Steigender Bierkonsum in Griechenland

Quelle: bfai, 2005

Deutlich mehr Importe aus Deutschland / Maschinenbedarf der Getränkeindustrie wächst 

Athen (bfai) – Um mehr als 20% hat sich der Pro-Kopf-Bierverbrauch in Griechenland im Zeitraum zwischen 1996 und 2004 erhöht. Beobachter rechnen damit, dass sich dieses Wachstum weiterhin fortsetzt, vor allem da die Griechen – verglichen mit anderen Europäern – noch immer recht selten zum Gerstensaft greifen. Ausländische Anbieter, die einen Markteintritt planen, müssen jedoch mit einem hohen Wettbewerb aufgrund der starken Konzentration rechnen und die lokalen Verbrauchsgewohnheiten beachten.

In dem Zeitraum 1996 bis 2004 hat sich der Bierkonsum in Griechenland kontinuierlich von 384 Mio. l auf 470 Mio. l erhöht. Dies entspricht einer Wachstumsrate von rd. 3% im Jahresdurchschnitt. Mit +6,5% p.a. wuchs im genannten Zeitraum das wertmäßige Marktvolumen weitaus schneller auf rd. 500 Mio. Euro im Jahr 2004. Verglichen mit dem europäischen Durchschnitt von 80 l Bier im Jahr 2003, ist der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande mit 40 l bedeutend geringer.

Die Nachfrage für Bier ist in Griechenland deutlich saisonabhängig: Bis zu 78% des Konsums wird im Sommerhalbjahr von April bis September realisiert. Darüber hinaus spielen für den Absatz die Preisgestaltung, das touristische Aufkommen, das Ausmaß der Werbekampagnen und schließlich die Trends auf dem allgemeinen Getränkemarkt eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2004 ließ sich feststellen, dass sich die Konsumenten mehr den bekannten Lagerbiermarken zuwandten und mehr Bier zu Hause konsumierten. Eine direkte Konkurrenz für Bier stellen Getränke mit geringem Alkoholgehalt – hier vor allem die Ready-to-drink-Produkte – sowie alkoholfreie Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke dar.

In Griechenland waren 2004 sieben Brauereien mit rd. 1.800 Beschäftigten tätig; dies entspricht 0,42% der Brauereien in der EU und 1,7% der Beschäftigten. Die Betriebe sind überwiegend groß bis sehr groß (im Hinblick auf die Beschäftigtenzahlen), während im übrigen Verarbeitungssektor des Landes kleine und mittelständische Unternehmen vorherrschen. Was die Inlandsproduktion von Bier angeht, so wurde nach Angaben des Statistischen Amtes ESYE in Athen 2003 ein Rückgang des wertmäßigen Volumens von 2,1% auf 398,2 Mio. Euro verzeichnet.

Der Struktur nach weist die Branche Merkmale eines Oligopols auf. Marktführer mit einem Anteil von rd. 70% im Jahr 2004 ist das Unternehmen Athenian Brewery S.A.. Die Dominanz von Athenian Brewery war in den Jahren zuvor sogar noch deutlicher: 2001 hatte sich der Marktanteil der Gesellschaft auf rd. 90% belaufen. Hier fand mittlerweile eine Verschiebung zugunsten des zweitwichtigsten Unternehmens der Branche statt, der Mythos Brewery S.A. (eine Tochter des Boutari-Konzerns), die ihren Anteil bis 2004 auf 15% nahezu verdoppeln konnte. Mythos produziert neben den eigenen Biermarken auch zwei deutschen Marken, Henninger Lager und Henninger Kaiser Pilsner der Radeberger Gruppe.

