Gastrodynamik 2010: Hoffnung auf ein positives Jahresergebnis

Oktober 7, 2010

Konjunkturbeobachtung in Hotellerie und gehobener Gastronomie ergibt: Seit Mai endlich wieder Zuwächse

(Hamburg, 07. Oktober 2010) Im Gastgewerbe herrscht wieder Zuversicht. Seit Mai diesen Jahres weist die konjunkturelle Entwicklung wieder nach oben. In der Hotellerie und gehobenen Gastronomie werden seit dem Frühsommer wieder Umsatzzuwächse von bis zu fünf Prozent im Monat festgestellt. Dies geht aus einer Langzeituntersuchung des auf den Außer-Haus-Markt spezialisierten Marktforschungsinstitutes The Business Target Group (Scheeßel bei Hamburg) hervor. Die Konjunkturstudie „Gastro Dynamik“ wird seit Ende 2008 durchgeführt. Basis sind monatliche Konjunkturbefragungen einer repräsentativen Anzahl von Hotels und Betrieben der gehobenen Gastronomie.

„Nach massiven Umsatzbeinbrüchen von bis zu 25 Prozent im vergangenen Jahr geht es wieder merklich bergauf“, berichtet Thilo Lambracht, Geschäftsführer der The Business Target Group GmbH. Heiße Sommertage im Juni und Juli sowie die Fußball-Weltmeisterschaft habe vor allem der Außen- und Saisongastronomie die lang erwartenden Zuwächse bei Gästeanzahl und Ausstoß von Bier beschert.

Zwar sei in vielen Betrieben – vor allem der Stadthotellerie – das Umsatz- und Preisniveau von Ende 2008 noch längst nicht erreicht. Doch die Aussichten für 2011 fielen nun rosiger aus. Die Planungsgewissheit in punkto Mehrwertsteuer gibt vor allem den Beherbergungsbetrieben wieder Aufwind. Einzig die in vielen Städten und Gemeinden populär gewordene Kulturförderabgabe dämpfe die Erwartungen. „Ob die Bettensteuer Bestand haben wird, ist nach wie vor unklar – dies gehört zu den Ärgernissen unserer Zeit“, so Lambracht.

In der gehobenen Gastronomie mache sich vorsichtiger Optimismus breit. Die weiter steigenden Preise und Aufwendungen bei Energie, F&B-Rohwaren und Sonderbelas-tungen durch neue Hygienebestimmungen setzen den Gastbetrieben sichtlich zu. „Auch die Debatten über Sinn und Ausgestaltung der bald bundesweit gültigen Gastro-Smileys sind wenig hilfreich“, sagt Lambracht.

Die Gastronomen hoffen nun auf ein erstarkendes Jahresendgeschäft. Die angesprungene Konjunktur beflügele die Erwartungen auf Zuwächse bei den Firmen-Weihnachtsfeiern sowohl bei der Anzahl der Gäste als auch beim Durchschnittsbon. Noch 2009 hatte die Hälfte der Gastbetriebe Rückgängen bei den Buchungen von Firmenfeiern zu verzeichnen.

Der gewaltige Investitionsschub in der Hotellerie wird auch im kommenden Jahr Fortsetzung finden. Die zu Jahresanfang erfolgte und nun manifestierte Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen setzte eine ungeahnte Investitionskraft in der Hotelbranche frei. Knapp 80 Prozent der Beherbergungsbetriebe starten bzw. planen Renovierungen und Erweiterungen ihrer Gästezimmer. Der größte Teil der Modernisierungen soll bis Ende März 2011 erledigt sein. Gut 50 Prozent der investitionsfreudigen Hotels packt die Erneuerung von mindestens einem Viertel ihrer Gästezimmer an.

The Business Target Group GmbH: Sitz des Unternehmens ist Scheeßel bei Hamburg. Die Geschäftsbereiche sind (quantitative und qualitative) Marktforschung, Adressenrecherche und –bereitstellung, Datenbankmanagement, Business Intelligence sowie Telemarketing. Das Unternehmen geht auf die 1997 gegründete Marktplatz Hotel GmbH zurück und verfügt bereits über langjährige Erfahrung im Gastgewerbe (Commercial Foodservice) und der Gemeinschaftsverpflegung (Non Commercial/Social Foodservice). Zu den Kunden zählen nahezu alle namhaften Hersteller und Lieferanten aus der Marken- und Lebensmittelindustrie.

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Gastrojahr 2009 mit Umsatzverlust von bis zu -10%

Januar 28, 2010

(Hamburg, 28. Januar 2010) Das vergangene Jahr war von anhaltenden Umsatzrückgängen geprägt. Die Verluste in Hotellerie und bei Top-Restaurants in Deutschland betrugen bis zu zehn Prozent. Der Abwärtstrend begann bereits im Herbst 2008 und entwickelte sich stetig weiter. Eine Erholung der Konjunktur im führenden Gastgewerbe ist erst gegen Ende dieses Jahres zu erwarten. Dies ist Ergebnis der aktuellen Analyse „Gastrodynamik 2009“ des auf den Außer-Markt-Markt spezialisierten Marktforschungsunternehmens CHD Expert, Scheeßel bei Hamburg.

„In der Hotellerie macht sich insbesondere die starke Zurückhaltung der Geschäftskunden bemerkbar“, berichtet Thilo Lambracht, Geschäftsführender Gesellschafter der CHD Expert (Deutschland) GmbH. In Einzelfällen sei es zu Umsatzrückgängen von bis zu 25 Prozent gekommen. Viele Hotelbetreiber mussten notgedrungen ihre Preise erheblich senken und sehen sich nun einem neuem Preisdruck ausgesetzt. „Mit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen kam eine neue Erwartungshaltung der Gäste auf“, so der Hotelexperte. Doch die Spielräume für neue Senkungen bei der Zimmerrate seien oftmals nicht mehr gegeben.

In den führenden Restaurants sieht die wirtschaftliche Lage ebenfalls nicht rosig aus. „Der Kostendruck aufgrund steigender Energiepreise und teurem Einkauf von F&B-Rohwaren schwächt die Betriebe“, analysiert Lambracht. Zudem habe sich der Außer-Haus-Verzehr der Deutschen vom stabil gebliebenen Konsum abgekoppelt. Von Steigerungsraten bei Gästeanzahl und Durchschnittsbon können nur wenige Gastbetriebe berichten. Deutlich wurde der branchenweite Umsatzrückgang zuletzt bei der sinkenden Zahl der Weihnachtsfeiern. Die Hälfte der Gastbetriebe mussten Rückgängen bei den Buchungen verzeichnen.

„Für 2010 ist nur eine allmähliche Erholung der Konjunktur im führenden Gastgewerbe zu erwarten“, prognostiziert Lambracht. Spätfolgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf dem Arbeitsmarkt und allgemeine Zurückhaltung bei den Ausgaben im Außer-Haus-Markt machen Hoffnungen auf eine rasche Erholung zunichte. „Führende Hoteliers und Gastronomen kalkulieren erst gegen Jahresende oder Anfang 2011 wieder mit nennenswerten Zuwachsraten bei Gästezahl und Durchschnittsraten“, sagt Lambracht.

Dagegen bleibt die Investitionsbereitschaft in der Hotellerie ermutigend: Jeder vierte Betrieb will in die Modernisierung seiner Gästezimmer investieren. Knapp unter zehn Prozent wollen bereits jetzt Restaurant und Küche modernisieren bzw. auffrischen. „Die meisten Beherbergungsbetriebe nutzen die Gunst der Steuersenkung für verzögerte Modernisierungen“, so Lambracht.