Restaurant-Ketten eröffnen neue Lokale in Polen

November 4, 2010

Quelle: gtai, 04. November 2010

Außer-Haus-Markt soll 2011 Tief überwinden / Von Beatrice Repetzki (gtai)

Warschau  – Trotz der derzeit schwachen Konjunktur des polnischen Außer-Haus-Marktes wollen sich die führenden Restaurant-Ketten 2011 weiter ausdehnen. Allein AmRest mit den Netzen KFC und Pizza Hut plant über 100 neue Restaurants vor allem in Mittel- und Osteuropa. Die polnische Kette Sfinks will auch Express-Lokale mit Speisen zum Mitnehmen schaffen. Branchenvertreter erwarten 2011 wieder mehr Restaurant-Besuche. Sfinks und die Schokoladen-Cafes von Wedel wollen auch Filialen im Ausland eröffnen. Trinkschokolade kommt in Mode.

Die sich erholende allgemeine Konjunktur wirkt sich 2010 noch nicht positiv auf die Gastronomie-Branche aus. Die wirtschaftliche Abschwächung 2009 hatte dazu geführt, dass die Polen seltener auswärts essen gingen. Im kommenden Jahr 2011 aber rechnen Branchenvertreter wieder mit Zuwächsen. Gleichzeitig vergrößert sich für die Konsumenten die Auswahl an Lokalen, denn allein die größten Restaurant-Ketten wollen 2011 insgesamt an die 200 neue Einrichtungen schaffen, wie die Tageszeitung „Rzeczpospolita“ erfragt hat.

Gastronomie-Markt (in Mrd. Zl)
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010*
Umsatz 16,3 17,0 18,2 19,4 18,5 18,2

Davon abweichende Angaben macht das Statistische Hauptamt GUS, wonach dieser Markt 2009 auf 21,5 Mrd. Zl (rund 5,0 Mrd. Euro, 1 Euro = 4,32 Zl; Durchschnittskurs 2009) wuchs (2008: 20,8 Mrd. Zl; 2007: 20,1 Mrd. Zl). GUS untersucht sämtliche Gastronomiebetriebe (ständige und saisonale), deren Zahl 2009 um 7,1% auf rund 75.000 weiter fiel (2008: -6,7%). Die Einnahmen des Sektors sanken demnach real um 1,4% gegenüber 2008 (nominal +3,6%).

Zwei Drittel dieses Betrages (66,9%) wurde mit gastronomischer Zubereitung erwirtschaftet, deren Gewicht weiter zunahm. Auf den Verkauf von Waren entfiel ein Anteil von 30,5%, darunter allein auf Alkohol und Tabakwaren von 21,0%, und auf die übrige Tätigkeit von 2,6%. Fast alle gastronomischen Einrichtungen (97,9%) befinden sich in privater Hand (73.795). Unter den Kantinen gab es allerdings noch 863 öffentlich betriebene.

Zahl der Gastronomie-Betriebe am Jahresende

Art der Gastronomie-Betriebe 2008 2009
Restaurants 13.731 13.501
Bars 33.151 30.519
Kantinen 5.207 4.373
Gastronomiepunkte 29.042 26.985
Insgesamt 81.131 75.378

Eine bedeutende Gruppe von Restaurant-Besuchern sind ausländische Touristen. Die Zahl derer, die mindestens einmal in Polen übernachteten, stieg im 1. Halbjahr 2010 laut dem Touristikinstitut, Instytut Turystyki (IT), um 4% auf rund 5,5 Mio. Damit trat eine leichte Verbesserung gegenüber dem besonders schwachen Jahr 2009 ein, als insgesamt nur 11,9 Mio. Reisende kamen.

Der Stand von 2008 mit 13,0 Mio. soll erst 2012 wieder überschritten werden, wenn 13,5 Mio. Touristen aus dem Ausland erwartet werden. Die zur 2012 geplanten Fußball-Europameisterschaft erwarteten Fans werden auch dem Gastronomiesektor Auftrieb geben. Unter anderem auf dieses Großereignis setzen die führenden Restaurant-Ketten.

