Mehr küchenfertiges Obst und Gemüse in den Niederlanden

Juli 8, 2011

Der Markt für küchenfertige Gemüse in den Niederlanden ist ein ganz spezieller, ist er doch nach Salaten sehr stark von küchenfertigen Kochgemüsen geprägt. Das Marktvolumen ist im Wachstum, auch 2010 zeigte noch leichte Zuwachsraten.

Von Sonja Illert/AMI

Durchschnittlich kaufte ein Haushalt in den Niederlanden 15,8 kg frisches küchenfertiges Gemüse, ein Plus zum Vorjahr von knapp einem Prozent, so die Analyse der Produktschap Tuinbouw. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Haushalt stiegen auf 60 Euro an. Dagegen ist der Markt für frisches, küchenfertiges Obst auch in den Niederlanden noch klein. In 2010 kaufte ein Haushalt durchschnittlich 0,35 kg küchenfertiges Obst und gab dafür 2,34 Euro aus.

Mehr küchenfertiges Obst und Gemüse in den Niederlanden

Mehr küchenfertiges Obst und Gemüse in den Niederlanden

Dagegen zeigt der Markt für küchenfertiges Gemüse in Deutschland ein niedriges Niveau. In Deutschland kaufte ein Haushalt 2010 durchschnittlich 0,673 kg küchenfertiges Gemüse und gab dafür durchschnittlich 4,07 Euro aus, so die Analyse der Agrarmarkt Informations-GmbH aus den GfK-Paneldaten. Etwa 41 % aller Haushalte kauften mindestens ein Mal im Jahr küchenfertiges Gemüse. Ganz anders in den Niederlanden: Etwa 60 % der Verbraucher kauft einmal in der Woche frisches küchenfertiges Gemüse, ein Fünftel kauft es sogar drei Mal die Woche. Die Gruppe der Kaufmuffel ist bei diesem Produkt nur klein, lediglich 10 % der Verbraucher kauft (beinahe) nie küchenfertiges Gemüse, Der Preis wird oft als Grund für den Nicht-Kauf angegeben, sie finden das Produkt zu teuer.

Das Sortiment besteht bezogen auf den Umsatz zu 28 % aus Salaten, gefolgt von Wok-Gemüsen (16 %), Suppengemüse (6 %) und Rohkost (5 %) Danach folgt mit Endivien das erste Einzelprodukt. Das Obstsortiment besteht zu 39 % des Umsatzes aus gemischtem Obst, gefolgt von exotischem Obst (30 %) und Melonen (20 %).

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Tödliche EHEC-Erkrankungen: Warnung vor rohen Tomaten, Blattsalaten und Gurken

Mai 26, 2011

(Berlin, 26. Mai 2011) Das Robert-Koch-Institut vermutet die Quelle der tödlichen EHEC-Erkrankungen in Kantinen und Salatbars. Konkret wird aktuell vor dem Verzehr vor Rohkost gewarnt. Speziell rohe Tomaten, rohe Blattsalte oder rohe Gurken könnten stärker betroffen sein als andere Gemüsen, heißt es. Der Verdacht lenkt sich auf diese Rohwaren, da offenbar etliche bisher an EHEC erkrankten Deutschen überwiegend diese gegessen hätten.

Gemüse sorgfältig waschen

Gemüse sorgfältig waschen

Häufung des lebensbedrohlichen, durch Bakterien verursachten hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS)
Seit der zweiten Maiwoche sind vermehrt Personen an blutigem Durchfall und dem so genannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt. Die Fälle traten vor allem in Norddeutschland auf, es gibt aber auch vorläufige Meldungen aus Süd- und Ostdeutschland. Dem Robert Koch-Institut wurden bis zum Abend des 24.Mai 2011 rund 140 HUS-Fälle übermittelt, darunter 3 Todesfälle. Die Zahl der schweren Verläufe in einem kurzen Zeitraum ist sehr ungewöhnlich, auch die betroffenen Altersgruppen sind untypisch. Aktuell sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen. Zu anderen Zeiten entwickeln vorwiegend Kinder dieses schwere Krankheitsbild: Im Jahr 2010 zum Beispiel wurden dem Robert Koch-Institut 65 HUS-Fälle übermittelt, 6 Betroffene waren älter als 18 Jahre.

Das HUS ist eine schwere, unter Umständen tödliche Komplikation, die bei bakteriellen Darminfektionen mit sogenannten enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) auftreten kann. Pro Jahr werden dem RKI etwa 1000 EHEC-Fälle übermittelt. Das Vollbild des HUS ist charakterisiert durch akutes Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und einen Mangel an Blutplättchen. Im Jahr 2010 wurden dem Robert Koch-Institut zwei Todesfälle übermittelt.

In diesem Zusammenhang gibt das RKI folgende Empfehlungen:

