmen wächst deutlich!

Quelle: cafe-future.net / „gv-praxis“ (Ausgabe Juli/August)


DEHOGA stellt Branchenbericht vor: Durchwachsene Bilanz im Gastgewerbe

November 20, 2007

Quelle: Pressemitteilung, 20. November 2007 

Der leichte konjunkturelle Aufschwung in Deutschland hat das Gastgewerbe noch nicht erreicht, so das Ergebnis des Branchenberichtes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), der am Dienstag auf der Delegiertenversammlung des Verbandes in Leverkusen vorgestellt wurde. Viele Hoteliers und Gastronomen kämpfen mit sinkenden Umsätzen. Das Statistische Bundesamt bestätigt diese Entwicklung. Von Januar bis September 2007 setzte das Gastgewerbe 0,3 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum, preisbereinigt schlägt ein Minus von 2,8 Prozent zu Buche. „Das Konsumklima hat sich wieder eingetrübt“, sagte DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. Gründe dafür seien die Mehrwertsteuererhöhung sowie steigende Lebensmittel- und Energiepreise. „Das Geld, das die Gäste an der Tankstelle ausgeben, können sie nicht in unseren Betrieben lassen“, machte Fischer deutlich.

Besser als im Branchendurchschnitt sieht es in der Hotellerie aus. Die weltweite Deutschlandbegeisterung hält an. Die Zahl der Übernachtungen im Beherbergungsgewerbe stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um drei Prozent auf 285 Millionen. Besonders erfreulich ist, dass sich auch die Zahl der ausländischen Übernachtungen noch einmal um drei Prozent erhöhte. Auf Erfolgskurs liegt die Marken- und Stadthotellerie.

Die Gastronomiebetriebe haben weiter große Mühe, die wirtschaftliche Talsohle zu durchschreiten. Vor dem Hintergrund des Inkrafttretens der gesetzlichen Rauchverbote in den jeweiligen Bundesländern befürchten insbesondere die Bars, Kneipen und Discotheken weitere Umsatzverluste. Während die klassische Individualgastronomie Umsatzeinbußen verzeichnet, boomt die Systemgastronomie.

Die Hoffnungen der Branche liegen jetzt auf einem starken Weihnachts-geschäft. „Viele Betriebe sind schon gut gebucht“, berichtete Fischer und riet Firmen wie auch Privatgästen, ihre Feiern so schnell wie möglich zu organisieren. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass ein Tisch in dem begehrten Restaurant zum gewünschten Zeitpunkt nicht mehr zu haben ist.

Ergebnisse der DEHOGA-Konjunkturumfrage im Detail

Der aktuelle DEHOGA-Branchenbericht beruht auf der Befragung von 3.000 Unternehmen. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Lage im Zeitraum April bis September 2007 sowie die Erwartungen für die Monate Oktober 2007 bis März 2008. Die Daten werden entweder schriftlich oder per Online-Fragebogen erhoben.

Hotellerie

Die meisten Hoteliers (45,9 Prozent) machten im Sommerhalbjahr gute Geschäfte. 43,1 Prozent empfanden ihre Geschäftslage als „befriedigend.“

Mit 43,7 Prozent ist die Zahl der Umsatzgewinner im Vergleich zum WM-Jahr 2006 (46,9 Prozent) etwas gesunken. 27,3 Prozent der Hoteliers zählten zu den Umsatzverlierern (Vj. 26,9 Prozent). Trotz einer gestiegenen Zimmerauslastungsquote konnte nur jeder dritte Hotelier (34,3 Prozent) höhere Zimmerpreise am Markt durchsetzen. Gestiegene Kosten schlagen sich unmittelbar in den Bilanzen der Hoteliers nieder. Nur 26,6 Prozent erwirtschafteten höhere Erträge (Vj. 30,9 Prozent). 39,9 Prozent mussten Ertragsrückgänge hinnehmen (Vj. 37,8 Prozent).

Mit gedämpft optimistischen Erwartungen sind die deutschen Hoteliers in die Wintersaison 2007/08 gestartet. 78,7 Prozent der Unternehmer hoffen gleich gute bzw. bessere Geschäfte im Vergleich zur Vorjahressaison machen zu können. 21,4 Prozent rechnen mit einer schlechteren Geschäftslage. Der Anteil der Ertragspessimisten ist mit 38,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (35,9 Prozent) weiter gestiegen – ein Indiz dafür, dass die Hotellerie in Deutschland mit weiteren Kostensteigerungen und höheren Steuern und Abgaben rechnet. Eine bessere Ertragssituation im Winter 2007/08 erhofft sich wie im Vorjahr jeder fünfte Betrieb (19,5 Prozent).

Gastronomie

In der Gastronomie koppelt sich die Umsatzspitze immer mehr von der Breite der Branche ab. Dies spiegelt auch die Konjunkturumfrage wider: Lediglich 28,0 Prozent der Befragten beurteilten ihre wirtschaftliche Lage mit gut, 46,2 Prozent mit befriedigend. Jeder vierte Betrieb (25,8 Prozent) war mit den Geschäften in der Sommersaison unzufrieden. Ein Grund dafür ist die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres, die sich für 55,4 Prozent der Gastwirte negativ ausgewirkt hat.

40,5 Prozent der Gastronomen verzeichneten im Sommerhalbjahr rückläufige Umsätze (Vj, 41,8 Prozent). Verantwortlich dafür waren weiter sinkende Gästezahlen in 39,2 Prozent der Betriebe. Knapp jeder dritte Gastronom (29,3 Prozent) setzte mehr um (Vj. 30,1 Prozent). Die höhere Mehrwertsteuer, steigende Betriebskosten und Abgaben lassen die Erträge bei 54,9 Prozent der Restaurant-, Café- und Discothekenbetreiber weiter schrumpfen (Vj. 53,4 Prozent).

Nur wenige Gastronomen gehen zuversichtlich in die Wintersaison 2007/08. Lediglich jeder fünfte Unternehmer (19,1 Prozent) prognostiziert eine bessere Geschäftslage als im Vorjahr. Dagegen stellen sich mit 35,0 Prozent fast doppelt so viel auf schlechtere Geschäfte ein. Dieser Pessimismus zeigt sich auch in den konkreten Umsatz- und Ertragserwartungen: 36,7 Prozent der Befragten befürchten Umsatzverluste (Vj. 34,7 Prozent) und 46,4 Prozent kalkulieren mit geringeren Erträgen (Vj. 43,7 Prozent). Der Anteil der Umsatz- und Ertragsoptimisten ist mit 24,4 Prozent bzw. 16,8 Prozent ähnlich hoch wie im Vorjahr (24,0 Prozent bzw. 16,5 Prozent).

Der komplette DEHOGA-Branchenbericht Sommer 2007 steht unter www.dehoga.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.