Am stärksten expandieren will die an der Warschauer Börse notierte Gesellschaft AmRest, die in Polen die Restaurant-Ketten KFC (Kentucky Fried Chicken), Pizza Hut und andere betreibt. Nachdem sie 2010 bereits über 50 Lokale eröffnete, sollen 2011 weitere über 100 vor allem in Mittel- und Osteuropa hinzu kommen. Die Kosten für die Schaffung eines Restaurants betragen durchschnittlich etwa 2,3 Mio. Zl (rund 582.300 Euro, 1 Euro=3,95 Zl; Stand: 22.10.2010). Polen steht hier im Mittelpunkt; von den insgesamt 440 AmRest-Lokalen befinden sich 193 dort.

Zahl der Restaurants im Sommer 2010
Fast Food Kette McDonald’s Da Grasso AmRest Sfinks
Anzahl der Filialen 243 203 193 110

Auch die mit AmRest konkurrierende inländische Kette Sfinks will ihr Angebot erweitern. Neben ihren 95 Lokalen mit der Bezeichnung „Sphinx“ betreibt sie neun Bauernstuben „Chlopskie Jadlo“ und sechs Restaurants „Wook“. Im Jahr 2011 soll die Zahl ihrer Lokale 150 übersteigen.

Sfinks will eine neue Marke von Express-Lokalen mit eingeschränkter Bedienung schaffen, die Speisen zum Mitnehmen zubereiten. Die Handelsfirma für Bekleidung Redan vereinbarte mit dem Restaurant-Betreiber Rabatte für die eigenen Kunden in Sphinx-Lokalen. Diese werden bei Vorlage einer Redan-Quittung gewährt.

Auch die größte Pizzeria-Kette Polens, Da Grasso, die Sfinks nun doch nicht übernimmt, breitet sich weiter aus. Sie will in den fünf letzten Monaten 2010 zehn neue Lokale einrichten. Sfinks erwägt nach eigenen Angaben jedoch andere Akquisitionen im In- und Ausland. Marktführer McDonald’s hatte im Vorjahr 17 neue Lokale geschaffen und will 2010 mindestens ebenso viele eröffnen.

Nach acht Jahren kehrt nun auch die Kette Domino’s Pizza nach Polen zurück, nachdem deren Betreiber Pizza King Polska 2002 Bankrott gegangen war. Nun will die Kette zunächst bis 2012 27 Lokale in Warschau einrichten, und sich auch in anderen Großstädten etablieren. Neue Hoffnung für die am Rande des Bankrotts stehende Kette PolRest kommt von einer Beteiligung der Thabino Holding aus Zypern. Die preisgünstigen PolRest-Lokale heißen „Invito“ und „Rooster“.

Schnellbedienungsrestaurants konnten sich auch in der Phase der konjunkturellen Abschwächung gut halten. Laut dem Marktforscher OBOP verzehren etwa 40% der Personen, die außer Haus essen, eine Pizza. So hat die auf die Auslieferung von Pizza spezialisierte Kette Telepizza schon circa 120 Verkaufspunkte in Polen. Dominium hat 60 Pizza-Lokale und Pizza Hut über 50.

Expansionspläne hat auch der Investor bei dem bekannten Schokoladen- und Süßwarenhersteller Wedel, die japanische Gruppe Lotte. Zu Wedel gehört eine Kette von Cafés, in denen unter anderem trinkbare Schokolade serviert wird. Vierzehn solcher Cafés mit angeschlossenem Verkaufsgeschäft betreibt Wedel in Großstädten, weitere sollen nicht nur landesweit sondern auch im Ausland folgen.

Diese Cafés sollen zur Absatzförderung der Wedel-Produkte beitragen. Die Lotte-Gruppe will den Umsatz damit um 30% steigern und das Sortiment um Kekse und anderes Gebäck erweitern. Die Marke soll auch im Ausland stärker bekannt werden. Der größte Konkurrent von Wedel ist die Kette Wawel mit 13 Cafés.

