Jedes fünfte Hotel will Minibar abschaffen

Februar 9, 2011

„Green Hospitality“ führt zu Einsparungen – Regionale Lieferanten im Fokus

(Hamburg, 09. Februar 2011) Die Hotellerie denkt längst „grün“: Über die Hälfte der rund 12.000 Fullservice-Hotelbetriebe in Deutschland unternehmen auch in diesem Jahres einiges in Sachen Nachhaltigkeit und ökologische Ausrichtung. Der Großteil der Hotels will künftig auf Müllvermeidung setzen und verbannt Einzelportionen von Honig, Zucker und anderem von den Frühstückstischen und Tagungsbuffets. Bei jedem fünften Hotel steht die Minibar auf dem Prüfstand. Dies ist Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der The Business Target Group (BTG), dem auf den Außer-Haus-Markt spezialisierten Marktforschungsunternehmen aus Scheeßel bei Hamburg.

Green Hospitality 2011 - F&B-Konzepte

Überraschend ist der hohe Anteil der Hotels, die die Minibar in Frage stellen“, sagt BTG-Geschäftsführer Rolf W. Schmidt. In jedem fünften Hotel wird der kleine Kühlschrank ersatzlos gestrichen, um Energiekosten einzusparen und Verluste durch unbezahlte Produktentnahmen zu vermeiden. Rund acht Prozent der Betriebe setzen auf Vendingautomaten auf den Etagenfluren – als Ersatz für Minibars.

Beim F&B-Konzept setzen die Hoteliers vermehrt auf regionale Zulieferer: 64 Prozent ordern die Rohwaren künftig vermehrt bei Lieferanten aus dem Umkreis. „Dies wird auch gegenüber den Gästen und Tagungskunden aktiv kommuniziert“, so Schmidt. Damit liegen die Hotels im Trend der Zeit: Umweltorientierung, Rückbesinnung auf Produkte aus regionalem Anbau und verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeits-Prinzipien sind die gesellschaftlichen Top-Trends. „Wir können bei Hotels, Restaurants und Profiköchen allgemein in ganz Europa und Nordamerika ein klares Bekenntnis zu lokaler Verwurzelung und fundierter ökologischer Ausrichtung beobachten“, berichtet Schmidt. „Green Hospitality“ habe sich bei den Gastbetrieben zu einem Managementthema mit hoher strategischer Bedeutung entwickelt. „Auch wenn die Wahrnehmung unter den Gästen oder Firmenkunden zum Teil noch stark ausbaufähig ist, bleiben Topentscheider bei ihrem Kurs zum Green Hotelier“, so Schmidt.

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CHD Expert Studie über Gastro-Nachhaltigkeit: „Green Hospitality“ gewinnt an Bedeutung

Dezember 15, 2009

Gastgewerbe nutzt Umweltorientierung noch nicht als Marketinginstrument

Hamburg, 15. Dezember 2009
Umwelt spielt eine große Rolle: Das Gastgewerbe denkt längst „grün“. Fast 80 Prozent der Entscheider bezeichnen ihren Gastbetrieb als „umweltorientiert“. Und: In über der Hälfte der Hotels und Restaurants gehört Nachhaltigkeit zum Geschäftskonzept. Dies ist Ergebnis einer neuen Studie von CHD Expert Deutschland, Scheeßel bei Hamburg. Für die Untersuchung „Green Hospitality 2010“, die im Januar erscheint, wurden von dem internationalen Marktforschungsinstitut für den Außer-Haus-Markt 221 Gastbetriebe in Deutschland befragt.

CHD Expert Grafik - Green Hospitality 2010 - Studie über Umweltorientierung im Gastgewerbe
„Umweltorientierung ist in den Managementetagen der deutschen Gastronomie und Hotellerie längst etabliert, aber im Marketing spielt dies bislang nur eine untergeordnete Rolle“, berichtet Thilo Lambracht, Geschäftsführender Gesellschafter von CHD Expert, die Studienergebnisse. Lediglich jeder dritte Gastbetrieb setzt seine strategische Orientierung zur Nachhaltigkeit auch in der Gästewerbung ein. „Imagewerbung ist sehr teuer und steht auch beim Thema Umwelt hinter abverkaufsorientierter Kommunikation nach“, erläutert der Gastroexperte.

Gerade in der Hotellerie gehört Nachhaltigkeit zum strategischen Konzept – Über 54 Prozent der Beherbergungsbetriebe haben Teile oder alle Abteilungen streng auf Umweltschutzorientierung getrimmt – nicht zuletzt, um Kosten zu sparen. „Umweltschutz gehört zum Costcutting und spielt damit in allen Segmenten der Hotellerie – vom null bis fünf Sterne, von groß bis klein – eine Rolle“, so Lambracht.
Gerade bei der Energieversorgung spielt Umweltschutz eine sehr gewichtige Rolle. Über 91 Prozent der Betriebe stellen bei Investitionsentscheidungen in Elektroanlagen Nachhaltigkeit vor andere Faktoren. Bei der Heiztechnik ist dies ähnlich. Bei Investitionen in neue Küchentechnik bewerten noch immerhin 64 Prozent der Befragten Umwelttechnologie sehr hoch. Dagegen spielt Umweltschutz bei neuen Schankanlagen nur eine untergeordnete Rolle; lediglich 29 Prozent achten darauf.