Zu den größeren Brauereien zählen ferner Hellenic Brewery of Atalanti S.A., Brewery Thraki S.A. und Olympic Brewery S.A. Die finanzielle Situation der Branche stellt sich positiv dar. Im Zeitraum 1998 bis 2002 stiegen die Einnahmen aller tätigen Unternehmen, was sich in dem Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten um rd. 16% und dem Anstieg der Forderungen um rd. 43% widerspiegelt. Die meisten griechischen Brauereien betätigen sich zugleich als Importeure: Mythos führt das australische Fosters ein, das dänische Carlsberg und die irischen Biere Guiness und Kilkenny. Die Brauerei Atalanti importiert Franziskaner, Leffe, Hoegaarden und Boddington’s.

Branchenkenner rechnen damit, dass in den nächsten Jahren der Markt mit vielen neuen Marken überschwemmt wird. Der Anteil der neuen Produkte dürfte allerdings mittelfristig nicht mehr als 6% erreichen. Aufgrund der hohen Konzentration in der Branche schätzen die existierenden Brauereien die Gefahr, die von neuen Marken ausgeht, als relativ gering ein.

Um einen gelungenen Markteintritt sicherzustellen, muss beachtet werden, dass die griechischen Verbraucher verhalten auf neue Marken reagieren und eine relativ hohe Loyalität zu bisherigen Anbietern zeigen. Infolgedessen setzt die Platzierung eines neuen Produktes eine entsprechend langfristige Strategie voraus. Rund 90% des Bierabsatzes wird von den drei führenden Namen Heineken, Amstel und Mythos umgesetzt, während die mehr als 160 Importbiere nur etwa 5 bis 6% des Marktes auf sich vereinen.

Angesichts der stabilen Branchenkonjunktur wird sich in den nächsten Jahren ein zusätzlicher Maschinen- und Ausrüstungsbedarf ergeben, der deutschen Anbietern entsprechender Ausrüstungen zugute kommen kann. Die Gesamtimporte von Maschinen beliefen sich 2004 auf 57,7 Mio. Euro nach 54 Mio. Euro im Vorjahr (+6,8%). Höher noch wuchsen die Einfuhren aus der EU, nämlich um rd. 18% auf 48,9 Mio. Euro. Die höchste Nachfrage verzeichnete die Pos. 4822.40 (andere Verpackungsmaschinen) mit 32,7 Mio. Euro (+5,9%). Es folgten die Position 8422.30 (Maschinen zum Füllen, Verschließen oder Etikettieren von Flaschen, Dosen) mit 23,5 Mio. Euro 2004 gegenüber 22,5 Mio. Euro im Jahr 2003 und die Pos. 8422.20 (Maschinen zum Reinigen o. Trocken von Flaschen u.ä.), wo sich die Importe 2004 auf 1,5 Mio. Euro beliefen (+156,5%).

Die Importe entsprechender Abfüll- und Verpackungsmaschinen aus Deutschland wiesen im Jahr 2004 ein Volumen von 7,8 Mio. Euro auf. Auch die Biereinfuhren wuchsen. Der Anstieg bewegte sich zwischen 16 und 21%. Mindestens ein knappes Drittel bis zur Hälfte der Gesamtimporte stammten aus Deutschland.

  2003 2004 2004/03
2203.00.01/ Bier aus Malz in Behältnissen mit einem Inhalt von 10 l oder weniger, in Flaschen      
Insgesamt 7.784 8.586 10,3
EU 7.723 8.372 8,4
Deutschland 2.063 2.450 18,8
Niederlande 2.211 2.124 -3,9
Frankreich 1.090 1.561 43,2
Italien 2.103 820 -61,0
2203.00.09/ Anderes Bier aus Malz      
Insgesamt 15.074 20.021 32,8
EU 13.668 18.359 34,3
Deutschland 9.297 11.234 20,8
Niederlande 2.876 4.935 71,6
Italien 732 851 16,3
Großbritannien 189 115 -39,2
2203.00.10/ Bier aus Malz in Behältnissen mit einem Inhalt von mehr als 10 l      
Insgesamt 2.099 2.164 3,1
EU 1.812 1.963 8,3
Deutschland 998 1.156 15,8
Großbritannien 358 260 -27,4
Niederlande 216 260 20,4
Italien 240 163 -32,1
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