Im Kommen ist aber die Mount Blanc Top Belgian Chocolates, die bereits ein Dutzend Lokale in Polen betreibt und noch 2010 einige weitere eröffnen will. Das Trinken von Schokolade erfreut sich in Polen einer wachsenden Beliebtheit. Daher kündigte auch die niederländische To Chocolate Company an, ein erstes Lokal noch 2010 in Polen einrichten zu wollen.

Weitere polnische Gastronomie-Ketten streben ins Ausland, wo allein 2010 mehrere Dutzend Lokale entstehen. Im Mittelpunkt steht dabei Großbritannien, wo zahlreiche Polen leben. Die Kette Nasz Nalesnik (Unser Crepe) will sich daneben in den USA etablieren. Auch Pizza Dominium mit vier Lokalen in Rumänien, Irland und Litauen will ihre Präsenz im Ausland noch verstärken. Da Grasso sucht außerhalb der Landesgrenzen Franchising-Partner. Die Grupa Kosciuszko, zu der unter anderem Chlopskie Jadlo gehört, strebt in Nachbarländer, deren Märkte sie zunächst mit Fertigprodukten testen will.

Im Jahr 2009 besuchten die Polen seltener gastronomische Einrichtungen auf als 2008. Der Marktforscher GfK Polonia hatte ermittelt, dass nur noch 42% von ihnen angaben, Imbiss-Stuben, Schnell- und andere Restaurants aufzusuchen (2008: 53%). Beliebt sind weiterhin Fast-Food-Lokale.

Fast die Hälfte der Polen, die auswärts essen, (46%) gaben an, bei McDonald’s einzukehren, gefolgt von KFC (22%) und Pizza Hut (19%). Neben Hamburgern und Pizza machen Sushi-Variationen Karriere, die eine rapide wachsende Zahl von Konsumenten überzeugen können. Von dem künftig zu erwartenden Zuwachs will auch der führende Großhändler Eurocash profitieren, der die Gesellschaft PolCater übernimmt, die hauptsächlich Gastronomie-Ketten beliefert. Durch die besten Restaurants Warschaus führt das Portal kulinarnik.pl. (B.R.)

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Fast Food ist in Polen weiter im Kommen – Umsätze der Gastronomie insgesamt sinken

November 27, 2009

Quelle: gtai, 27. November 2009

Von Beatrice Repetzki

Der allgemeine Spartrend in Polen macht auch vor dem Gastronomiesektor nicht halt. Während die gehobeneren Restaurants Umsatzeinbußen verzeichnen, hofft der Fast-Food-Sektor auf bessere Geschäfte. Marktführer im mittleren Segment will Sfinks durch die Übernahme der Pizzerienkette Da Grasso werden. Das Netz von vegetarischen Schnell-Restaurants Green Way und AmRest wollen weiter expandieren.

Die mittelfristigen Aussichten für den polnischen Gastronomiesektor sind eher ungünstig. Die Ausgaben für das Essen außer Hause sollen noch bis 2011 sinken und auch 2013 noch nicht wieder das Niveau von 2008 erreichen. Der Marktforscher Euromonitor International erwartet, dass Restaurateure in Polen 2013 etwa 7,86 Mrd. Euro einnehmen werden nach noch 8,15 Mrd. Euro 2008. Ähnlich soll die Entwicklung auch in ganz Mittel- und Osteuropa verlaufen, wo die Umsätze 2013 nur noch 39,7 Mrd. Euro betragen sollen nach 40,2 Mrd. Euro (2008). Bereits Ende 2008 wirkte sich die globale Finanzkrise negativ auf die Umsätze der Restaurateure aus.

Der Marktforscher PMR, der eine andere Berechnungsgrundlage hat als Euromonitor, schätzt den Wert des Gastronomiemarktes 2008 auf 19,4 Mrd. Zl (rund 5,5 Mrd. Euro, 1 Euro=3,51 Zl; Durchschnittskurs 2008). Eine ähnliche Angabe macht auch das Statistische Hauptamt GUS, wonach dieser Markt seit 2000 von 15,4 Mrd. Zl bis 2008 auf 20,8 Mrd. Zl wuchs. Die Einnahmen des polnischen Gastronomiesektors sanken demnach real um etwa 2,4% gegenüber 2007 (nominal +3,6%). Fast zwei Drittel dieses Betrages (64,0%) wurde mit gastronomischer Zubereitung erwirtschaftet, deren Gewicht weiter zunahm.