Nachhaltigkeit in der Gästewerbung wird nur in größeren Hotels mit Nachdruck verfolgt. „Je größer das Hotel, desto wichtiger die ‚grüne‘ Werbung“, bringt es Lambracht auf den Punkt. Gerade bei Konferenzhotels gehören „grüne Meeting“ zum guten Ton. Und auch in Luxus- und Wellnesshotels positioniert man sich gern als „Green Hotelier“. Dagegen sieht nicht einmal jeder vierte Restaurateur Sinn in „grüner“ Werbung. „Feine Speisen und exzellente Getränke haben nichts mit Umweltorientierung zu tun und entwickeln sich auch vom Bio-Thema deutlich abgekoppelt“, so Lambracht.

Die Studie „Green Hospitality 2010“ erscheint Ende Januar und kostet 499 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.


American Express Trendbarometer 2007: „Grünes“ Gastgewerbe – Deutsche Hotels und Restaurants setzen am stärksten in Europa auf Energieeffizienz

Oktober 25, 2007

Quelle: Pressemitteilung

Umweltengagement und Energiebewusstsein von Hotels und Restaurants wachsen

Die Klimaschutzdebatte ist angekommen in Hotellerie und Gastronomie: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate haben 39 Prozent aller Hotels und Restaurants in Europa Energie-Einsparungen als ein Unternehmensziel definiert. Dennoch wird Umweltschutz längst nicht überall in Europa mit dem gleichen Nachdruck betrieben. Deutschlands Hotel- und Restaurantmanager sind im europäischen Vergleich deutlich sensibilisierter in punkto Energie- und Umweltbewusstsein: Bei 47 Prozent von ihnen steht effizienter Energieeinsatz ganz oben auf der Prioritätenliste. Die deutsche Hotellerie (63 Prozent) sticht im europäischen Vergleich besonders hervor (Restaurants: 30 Prozent), wie der American Express Hospitality Monitor 2007 zeigt.

Umweltengagement folgt wirtschaftlichem Kalkül

Frei von wirtschaftlichem Kalkül ist das Umweltengagement freilich nicht: Europaweit begründen 79 Prozent der Hotel- und Restaurantmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategie mit Kostenreduzierung, während 21 Prozent ihr Image stärken möchten. Von den Hoteliers zielen 88 Prozent auf Kosteneinsparungen im Energiebereich, bei den Gastronomen sind es 69 Prozent. Dass umweltfreundliches Engagement nicht nur Kosten senken, sondern gleichzeitig das Image steigern kann, haben vor allem die Restaurantmanager in Europa erkannt: 31 Prozent der befragten Gastronomen versprechen sich ein Plus fürs Image. In der Hotellerie sind dies bislang erst 12 Prozent.

Der „grüne“ Weg führt über den Kunden

„Umweltschonend wirtschaften und auf die individuellen Wünsche der Kunden eingehen, muss kein Widerspruch sein“, so Carola Paschola, Vice President bei American Express. „Der ,grüne‘ Weg der Gastronomie und Hotellerie zielt direkt auf die Wünsche des Gastes“, so Paschola weiter. Das setzen vor allem europäische Hotelmanager um. Ihr umweltbewusstes Engagement mündet in drei Angebote an den Gast: Verzicht auf die tägliche Wäschereinigung (93 Prozent), Einsatz energiesparender Lampen (75 Prozent) sowie Vermeidung von Einzelpackungen zugunsten von Seifenspendern (59 Prozent). Ganz anders Europas Restaurantbranche: Ihre Bemühungen konzentrieren sich in erster Linie auf ein umweltgerechtes Abfallmanagement (72 Prozent).

Transparenz auf der Speisekarte

Auch in punkto Speisenangebot stellt sich die Branche immer mehr auf den umweltbewussten Konsumenten ein, der zunehmend wissen will, was er isst und woher die Produkte kommen. Transparenz und Offenheit haben daher Hochkonjunktur in Europas Gastronomie. Informationen über Inhaltsstoffe, Nährwert, Herkunft und Zubereitung der Speisen gehören immer öfter zum Standard. Sechs von zehn befragten Managern in europäischen Hotels und Restaurants informieren ihren Gast zudem über allergene Inhaltsstoffe.

Auch „Bio“ ist im Gastgewerbe auf dem Vormarsch: 40 Prozent der europäischen Restaurants und 24 Prozent der Hotels bieten ihren Gästen inzwischen mehr biologische Artikel an als noch vor zwölf Monaten. Schwach ist das Ergebnis allerdings noch in Deutschland: Hier liegt die Verwendung biologischer Produkte derzeit bei 17 (Hotels) bzw. 27 Prozent (Restaurants).

Mehr über die Studie: Das American Express Trendbarometer 2007 ist die zweite internationale Befragung von Hotel- und Restaurantmanagern. Insgesamt wurden 300 verantwortliche Manager aus dem Hotel- und Restaurantgewerbe aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien zu den Trends und Entwicklungen befragt. In die Studie einbezogen wurden Hotels, deren Jahresumsatz mindestens 1 Million Euro beträgt und Restaurants, die 200.000 Euro und mehr pro Jahr umsetzen. Durchgeführt wurde die jährliche Studie von Loudhouse Research im Auftrag von American Express.