  • Bisher konnte kein konkretes Lebensmittel als Infektionsquelle identifiziert werden. Verbraucher können das Risiko einer EHEC-Infektion aber minimieren, indem sie alle Lebensmittel vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (Kerntemperatur mindestens 70°C für 10 Minuten). Im Übrigen gelten die generellen Empfehlungen zur Vermeidung lebensmittelbedingter Infektionen.
    Alle Personen mit Durchfall sollten darauf achten, dass strikte Hände-Hygiene eingehalten wird, insbesondere gegenüber Kleinkindern und immungeschwächten Personen.
  • Personen mit blutigem Durchfall sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.
  • Ärzte sollten bei diesen Patienten einen EHEC-Nachweis (im Stuhl) anstreben. EHEC-Infektionen können klinisch unauffällig verlaufen oder einen wässrigen Durchfall verursachen. Ein kleinerer Teil der EHEC-Infektionen entwickelt sich als schwere Verlaufsform mit krampfartige Bauchschmerzen, blutigem Durchfall. Diese Patienten sollten die behandelnden Ärzte im Hinblick auf die mögliche Entwicklung eines HUS eng beobachten und bei ersten Anzeichen eines HUS an geeignete Behandlungszentren überweisen. Symptome von EHEC-assoziierten HUS-Erkrankungen beginnen innerhalb einer Woche nach Beginn des Durchfalls. Der Zeitraum zwischen der Infektion und den ersten Durchfallsymptomen beträgt durchschnittlich drei bis vier Tage.
  • Diagnostizierende Laboratorien sollten bei Erregernachweis geeignete Proben an das Nationale Referenzzentrum für Salmonellen und andere Enteritiserreger am RKI (Standort Wernigerode) zu senden. Labore und Ärzte sind nach Infektionsschutzgesetz verpflichtet, sowohl mikrobiologisch nachgewiesene EHEC-Infektionen, als auch das Krankheitsbild des HUS (auch bereits bei Krankheitsverdacht) unverzüglich an das örtliche Gesundheitsamt zu melden.
    Die das HUS verursachenden EHEC-Bakterien werden direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen übertragen. Als Reservoir gelten Wiederkäuer, vor allem Rinder, Schafe, Ziegen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt fäkal-oral, wobei die Erregeraufnahme über den Kontakt mit Tierkot, über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser erfolgt, aber auch durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion).

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass rohes Fleisch oder Rohmilch, die in Zusammenhang mit EHEC häufig als Überträger-Lebensmittel identifiziert werdendie Ursache des aktuellen Ausbruchs darstellen.

Es treten weiterhin neue Fälle auf. Aktuell kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Infektionsquelle noch aktiv ist. Ein RKI-Team ist vor Ort in Hamburg, wo bislang die meisten HUS-Fälle gemeldet wurden, und untersucht in Zusammenarbeit mit den Hamburger Gesundheitsbehörden das Geschehen. In den letzten Jahren wurden in Deutschland mehrfach größere Häufungen von HUS-Erkrankungen gemeldet (allerdings noch nie so viele Fälle in so kurzer Zeit, und noch nie mit einem Fokus auf Erwachsenen).

Robert-Koch-Institut warnt vor dem Verzehr von Rohkost

Robert-Koch-Institut warnt vor dem Verzehr von Rohkost

KOCHWELT Fachinformationen
Ausgabe Mai 2011: Gefährliche Darmepidemie durch EHEC – Hygiene-Checkliste: Was in der Küche zu beachten ist – PDF Download: http://www.kochwelt.de/fileadmin/user_upload/KOCHWELT-Fachinformationen/KOCHWELT_Fachinfo_-_Gefaehrliche_Darmepidemie_durch_EHEC_-_Mai_2011.pdf

Wichtige Hintergrundinfos zu EHEC-Infektionen: http://www.rki.de/cln_169/nn_205760/DE/Content/InfAZ/E/EHEC/EHEC__node.html?__nnn=true
Verbrauchertipps: Schutz vor Infektionen mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) – http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_infektionen_mit_enterohaemorrhagischen_e_coli_ehec.pdf
EHEC-Infektionen: Hygiene beachten: http://www.bzga.de/themenschwerpunkte/infektionsschutz/ehec-infektionen-hygiene-beachten/


Koch ohne Herd: Wird „Raw Food“ zum neuen Gastro-Trend?

April 12, 2011

Von Carsten Hennig

(Berlin, 12. April 2011) Vegane Rohkost – das klingt für viele nach Salatbuffet und Karottenfetischisten. Doch das in den USA und in Asien bekannte „Raw Food“ könnten nun zu einem neuen Mikrotrend in der Gastronomie werden. Ein Berliner lädt zu Gourmet-Menüs ab 45 Euro ein und serviert nur Obst, Gemüse, Nüsse, Sprossen und kaltgepresste Öle – ohn dies zu braten, grillen oder zu sieden.

 

Boris Lauser
Boris Lauser

 

Nichts dürfe über 42 Grad Celsius erhitzt werden, berichtet Boris Lauser dem Magazin „Cicero“. Dies zerstöre die Enzyme in der Nahrung, die dem Körper bei der Verdauung helfen sollen. So bleibt nur, die Rohwaren gegebenenfalls zu marinieren, trocknen, entsaften, fermentieren und mixen. Da gibt es im „Raw Food“-Dinner-Club zum Beispiel „Spaghetti al dente“ (dünne Zucchinistreifen) mit einem „Hack“ aus Mandeln und Nüssen. Oder als Amuse bouche wird ein grüner Smoothie aus Gurke, Sellerie, Fenchel, Blutorange und fermentiertem Weizen serviert. Als nächsten Gänge folgen eine cremige Topinambur-Suppe und „Rawvioli“ in einer Granatapfelrosmarinsauce, gefüllt mit Radicchio und einem aus Nüssen hergestellten Käse. Andere Foodideen sind Gnocci aus Pastinaken und Cashew-Nüssen, die im Dehydrator getrocknet werden.

„Raw Food“ soll in den USA bereits ein neuer Restaurant-Trend sein, berichtet „Cicero“. Kinostar Demi Moore oder Modedesignerin Donna Karan seien bekennende „Raw Foodies“, heißt es.

Nach neuen Fleischskandalen sind ja reine Gemüsemenüs in Deutschlands Topküchen durchaus salonfähig geworden. Es gibt bereits mehrere „Roh-Gourmet-Restaurants„.