GUS untersucht sämtliche Gastronomiebetriebe (ständige und saisonale), deren Zahl 2008 um 6,7% auf gut 81.000 fiel (2007: -1,5%). Fast alle gastronomischen Einrichtungen (97,7%) befinden sich in privater Hand (79.268). Unter den Kantinen gab es allerdings noch 961 öffentlich betriebene.

Zahl der Gastronomiestellen Ende 2008

Art der Gastronomiestellen Zahl Veränderung zu Ende 2007 in %
Restaurants 13.731 +13,3
Bars 33.151 -10,3
Kantinen 5.207 -15,0
Gastronomiepunkte 29.042 -8,6
Insgesamt 81.131 -6,7

Quelle: Hauptamt für Statistik GUS, Binnenmarkt 2008
Die zur deutschen Metro-Gruppe gehörende Kette Makro Cash&Carry will nun auch den Gastronomiesektor direkt beliefern. Dabei beginnt sie mit dieser neuen Tätigkeit in Warschau, um dann im Laufe von 2010 das ganze Land abzudecken, wie der Vorsitzende der polnischen Tochtergesellschaft Uwe Hoelzer gegenüber der Tageszeitung Puls Biznesu sagte. Bislang ist die Firma Farutex Marktführer bei der Belieferung des Gastronomiesektors.

Die Zahl der ausländischen Touristen, die mindestens einmal übernachteten, war stark rückläufig. In den ersten acht Monaten 2009 besuchten laut GUS nur noch 2,6 Mio. Personen Polen nach noch 7,1 Mio. von Januar bis August 2008. Für die in Polen 2012 geplante Fußball-Europameisterschaft werden 0,6 Mio. ausländische Fans erwartet.

Die Fast Food Kette Green Way will weitere vegetarische Schnell-Restaurants eröffnen. Die bereits 30 Lokale betreibende Gesellschaft plant für 2010 den Gang an die Warschauer Börse. Die Speisewagengesellschaft Wars, an der der Fiskus noch 42,5% der Aktien hält, soll vollständig privatisiert werden, wobei der Belegschaft 15% der Aktien zustehen. Interesse an den übrigen Aktien hat die Gesellschaft PKP InterCity signalisiert, der bereits ein Paket von 57,5% gehört.

AmRest, der Betreiber der Ketten KFC, Pizza Hut, Burger King und anderer will weiter in Mittel- und Osteuropa expandieren und erwägt dabei ebenfalls Übernahmen. Die Gesamtzahl der Lokale soll sich 2009 um 50 auf 470 erhöhen; Mitte des Jahres betrieb AmRest 433 Restaurants. Die Einnahmen von AmRest sollen laut dem Vorstandsmitglied Wojciech Mroczynski 2009 über 2 Mrd. Zl betragen (2008: 1,43 Mrd. Zl mit einem Nettogewinn von 20,8 Mio. Zl). Bereits im 1. Halbjahr überstiegen sie 1 Mrd. Zl und waren somit trotz der schwachen Konjunktur doppelt so hoch wie im 1. Halbjahr 2008.

In Schwierigkeiten ist die Firma PolRest aus Krakow (Krakau), die im 1. Halbjahr 2009 einen Nettoverlust von 5,7 Mio. Zl verzeichnete bei Einnahmen von 20,3 Mio. Zl. Die Deutsche Bank kündigte dem Betreiber der preisgünstigen Restaurant-Ketten Invito und Rooster eine Kreditvereinbarung vom November 2006 in Höhe von 1,8 Mio. Zl. Unrentabel sind alle Invito- und einige Rooster-Restaurants. Im Juli 2009 hatte PolRest seine fünf teureren Restaurants des gehobenen Segmentes verkauft.

PolRest ist ebenso wie ihre Konkurrenten AmRest, Sfinks und die Grupa Kosciuszko an der Warschauer Börse notiert. Probleme hat auch der Restaurant-Betreiber Sfinks aus Lodz (Lodsch), der allerdings mit den Banken eine Schuldenregelung treffen konnte.

Sfinks gehören die Ketten der Restaurants mit der Bezeichnung „Sphinx“ (96 Lokale im September 2009), in denen Speisen des mittleren Preissegmentes von Kellnern serviert werden, sowie „Chlopskie Jadlo“ (10) und „Wook“ (5). Im Oktober 2009 unterzeichnete die Firma einen vorläufigen Vertrag über den Kauf der aus 180 Restaurants bestehenden Kette Da Grasso, die das größte Franchising-Netz von Pizzerien in Polen betreibt. Die Transaktion soll maximal 40 Mio. Zl kosten, wovon zunächst 20 Mio. Zl zu entrichten sind und der Rest bis 2014, wobei der genaue Betrag abhängig von der Geschäftsentwicklung sein wird. Finanzieren will Sfinks diese Transaktion mit einer Aktienemission noch vor Jahresfrist, mit der 72 Mio. Zl generiert werden sollen.

Sfinks würde damit zur größten Restaurant-Kette Polens, zu der bereits 112 Lokale gehören. Zusammen mit den Pizzerien von Da Grasso wären es 292 Restaurants. Damit würde McDonald´s mit seinen 227 Lokalen auf den zweiten Platz und AmRest (185) auf den dritten verwiesen. Sfinks nahm in den ersten drei Quartalen 2009 rund 136,2 Mio. Zl ein (-15% gegenüber Januar bis September 2008) mit einem Verlust von 32,3 (-0,9) Mio. Zl.

Bis März 2009 war AmRest an Sfinks zu einem Drittel beteiligt, als die Gesellschaft OrsNet des inzwischen Sfinks-Vorsitzenden Sylwester Cacek diese Anteile aufkaufte. Cacek gewährte Sfinks außerdem einen Kredit von 30 Mio. Zl und rettete das Unternehmen so vor dem drohenden Bankrott. Falls notwendig würde er auch die neu emittierten Aktien kaufen.


Hotel-Wolkenkratzer in Warschau geplant

März 27, 2008

Quelle: bfai, 26. März 2008

Orbis will eines der höchsten Gebäude Europas erreichten 

Die größte polnische Hotelkette, Orbis, will in der Hauptstadt ein 350 m hohes Hotel mit integrierten Büroflächen errichten. Diesem spektakulären Projekt muss noch die Stadtverwaltung zustimmen. Der Orbis-Tower soll wie 500 weitere Hotels bis zur Fußball-EM 2012 fertiggestellt werden. Während der Vorbereitungen zur EM erwarten Experten Investitionen von knapp 5 Mrd. Zl (rund 1,4 Mrd. Euro, 1 Euro = 3,54 Zl) in Hotelprojekte (ohne Orbis-Tower).

Partner von Orbis soll die Firma Orco sein, die auch das von Daniel Libeskind entworfene Gebäude in der Nähe baut. In dem Orbis-Tower sind laut der Tageszeitung „Polska“ 250 luxuriöse Hotelzimmer in den oberen Etagen geplant. Das Gebäude soll auf einem Grundstück der Orbis-Gruppe entstehen, auf dem sich derzeit noch das Holiday Inn befindet. Die Lizenz für dessen Betreibung läuft Ende 2009 aus.

In Warschau bestehen bereits Vorhaben zur Errichtung von 37 sehr hohen Gebäuden; noch fehlen allerdings Baugenehmigungen. Hotelzimmer sind auch in dem sehr hohen Wohnhaus Big Boy Building der Firma Hossa an der Danziger Küste geplant.

Bis zur Fußball-EM 2012 sind weitere rund 500 weniger spektakuläre Hotels mit 32.000 Zimmern geplant. In- und ausländischen Investoren werden dabei einfache und auch Luxushäuser im Gesamtwert von 4,7 Mrd. Zl errichten. Nachdem 2007 das erste Hilton mit fünf Sternen in Warschau eröffnet wurde, folgen solche in Lodz und Wroclaw. Auch weitere Mariott- sowie Sheraton-Häuser sind geplant, und Louvre Hotels will unter anderem seine Marke Campanile noch stärker etablieren.

Die neue polnische Kette Hotel De Silva eröffnet zur Zeit ihr erstes Dreisternehaus in Piaseczno bei Warschau; ein weiteres soll Mitte 2008 beim Flughafen von Katowice folgen, und ab 2018 will De Silva rund 100 solche Objekte betreiben. Das Unternehmen für Hotel- und touristische Dienste PUHiT vergrößert die Kette seiner einfacheren Start-Häuser und will Ende 2010 bereits 150 solche Objekte betreiben. Die Franchising-Kette Chaber der Polnischen Hotelkammer PIH soll 2017 etwa 500 Häuser umfassen. Die börsennotierte Warimpex S.A. errichtet ebenfalls Familienhotels.

Auch ausländische Investoren expandieren. Die an Orbis beteiligte französische Accor-Gruppe konzentriert sich auf einfachere Marken wie Ibis mit zwei Sternen und Etap mit einem Stern. Diese Kategorie soll mittelfristig die Hälfte aller Orbis-Häuser ausmachen. Orbis führt auf dem polnischen Markt mit rund 12.000 Betten deutlich vor Gromada mit 5.000, Golebiewski mit 2.500, Qubus Hotel mit 2.100, Starwood Hotel&Resorts (Sheraton, Westin, Bristol) mit 2.000, Inter Continental Hotel Group mit 1.600 Betten und anderen.

Zahl und Einnahmen der Hotels (in Mrd. Zl)

2002 2003 2004 2005 2006 2007*
Einnahmen 2,6 3,2 3,9 4,3 4,6 5,2
Zahl 1.071 1.155 1.202 1.231 1.295 1.390
*Schätzung
Quelle: Instytut Turystyki

Die steigenden Einnahmen erzielte die Hotelbranche trotz letztens sinkender Touristenzahlen. Dieser Trend soll mit weiteren Werbemaßnahmen wieder umgekehrt werden. In Mode kommen Wellness-Hotels, die unter anderem die Firma Hotele Spa Dr Irena Eris errichtet. Noch 2008 will die Salwator-Gruppe zwei solche Fünfsterne-Einrichtungen am Meer in Dzwirzyn und in den Bergen in Zakopane eröffnen. Salwador betreibt bereits vier einfachere Hotels der Marke „System“; 2008 soll noch eines in Katowice hinzu kommen, anschließend weitere in anderen Großstädten.

2003 2004 2005 2006 2007*
Ausländische 13,7 14,3 15,2 15,7 15
Inländische 19,7 17,6 16,8 16,4 16

*Schätzung
Quelle: Instytut Turystyki

Die Fußball-EM dürfte 2012 mehr als 0,5 Mio. ausländische Fans nach Polen locken. Als Reaktion bietet die Hauptstadt Warschau als erste Steuervergünstigungen für Projekte an, die in Zusammenhang mit der Euro 2012 stehen. So entfällt ab 1.1.08 für maximal fünf Jahre die Grundsteuer für neue Investitionen in Hotels, Pensionen, touristische und sportliche Aktivitäten etc. Bedingung dabei ist, dass die Objekte bis Ende 2011 fertig gestellt werden.


Polnische Kreisstädte erhalten moderne Kinobauten

Februar 28, 2008

Quelle: bfai, Februar 2008

Kinokomplexe steigern Umsatz / Traditionellen Kinos haben das Nachsehen

Da die polnischen Großstädte mit Kinos schon relativ gut ausgestattet sind, drängen die Betreiber verstärkt in mittlere Agglomerationen. Dort entstehen kleinere Bauten, so dass 2008 lediglich sechs große Komplexe eröffnet werden dürften nach noch 13 im Jahr 2007. Multikino baut seine Position aus, indem er seinen Konkurrenten Silver Screen übernimmt. Mit 32,6 Mio. Zuschauern wurde 2007 eine Rekordzahl erreicht, die künftig noch weiter steigen dürfte.

In Polen erscheint es inzwischen lohnend, ein Kino pro 60.000 Einwohner zu errichten. Somit rücken mittlere Städte verstärkt ins Blickfeld der Betreiber, die dort etwas kleinere Kinokomplexe planen. Als besonders attraktiv gelten Standorte, an denen sich bedeutende Verkehrswege kreuzen.

Der zweitgrößte Betreiber, Multikino, konzentriert sich inzwischen laut seinem Vorsitzenden Maciej Baginski auf Städte mit bis zu 100.000 Einwohnern. Multikino eröffnete 2007 sechs Kinokomplexe; 2008 baut er weitere in Sopot (Zoppot) und Lublin, die 2009 eröffnet werden sollen. Standorte für künftige Objekte befinden sich auch in Gliwice (Gleiwitz) und Poznan (Posen).

Anfang September 2007 nahm Multikino den größten Saal der Hauptstadt mit 777 Plätzen und der landesweit größten digitalen Leinwand von 29×12 m in Betrieb. Dieser gehört zu dem eine Gesamtfläche von über 7.000 qm belegenden Kinokomplex mit insgesamt acht Sälen in dem prestige-trächtigen Handels-, Büro- und Freizeitzentrum „Zlote Tarasy“ (Goldene Terrassen) beim Warschauer Zentralbahnhof.

Marktanteile der Kinoketten gemäß verkauften Eintrittskarten im 1. Halbjahr 2007 (in %)

Cinema City Multikino Helios* Silver Screen Atlantic Nove Kino
Marktanteil 43,7 22,1 21,5 10,9 1,0 0,8
Kinozahl 23 20 14 5 k.A. k.A.

*einschließlich Kinoplex
Quelle: Boxoffice.pl

Berücksichtigt man auch die traditionellen Kinos, so reduzierte sich der Marktanteil (gemäß verkaufter Eintrittskarten) von Cinema City Mitte 2007 auf 34,3%, gefolgt von Multikino (17,4%), Helios (16,8%; einschließlich Kinoplex, ohne traditionelle Kinos), Silver Screen (8,5%), Atlantic (0,9%), Nove Kino (0,6%) und traditionelle Kinos (21,4%).

Die zu ITI gehörende Gesellschaft Multikino will ihren bisherigen Marktanteil im Bereich der Kinokomplexe von 22,1% noch kräftig erhöhen. Sie unterzeichnete daher Mitte Februar 2008 mit ihrem Konkurrenten Silver Screen einen Übernahmevertrag. Dieser Transaktion, über deren Wert keine Angaben gemacht werden, muss nun noch die Kartellbehörde Urzad Ochrony Konkurencji i Konsumentow zustimmen. Multikino strebt an die Warschauer Börse, um ihre Investitionsprojekte im Wert von 200 Mio. Zl finanzieren zu können. Allein bis Mitte 2009 will Multikino 100 Mio. bis 150 Mio. Zl aufbringen und fünf bis acht Objekte eröffnen.

Nach Beendigung des Zusammenschlusses mit Silver Screen wird Multikino über 19 Kinobauten mit 174 Leinwänden und knapp 40.000 Plätzen verfügen. Bisher hat der Betreiber 14 Kinokomplexe. Silver Screen gehört bislang den US-amerikanischen Fonds Apollo Real Estate Advisors und betreibt fünf Multiplexe. In den kommenden Jahren will er noch vier weitere eröffnen, darunter in Radom und Koszalin (Kößlin). Ein Projekt hat er im ukrainischen L’viv (Lemberg).

Der Konsolidierungsprozess auf dem Kinomarkt hatte bereits zuvor eingesetzt. Im Sommer 2007 übernahm der Betreiber Helios aus Lodz (Lodsch) die Kinoplex-Kette mit ihren fünf Objekten. Helios eröffnet 2008 zwei Kinokomplexe in Bialystok und je einen in Plock (Plozk) sowie Dabrowa Gornicza. Anschließend will der Betreiber in Legnica (Liegnitz), Lublin und Slupsk (Stolp) investieren. Bis 2010 plant Helios, zehn Objekte in Betrieb zunehmen. Um das notwendige Kapital dafür zu generieren, bereitet der Betreiber seinen Gang an die Börse vor. Über 80% der Helios-Aktien halten zwei Private-Equity-Fonds. Der Betreiber schätzt seine Einnahmen 2007 auf 117 Mio. Zl.

Die erste Transaktion führte jedoch Cinema City durch, als sie die Kette Kinepolis übernahm. Neue Komplexe von Cinema City entstehen in dem Handelszentrum Galeria Mosty in Plock, in Bydgoszcz (Bromberg), Zielona Gora (Grünberg), Bytom (Beuthen), Bielsko-Biala (Bielitz-Biala), Gdansk (Danzig) und Krakow (Krakau). Vereinbart wurde bereits der Bau von neun Objekten bis 2011.

Einnahmen der Kinos aus Kartenverkäufen (in Mio. Zl)

2003 2004 2005 2006 2007
324 465 334 460 482

Quelle: Boxoffice

Die Zahl der Kinobesucher erreichte 2007 mit rund 32,6 Mio. eine neue Rekordhöhe, die aber nur geringfügig (+1,8%) über der von 2006 mit rund 32 Mio. lag. Branchenkenner schätzen den Zuwachs in den modernen Kinokomplexen, der zu Lasten der traditionellen Kinos ging, dabei allerdings auf 15%. Eine besonders hohe Zunahme um 21,4% verzeichnete Cinema City mit 11,9 Mio. verkauften Karten (2007).

Künftig erwarten die Betreiber weitere Steigerungen, wenn zum Beispiel auch Kleinstädter die Möglichkeit haben werden, in Multiplexen zu Film-Premieren zu gehen. Die Einnahmen der Kinos aus Kartenverkäufen stiegen laut Boxoffice 2007 um 4,6% auf 481,6 Mio. Zl (rund 134,2 Mio. Euro, 1 Euro = 3,59 Zl).

Mit den steigenden Besucherzahlen gewinnt auch die Kinowerbung an Bedeutung. Die Betreiber nahmen damit 2007 rund 70 Mio. Zl ein (einschließlich Tauschgeschäfte und Eigenwerbung), was einem Zuwachs um 20% entspricht. Diese Angaben macht MiMP unter Berufung auf die Gesellschaft New Age Media, die die Ketten Cinema City, Kinoplex und Helios bedient. Für 2008 erwartet New Age Media einen genauso hohen Zuwachs der Kinowerbung.

Multikino und Silver Screen hatten bereits im Oktober 2007 vereinbart, gemeinsam die Ausstrahlung von Werbespots zu verkaufen. Bisher gehen die Polen laut Helios durchschnittlich erst 0,85 Mal jährlich ins Kino und bezahlen dabei durchschnittlich 3,60 Euro pro Eintrittskarte. In Westeuropa liegen diese Angaben bei 2,1 Mal für je 6,20 Euro.

Einige traditionelle Warschauer Kinos der Firma Max-Film werden modernisiert und neu gestaltet wie das „Praha“ auf der rechten Weichselseite. Das „Wars“ und das „Skarpa“ in zentraler Lage werden von zum Fonds BBI Development NFI gehörenden Investorgesellschaften umfunktioniert. Neben kleinen Kinosälen sollen dort moderne Wohnungen und Räumlichkeiten für Büros und Dienstleistungen geschaffen werden. Diese dürften frühestens gegen Ende 2008 übergeben werden. (B.R.)


Ausser Haus Markt – Zahl des Monats Januar 2008: €11,72

Januar 8, 2008

Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen bei den Ausgaben für Restaurantbesuche im Mittelfeld. Mit einem Durchschnittsbon von €11,72 je Restaurantbesuch liegt Deutschland fast 40 Prozent unter dem Durchschnittsbon in Frankreich (€18,54) oder rund 20 Prozent unter dem in Spanien (€15,00). Dagegen wird in Schweden (€10,60) oder gar in Ungarn (€4,91) und Polen (€2,40) weniger je Restaurantbesuch ausgegeben.

Quelle: CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH